Testbericht

Panasonic Lumix DMC-LX100

2015-04-10 Die LX-Serie hat bei Panasonic bereits eine neunjährige Tradition. Das jüngste Modell LX100 ist allerdings völlig anders als die bisherigen LX-Modelle. Das aktuelle Modell folgt dem Trend, in Edelkompaktkameras immer größere Sensoren einzubauen, ohne auf lichtstarke Objektive zu verzichten. Panasonic greift dabei auf einen bewährten Micro-Four-Thirds-Sensor mit 16 Megapixeln Auflösung zurück, nutzt von diesem aus verschiedenen Gründen aber nur eine Teilfläche mit maximal 12,8 Megapixeln. Außerdem ist die LX100 gespickt mit technischen Highlights wie 4K-Videofunktion, hochauflösendem Sucher und ultraschnellem Autofokus.  (Benjamin Kirchheim)

Hinweis

Mit dem Test der Panasonic LX100 fährt die digitalkamera.de-Redaktion erstmals zweigleisig. Parallel zu dieser kurzen Version, die ungefähr dem Umfang und Inhalt unserer bisherigen "Kompakt-Tests" entspricht, gibt es eine ausführliche Version in Form einer PDF-Datei als Bezahlinhalt ("Paid Content"). Die ausführliche Version erklärt viele Details noch genauer und ausführlicher und enthält darüber hinaus

  • zusätzliche Fotos
  • 5 Labortest-Diagramme mit erklärenden Bildunterschriften
  • noch umfangreicherer Steckbrief mit vielen weiteren Messwerten
  • einen Vergleich mit drei Konkurrenzmodellen
  • einen Link zu exklusiven Testbildern (auch im Rohdatenformat) und Beispielbildern, die wir während des Tests mit der LX100 aufgenommen haben.

Die 27 Seiten sind lesefreundlich im DIN-A5-Format gesetzt und eignen sich ideal zum Lesen auf Tablet-Computern ab 7 Zoll Bilddiagonale und können bei Bedarf auch ausgedruckt werden. Das PDF-Dokument ist DRM-frei und kann auf jedem Gerät angezeigt werden, das PDF-Dateien darstellen kann. Wenn Sie sich (z. B. vor dem Kauf) noch genauer oder detaillierter über die Panasonic Lumix DMC-LX100 informieren möchten, sollten Sie unseren ausführlichen Testbericht für 1,90 Euro kaufen. Sie unterstützen damit übrigens auch die Arbeit der Redaktion!

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Ergonomie und Verarbeitung

Das schlicht gestaltete, hochwertig verarbeitete Metallkleid mit dem vorstehenden Objektiv ist typisch Panasonic und kann seine Wurzeln bei der LX7 nicht verleugnen. Nur auf der linken Gehäuseseite musste das Metall einer Kunststoffverkleidung weichen, denn hier sitzen die Antennen für WLAN und NFC. Der Blendenring, das Belichtungszeitrad sowie das Belichtungskorrekturrad könnten aber glatt von einer Leica stammen, sie wird sogar baugleich als D-Lux (Typ 109) angeboten. Entsprechend gibt es kein Programmwählrad und auch scheinbar keine Motivprogramme. So ganz wollte Panasonic aber nicht auf die Vollautomatik verzichten und hat die iA-Taste auf der Kameraoberseite untergebracht. Ein Tastendruck genügt, und die LX100 stellt alles inklusive Motivprogramm automatisch ein.

  • Bild Die Panasonic Lumix DMC-LX100 besitzt ein fest verbautes Objektiv mit einer Brennweite von 10,9 bis 34 Millimeter, das einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 24 bis 75 Millimeter abdeckt. [Foto: MediaNord]

    Die Panasonic Lumix DMC-LX100 besitzt ein fest verbautes Objektiv mit einer Brennweite von 10,9 bis 34 Millimeter, das einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 24 bis 75 Millimeter abdeckt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der 7,5 Zentimeter große Bildschirm der Panasonic Lumix DMC-LX100 löst sehr fein auf, ist jedoch fest verbaut und nicht berührungsempfindlich. Der elektronische Sucher bringt es sogar auf 2,76 Millionen Bildpunkte. [Foto: MediaNord]

