Testbericht

Panasonic Lumix DMC-TZ71

2015-05-02 Mit der Lumix DMC-TZ71 setzt Panasonic, der Erfinder der Travelzoomkamera, seine erfolgreiche Serie nun schon in zehnter Generation fort. Musste die erste Generation sich noch mit einem 10-fach-Zoom im 40 mm schlanken Gehäuse begnügen, protzt die TZ71 mit einem 30-fach-Zoom im 34 mm flachen Gehäuse. Zudem wagt Panasonic den Rückschritt auf eine gegenüber dem Vorgängermodell um über 30 Prozent reduzierte Auflösung. Die verbleibenden 12 Megapixel sollen eine bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen ermöglichen. Zudem ist die TZ71 die wohl am besten ausgestattete Travelzoomkamera und die einzige mit elektronischem Sucher.  (Benjamin Kirchheim)

Hinweis

Parallel zu dieser kurzen Version, die ungefähr dem Umfang und Inhalt unserer bisherigen "Kompakt-Tests" entspricht, gibt es eine ausführliche Version in Form einer PDF-Datei als Bezahlinhalt ("Paid Content"). Die ausführliche Version erklärt viele Details noch genauer und ausführlicher und enthält darüber hinaus

  • viele zusätzliche Fotos
  • 5 Labortest-Diagramme mit erklärenden Bildunterschriften
  • noch umfangreicherer Steckbrief mit vielen weiteren Messwerten (Blitzleitzahl, Serienbildgeschwindigkeit u. a.)
  • einen Vergleich mit drei Konkurrenzmodellen
  • einen Link zu exklusiven Testbildern (ISO-Reihe unseres Testaufbaus, auch im Rohdatenformat)

Die 25 Seiten sind lesefreundlich im DIN-A5-Format gesetzt und eignen sich ideal zum Lesen auf Tablet-Computern ab 7 Zoll Bilddiagonale und können bei Bedarf auch ausgedruckt werden. Das PDF-Dokument ist DRM-frei und kann auf jedem Gerät angezeigt werden, das PDF-Dateien darstellen kann. Wenn Sie sich (z. B. vor dem Kauf) noch genauer oder detaillierter über die Panasonic Lumix DMC-TZ71 informieren möchten, sollten Sie unseren ausführlichen Testbericht für 1,49 Euro kaufen. Sie unterstützen damit übrigens auch die Arbeit der Redaktion!

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Ergonomie und Verarbeitung

Die Lumix TZ71 besitzt einen optischen 30-fach-Zoom von umgerechnet 24 bis 720 Millimeter Brennweite. Trotzdem ist sie unglaubliche 34 Millimeter flach und 243 Gramm leicht. Dabei ist die Kamera am Objektiv am dicksten. Der Handgriff, wenn man ihn denn überhaupt so nennen mag, fällt etwas flacher aus. Dank genarbter Gummierung bietet er durchaus etwas Halt. Das entsprechende Gegenstück auf der Rückseite für den Daumen hilft dabei. Etwas ungünstig ist allerdings die Positionierung des eingebauten Blitzgeräts. Zu leicht wird es vom Mittelfinger verdeckt.

Das Gehäuse besteht größtenteils aus Metall und wirkt solide verarbeitet. Auf der rechten Gehäuseseite (von hinten gesehen) befindet sich eine kleine, aber recht solide Kunststoffklappe. Hinter ihr verbergen sich die einzigen beiden Schnittstellen. Hierbei handelt es sich einerseits um einen Micro-HDMI-Anschluss (Typ D). Es ist allerdings lediglich für die Bildwiedergabe gedacht. Eine Livebildausgabe gibt es also nicht. Zum anderen befindet sich hier eine kombinierte USB- und AV-Schnittstelle. Es handelt sich um eine herstellerspezifische Buchse. Das passende AV-Kabel liegt der Kamera im Gegensatz zum USB-Kabel nicht bei. Dieses USB-Kabel wird zum Laden des Akkus benötigt. Es handelt sich um einen mit 4,5 Wh recht kleinen Lithium-Ionen-Akku. Er reicht für etwa 300 Fotos nach CIPA-Messverfahren.

