Testbericht

Panasonic Lumix DMC-FZ100

2010-10-31 So viel Kamera wie möglich in ein Gehäuse mit fest verbautem Objektiv zu packen – das scheint das Ziel von Pansonic bei der neuen Ultrazoom-Kamera Lumix DMC-FZ100 gewesen zu sein. Und in der Tat kann die Komplettkamera mit einer Ausstattungsfülle glänzen, die so manche Mittelklasse-DSLR überflügelt. Hinzu kommt ein Objektiv, das den gigantischen Brennweitenbereich von 25 bis 600 Millimeter abdeckt. Der 15-Megapixel-Bildsensor hingegen könnte auch aus einer handlichen Kompaktkamera stammen. Unser ausführlicher Testbericht klärt, wie sich die Lumix FZ100 im fotografischen Alltag sowie im Testlabor schlägt.  (Martin Vieten)

Panasonic Lumix DMC-FZ100 [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Schon das Äußere verrät: Die Lumix FZ100 will keine Schnappschusskamera sein. Wie eine etwas klein geratene DSLR sieht die Kamera aus, das wuchtige Objektiv und der stark hervorspringende Handgriff verstärken diesen Eindruck noch. Einmal in die Hand genommen ist dann sofort klar: Die Lumix FZ100 ist eine waschechte Ultrazoom-Kamera. Gerade einmal 540 Gramm drückt sie betriebsbereit auf die Waage. So leicht ist keine DSLR, schon gar keine mit einem 600-Millimeter-Zoom. Allerdings erreicht Panasonic dieses Fliegengewicht durch den konsequenten Einsatz von etwas billig wirkendem Kunststoff. Einzig das Stativgewinde ist aus solidem Metall gefertigt, liegt aber leider nicht in der optischen Achse. Die Klappen für die diversen Anschlüsse schließen fest, Spritzwasser-geschützt oder gar "wasserdicht" schließen sie jedoch nicht. An der Gehäuseform gibt es indes nichts zu mäkeln, im Gegenteil: Die Lumix FZ100 liegt hervorragend in der Hand, die wichtigsten Bedienelemente sind ohne Mühe einhändig zu erreichen. So auch das üppig dimensionierte Moduswahlrad, auf dem Panasonic nicht weniger als 14 Einstellpositionen untergebracht hat. Hinzu kommen noch einmal ein rundes Dutzend Knöpfchen und Schalter, die Lumix FZ100 lässt sich also recht schnell ohne Ausflug ins Menü konfigurieren. Schade nur, dass Panasonic der Kamera neben dem etwas Panasonic Lumix DMC-FZ100 [Foto: MediaNord]leichtgängigen Daumenrad nicht auch noch ein vorderes Einstellrad spendiert hat. Immerhin: Das Daumenrad ändert auf Druck seine Funktion und verstellt dann etwa im Modus A (Blendenpriorität) nicht mehr die Blende, sondern dient zur Belichtungskompensation. Clever auch: Wichtige Einstellungen, für die kein Platz mehr für dezidierte Knöpfe war, lassen sich über ein Quick-Menü aufrufen. So ändert man blitzschnell die Blitzbetriebsart oder die Belichtungsmessmethode, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wird allerdings ein Ausflug ins Konfigurationsmenü nötig, verliert selbst der versierte Fotograf schnell die Übersicht. Die langen Listen sind zwar in bis zu sieben Register unterteilt, man muss sie jedoch komplett durchblättern, um den gewünschten Menüpunkt aufzurufen. Direkt anwählen lassen sich die einzelnen Register nicht.

Kaum eine Mühe gescheut hat Panasonic beim Display der Lumix FZ100. Es ist links am Kameragehäuse mit einem cleveren Dreh- und Klappscharnier angebracht, lässt sich also in praktisch jede beliebige Position schwenken – auch wenn die Kamera auf ein Stativ montiert ist. So werden beispielsweise Überkopf-Aufnahmen oder Fotografien in Bodennähe mühelos möglich. Mit drei Zoll Diagonale (ca. 7,6 cm)  ist der Monitor üppig dimensioniert, die Auflösung beträgt allerdings nur 460.000 Subpixel. Das reicht gerade, um ein ordentlich aufgelöstes Sucherbild anzuzeigen, die Detailfülle aktueller VGA-Displays liefert das der Lumix FZ100 indes nicht. Als Panasonic Lumix DMC-FZ100 [Foto: MediaNord]Alternative zur Bildkontrolle via Display bietet die Kamera einen Videosucher (EVF). Er ist jedoch sehr klein geraten, zudem liegt die Austrittspupille weit vor der eigentlichen Anzeige. Brillenträger können so das winzige Sucherbild kaum zur Gänze überblicken, der Blick in den Videosucher gleicht dem in einen zu klein geratenen Tunnel. Mit rund 200.000 Bildpunkten löst der elektronische Sucher zu grob auf, die Bildschärfe lässt sich mit ihm nur bedingt beurteilen. Schade auch, dass die Lumix FZ100 nicht automatisch vom Display auf EVF umschaltet, wenn sich das Auge dem Sucher nähert. Das konnte schon vor Jahren die Dimage-Serie von Minolta, bei der Lumix FZ100 muss man hingegen umständlich von Hand zwischen LCD und EVF wechseln.