    Der 7,5 Zentimeter große Bildschirm der Panasonic Lumix DMC-LX100 löst sehr fein auf, ist jedoch fest verbaut und nicht berührungsempfindlich. Der elektronische Sucher bringt es sogar auf 2,76 Millionen Bildpunkte. [Foto: MediaNord]

  • Bild Mit Blendenring, Zeitenrad und Belichtungskorrekturrad ist die Panasonic Lumix DMC-LX100 sehr direkt und einfach zu bedienen. Der iA-Modus alias

    Mit Blendenring, Zeitenrad und Belichtungskorrekturrad ist die Panasonic Lumix DMC-LX100 sehr direkt und einfach zu bedienen. Der iA-Modus alias "Panik-Knopf" fehlt dabei nicht. [Foto: MediaNord]

Das Gehäuse besitzt einen nicht besonders ausgeprägten Handgriff, der aber mit seiner genarbten Gummierung durchaus etwas Halt gibt. Auf der Rückseite sorgt eine ebenfalls gummierte Daumenmulde für den entsprechenden Gegenhalt. Etwas verkrampft liegt die Kamera dennoch insgesamt in der Hand. Das F1,7-2,8 lichtstarke 24-75mm-Zoomobjektiv auf der Vorderseite bietet neben dem Blendenring bietet auch einen Fly-by-Wire-Fokusring sowie den LX-typischen Seitenverhältniswähler mit 1:1, 4:3, 3:2 und 16:9, mit Ausnahme von 1:1 sogar mit jeweils identischer Bilddiagonale dank des Überformatsensors.

Als Neuerung in der LX-Klasse ist auf der Rückseite ein Videosucher mit 2,76 Millionen Bildpunkten Auflösung zu finden. Mit einer Dioptrienkorrektur sowie einem Näherungssensor ausgestattet bietet der bezogen auf Kleinbild 0,7-fach vergrößernde Sucher ein hervorragendes Bild. Nur Brillenträger haben aufgrund der geringen Austrittspupille keinen kompletten Überblick. Das Sucherbild wird, wie auch das Monitorbild, mit 60 Bildern pro Sekunde ruckel- und auch nahezu verzögerungsfrei angezeigt. Der 3"-Bildschirm (7,5 Zentimeter Diagonale) auf der Rückseite löst 921.000 Bildpunkte auf und ist fest verbaut (d. h. nicht klappbar), auch eine Touchfunktion fehlt.

Das Gehäuse der LX100 ist größer als das der Vorgängermodelle und bietet oberhalb des Bildschirms Platz für vier Knöpfe und rechts vom Bildschirm befinden sich noch vier weitere Bedienelemente. Die Vierwegewippe mit zentralem Knopf umgibt ein Drehring. Er lässt sich sogar halbwegs angenehm bedienen, ohne dass man als Grobmotoriker gleich die Tasten dabei drückt. Drei der Knöpfe sind frei belegbar und ein zusätzliches Quick-Menü sorgt für den Zugriff auf alle wichtige Einstellungen. Der Weg ins etwas unübersichtliche Hauptmenü mit seinen fünf Registern und bis zu neun Seiten ist daher nur bei wichtigen Grundeinstellungen nötig (allein das Individualmenü besitzt 41 Menüpunkte). Für den Fotoalltag kommt man aber gut mit dem Quick-Menü aus. 

Das Stativgewinde liegt außerhalb der optischen Achse direkt neben dem Akku- und Speicherkartenfach, das dadurch beim Stativeinsatz blockiert wird. Im Fach, findet neben der SD-Speicherkarte (SDHC- und SDXC-kompatibel) ein immerhin 7,4 Wh starker Lithium-Ionen-Akku Platz, der für gut 300 Aufnahmen reicht. Ein externes Ladegerät liegt der Kamera bei. Da die LX100 keinen internen Blitz besitzt, wird ein kleiner Aufsteckblitz mitgeliefert, der im Bliutzschuh Platz findet. Hier lassen sich auch große Systemblitzgeräte einsetzen. An Schnittstellen hat die LX100 hinter einer Kunststoffklappe neben Micro-HDMI (Typ D) noch eine kombinierte USB-AV-Buchse zu bieten.

