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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

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Steckbrief
Hersteller Sony
Modell Alpha 330
Preis* ca. 520 EUR
Sensor Auflösung 10,2 Megapixel
Max. Bildauflösung 3.872 x 2.592
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv Sony DT F3,5-5,6/18-55mm SAM
Filtergewinde 55 mm
Sucher Pentaspiegel
  Sichtfeld 95 %
  Vergrößerung 0,74-fach
  Dioptrienausgleich -2,5 - +1 dpt.
LCD-Monitor 2,7"
  Auflösung 230.000
  drehbar
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 2
Belichtungsmessung   Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Blitzanschluss Systemblitzschuh
Fernauslöser Infrarot (optional)
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC, MemoryStick (Duo)
Videomodus
  Format
  Codec
  Auflösung (max.)
  Bildfrequenz (max.)
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 100-400
  erweitert
  manuell ISO 100-3.200
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, WB-Feinkorrektur
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
9
  AF-Hilfslicht Blitzsalve
  Geschwindigkeit ca. 0,3-0,6 s
Sprachen Deutsch
  weitere 14
Gewicht
(Betriebsbereit)
543 g (nur Gehäuse)
751 g (mit Objektiv*)
Zoom
  Zoomverstellung manuell am Objektiv
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
Auslösung während d. Speicherns mögl. ja
Akkulaufzeit ca. 510 Bilder lt. CIPA

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Objektiv Sony DT F3,5-5,6/18-55mm SAM

Kurzbewertung

  • Sehr schneller Live-Autofokus
  • Steckplätze für SD/SDHC und MemoryStick
  • Klappbarer Bildschirm mit LiveView
  • Insgesamt gute Bildqualität
  • Keine Spiegelvorauslösung
  • Keine Vorschau der Schärfentiefe
  • Mickrig kleiner optischer Sucher
  • Unergonomischer Griff

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 79 %
Ausstattung 12,5 % 91 %
Handhabung 12,5 % 87 %
Geschwindigkeit 12,5 % 85 %
Bildqualität 50,0 % 85 %
Gesamtnote 85 %

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Sony DT 18-250 mm 3.5-6.3

Sony DT 18-55 mm 3.5-5.6 SAM



Kompakttest

Sony Alpha 330

2009-10-25, aktualisiert 2010-07-27 Die Sony Alpha 330 liegt sowohl preislich als auch ausstattungstechnisch zwischen der Alpha 230 und 380. Sie löst 10,2 Megapixel auf, bringt aber LiveView und einen klappbaren Bildschirm mit. Dabei brüstet Sony sich damit, den schnellsten Live-Autofokus unter den DSLRs zu haben. Ob die Alpha 330 insgesamt die eher guten Seiten der beiden Schwestern vereint und damit den goldenen Mittelweg beschreitet oder ob sie die Nachteile zusammenbringt, ist im digitalkamera.de-Test nachzulesen.  (Benjamin Kirchheim)

Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Auch wenn die Alpha 330 (wie ihre beiden Schwestern 230 und 380) ein recht pummeliges Gehäuse mit einem recht kleinen Handgriff hat, der eher für Frauenhände gemacht scheint, hebt sie sich optisch etwas ab. Das liegt nicht nur an den dunkelgrauen "Schultern", sondern auch an der Gummierung, die statt der üblichen genarbten Struktur ein Carbongewebe imitiert. Insbesondere Letzteres stünde vielen modernen Kameras auch gut zu Gesicht, beides wirkt als positiver "Eye-Catcher" recht gefällig. Auf der rechten Gehäuseseite besitzt die 330 einen DC-Eingang, links dagegen eine große Klappe, die ähnlich wie ein Garagentor ins Gehäuse hinein fährt. Hinter der Luke verbergen sich die USB-Buchse sowie der HDMI-Anschluss, eine analoge AV-Schnittstelle wurde hingegen wegrationalisiert. Ebenfalls hier zu finden sind je ein Steckplatz für SDHC-Karten und MemorySticks. Damit bedient Sony nicht nur Umsteiger der eigenen Kompaktkameraserie, sondern auch die deutlich stärker verbreiteten SD-Karten. Die Umschaltung funktioniert nur manuell. Wer gerne einen Kabelauslöser an die Alpha 330 klemmen möchte, sucht leider vergeblich – die Fernauslösung ist nur per optionaler Infrarotfernbedienung möglich.