  • Bild Die Panasonic Lumix DMC-TZ71 besitzt einen praktischen Objektivring, über den sich verschiedene Einstellungen steuern lassen. [Foto: MediaNord]

    Die Panasonic Lumix DMC-TZ71 besitzt einen praktischen Objektivring, über den sich verschiedene Einstellungen steuern lassen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der eingebaute Blitz sitzt bei der Panasonic Lumix DMC-TZ71 direkt über dem Handgriff und wird viel zu leicht versehentlich vom Mittelfinger verdeckt. [Foto: MediaNord]

    Der eingebaute Blitz sitzt bei der Panasonic Lumix DMC-TZ71 direkt über dem Handgriff und wird viel zu leicht versehentlich vom Mittelfinger verdeckt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auf der Rückseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-TZ71 einen recht hoch auflösenden Sucher, dessen Einblick allerdings nicht sonderlich bequem ist. Der rückwärtige 7,5-cm-Bildschirm ist weder beweglich, noch verfügt er über eine Touchfunktion. [Foto: MediaNord]

    Auf der Rückseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-TZ71 einen recht hoch auflösenden Sucher, dessen Einblick allerdings nicht sonderlich bequem ist. Der rückwärtige 7,5-cm-Bildschirm ist weder beweglich, noch verfügt er über eine Touchfunktion. [Foto: MediaNord]

Als einzige Kamera ihrer Klasse verfügt die Panasonic Lumix DMC-TZ71 über einen eingebauten elektronischen Sucher. Löste er beim Vorgängermodell noch pixelige 200.000 Bildpunkte auf, sind es bei der TZ71 nun feine 1,16 Millionen Bildpunkte. Aufgrund der im Vergleich zu Kleinbild nur 0,5-fachen Vergrößerung wirkt das Sucherbild etwas klein, dadurch sind die einzelnen Pixel praktisch nicht auszumachen. Durch die 60 Bilder pro Sekunde hohe Bildwiederholrate bleibt die Bildverzögerung gering. Dank (abschaltbarem) Näherungssensor erfolgt die Umschaltung vom Bildschirm auf den Sucher automatisch.

Der rückwärtige 7,5-Zentimeter-Bildschirm ist fest verbaut und bietet keine Touchfunktion. Mit 1,04 Millionen Bildpunkten löst er fein auf. Sehr praktisch sind zuschaltbare Einblendungen auf dem Bildschirm und im Sucher. Es gibt verschiedene Gitter- und Hilfslinien. Markierungen zeigen den Ausschnitt für 16:9-Videoaufnahmen an. Auch ein Live-Histogramm und eine elektronische 3D-Wasserwaage sind einblendbar. Im manuellen Belichtungsmodus zeigen Live-Histogramm und Sucherbild erst bei halb gedrücktem Auslöser das wahre Belichtungsausmaß an. Nur die Belichtungskorrektur wirkt sich direkt auf die Anzeige aus.

Die TZ71 besitzt zwei Drehräder und ein Programmwählrad. Hinzu kommen ausreichend viele Tasten. Dadurch lässt sich die TZ71 für eine Kamera ihrer Klasse erstaunlich direkt bedienen. Der Objektivring und zwei Tasten sind individuell belegbar. Zudem bieten zwei Speicherplätze auf dem Programmwählrad direkten Zugriff auf bevorzugte Einstellsets. Ein Quick-Menü ermöglicht den schnellen Zugriff auf weitere wichtige Funktionen. Das Hauptmenü hingegen ist etwas unübersichtlich. Statt Registerkarten gibt es eine obere Menüebene. In den vier bis fünf Untermenüs muss sich der Anwender durch bis zu neun Seiten lange Listen scrollen. 