Ausstattung

Trotz iA-Taste richtet sich die Lumix LX100 an ambitionierte Fotografen, die mit dem Blendenring sowie dem Belichtungszeitenrad umzugehen wissen. Die ISO-Empfindlichkeit wird per Tastendruck und anschließender Einstellung über das hintere Drehrad vorgewählt. Hierbei steht ein großer Bereich von ISO 100 bis 25.600 zur Auswahl. Die ISO-Automatik funktioniert praktischerweise auch bei manueller Wahl von Blende und Verschlusszeit. Dabei lässt sich die maximale Empfindlichkeit vorgeben.

  • Bild Im Aufnahmemenü lassen sich bei der Panasonic Lumix DMC-LX100 viele wichtige Grundfunktionen konfigurieren, etwa die Serienbildgeschwindigkeit. [Foto: MediaNord]

    Im Aufnahmemenü lassen sich bei der Panasonic Lumix DMC-LX100 viele wichtige Grundfunktionen konfigurieren, etwa die Serienbildgeschwindigkeit. [Foto: MediaNord]

Der 49-Punkt-Autofokus arbeitet rasant. Im Testlabor dauerte es vom Durchdrücken des Auslösers bis zur Aufnahme im Weitwinkel lediglich 0,16 Sekunden. In Telestellung wird innerhalb von 0,26 Sekunden fokussiert und ausgelöst. Darin sind jeweils 0,04 Sekunden Auslöseverzögerung enthalten, die auch bei Vorfokussierung auftritt. Wer möchte, kann die Zahl der Fokusmessfelder begrenzen oder sogar nur auf einen Punkt fokussieren. Zwischen Autofokus, Autofokus mit Makroautomatik und manuellem Fokus wird per Schiebeschalter direkt am Objektiv umgeschaltet. Die Naheinstellgrenze liegt bei makrotauglichern drei Zentimetern ab Frontlinse in Weitwinkelstellung, die 30 Zentimeter in Telestellung erlauben hingegen nicht so eine starke Vergrößerung. Hier kann eine Nahlinse helfen, die sich wie andere Filter in das 43-Millimeter-Frontgewinde des Objektivs schrauben lässt. Der stufenlose elektronischer Einstellring am Objektiv erlaubt eine feinfühlige manuelle Fokussierung. Fokuslupe, Fokuspeaking sowie eine Schärfeskala unterstützen dabei. Mit dem Ring lässt sich aber auch alternativ zum Zoomhebel die Brennweite einstellen. Alternativ zum stufenlosen Zoom lassen sich auch feste Zoomstufen aktivieren.

Die Serienbildfunktion der LX100 beeindruckt mit über elf Bildern pro Sekunde und großem JPEG-Pufferspeicher. Dabei erfolgen allerdings weder eine Fokusnachführung noch eine Anzeige des Livebilds. Stattdessen wir immer die vorige Belichtung auf dem Bildschirm angezeigt. Mit Live-View sind maximal sieben Serienbilder pro Sekunde möglich, mit Fokusnachführung sind es 6,5. Im Raw-Format hingegen werden die versprochenen elf Bilder pro Sekunde weit verfehlt. Als sehr praktisch erweist sich der elektronische Verschluss. Zwar ist der mechanische Verschluss dank Zentralverschluss bei bis zu 1/4.000 Sekunde kurzen Verschlusszeiten schon äußerst leise. Der elektronische Verschluss aber arbeitet lautlos. Er erlaubt obendrein bis zu 1/16.000 Sekunde kurze Belichtungszeiten.

Als eine der wenigen aktuellen Kompaktkameras unterstützt die LX100 4K-Video, allerdings nur mit maximal 25 Bildern pro Sekunde. Nach 15 Minuten am Stück wird die laufende Aufnahme beendet. Weil die Pixel dabei 1:1 genutzt werden, liegt das Kleinbild-Zoomäquivalent dann bei 26 bis 81 Millimeter. In Full-HD ermöglicht die Lumix ohne Bildbeschnitt bis zu 50 Vollbilder pro Sekunde für knapp 30 Minuten am Stück. Die Bildstabilisierung erfolgt mit Hilfe des lautlos arbeitenden optischen Bildstabilisators. Die sanfte Nachführung des Autofokus sowie das sanfte Zoomen werden vom internen Stereomikrofon nicht erfasst. Einen Anschluss für ein externes Stereomikrofon besitzt die LX100 leider nicht. Immerhin lässt sich der Tonpegel anzeigen und korrigieren. Auch ein Windgeräuschfilter lässt sich zuchalten. Als Videoformat stehen wahlweise AVCHD oder MP4 zur Verfügung.

