Testbericht

Canon PowerShot G7 X

2014-12-24 Mit der G7 X stellt Canon seinem Flaggschiff in der Kompaktkameraklasse G1 X Mark II ein Modell zur Seite, das zwar nicht in allen Belangen mit seiner großen Schwester mithalten kann, sie in vielen Bereichen aber auch überflügelt. Dazu gehören ein lichtstärkeres Objektiv, ein berührungsempfindlicher Bildschirm, eine sehr hohe Auflösung von 20,2 Megapixeln, eine schnellere Serienbildrate und eine höhere Bildfrequenz bei Videoaufnahmen. Das macht sie zu einer sehr interessanten Kamera für den ambitionierten Hobbyfotografen. Ob der kleinere Sensor und ein fehlender Systemschuh die G7 X tatsächlich negativ belasten und was sie in der Praxis leistet, zeigt der Test der Redaktion.  (Daniela Schmid)

Verarbeitung und Ergonomie Die G7 X wirkt mit ihren Abmessungen von 103 mal 60 Millimetern von vorn betrachtet sehr kompakt. Die Tiefe von 40 Millimetern und ihr Kampfgewicht von 300 Gramm relativieren dieses Bild etwas und machen sie für die Hemdbrusttasche untauglich. In Jacken- und Handtaschen dagegen lässt sie sich jederzeit unterbringen. Die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr hochwertig, ein deutlich ausgeprägte Handgriff fehlt aber. Außer einer gut ausgearbeiteten Daumenablage auf der Rückseite der Kamera ist die G7 X wenig griffig. Für einen Systemschuh hat es ebenfalls nicht gereicht, die Verwendung eines externen Blitzes oder eines elektronischen Suchers scheidet aus. Der eingebaute Blitz, der recht hoch aus dem Gehäuse springt, muss manuell mittels Schalter auf der linken Seite herausgeklappt werden. Trotz seiner zierlich aussehenden Befestigung, macht der Kleine einen robusten Eindruck. Generell hat Canon darauf geachtet, alle Bedienelemente eher schwergängig zu machen, so dass sich nichts von alleine verstellt. Beim Moduswahlrad wirkt das allerdings bisweilen kontraproduktiv. Versucht man in Eile das richtige Programm einzustellen, verstellt sich das darunter liegende Wahlrad zur Belichtungskorrektur gerne mit. Von der ergonomischen Handhabung her bewährt sich das Rad allerdings trotzdem.

  • Bild Die Canon PowerShot G7 X besitzt einen großen rückwärtig belichteten 1

    Die Canon PowerShot G7 X besitzt einen großen rückwärtig belichteten 1"-CMOS-Sensor. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Gehäuse der Canon PowerShot G7 X bietet mangels ausgeprägtem Handgriff auf der Vorderseite wenig Halt. [Foto: MediaNord]

    Das Gehäuse der Canon PowerShot G7 X bietet mangels ausgeprägtem Handgriff auf der Vorderseite wenig Halt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Eine Direkttaste für die Verbindung zum Smartphone beschleunigt die Verbindung zwischen Canon PowerShot G7 X und Mobilgerät. [Foto: MediaNord]

    Eine Direkttaste für die Verbindung zum Smartphone beschleunigt die Verbindung zwischen Canon PowerShot G7 X und Mobilgerät. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der integrierte Blitz der Canon PowerShot G7 X muss manuell ausgeklappt werden. Einen Systemschuh für externe Blitzgeräte oder einen elektronischen Sucher besitzt die Kamera nicht. [Foto: MediaNord]

    Der integrierte Blitz der Canon PowerShot G7 X muss manuell ausgeklappt werden. Einen Systemschuh für externe Blitzgeräte oder einen elektronischen Sucher besitzt die Kamera nicht. [Foto: MediaNord]