Ausstattung

Die Panasonic Lumix TZ71 soll sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Anwendern gerecht werden. Dies gelingt ihr recht gut. Die TZ71 bietet auf dem Programmwählrad etwa die intelligente Automatik. Sie passt sämtliche Kameraparameter anhand des Motivs bestmöglich an. Wird beispielweise eine Bewegung im Motiv erkannt, erhöht sie die Empfindlichkeit. Somit verkürzt sich die Verschlusszeit und dadurch wird Bewegungsunschärfe vermieden. Zudem erkennt die TZ71 Gesichter. Diese lassen sich sogar samt Geburtsdatum und Namen für eine Gesichtswiederkennung speichern. Die erkannten Personen werden in den Aufnahmen entsprechend markiert. Sogar das Alter wird angezeigt. Insbesondere bei der Dokumentation des Nachwuchses ist das praktisch. Wer möchte, kann aber das passende Motivprogramm auch manuell wählen. Sonst übernimmt die intelligente Automatik das. Eine weitere Einstellung erlaubt die Auswahl eines von 15 Filtereffekten. Sie lassen sich je nach Effekt noch weiter konfigurieren. Sehr schön gelöst ist der Schwenkpanorama-Modus. Er wird ebenfalls über das Programmwählrad direkt aufgerufen. Hier empfiehlt es sich, die Kamera im Hochformat zu schwenken. Das ergibt eine höhere Vertikalauflösung.

Die Programmautomatik (mit Programmshift), Blenden- und Zeitautomatik sowie der manuelle Modus erlauben dem fortgeschrittenen Anwender den vollen Zugriff auf die fotografische Kreativität. Allerdings ist die Schärfentiefe aufgrund des kleinen Sensors schon bei Offenblende sehr groß. Das Freistellpotential wird dadurch arg begrenzt. Auch das Belichtungszeitenfenster ist mit 1/2.000 Sekunde kürzester und 4 Sekunden längster Belichtungszeit eingeschränkt. Eine Bulb-Langzeitbelichtung gibt es nicht. Längere Belichtungen mit 15, 30 oder 60 Sekunden ermöglicht nur das Motivprogramm Sternenhimmel. Löblich ist, dass die TZ71 Aufnahmen sogar im Rohdatenformat speichern kann.

  • Bild Trotz enormem 30-fach-Zoom ist die Panasonic Lumix DMC-TZ71 nur 34 mm flach. Beim Einschalten fährt das Objektiv ebenfalls 34 mm weit aus dem Gehäuse heraus. [Foto: MediaNord]

    Trotz enormem 30-fach-Zoom ist die Panasonic Lumix DMC-TZ71 nur 34 mm flach. Beim Einschalten fährt das Objektiv ebenfalls 34 mm weit aus dem Gehäuse heraus. [Foto: MediaNord]

  • Bild Stolze sechs Zentimeter fährt das 30-fach-Zoom der Panasonic Lumix DMC-TZ71 in Telebrennweite aus dem Gehäuse heraus. [Foto: MediaNord]

    Stolze sechs Zentimeter fährt das 30-fach-Zoom der Panasonic Lumix DMC-TZ71 in Telebrennweite aus dem Gehäuse heraus. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DMC-TZ71 sitzt nicht nur außerhalb der optischen Achse, sondern auch sehr dicht am Akku- und Speicherkartenfach. Es lässt sich auf dem Stativ oder mit Wechselplatte nicht öffnen. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DMC-TZ71 sitzt nicht nur außerhalb der optischen Achse, sondern auch sehr dicht am Akku- und Speicherkartenfach. Es lässt sich auf dem Stativ oder mit Wechselplatte nicht öffnen. [Foto: MediaNord]

Vom Drücken des Auslösers bis zur Aufnahme vergehen im Weitwinkel gerade einmal 0,3 Sekunden. In Telestellung allerdings braucht der lautlos arbeitende 23-Punkt-Autofokus rund doppelt so lange. Er lässt sich wahlweise auf ein Fokusfeld mit anpassbarer Größe und Position beschränken. Zudem gibt es einen Tracking-Autofokus. Er behält ein fixiertes Motiv im Fokus behält, auch wenn es sich über das Bildfeld bewegt. Wer möchte, fokussiert die TZ71 mit Hilfe des Objektivrings manuell, eine Fokuslupe, Schärfeskala sowie Fokuspeaking helfen dabei.