Die Panasonic LX100 bietet eine automatische HDR- sowie eine Schwenkpanoramafunktion. Letzterer versteckt sich in der Aufnahmebetriebsarteinstellung. Dort sind auch der Selbstauslöser und die Serienbildfunktion zu finden. Der Belichtungsreihenmodus erlaubt drei, fünf oder sieben Aufnahmen. Der Abstand zwischen den Belichtungen liegt bei wahlweise 1/3, 2/3 oder 1 EV. Er deckt also maximal +/-3 EV ab. Im HDR-Modus werden drei automatisch aufgenommene Bilder in der Kamera verrechnet und ausgerichtet. Auch hier kann der Fotograf zwischen 1, 2 und 3 EV Belichtungsabstand wählen, wenn er sich nicht auf die Automatik verlassen möchte.

Die Filtertaste auf der Kameraoberseite erlaubt die Wahl zwischen stolzen 22 Filtereffekten. Es sind durchaus einige sehenswerte dabei. Nachträglich auf bereits aufgenommene Fotos können diese Filter jedoch nicht mehr angewendet werden. Dafür können Raw-Aufnahmen direkt in der Kamera in JPEG umgewandelt werden. Die LX100 erlaubt dank WLAN samt NFC eine einfache Kopplung mit Smartphones und Tablets. Neben der Bildübertragung ist mit Hilfe der entsprechenden App sogar eine Fernsteuerung der Kamera samt Livebildübertragung möglich.

  • Bild Das Objektiv der Panasonic Lumix DMC-LX100 beeindruckt vor allem mit seiner hohen Lichtstärke von F1,7 bis F2,8. Vom 16 Megapixel auflösenden Micro-Four-Thirds-Sensor wird nur ein Teilbereich mit maximal 12,8 Megapixeln Auflösung benutzt. [Foto: MediaNord]

    Das Objektiv der Panasonic Lumix DMC-LX100 beeindruckt vor allem mit seiner hohen Lichtstärke von F1,7 bis F2,8. Vom 16 Megapixel auflösenden Micro-Four-Thirds-Sensor wird nur ein Teilbereich mit maximal 12,8 Megapixeln Auflösung benutzt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die linke Gehäuseseite der Panasonic Lumix DMC-LX100 besteht im Gegensatz zum Rest des Gehäuses aus Kunststoff. Hier verbirgt sich der NFC-Chip. [Foto: MediaNord]

    Die linke Gehäuseseite der Panasonic Lumix DMC-LX100 besteht im Gegensatz zum Rest des Gehäuses aus Kunststoff. Hier verbirgt sich der NFC-Chip. [Foto: MediaNord]

  • Bild Hinter einer kleinen Kunststoffklappe verbergen sich auf der Handgriffseite der Panasonic Lumix DMC-LX100 die HDMI- sowie die USB-Schnittstelle. Der Akku aber wird extern in der mitgelieferten Ladeschale und nicht per USB aufgeladen. [Foto: MediaNord]

    Hinter einer kleinen Kunststoffklappe verbergen sich auf der Handgriffseite der Panasonic Lumix DMC-LX100 die HDMI- sowie die USB-Schnittstelle. Der Akku aber wird extern in der mitgelieferten Ladeschale und nicht per USB aufgeladen. [Foto: MediaNord]

Bildqualität

Mit dem bewährten 16 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor im Micro-Four-Thirds-Format (17,3 mal 13 Millimeter). und dem speziell gerechneten Leica-Objektiv sollte die LX100 beste Voraussetzungen für eine hohe Bildqualität bieten. Das wurde im digitalkamera.de-Labor sowie in der Praxis überprüft. Der gesamte Labortest ist gegen ein kleines Entgelt über die weiterführenden Links am Ende dieses Testberichts abrufbar. Auf ihm beruhen die folgenden Betrachtungen im Wesentlichen.