Die Rückseite der G7 X wird dominiert vom 7,5 Zentimeter großen Touchscreen, der feine 1,04 Millionen Bildpunkte auflöst. Die berührungsempfindliche Oberfläche erleichtert das punktgenaue Scharfstellen und beschleunigt die Bedienung. Schade ist, dass der Monitor nur um 180 Grad nach oben klappbar ist. Er eignet sich damit wunderbar für bodennahe Aufnahmen und Selbstporträts, bei Über-Kopf-Aufnahmen schaut man in die Röhre. Auch ein seitliches Klappen wäre schön gewesen. Die anderen Bedienelemente auf der Rückseite sind klassischer Natur: es gibt einen Knopf für Videoaufnahmen, einen für die Funktion des Objektivrings, die gleichzeitig zum Löschen dient, eine Wiedergabe-Taste und ein Knopf für das Menü. Der Button für das Kurzmenü liegt eingebettet in einen Vierwege-Kippschalter umgeben von einem Drehrad. Mit diesem, dem individuell belegbaren Objektivring und der Touch-Funktion lässt sich die G7 X in jeder Situation einfach und schnell bedienen. Das Plastikdeckelchen, das die Anschlussbuchsen verbirgt, ist einer G7 X nicht würdig. Die Abdeckung für Akku und Speicherkarte wirkt da schon solider. Leider sitzt das Stativgewinde abseits der optischen Achse direkt daneben, so dass zum Akku- und Speicherkartenwechsel die Kamera von der Stativplatte abmontiert werden muss. Und der Akku hält mit rund 210 Aufnahmen nicht so lange, wie man sich das für eine gehobene Kamera wünscht.

Wer den rein manuellen Fotomodus nutzt, der kommt dank des Objektivrades (das allerdings fast schon störend laut rastet) und des Rändelrades auf der Rückseite recht schnell zu seinem Einstellergebnis. Das ist bei Kompaktkameras, die mit Drehrädern meist eher spärlich ausgestattet sind, nicht selbstverständlich. Ebenfalls nicht immer geboten ist die Möglichkeit, die Kamera nach den eigenen Wünschen einzurichten und Bedienelemente nach dem eigenen Bedarf zu konfigurieren. Je nach gewähltem Aufnahmeprogramm bietet die G7 X hier sehr viele Möglichkeiten. Wer in der Blendenautomatik die Zeit lieber am hinteren Drehrad statt standardmäßig vorne einstellt, kann die Funktion umbelegen und zum Beispiel die automatische Schattenkorrektur, ISO oder auch das Seitenverhältnis auf das Steuerrad legen. Unter C wie Custom bietet die G7 X auf dem Programmwählrad einen eigenen Modus, der vom Fotografen je nach Bedarf programmiert werden kann. Auch die Anzeige oder das Layout des Kurzmenüs lassen sich auf Wunsch umgestalten. Die G7 X bedient sich eigentlich leicht und intuitiv, für diese Optionen empfiehlt sich dann aber doch ein ausführlicheres Studium des Handbuches.

Ausstattung Ihrem Ruf als Edelkompaktkamera folgend, bietet die G7 X einiges an Ausstattung. Trotz ihres hohen Anspruchs taugt sie auch einfach nur zum Knipsen. Das Programm Auto unterscheidet 58 Aufnahmesituationen und ist eine verlässliche Bank für eher einstellungsfaule Fotografen. Für die Dokumentation eines Fototages bietet die G7 X den Modus Hybrid-Auto, der vor jedem Bild einen zwei bis vier Sekunden langen Videoclip aufnimmt und in einem Videotagebuch zusammenfasst. Zusätzliche Spielereien offeriert der Modus Kreative Aufnahme. Die Effekte können über den Objektivring eingestellt werden. Die Kamera erstellt dann sechs Aufnahmen mit unterschiedlichen Ausprägungen des gewünschten Effekts und verschiedenen Bildausschnitten. Selbstverständlich bietet die G7 X auch einen Modus für klassische Aufnahmeszenen, darunter Porträt, Nachtaufnahme ohne Stativ und Sternenhimmel. Mit insgesamt sieben Szeneprogrammen hält sich die Auswahl zwar in Grenzen, die einzelnen Programme bieten aber oft in sich viele Einstellmöglichkeiten wie zum Beispiel der Gesichtsmodus. Mit Blinzel- und Lächelerkennung sowie Auslösen bei einem zusätzlich erscheinenden Gesicht können damit gut Selbstporträts oder Gruppenaufnahmen mit Fotograf gemacht werden.