Ausstattung Panasonic hat der Lumix FZ100 einen geradezu üppigen Funktionsumfang mitgegeben. Dabei finden sowohl weniger geübte und Panasonic Lumix DMC-FZ100 [Foto: MediaNord]bequeme Fotografen als auch anspruchsvolle Fotoamateure eine Reihe von Funktionen, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Weit über 20 Motivprogramme wollen es zum Beispiel dem Einsteiger leicht machen, die Kamera schnell und sicher auf die aktuelle Aufnahmesituation einzustellen – etwa für Fotos im Schnee oder Aufnahmen von Babys. Hinzu kommen Unterprogramme für bestimmte Motivprogramme. So kann man nicht einfach nur das "Portrait"-Programm wählen, sondern auch noch "Portrait innen", "Portrait außen", "Portrait schöne Haut" und weitere. Selbstverständlich bietet die Lumix FZ100 auch eine Gesichtserkennung. Ob diese Fülle an Möglichkeiten wirklich hilft oder nicht viel mehr die Qual der Wahl unnötig erhöht, sei einmal dahin gestellt. Wer sich die Mühe nicht machen will, kann mit dem iAuto-Programm auch gleich der Kamera die Wahl des passenden Motivprogramms überlassen – im Zweifelsfall ist so das gewünschte Bild auf jeden Fall schneller im Kasten. Aber aufgepasst! Das Blitzlicht schaltet die Lumix FZ100 selbst im dunklen Kohlenkeller nicht automatisch ein, der Blitz muss immer von Hand ausgeklappt werden. Mit Leitzahl 11 ist der kleine Bordblitz recht kräftig, die Lumix FZ100 bietet zudem einen Blitzschuh zum Anschluss eines externen Blitzgerätes.

Panasonic Lumix DMC-FZ100 – LiveView [Foto: MediaNord]
Panasonic Lumix DMC-FZ100 – Einstellung des Bildseitenverhältnisses [Foto: MediaNord]
Panasonic Lumix DMC-FZ100 – Quick-Menü [Foto: MediaNord]
Panasonic Lumix DMC-FZ100 – Speicherplätze für Gesichtswiedererkennung [Foto: MediaNord]
Panasonic Lumix DMC-FZ100 – Wiedergabe [Foto: MediaNord]
Panasonic Lumix DMC-FZ100 – Filmmenü [Foto: MediaNord]
Panasonic Lumix DMC-FZ100 – Film- bzw. Farbmodus [Foto: MediaNord]
Fotografen mit Ambitionen bietet die Lumix FZ100 sehr vielfältige Möglichkeiten, die Kamera ganz nach Geschmack einzustellen. So lässt sie sich halbautomatisch betreiben (als Zeit- oder Blenden-Automat) und auch komplett manuell steuern. Letzteres gilt auch für den Autofokus, er kann ebenfalls abgeschaltet werden. Praktisch ist, dass die Lumix FZ100 bei manuellem Fokus automatisch das Sucherbild vergrößert. Panasonic erleichtert das manuelle Fokussieren zudem mit einer weiteren Funktion: Das Daumenrad dient zur groben Wahl der Schärfe, mit den Pfeiltasten lässt sich dann der Fokus auf den Punkt genau feinjustieren – clever gemacht! Sehr vielseitig gibt sich die Kamera auch bei der Wahl der ISO-Einstellungen. Neben der üblichen ISO-Automatik mit wählbarer Obergrenze kennt die Lumix FZ100 noch die "intelligente ISO-Einstellung": Sie funktioniert ähnlich wie die ISO-Automatik, erkennt aber sich bewegende Motive. Falls nötig, setzt sie dann die ISO-Zahl hoch, um möglichst kurze Verschlusszeiten zu erhalten. Auch eine AE/AF-Lock-Taste haben die Ingenieure von Panasonic der Lumix FZ100 spendiert. Dabei bietet der AF-Speicher eine ganz besondere Möglichkeit: Ist erst einmal die Fokusentfernung zum Objekt gespeichert, regelt die Lumix FZ100 den Fokus nach, sobald sich das Motiv aus der gewählten Fokusebene hinaus bewegt – eine pfiffige Funktion. Wer der Belichtungsautomatik nicht traut, kann mit der Lumix FZ100 Belichtungsreihen aufnehmen – bis zu drei Lichtwerte (EV) Unterschied zwischen den einzelnen Aufnahmen lassen sich einstellen. Sogar Weißabgleichs-Reihen ermöglicht die Kamera, wobei diese sicher selten nötig werden: Der Weißabgleich der Lumix FZ100 lässt sich derart detailliert einstellen, dass er in den meisten Fällen "sitzt". Das vielleicht wichtigste Feature für engagierte Fotografen ist jedoch: Die Lumix FZ100 zeichnet auch im RAW-Format auf und bietet so ein großes Potential zur nachträglichen Bildbearbeitung