4K-Videoaufnahmen beherrscht die TZ71 zwar nicht, wohl aber Full-HD mit 1.920 mal 1.080 Pixeln Auflösung. In AVCHD stehen 50p und 50i bei Full-HD sowie 50p bei HD (720p) zur Auswahl. Im internet- und Smartphone-freundlichen MP4-Format sind es nur 25 Vollbilder pro Sekunde. Der Ton gelangt über das Stereomikrofon, das sich auf der Kameraoberseite befindet, ins Video. Dabei ist ein elektronischer Windgeräuschfilter zuschaltbar. Die aktivierbare Mikrofon-Zoom-Funktion hebt allerdings lediglich die Verstärkung an. So werden auch Nebengeräusche beim Zoomen lauter, statt sie auszublenden. Autofokus und Belichtung führt die TZ71 während der Videoaufnahme sanft und lautlos nach. Das Zoom läuft im Vergleich zu Foto verlangsamt, dadurch sind Zoomgeräusche kaum wahrnehmbar. Der optische Bildstabilisator bekommt bei Videoaufnahmen von einem elektronischen Unterstützung. Dank der Videoaufnahmetaste auf der Kameraoberseite lassen sich jederzeit Videoaufnahmen starten.

Im Wiedergabemodus gibt es sogar spezielle Bearbeitungsfunktionen für Videos. So lässt sich eine Videodatei beispielsweise splitten. Zusammenfügen kann man zwei Videos hingegen leider nicht. Auch Zeitrafferaufnahmen unterstützt die TZ71. Daraus lässt sich nachträglich ein Video direkt in der Kamera erstellen. Fotos lassen sich ebenfalls bearbeiten. Es gibt etwa eine Autokorrektur oder Kreativfilter. Auch Datum und Titel lassen sich einfügen. Darüber hinaus ist das Beschneiden und Verkleinern eines Bildes möglich. Dank WLAN und NFC beherrscht die Panasonic TZ71 eine komfortable und einfache Verbindung mit dem Smartphone. Die passende App erlaubt natürlich die Übertragung aufgenommener Fotos. Zudem kann die TZ71 ferngesteuert werden, wobei das Livebild auf dem Handybildschirm angezeigt wird. Zahlreiche Aufnahmeparameter lassen sich bei Panasonic via App anpassen.

Bildqualität

Panasonic setzt bei der TZ71 einen kleinen 1/2,3"-Sensor ein. Er löst mit 12 Megapixeln ein Drittel geringer auf als noch in der TZ61, die es auf 18 Megapixel brachte. Panasonic verspricht sich davon "genug Auflösung" mit dafür besserem Rauschverhalten. Dem sind wir im ausführlichen Labortest auf den Grund gegangen, der kostenpflichtig über die weiterführenden Links abgerufen werden kann. Auf ihm beruhen die folgenden Betrachtungen.

Tatsächlich überrascht die TZ71 im Labortest mit einem hohen Signal-Rauschabstand. Bis ISO 800 bleibt er im akzeptablen Bereich. Helligkeitsrauschens wird erst über ISO 800 sichtbar. Farbrauschen hingegen hat die Lumix bis zur höchsten Empfindlichkeit von ISO 6.400 unter Kontrolle. Ab ISO 400 sorgt die Rauschunterdrückung für leicht weichere Bilder. Die Texturschärfe bleibt aber bis ISO 800 im akzeptablen Bereich. Erst darüber wirken die Bilder sehr verwaschen und bekommen einen Aquarelllook. Damit liefert die TZ71 für das Segment der Travelzoom-Kameras beim Rauschen ein überaus positives Bild ab. Sie ist bei ISO 800 so gut wie die TZ61 bei ISO 200. Auch die Eingangsdynamik der TZ71 ist mit rund zehn Blendenstufen im Bereich von ISO 80 bis 800 gut. Selbst bei höheren Empfindlichkeiten fällt sie nur knapp unter neun Blendenstufen. Die tatsächliche Farbtiefe ist ebenfalls bis ISO 800 sehr gut, fällt aber nie in kritische Bereiche ab. Anders sieht es beim Ausgangs-Tonwertumfang aus. Oberhalb von ISO 800 werden nicht mehr ausreichend viele Helligkeitsabstufungen unterschieden, um ein homogenes Bild abzugeben. Die Tonwertaufbereitung ist typisch für eine Kompaktkamera für eine kontrastreiche Wiedergabe stark angesteilt. Bei der Farbtreue hingegen zeigt sich die TZ71 vergleichsweise neutral, auch wenn die Farben nicht 100 Prozent am Original sind.