Das Motivprogramm Sternenhimmel wird Astro-Fans freuen. Hier kann man nicht nur Porträts vor Sternenhimmel und Sternenbilder mit und ohne Bewegungsspuren anfertigen, sondern auch Filme von Sternenbewegungen erstellen. Der HDR-Modus hat einen eigenen Platz auf dem Wahlrad bekommen. Man muss allerdings sagen, dass die intelligente Automatik mit kontrastreichen Motivsituationen oft genauso gut oder gar besser umgeht.

Wem dieses Füllhorn an Möglichkeiten nicht genug Kontrolle bietet, dem seien die Programmautomatik, die Halbautomatiken Blenden- und Zeitvorwahl und der manuellen Modus empfohlen. Bereits in der Programmautomatik bietet die G7 X zahlreiche zusätzliche Einstellmöglichkeiten angefangen von der Belichtungsspeicherung über das Festlegen der ISO-Obergrenze bis hin zur Verknüpfung von Belichtungs-Spotmessung und AF-Rahmen. Auch für den Weißabgleich stehen zahlreiche Optionen einschließlich der manuellen Konfiguration zur Verfügung.

Dank des DIGIC 6-Bildprozessors und des schnellen Autofokus konnte Canon die Serienbildrate der G7 X auf 6,5 Bilder pro Sekunde steigern, zumindest auf dem Papier. Aber auch in der Praxis galoppiert die Kamera los und hält die Geschwindigkeit unter idealen Aufnahmebedingungen auch über eine Minute durch. Canon hat sich verschiedene Geschwindigkeitsvarianten gespart, die G7 X bietet einfach nur Serie und Serie mit Autofokus. Stellt die Kamera während der Aufnahmen scharf, schafft die G7 X immerhin noch 4,4 Bilder pro Sekunde und die Fokusnachführung ist meist ohne Fehl und Tadel. Nutzt man den Raw-Modus, verlangsamt sich die Seriengeschwindigkeit auf rund ein Bild pro Sekunde. Aber auch hier hält die Kamera die Geschwindigkeit und bricht nicht nach wenigen Sekunden ein. Durch diese Leistung eignet sich die G7 X hervorragend als Schnappschusskamera und auch bei sportlichen Ereignissen, spielenden Kindern, rennenden Hunden oder ähnlichen Situationen, kann man sich auf sie verlassen. Der Blitz kann während der Serienaufnahmen genutzt werden, er dämpft aber natürlich die Geschwindigkeit. Für anspruchsvolle Fotografen mag es ein Manko sein, dass Canon den Blitzschuh eingespart hat. Der kleine eingebaute Blitz kann mit seiner Leitzahl von 5,2 auch nicht mit größeren externen Geräten konkurrieren. An Einstellmöglichkeiten mangelt es aber nicht: Der Mini beherrscht die Langzeitsynchronisation und das Auslösen auf den ersten oder zweiten Verschlussvorhang. Die Blitzbelichtung kann im manuellen Modus und in den Halbautomatiken in drei Stufen eingestellt und gespeichert werden.

  • Bild In der Bildwiedergabe erlaubt die Canon PowerShot G7 X neben der reinen Bildansicht, wie hier zu sehen, auch die Anzeige von Aufnahmedetails oder das Zoomen ins Bild. [Foto: MediaNord]

    In der Bildwiedergabe erlaubt die Canon PowerShot G7 X neben der reinen Bildansicht, wie hier zu sehen, auch die Anzeige von Aufnahmedetails oder das Zoomen ins Bild. [Foto: MediaNord]

  • Bild Außerdem erlaubt das Wiedergabemenü der Canon PowerShot G7 X die Einstellung diverse Effekte bei der Bildwiedergabe. [Foto: MediaNord]