Tatsächlich bekleckert sich die LX100 beim Signal-Rauschabstand trotz ihrem großen Pixelpitch von 3,7 µm nicht gerade mit Ruhm. Sie startet selbst bei niedrigster Empfindlichkeit nur im noch akzeptablen Bereich von unter 40 dB. Bereits bei ISO 400 liegt der Signal-Rauschabstand nur noch bei knapp über 35 dB und sinkt bei ISO 800 darunter. Helligkeitsrauschen lässt die LX100 zudem bereits ab ISO 800 leicht sichtbar zu. Immerhin spielt Farbrauschen praktisch keine Rolle. Der geringen Rauschunterdrückung ist es aber auch zu verdanken, dass die LX100 bis in recht hohe Empfindlichkeitsbereiche noch viele Details darzustellen vermag. Die Texturschärfe liegt bis ISO 1.600 im sehr guten Bereich, sogar bis ISO 6.400 bleibt die Detailzeichnung gut, bevor sie darüber rapide absackt. Von ISO 200 bis 6.400 erreicht die Eingangsdynamik mit 9,7 bis 10,3 Blendenstufen zudem gute Werte.

Während die Tonwertkurve relativ moderat verläuft, zeigt die LX100 eine untypische Farbwiedergabe mitt eilweise recht hohen Abweichungen. So hat Cyan nicht nur einen deutlichen Blaustich, sondern tendiert sogar Richtung Violett. Eigentliche Violetttöne wiederum zeigen eine Übersättigung. Die Farbtöne im Bereich Grün, Gelb und Orange hingegen werden sehr neutral wiedergegeben. Selbst das Rot, das andere Hersteller gerne stärker sättigen, fällt nur unwesentlich leuchtender auf als im Original. Der exakt arbeitende manuelle Weißabgleich ist dagegen nicht zu beanstanden.

Das 24-75mm-Zoom zeigt im Labortest zunächst für 20 mal 30 Zentimeter große Bilder (etwa DIN A4) eine ausreichende Schärfe vom Bildzentrum bis zum Bildrand bei allen Blenden und Brennweiten. Auch die Verzeichnung ist gering, Farbsäume treten kaum auf und die Randabdunklung kann man ebenfalls vernachlässigen. Aber die Auflösungsmessung bei 50 Prozent Kantenkontrast (MTF50) bringt es an den Tag: Im Weitwinkel liegt die Auflösung am Bildrand nur ungefähr auf halbem Niveau der Zentrumsauflösung. Dabei ist es egal, ob offenblendig oder abgeblendet fotografiert wird. Im Zentrum werden solide, aber wenig rekordverdächtige 40 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) erreicht. Auch bei mittlerer Brennweite von rund 38 Millimeter entsprehend Kleinbild beträgt der Auflösungsabfall zum Bildrand gut 20 lp/mm. Er kommt aber von einem höheren Niveau von rund 47 lp/mm. Bestenfalls beträgt der Randabfall der Auflösung nur etwa 25 Prozent bei 38 Millimeter und F5,6. In Telestellung tritt der Randabfall der Auflösung ab F4 kaum noch in Erscheinung. Dafür bewegt sich die Auflösung insgesamt mit unter 30 lp/mm auf eher niedrigem Niveau.

  • Bild Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DMC-LX100 sitzt leider weder in der optischen Achse, noch weit genug vom Akku- und Speicherkartenfach entfernt, um dieses im Stativbetrieb oder mit Stativwechselplatte noch öffnen zu können. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DMC-LX100 sitzt leider weder in der optischen Achse, noch weit genug vom Akku- und Speicherkartenfach entfernt, um dieses im Stativbetrieb oder mit Stativwechselplatte noch öffnen zu können. [Foto: MediaNord]

  • Bild Lithium-Ionen-Akku und SD-Speicherkarte teilen sich bei der Panasonic Lumix DMC-LX100 ein Fach. Der Lithium-Ionen-Akku reicht für etwa 300 Bilder nach CIPA-Standard bei Verwendung des rückwärtigen Bildschirms, mit Sucher sind es 30 Bilder weniger. [Foto: MediaNord]

    Lithium-Ionen-Akku und SD-Speicherkarte teilen sich bei der Panasonic Lumix DMC-LX100 ein Fach. Der Lithium-Ionen-Akku reicht für etwa 300 Bilder nach CIPA-Standard bei Verwendung des rückwärtigen Bildschirms, mit Sucher sind es 30 Bilder weniger. [Foto: MediaNord]