An der Gehäuseunterseite ist ein Metallstativgewinde, vorbildlich in der Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]optischen Achse. Das Akkufach ist nicht sehr weit entfernt, so dass man schon schauen muss, ob es bei Stativverwendung nicht evtl. verdeckt wird. Zum Glück reicht der Akku für etwas über 500 Aufnahmen nach CIPA-Verfahren, so dass sich die Kapazität während eines Shootings kaum erschöpfen dürfte, wenn der Akku vorher geladen wurde. Die Bedienelemente sind recht übersichtlich gestaltet, und nur selten muss man die linke Hand zur Hilfe nehmen. Auf dem Programmrad befinden sich sechs populäre Motivprogramme, aber auch eine Vollautomatik sowie die "Expertenmodi" P, A, S und M, bei denen Zeit und Blende besser vom Fotografen kontrolliert bzw. eingestellt werden können. Der Spiegelreflexsucher gleicht eher einem kleinen Guckloch und ist keine Paradedisziplin der Alpha 330. Am besten schaltet man rechts vom Sucher auf LiveView um, sofern es die Lichtverhältnisse erlauben.

Dann erscheint das Sucherbild hinten auf dem 2,7" (6,9 cm) großen Bildschirm, der mit 230.000 Bildpunkten gerade noch ausreichend Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]auflöst. Das Bild ist brillant und für ein glänzendes Display gut entspiegelt, allerdings zeigt sich die Oberfläche recht kratzempfindlich. Sehr hilfreich ist die robuste Klappfunktion, die bodennahe und Über-Kopf-Aufnahmen deutlich erleichtert. Dadurch, dass das Livebild über einen zweiten Sensor in der Sucherkonstruktion abgegriffen wird, bleibt der Schwingspiegel unten und damit der schnelle Phasen-Autofokus aktiv. Somit kann die Alpha 330 schneller fokussieren als jede andere DSLR im Livemodus, nämlich genauso schnell wie ohne LiveView. Mit dem 18-55 mm SAM dauert das je nach Motiv, Helligkeit und Brennweite etwa 0,3 bis 0,6 Sekunden. Auf dem Bildschirm werden auch die äußerst übersichtlichen Menüs dargestellt. Die Übersichtlichkeit ist vor allem dem recht geringen Funktionsumfang zu verdanken. Aber was sich nicht verstellen lässt, kann auch nicht zu Verwirrungen führen.

Ausstattung Angesichts der Einstellungsoptionen muss man fast eher kritisieren, was der Alpha 330 Wichtiges fehlt, als was sie Tolles kann. Zumindest wenn man das aus Sicht eines klassischen Spiegelreflexfotografen betrachtet. So findet man keine Abblendfunktion zur Schärfentiefevorschau und keine Spiegelvorauslösung zur Reduzierung von Verwackelungen durch den Schwingspiegel, die vor allem beim Stativbetrieb Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]auftreten können. Ein Kompaktkamerabenutzer oder andere Quer- oder Neueinsteiger werden solche Möglichkeiten kaum vermissen, und genau für diese Leute ist die Alpha 330 auch gedacht. Denn die Sony bringt auch wichtige Ausstattungsmerkmale mit, wie z. B. den integrierten Bildstabilisator. Er funktioniert mit einem beweglich gelagerten Bildsensor, der mit Piezo-Elementen angetrieben wird, um Verwackelungen entgegen zu wirken. Dieses System wurde einst von Konica Minolta erfunden und von Sony beim Erwerb der Spiegelreflexsparte des Traditionskonzerns mit aufgekauft. Ein solches System gegen Verwackelungen, das übrigens von der Effizienz einem bildstabilisierten Objektiv in nichts nachsteht, hat den enormen Vorteil, dass es mit allen angesetzten Objektiven (Sony und Konica Minolta) funktioniert und der Anwender keine bildstabilisierten Linsen teuer bezahlen muss.

Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]Bei der Serienbildrate bekleckert sich die Alpha 330 nicht mit Ruhm, gerade einmal 2,4 Bilder/s schafft sie. Aber die Speicherzeit auf Flashkarten mit ausreichender Performance ist schnell genug, um bei Verwendung von JPEG die ganze Karte in einem Rutsch ohne Aussetzer zu füllen. Bei RAW hingegen geht es schon nach wenigen Bildern deutlich langsamer weiter. Dafür bieten RAW-Bilder experimentierfreudigen Anwendern mehr Bildbearbeitungsmöglichkeiten. Beim Blitz hingegen zeigt sich wieder, wie sehr die Kamera auf "Knipser" ausgelegt ist. Einen Entriegelungsschalter sucht man vergebens, der Blitz klappt auf, wenn die Kamera es will oder der Benutzer ihn im Menü auf immer an schaltet und den Auslöser antippt. Dafür, dass der Blitz so "lange Beine" hat, klappt er erstaunlich flach auf, aber doch ausreichend, um über normalerweise an einer solchen Kamera verwendeten Objektiven hinüber zu blinzeln. Erstaunlich bzw. Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]löblich ist die Einstellungsvielfalt. Eine Langzeitsynchronisation ist genauso möglich wie das Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang. Der Kreativität kann man im Blitzsystem freien Lauf lassen. Entweder per Aufsteckschuh oder aber drahtlos mit dem internen Blitz als Steuergerät lassen sich große Blitze auslösen und mit der Lichtsetzung experimentieren. Die Blitzleistung ist dagegen für eine DSLR eher am unteren Ende, was die Reichweite des internen Blitzes einschränkt.

Neben der guten Geschwindigkeit ist am Autofokus auch die Zahl der Fokuspunkte ausgewogen. Um den zentralen Sensor gruppieren sich acht Weitere. Der Fotograf hat die Wahl, ob die Kamera alle Fokuspunkte verwenden und die Schärfe damit automatisch gewichten soll, oder ob er selber den zentralen oder einen anderen Sensor auswählen möchte. Wird es dem Autofokus zu dunkel, wird er nicht nur langsamer, sondern der Blitz macht sich mit unschönen Salven als Hilfslicht bemerkbar. Das lässt sich aber zum Glück im Menü unterbinden. Für Funktionen wie die in der Stärke einstellbare Dynamikbereichsoptimierung, die für mehr Durchzeichnung und sichtbare Details in Lichtern und Schatten sorgt, und den so genannten Kreativmodus, bei dem der Benutzer Einfluss auf die Farbwiedergabe (z. B. Sonnenuntergang, Schwarzweiß, lebendige Farben etc.) mitsamt Feineinstellungen hat, kann man Sony loben. Nachträgliche Bildbearbeitungsmöglichkeiten sind hingegen nicht vorhanden. Hier sind andere Hersteller Sony voraus, die so etwas nicht nur in Einsteiger-, sondern auch in fortgeschrittenen Kameras anbieten. Funktionen zum Entfernen roter Augen, Effektfilter, Bildbeschnitt und viele andere sind auch in einer Kamera nützlich.

Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]Bildqualität Die Entscheidung, in der Alpha 330 "nur" einen alten CCD-Bildsensor mit 10,2 Megapixeln zu verwenden, ist für die Bildqualität ausgesprochen gut. Der Sensor und damit die Bildverarbeitung sind sehr ausgereift. Der Bildqualitätstest erfolgte zur objektiven Beurteilung und Vergleichbarkeit mit anderen DSLRs im DCTau-Testlabor. Die Detailergebnisse mit Diagrammen, Messwerttabellen und Ausschnitten aus Testbildern sind dem Labortest-Protokoll vorbehalten, das Inhaber einer Labortest-Flatrate (ab 4,16 EUR pro Monat) ohne Zusatzkosten einsehen können, alle anderen Interessenten zahlen einmalig 1,40 EUR.