    Außerdem erlaubt das Wiedergabemenü der Canon PowerShot G7 X die Einstellung diverse Effekte bei der Bildwiedergabe. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Einstellungsmenü der Canon PowerShot G7 X lassen sich etwa die Maßeinheiten einstellen und festlegen, ob täglich ein neuer Ordner für Bilder angelegt werden soll. [Foto: MediaNord]

    Im Einstellungsmenü der Canon PowerShot G7 X lassen sich etwa die Maßeinheiten einstellen und festlegen, ob täglich ein neuer Ordner für Bilder angelegt werden soll. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Wiedergabemenü der Canon PowerShot G7 X lassen sich einige Bildkorrekturen, etwa der Kontraste oder Farben, vornehmen. [Foto: MediaNord]

    Im Wiedergabemenü der Canon PowerShot G7 X lassen sich einige Bildkorrekturen, etwa der Kontraste oder Farben, vornehmen. [Foto: MediaNord]

Videofilme zeichnet die G7 X in voller HD-Auflösung mit wahlweise 60 oder 30 Bildern pro Sekunde auf. Das lichtstarke Objektiv leistet auch beim Filmen gute Dienste. Das Sucherbild ist auch bei dunklen Umgebungen hell und klar und die Filme sind trotz widriger Bedingungen ansehnlich. Wer auch beim Filmen gerne selbst Bedingungen stellt, kann Blende, Verschluss und ISO vorgeben. Besonders einfach funktioniert dies über den Touchscreen durch Antippen der jeweiligen Werte und anschließend der Pfeilsymbole zum Verändern der Einstellungen. Das gilt auch für die Belichtungsspeicherung: einfach den Stern auf dem Display antippen, und schon ist der Wert gespeichert. Die Fokusnachführung funktioniert wie bei den Serienaufnahmen sicher und zuverlässig und ohne lästiges Pumpen. Bereits in der Kamera können Clips zurecht geschnitten werden.

Mittels WLAN-Funktion kommuniziert die G7 X wahlweise mit einem Smartphone, Tablet, einem PC, einem kompatiblen Drucker oder einer Kamera oder stellt über den Canon Image Gateway Bilder ins Netz. Per NFC (Near Field Communication) lassen sich ebenfalls Bilder an ein Smartphone übertragen. Die Bilderübertragung, egal ob WLAN oder NFC, an Smartphone, Tablet oder eine entsprechende kompatible Kamera oder einen Drucker ist recht simpel und erfolgt ohne größere Mühen. Falls Passwörter getippt werden müssen, erleichtert das Touch-Display diesen Vorgang. Die Verbindung zum Smartphone oder zum PC kann auf dem Schnellverbindungsknopf gespeichert werden. Mit der entsprechenden App Canon Camera Window können Bilder auf ein Mobilgerät gespeichert werden, Ortsangaben in die Bilddaten übertragen werden und die Kamera fernausgelöst werden. Dabei lässt sich das Zoom bedienen, der Blitz benutzen und der Selbstauslöser verwenden. Mehr Optionen gibt es nicht. Wer Bilder an den PC schicken möchte, muss zuerst die entsprechende Canon Software von der Homepage laden. Auch eine Registrierung beim Image Gateway lässt sich nicht vermeiden, wenn man andere Webservices wie Facebook oder Flickr nutzen möchte. Trotz dieser Einschränkungen bietet die G7 X für eine Canon Kompaktkamera sehr viele Möglichkeiten, die WLAN-Funktion zu nutzen.