Schon die TZ61 wusste nicht gerade mit hoher Auflösung zu begeistern und machte vor allem im Telebereich eine beschämende Figur. Man sollte meinen, mit einem 12-Megapixel-Sensor sei es auch getan und die effektive Auflösung damit kaum geringer. Tatsächlich erreicht die TZ71 im Weitwinkel im Bildzentrum eine gute Auflösung von 42 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm). Abgeblendet auf F4 sinkt die Auflösung leicht unter die Marke von 40 lp/mm. Bei F5,6 hingegen schlägt schon deutlich der Auflösungsverlust durch Beugung zu, es werden noch 30 lp/mm erreicht, die durchaus in Ordnung gehen. Bei F8 sind es nur noch etwas über 20 lp/mm, was kaum noch für DIN A 4 taugt. Übel ist allerdings die Randauflösung, die bei Offenblende mit 15 lp/mm lediglich ein Drittel der Zentrumsauflösung beträgt! Beim Abblenden steigt die Randauflösung kaum, fällt aber bis F5,6 auch nicht ab, bei F8 sind es nur noch knapp 13 lp/mm.

  • Bild Hinter einer kleinen Kunststoffklappe verbergen sich bei der Panasonic Lumix DMC-TZ71 die Micro-HDMI- sowie herstellerspezifische USB-Buchse, über die die Kamera auch geladen wird. Das passende Kabel sollte man also nicht verlegen. [Foto: MediaNord]

    Hinter einer kleinen Kunststoffklappe verbergen sich bei der Panasonic Lumix DMC-TZ71 die Micro-HDMI- sowie herstellerspezifische USB-Buchse, über die die Kamera auch geladen wird. Das passende Kabel sollte man also nicht verlegen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Relativ unscheinbar ist an der Seite der Panasonic Lumix DMC-TZ71 das NFC-Symbol zu sehen. Hält man ein Android-Smartphone mit NFC daran, wird die WLAN-Verbindung automatisch hergestellt. [Foto: MediaNord]

    Relativ unscheinbar ist an der Seite der Panasonic Lumix DMC-TZ71 das NFC-Symbol zu sehen. Hält man ein Android-Smartphone mit NFC daran, wird die WLAN-Verbindung automatisch hergestellt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Hinter der etwas fipsigen Klappe steckt der mit 4,5 Wh relativ kleine Lithium-Ionen-Akku. Trotzdem nimmt die Panasonic Lumix DMC-TZ71 damit gut 300 Bilder nach CIPA-Standard auf. Das SD-Kartenfach schluckt auch große SDHC- und SDXC-Karten. [Foto: MediaNord]

    Hinter der etwas fipsigen Klappe steckt der mit 4,5 Wh relativ kleine Lithium-Ionen-Akku. Trotzdem nimmt die Panasonic Lumix DMC-TZ71 damit gut 300 Bilder nach CIPA-Standard auf. Das SD-Kartenfach schluckt auch große SDHC- und SDXC-Karten. [Foto: MediaNord]

Bei mittlerer Brennweite von 135 Millimeter ist die Randauflösung zwar besser, die Zentrumsauflösung hingegen liegt nur noch bei rund 25 lp/mm. Abgeblendet auf F8 sind es nur noch 18 lp/mm im Zentrum und am Bildrand. In Telestellung wird das Dilemma noch schlimmer, hier kommt die TZ71 kaum über 20 lp/mm hinaus, am Bildrand sind es gar nur rund 13 lp/mm. Das taugt für Postkartengröße, aber nicht viel mehr und ist eigentlich das Leica-Label auf dem Objektiv nicht wert. Dass das Objektiv nur eine geringe Verzeichnung und Vignettierung zeigt, ist wenig tröstlich. Farbsäume treten im Maximum bei allen Brennweiten leicht auf und sind bei mittlerer Brennweite am geringsten und in Telestellung am höchsten.

