Rubrik: Zubehör

Der drahtlose WLAN-SD-Kartenleser von Hama

2013-09-23 Auch wenn immer mehr neue Digitalkameras mit eingebauten WLAN angeboten werden, Smartphones eine immer bessere Bildqualität bekommen und es WLAN-SD-Karten gibt, so hat doch der gute alte Kartenleser noch nicht ausgedient. Doch auch hier wird mit WLAN aufgerüstet: Zubehörspezialist Hama hat einen solchen WLAN-Kartenleser im Angebot, der noch weitere pfiffige Innovationen bietet. Wir haben uns diesen Geheimtipp mal etwas näher angesehen.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Der Hama Wi-Fi Kartenleser besitzt ein schwarzes Kunststoffgehäuse und verfügt über einen integrierten Akku. [Foto: MediaNord]

    Der Hama Wi-Fi Kartenleser besitzt ein schwarzes Kunststoffgehäuse und verfügt über einen integrierten Akku. [Foto: MediaNord]

  • Bild Insgesamt vier LEDs geben Auskunft über den aktuellen Status, etwa des Akkuladestand, ob das Gerät eingeschaltet ist, ob das WLAN aktiv ist und ob Daten von einer Speicherkarte gelesen werden. [Foto: MediaNord]

    Insgesamt vier LEDs geben Auskunft über den aktuellen Status, etwa des Akkuladestand, ob das Gerät eingeschaltet ist, ob das WLAN aktiv ist und ob Daten von einer Speicherkarte gelesen werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Hama Wi-Fi Kartenleser liest nicht nur SD-Karten, sondern auch USB-Sticks. [Foto: MediaNord]

    Der Hama Wi-Fi Kartenleser liest nicht nur SD-Karten, sondern auch USB-Sticks. [Foto: MediaNord]

  • Bild Über den USB-Anschluss wird der Hama Wi-Fi Kartenleser mit dem Computer verbunden und aufgeladen. Per Kabel ans Netzwerk angeschlossen kann der Kartenleser auch als WLAN-Hotspot dienen. [Foto: MediaNord]

    Über den USB-Anschluss wird der Hama Wi-Fi Kartenleser mit dem Computer verbunden und aufgeladen. Per Kabel ans Netzwerk angeschlossen kann der Kartenleser auch als WLAN-Hotspot dienen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Verbindungsherstellung mit dem WLAN des Hama Kartenlesers unter Android. [Foto: MediaNord]

    Verbindungsherstellung mit dem WLAN des Hama Kartenlesers unter Android. [Foto: MediaNord]

  • Bild Simpel aber funktional: Die Web-Oberfläche des Hama Kartenlesers. [Foto: MediaNord]

    Simpel aber funktional: Die Web-Oberfläche des Hama Kartenlesers. [Foto: MediaNord]

  • Bild Dateien auswählen, löschen und herunterladen vom Hama WLAN-Kartenleser erfolgt ganz simpel mittels Internetbrowser. [Foto: MediaNord]

    Dateien auswählen, löschen und herunterladen vom Hama WLAN-Kartenleser erfolgt ganz simpel mittels Internetbrowser. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Setup-Menü des WLAN-Kartenlesers von Hama wird ebenfalls über die Browseroberfläche zur Verfügung gestellt. [Foto: MediaNord]

    Das Setup-Menü des WLAN-Kartenlesers von Hama wird ebenfalls über die Browseroberfläche zur Verfügung gestellt. [Foto: MediaNord]

Der Clou des Kartenlesers ist sein eingebauter Akku, womit er auch mobil verwendet werden kann. Schade allerdings, dass weder CompactFlash-Speicherkaten noch MemorySticks unterstützt werden. Wenigstens lassen sich Micro-SD-Karten mittels Adapter ebenfalls auslesen. Per USB an den Computer angeschlossen funktioniert der WLAN-Kartenleser als ganz normaler Kartenleser, ganz nebenbei wird aber auch der integrierte Akku des Lesers aufgeladen. Das passende USB-Kabel liegt dem Kartenleser bei. Die Daten einer Fujifilm Class 10 SDHC-Karte werden mit bis zu 22 MByte pro Sekunde gelesen, das geht völlig in Ordnung. Eine Sony SDHC-Karte mit 16 GByte, die der Class 10 und UHS I entspricht, wird mit etwa 30 MByte pro Sekunde ausgelesen, wobei Sony eine Lesegeschwindigkeit von 94 MByte pro Sekunde verspricht. Da beim Schreiben einer 1,3 GByte großen Datei ebenfalls rund 30 MByte pro Sekunde erreicht werden, dürfte es sich dabei um die Maximalgeschwindigkeit handeln, die der Kartenleser erreichen kann. Auch das Anstöpseln an einen USB 3.0 Anschluss nützt nichts, denn dieses unterstützt der Kartenleser nicht und verhält sich wie ein USB-2.0-Gerät. Er bietet also eine solide Geschwindigkeit, bricht aber keine Rekorde. Dafür wurde er aber auch nicht gebaut.