Objektiv Das 4,2fache Zoomobjektiv der G7 X umfasst zwar mit einem Brennweitenbereich zwischen 24 und 100 Millimeter einen alltagstauglichen Umfang, gibt sich aber gegenüber so manchem Superzoomer bis 700 Millimeter oder mehr geradezu bescheiden. Alles andere als das ist die maximale Blendenöffnung, die zwischen F1,8 und F2,8 über den gesamten Zoombereich variiert. Aufgrund des viel kleineren Sensors sind diese Werte bezüglich der Schärfentiefe nicht mit einer Vollformatkamera vergleichbar, dennoch kann man mit der G7 X schöne Schärfe-Unschärfe-Effekte erzielen und auch Porträts mit ausreichend Bokeh zaubern. Für extrem helle Lichtsituationen bietet die G7 X einen vorschaltbaren Graufilter. Diffuse Lichtsituationen meistert sie bravourös und der Blitz muss erst sehr spät zugeschaltet werden. Der fünfachsige Bildstabilisator (Dynamic IS) unterstützt die Kamera dabei und sorgt außerdem für ruhige Filmaufnahmen. Der optische Bildstabilisator arbeitet per Lens Shift. Bei voller Teleleistung fährt das Objektiv rund 3,8 Zentimeter aus dem Gehäuse heraus (gemessen ab Einstellring). Den gesamten Zoombereich durchfährt es in rund 1,6 Sekunden.

Über 31 Autofokusfelder legt die Kamera den Schärfepunkt fest. Dabei wählt man zwischen 1-Punkt-AF und Gesichts-AF. Die Größe des Rahmens ist zwischen normal und klein festlegbar. Am einfachsten und präzisesten steuert sich die Schärfe per Touch-AF. Das angewählte Feld ist per Pfeiltasten oder durch das Drehrad auf der Rückseite verschiebbar, wobei die Pfeiltasten feinere Sprünge zulassen. Selbstverständlich lässt sich die G7 X auch manuell scharf stellen, unterstützt von Safety MF. Das Einstellen der Schärfe über die eingeblendete Abstandsskala und die Pfeiltasten ist etwas umständlich im Vergleich zum Touch-AF, der auch bei Makroaufnahmen einen guten Job macht. Durch die feine Bildschirmauflösung von einer Million Bildpunkten ist eine Beurteilung der Schärfesituation vor dem Auslösen möglich. Eine Fokuslupe und MF-Peaking helfen bei der exakten Bestimmung des Schärfebereichs. Bei der Autofokusgeschwindigkeit liegt die G7 X relativ weit vorn. Mit 0,26 Sekunden bei 24 Millimeter und 0,3 Sekunden bei 100 Millimeter ist sie flott unterwegs.

Bildqualität Dem Trend anderer Hersteller folgend, setzt Canon bei der G7 X auf einen Ein-Zoll-Sensor. Der ist zwar kleiner als der der G1 X Mark II, kann aber im Vergleich zu den Sensoren vieler anderer Kompaktkameras immer noch als „groß“ gelten. Die Erwartungen an die Auflösungsleistung sind entsprechend. Wie es um die Bildqualität bestellt ist, musste die Canon PowerShot G7 X in unserem Testlabor beweisen. Wer sich für die ausführlichen Messergebnisse interessiert, auf denen die folgenden betrachtungen beruhen, findet den kostenpflichtigen Labortest über die weiterführenden Links am Ende des Tests.

Die Messwerte bescheinigen der Kamera zunächst sensationelle Werte. Bis Blende F5,6 werden in der Bildmitte immer über 50 Linienpaare pro Millimeter gemessen – ein Wert, der Spiegelreflexkameras ebenbürtig ist. Auch bei den geschlossenen Blenden erzielt die G7 X immer noch über 40 Linienpaare. Dass die Objektivleistung ohne nennenswerte Verzeichnung, Randabdunklung und Schärfeabfall in den Offenblenden einen Preis hat, zeigt sich beim Blick auf die Auflösungsleistung am Rand. Bei 24 Millimeter liegt sie rund 40 Prozent unter dem Wert der Bildmitte. Ab 49 Millimeter und bei Blende F8 und F11 ist das Ergebnis besser. Dass zumindest die Bildmitte im Weitwinkelbereich bei den offenen Blenden stark nachgeschärft wurde, zeigt ein Blick auf die Artefakte. Sie pendeln zwischen 15 und 20 Prozent, sind damit nicht exorbitant hoch aber trotzdem bei größeren Ausdrucken erkennbar. Bei Blende 8 und 11 sind die Artefakte vernachlässigbar.