Das 18-55 mm SAM zeigt im Weitwinkel eine sichtbar tonnenförmige Verzeichnung. Das ist zwar typisch für so ein preiswertes Standardzoom, wirkt aber bei Architektur- und Landschaftsaufnahmen störend. Bei mittlerer Brennweite ist die Verzeichnung nur noch leicht sichtbar und bei Tele gänzlich verschwunden. Auch die Randabdunklung fällt im Weitwinkel am stärksten aus, ist aber unkritisch. Abblenden und/oder Zoomen Richtung Tele hilft. Die Auflösung zeigt mit dem 18-55 mm SAM gute Werte in der Bildmitte mit einem leichten Randabfall. Abgeblendet steigt vor allem die Randauflösung, während die Bildmitte unverändert bleibt. Dabei ist die Aufbereitung feiner Details offensiv. Das ist zwar typisch für die Einsteigerklasse, führt aber zu sichtbaren Artefakten wie etwa Aliasing oder Moirés. Die Scharfzeichnung ist hingegen ausgewogen abgestimmt, Weiß- oder Schwarzclipping wird praktisch kaum sichtbar. Mit der Tonwertwiedergabe hat Sony einen guten Sony Alpha 330 [Foto: MediaNord]Kompromiss aus den Ansprüchen neutraler und knackiger Wiedergabe gefunden. Sie ist größtenteils neutral mit einer nur leichten Kontrasterhöhung bei mittleren Tonwerten. Lediglich die hellsten Lichter und tiefsten Schatten sind weicher wiedergegeben, so dass sie nicht ausreißen bzw. absaufen.

Die Eingangsdynamik ist bei ISO 100 gut bis sehr gut und bleibt es auch bis ISO 400, danach fällt sie etwas stärker ab und erreicht bei ISO 3.200 nur noch mäßige Werte. Damit verarbeitet die Kamera vor allem bei niedrigen Empfindlichkeiten hohe Kontrastunterschiede. Bei der Ausgangsdynamik werden die Schatten etwas zu hell wiedergegeben. Dieses leicht störende Problem lässt sich in der Bildbearbeitung aber recht einfach beheben. Die gute Eingangsdynamik kommt nicht von ungefähr, sondern ist auch auf das gute Rauschverhalten zurück zu führen, was seinerseits durch die nicht zu hohe Pixeldichte des Sensors günstig ausfällt. Das Rauschen ist besonders bei ISO 100 und 200 sehr natürlich. Ab ISO 1.600 steigt die Rauschunterdrückung stark an, was das Rauschen zwar hervorragend niedrig hält, aber auch zu sichtbaren Detailverlusten führt. Farbrauschen spielt bei der Alpha 330 eine untergeordnete Rolle, es ist weich und wird erst ab ISO 400 sichtbar. Die Belichtung sowie die Farbwiedergabe sind ausgewogen. Etwas störend fällt allerdings auf, dass die Sony nur zwei Komprimierungsstufen in JPEG anbietet. Negativ daran ist vor allem der Umstand, dass die bessere Qualitätsstufe die Daten zu stark reduziert, so dass einzelne Komprimierungsartefakte auftreten. Die höhere Stufe liegt sehr dicht bei der ersten, zeigt daher nur wenig mehr Artefakte und ist gut gewählt.

Fazit Die Alpha 330 ist die Beste der drei Einsteiger-DSLRs von Sony. Sie vereint die bessere Bildqualität der Alpha 230 mit der besseren Ausstattung (sprich: dem Klappbildschirm) der Alpha 380. Die Verarbeitung und Gehäuseergonomie gehen gerade noch in Ordnung, die Bedienung ist hingegen einsteigergerecht. Bei der Ausstattung wird die Zielgruppe kaum etwas vermissen, ambitionierte Anwender schon, wie etwa die Spiegelvorauslösung oder eine Schärfentiefevorschau. Die Alpha 330 punktet vor allem mit dem schnellen Autofokus auch im LiveView und einer Bildqualität, an der es nichts zu mäkeln gibt.


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