Fazit

Die Panasonic Lumix DMC-TZ71 ist technisch gesehen eine sehr gut ausgestattete, reife Kamera. Sie stellt die Konkurrenz etwa mit dem eingebauten elektronischen Sucher oder der guten Bedienung in den Schatten. Der große 30-fach-Zoomfaktor im 34 Millimeter flachen Gehäuse ist allerdings kompromissbehaftet. So fehlt es dem Objektiv an Lichtstärke. Aber auch bei der Auflösung bekleckert sich die TZ71 nicht mit Ruhm. Der 12-Megapixel-Sensor wird auflösungstechnisch bei weitem nicht ausgereizt. Für großformatige Abzüge taugt die TZ71 nicht. Sie eignet sich aber durchaus für das Urlaubsalbum, Postkarten, Fotobücher, Internetalben oder aber soziale Netzwerke. Auf Reisen passt die kompakte Kamera immer in die Tasche. Und ein Foto mit der kleinen TZ71 ist allemal besser als kein Foto, weil die große Kamera im Hotelzimmer liegt. Mit der Besinnung auf einen niedriger auflösenden Sensor gelingen der TZ71 zudem sogar recht gute Bilder bis ISO 800. Vergleichbare Kameras mit höher auflösenden Sensoren produzieren da nur noch Pixelmatsch. Leider wird die Sensorauflösung vom Objektiv nicht ausgereizt.


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Kameras

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.


Steckbrief
Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-TZ71
Sensor CMOS 1/2,3" 6,2 x 4,6 mm (Cropfaktor 5,6)
12,8 Megapixel (physikalisch)
12,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch 1,5 µm
Auflösung (max.) 4.000 x 3.000 (4:3)
Video (max.) 1.920 x 1.080 50p
Objektiv F3,3-6,4/24-720mm
Filtergewinde
Videosucher ja, 100 % Bildfeldabdeckung, 1.166.000 Bildpunkte Auflösung, 2,6-fache Vergrößerung, Dioptrienausgleich
  Vergrößerung 0,5 (KB-äquiv.)
Monitor 3,0" (7,5 cm)
  Auflösung 1.040.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreen
AV-Anschlüsse
PAL/NTSC-Videoausgang (umschaltbar) (gerätespezifisch)
Videoausgang (HDMI-Ausgang Micro (Typ D))
Vollautomatik ja
Motivautomatik ja
Programmautomatik ja
Programmshift ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
Manuell ja
Bulb-Langzeitbelichtung
HDR-Funktion ja
Panoramafunktion ja, Schwenkpanorama
Belichtungsmessung Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
kürzeste Verschlusszeit 1/2.000 s
Blitz eingebaut
  Synchronzeit 1/2.000 s
  Blitzanschluss
WLAN ja
NFC ja
GPS extern
Fernauslöser ja, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahme ja
Speichermedium SD Card|SDHC|SDXC
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 80-6.400
  manuell ISO 80-6.400
Weißabgleich
  automatisch ja
  manuelle Messung ja
  manuelle Farbtemperatur 
  Feinkorrektur ja
Autofokus ja
  Anzahl Messfelder 23 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit 0,28 bis 0,63 s
  AF-Hilfslicht ja, LED
Abmessungen (BxHxT) 111 x 65 x 34 mm
Gewicht (betriebsbereit) 243 g
Stativgewinde außerhalb der optischen Achse
Zoom
  Zoomverstellung Objektivring (motorisch), Ringwippe (motorisch)
Akkulaufzeit 300 (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Durch gering auflösenden Sensor brauchbare Bildqualität bis ISO 800
  • Viel Zoom im sehr kompakten Gehäuse
  • Viele Einstellmöglichkeiten inkl. M-Modus und Raw-Format
  • Gut verarbeitetes Metallgehäuse
  • Geringe Bildauflösung
  • Objektiv mit geringer Lichtstärke
  • Elektronischer Sucher mit schlechtem Einblick
  • Blitz wird leicht versehentlich abgedeckt

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 91 %
Ausstattung 12,5 % 95 %
Handhabung 12,5 % 93 %
Geschwindigkeit 12,5 % 90 %
Bildqualität 50,0 % 81 %
Gesamtnote 86 %