  • Bild Der drei Zoll große Bildschirm der Canon PowerShot G7 X löst extrem fein auf und ist per Berührung steuerbar. [Foto: MediaNord]

    Der drei Zoll große Bildschirm der Canon PowerShot G7 X löst extrem fein auf und ist per Berührung steuerbar. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde der Canon PowerShot G7 X sitzt abseits der optischen Achse. Montiert man die Kamera auf einem Stativ, kann die Klappe zum Akku- und Speicherkartenfach nicht geöffnet werden. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Canon PowerShot G7 X sitzt abseits der optischen Achse. Montiert man die Kamera auf einem Stativ, kann die Klappe zum Akku- und Speicherkartenfach nicht geöffnet werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Für die Belichtungskorrektur besitzt die Canon PowerShot G7 X ein eigenes Wahlrad, das unter dem Programmwählrad sitzt. [Foto: MediaNord]

    Für die Belichtungskorrektur besitzt die Canon PowerShot G7 X ein eigenes Wahlrad, das unter dem Programmwählrad sitzt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Akku der Canon PowerShot G7 X ist mit nur 210 Aufnahmen im Durchschnittsbetrieb etwas schwach auf der Brust. [Foto: MediaNord]

    Der Akku der Canon PowerShot G7 X ist mit nur 210 Aufnahmen im Durchschnittsbetrieb etwas schwach auf der Brust. [Foto: MediaNord]

Theoretisch kann man die G7 X bis ISO 12.800 nutzen. Ab ISO 800 aber überlagern störende Rauschsignale die Bildsignale und feine Bilddetails beginnen weich und undeutlich zu werden. Ab ISO 3.200 kann man das Bildergebnis als zu weichgespült und unbrauchbar bezeichnen. Auch bei der Texturschärfe taucht die G7 X ab ISO 800 in den Bereich der sichtbaren Unschärfe, der bis ISO 1.600 noch tolerierbar ist, darüber aber als nicht empfehlenswert eingestuft werden kann. Die Korngröße liegt im unteren feinkörnigen Bereich und wird ab ISO 3.200 etwas grober. Auch die Kurve des Luminanz- oder Helligkeitsrauschens zeigt an, dass die G7 X ab ISO 1.600 Probleme hat. Farbrauschen dagegen bleibt im gesamten ISO-Bereich unter Kontrolle. Die ISO 1.600-Grenze taucht bei der Eingangsdynamik wieder auf. Bis dahin kann die G7 X hervorragende zehn oder mehr Blendenstufen an Motivkontrast bewältigen, danach sinkt die Leistung. Die Tonwertübertragung verläuft Canon-typisch als recht angesteilte Kurve, was für eine knackige und kontrastreiche Wiedergabe steht. Wer sich das Ergebnis ungern auf diese Art und Weise diktieren lässt, der kann jederzeit auf das Raw-Format umsteigen. Ebenfalls Canon-typisch verschiebt die G7 X Farben gerne in den etwas rötlich-orangen Bereich, die Farbwiedergabe liegt aber insgesamt im akzeptablen Bereich. Wirft man einen Blick auf die Anzahl der Helligkeitsstufen, die die Kamera differenzieren kann, so bestätigt sich der bereits entstandene Eindruck. Bis ISO 800 liefert die G7 X ein hervorragendes Ergebnis ab, bis ISO 1.600 ist es tolerabel und sackt danach schnell ins Unbrauchbare ab.

Fazit Die G7 X verdient ihren Ruf als Edelkompaktkamera. Sie ist eine hervorragende schnelle Schnappschusskamera, die gerne auch mal nur zum Knipsen eingesetzt werden kann. Anspruchsvolleren Fotografen bietet sie alle nötigen manuellen Einstellmöglichkeiten und lässt sich individuell konfigurieren. Ihre Ausstattung ist entsprechend hoch und lässt eigentlich nur ein Panoramaprogramm vermissen. Bei der Bildqualität überzeugt die G7 X bis ISO 800 auf ganzer Linie. Bis ISO 1.600 kann man sie noch nutzen, darüber wird das Ergebnis zu weich und es fehlen Details. Besonders positiv ist das lichtstarke Objektiv hervorzuheben, das einen Blitzeinsatz erst sehr spät nötig macht und ein herrliches Schärfe-Unschärfespiel erlaubt. Mit WLAN und NFC teilt die G7 X ihre Bilder mit diversen anderen Geräten.