Fazit

Trotz vorhandener intelligenter Automatik richtet sich die Panasonic Lumix DMC-LX100 ganz klar an ambitionierte Fotografen. Sie wollen mit Hilfe der Einstellräder bewusst Einfluss auf Blende und Belichtungszeit nehmen. Mit ihrem F1,7 bis 2,8 lichtstarken Objektiv und dem großen Bildsensor bietet die LX100 gute Grundvoraussetzungen dafür. Auch wenn man von ihr keine Wunder in Sachen Freistellung erwarten darf. Trotz 4K-Videomodus eignet sich die LX100 weniger für ambitionierte Videografen. Dafür fehlen einfach wichtige Funktionen wie ein Mikrofonanschluss oder ein HDMI-Ausgangssignal bei der Aufzeichnung. Dennoch beeindrucken die Bordfunktionen der Videofähigkeiten. Sie erlauben Freizeitaufnahmen gehobener Qualität. Eigentlich ist die LX100 keine wirklich kleine Kamera. In Anbetracht ihrer Ausstattung mit großem Sensor, lichtstarkem Zoom und hochauflösendem, großem elektronischen Sucher ist sie aber sehr kompakt geraten. Zudem ist sie sehr hochwertig verarbeitet. Dem Bildschirm fehlen Touch- und Klappmöglichkeit. Das wird manch konservativer Fotograf sicherlich eher begrüßen als vermissen. Die sonstige Ausstattung jedenfalls bietet viele Möglichkeiten inklusive Fernsteuerung per WLAN. Federn lassen muss die LX100 teilweise bei der Bildqualität. Insgesamt bewegt diese sich auf sehr hohem Niveau. Nur in Punkto Auflösung und Rauschfreiheit holt Panasonic nicht das Maximum aus diesem Sensor heraus. Wer in Raw arbeitet, mag das verschmerzen. Die Randunschärfen des Objektivs lassen sich jedoch nicht wegdiskutieren. Diesen Kompromiss muss man aber angesichts der Kompaktheit einfach hinnehmen. Dennoch ist die LX100 eine sehr empfehlenswerte Kamera. Sie hat alles an Bord, was man im Fotoalltag braucht.


Weiterführende Links

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.


Steckbrief
HerstellerPanasonic
ModellLumix DMC-LX100
SensorCMOS 4/3" 17,3 x 13,0 mm (Cropfaktor 2,0)
16,8 Megapixel (physikalisch)
12,8 Megapixel (effektiv)
Cropfaktor effektiv2,2-fach
Pixelpitch4,2 µm
Auflösung (max.)4.112 x 3.088 (4:3)
Video (max.)3.840 x 2.160 25p
ObjektivF1,7-2,8/24-75mm
Filtergewinde43 mm eingebaut
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.764.000 Bildpunkte Auflösung, 1,4-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,7-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 3,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung921.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreen
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
kürzeste Verschlusszeit1/16.000 s
Blitzmitgelieferter Aufsteckblitz
  Synchronzeit1/4.000 s
  BlitzanschlussOlympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera), Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFCja
GPS
Fernauslöserja, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahme
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 200-25.600
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder49 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,16 bis 0,26 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen (BxHxT)115 x 66 x 55 mm
Gewicht (betriebsbereit)391 g
Stativgewindeaußerhalb der optischen Achse
Zoom
  ZoomverstellungObjektivring (motorisch), Ringwippe (motorisch)
Akkulaufzeit300 (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Hochwertig verarbeitetes Gehäuse
  • Dank vieler Tasten und Rädchen sehr gute Bedienung
  • Überkomplette Ausstattung mit fast allen Schikanen
  • Lichtstarkes Objektiv mit rasantem Autofokus
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 800, gute bei 1.600 und brauchbare bei 3.200
  • Objektiv mit deutlich abfallender Auflösung am Bildrand
  • Unbeweglicher Bildschirm ohne Touchfunktion
  • Keine Verriegelung von Blendenring und Belichtungszeitrad in Automatikposition

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 98 %
Ausstattung 12,5 % 100 %
Handhabung 12,5 % 94 %
Geschwindigkeit 12,5 % 96 %
Bildqualität 50,0 % 96 %
Gesamtnote 96 %