Der Hama WLAN-Cardreader unterstützt verschiedene Betriebsmodi. Einer davon dient dem drahtlosen Lesen und Schreiben von SD-Karten, aber auch USB-Sticks lassen sich anschließen. Sie werden jedoch nur angesprochen, wenn keine SD-Karte eingelegt ist. In der Standardeinstellung ist das WLAN des Kartenlesers offen konfiguriert, so dass man einfach mit iOS-Geräten per App oder vom PC oder Android-Device per Webbrowser darauf zugreifen kann. Leider gibt es keine spezielle App für Android, die offene Gestaltung der Bedienung über eine Browseroberfläche sorgt aber dafür, dass sich der Kartenleser auch mit exotischeren Geräten verwenden lässt. Das WLAN des Kartenlesers meldet sich als "Hama_Wi-Reader_xxxxxx", wobei die "x" für eine Nummer und Buchstaben stehen, die sich von Gerät zu Gerät unterscheiden. Zuerst muss das Smartphone oder ein PC mit diesem WLAN verbunden werden, eine Passworteingabe ist dazu nicht erforderlich, da das WLAN anfangs ungeschützt ist. Ein Schutz (Passwort und Verschlüsselung) nach neusten Standards lässt sich aber über die Weboberfläche aktivieren. Gibt man "hhtp://10.10.1.1" im Browser ein, so wird die Weboberfläche des Kartenleser angezeigt. Über "Wi-Reader" erhält man direkt Zugriff auf die SD-Karte oder den USB-Stick. Nun können die Verzeichnisstruktur und die Dateien angezeigt, gelöscht und herunter geladen werden. Auch ein Upload auf die SD-Karte ist möglich. Für den Download sollte man allerdings einiges an Geduld mitbringen, das Übertragen von fünf Fotos mit zusammen knapp 25 MByte dauerte rund 40 Sekunden, das entspricht etwa 0,6 MByte pro Sekunde. Die gewählten Dateien werden übrigens als tar-Archiv zusammen gefasst, man benötigt also ein Programm oder eine App, um die Einzeldateien daraus zu extrahieren. Solche Apps und Programme gibt es zum Glück kostenlos. Linux und ähnliche Systeme, dazu gehört auch Mac OS X, öffnen solche Dateien von Haus aus, unter Windows kann man 7-Zip verwenden, für iOS gibt es beispielsweise iZip und unter Android ist ArchiDroid eine der zahlreichen Apps, die mit tar-Archiven umgehen können.

Der WLAN-Kartenleser kann aber noch mehr: Er dient auch als WLAN-Hotspot oder WLAN-Repeater. Das ist nicht nur nützlich, um beim Übertragen von Dateien weiterhin per WLAN mit dem Internet verbunden bleiben zu können, sondern es lassen sich auch an Orten, die nur über ein Ethernet als Internetverbindung verfügen, mehrere Geräte per WLAN mit diesem einen Internetanschluss verbinden. Der Hama Kartenleser verfügt eigens dafür über einen Netzwerkanschluss. Im Hotspot-Betrieb muss der Hama Kartenleser an ein Ethernet angeschlossen und über die Weboberfläche konfiguriert werden. Bis zu fünf Geräte lassen sich anschließend per WLAN mit dem Kartenleser verbinden. Zwar haben alle Internetzugriff, die SD-Kate kann aber immer nur ein Gerät exklusiv lesen. Genauso kann der Hama Kartenleser aber auch als WLAN-Repeater konfiguriert werden. Auch hier sind dann alle mit dem Kartenleser verbundenen Geräte im Internet, es kann aber weiterhin nur eines auf die SD-Kate zugreifen. Zur jeweiligen Konfiguration bietet die Weboberfläche einen Wizard an, der alle nötigen EInstellungen Schritt für Schritt abfragt. Man sollte allerdings ein wenig Ahnung von den WLAN- und Netzwerkeinstellungen haben, auch wenn vieles automatisch erfolgt. Im Betrieb als WLAN-Repeater wird das Internet auf den verbundenen Geräten sehr zäh, schließt man den Kartenleser hingegen per Kabel ans Netzwerk an und richtet ihn als Hotspot ein, so ist der Internetzugriff sehr flüssig. Eine praktikable Lösung etwa für Hotelzimmer, auf denen es kein WLAN gibt oder es überlastet ist.

Über die Kapazität des im WLAN-Kartenleser eingebauten Akkus schweigt sich Hama übrigens geflissentlich aus. Man sollte also stets ein USB-Kabel samt Netzadapter parat haben, denn der Akku dürfte angesichts des kleinen und sehr leichten Kartenlesers nur als Notbehelf dienen. Die Laufzeit im Akkubetrieb hängt ohnehin stark von der WLAN-Nutzung ab, die gerade im Betrieb als Router oder Repeater nicht unerheblich ist. Im Handel kostet der Hama WLAN SD-Kartenleser je nach Händler zwischen 53 und 80 Euro.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.