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Autor

Daniela Schmid

Daniela Schmid hat in Augsburg Sprachen studiert, bevor sie nach einem halben Jahr in einer PR-Agentur für IT-Firmen in die Verlagsbranche wechselte. Ab 2004 war sie als festangestellte Redakteurin für die Magazine Computerfoto und digifoto zuständig. Während eines dreijährigen Auslandsaufenthaltes in der Nähe von New York berichtete sie als freie Autorin für digitalkamera.de von der PMA, CES und der PhotoPlus Expo aus Las Vegas und New York und übernahm die Zuständigkeit für die Rubrik Zubehör. Seit 2009 testet sie auch regelmäßig Kameras.


Steckbrief
Hersteller Canon
Modell PowerShot G7 X
Preis ca. 595 EUR
Sensor Auflösung 20 Megapixel
Max. Bildauflösung 5.472 x 3.648
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv F1,8-2,8/24-100mm
Filtergewinde
Sucher
  Dioptrienkorrektur
  Auflösung
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 1.040.000
  drehbar
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang AV und HDMI (je PAL und NTSC)
  als Sucher ja
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
Motivprogramme  
  Porträt ja
  Kinder/Baby
  Landschaft
  Makro ja
  Sport/Action
  weitere 6
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Leitzahl 5,2 (Messung)
  Blitzanschluss
Fernauslöser
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC/SDXC
Videomodus  
  Format MP4
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz 60 Bilder/s
Empfindlichkeit  
  automatisch ISO 125-12.800 (Obergrenze einstellbar)
  erweitert
  manuell ISO 125-12.800
Weißabgleich  
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Blitz, Unterwasser, Schatten
  Manuell ja
Autofokus  
  Anzahl
  Messfelder
31
  AF-Hilfslicht rot-orange
  Geschwindigkeit ca. 0,3 s
Sprachen Deutsch
  weitere 30
Einschaltzeit 1,2 s
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja
Gewicht
(betriebsbereit)
300 g
Serienbildfunktion*  
  Serienbildanzahl
unbegrenzt
  Frequenz
    (Bilder/s)
6,0 (JPEG)
1,1 (RAW)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
  mit Blitz ja
Zoom  
  Zoomverstellung motorisch über Ringwippe oder Objektivring
  Zoomstufen 5 (über Objektivring)
  Zeit WW bis Tele 1,6 s
Speicher-
geschwindigkeiten*
 
  JPEG 0,3 s (4,1 MByte)
  RAW 0,8 s (18,6 MByte)
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
ja
Akkulaufzeit ca. 210 Bilder (lt. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit 32 GByteTranscend 600x Class 10 SDHC Speicherkarte

Kurzbewertung

  • Lichtstarkes Objektiv mit maximaler Blende von F1,8 bis F2,8
  • Klappbarer Touchscreen für exaktes Scharfstellen und ein schnelles Bedienen der Kamera
  • Umfangreiche WLAN- und NFC-Funktion
  • Schnelle Serienfunktion, die auch mit Fokusnachführung sehr gut arbeitet
  • Gehobene Ausstattung inklusive manuellem Modus
  • Ab ISO 1.600 knickt die Bildqualität ein
  • Kein Systemschuh für externen Blitz oder Sucher
  • Glattes Gehäuse ohne nennenswerten Halt auf der Vorderseite

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 94 %
Ausstattung 12,5 % 95 %
Handhabung 12,5 % 92 %
Geschwindigkeit 12,5 % 92 %
Bildqualität 50,0 % 95 %
Gesamtnote 94 %