Für kreative Fotografen bietet die Lumix FZ100 ebenfalls ein weites Betätigungsfeld. Farbgebung, Sättigung, Schärfe, Kontrast und vieles mehr lässt sich ganz nach Geschmack einstellen. Und damit der experimentierfreudige Fotograf nicht jede Lieblings-Einstellung mühsam wieder rekonstruieren muss, erlaubt es die Kamera, Bildstile zu speichern und mit wenigen Tastendrücken über das Quick-Menü abzurufen. Ebenso lassen sich bis zu drei individuelle Menüeinstellungen in Benutzerprogrammen ablegen und dann blitzschnell über das Wahlrad auswählen. Wer mit der Bearbeitung seiner Aufnahmen nicht warten kann, bis er sie zum PC übertragen hat, findet in der Lumix FZ100 zumindest grundlegende Bearbeitungsmöglichkeiten: Bilder zuschneiden, gerade ausrichten, mit Titeln oder anderen Informationen versehen – all das ist möglich. Auch Videofilmer hält die Lumix FZ100 üppige Funktionen bereit: Sie zeichnet im modernen AVHCD-Format (1080i) auf, wobei das eingebaute Stereo-Mikrofon für einen räumlichen Toneindruck sorgt. Blende und Verschlusszeit lassen sich während der Video-Aufnahme vorgeben oder manuell einstellen. Ebenso funktioniert der Autofokus während der Videoaufnahme und auch der Zoom.

Während die Kamera beim Filmen die Einzelbilder mit einem elektronischen Verschluss voneinander trennt, bietet sie zur Fotoaufnahme einen herkömmlichen mechanischen Verschluss. Dieser fällt vor allem durch seine sehr zurückhaltende Geräuschkulisse auf, die Lumix FZ100 löst nahezu lautlos aus. In ruhiger Umgebung, etwa bei der Tierfotografie oder bei Veranstaltungen bleibt die Kamera also akustisch stets im Hintergrund. Die Lumix FZ100 kann aber auch Fotos mit elektronischem Verschluss aufnehmen und kommt dann auf die atemberaubende Bildrate von bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Allerdings verringert sich dabei die Bildauflösung auf rund 3,5 Megapixel und die Bildserie wird spätestens nach einer Sekunde Aufnahmedauer beendet. In voller Auflösung schießt die Kamera rasante 11,8 Aufnahmen pro Sekunde, dann endet die Aufnahmeserie ebenfalls nach einer guten Sekunde respektive 15 Fotos. Und: Die Kamera verlangt nach idealen Lichtverhältnissen für die rasante Bildserien. Bereits an einem trüben Herbsttag brach die Serienbildgeschwindigkeit auf die Hälfte des versprochenen Wertes ein, dagegen half auch die Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit nicht.

Objektiv Eines der Highlights der Lumix FZ100 ist sicherlich ihr Objektiv. Es deckt einen gigantischen Brennweitenbereich von 25 bis 600 Millimeter ab und erweist sich zumindest am kurzen Ende mit einer Anfangsblende von F2,8 als recht lichtstark. Allerdings nimmt die Lichtstärke mit zunehmender Brennweite rasch ab, im Telebereich beträgt sie nur noch F5,2. Panasonic hat die Kamera zudem mit einem sehr wirksamen optischen Bildstabilisator ausgestattet. Nur damit lässt sich die lange Maximal-Brennweite überhaupt sinnvoll nutzen, das O.I.S genannte Stabilisierungssystem sorgt nämlich dafür, dass das Sucherbild wie festgenagelt steht – und natürlich auch die Aufnahme nicht verwackelt. Beeindruckend sind die Makrofähigkeiten des Objektivs: In Weitwinkel-Stellung beträgt die Nahdistanz nur zehn Zentimeter, bei 600 Millimeter Brennweite liegt die kürzeste Aufnahmedistanz bei lediglich einem Meter. In Verbindung mit dem kleinen Sensor, der bereits bei großer Blende viel Schärfentiefe liefert, könnte sich die Lumix FZ100 durchaus zum Geheimtipp für Marko-Enthusiasten mit schmalem Geldbeutel entwickeln.

Hervorragend hat Panasonic das Handling des großen Zoombereichs gelöst. Die sehr feinfühlig reagierende, ringförmige Zoomwippe stoppt die Brennweitenverstellung an jeder beliebigen Position. Zudem fährt der Zoom schneller durch, wenn der Ring bis zum Anschlag durchgedrückt wird und langsamer, wenn man ihn nur sachte bewegt. So bereitet es kaum Mühe, den gewünschten Bildausschnitt auf den Punkt einzustellen. Etwas Geduld sollte man indes beim Zoomen mitbringen: Die Kamera nimmt sich 2,5 Sekunden Zeit, um den gesamten Brennweitenbereich zu durchfahren. Wem die Weitwinkel- und Makrofähigkeiten des Objektivs nicht Panasonic Lumix DMC-FZ100  [Foto: MediaNord]genügen, kann entsprechende Vorsatzlinsen aus dem Zubehörprogramm von Panasonic "anflanschen". So lässt sich etwa mit dem Weitwinkel-Vorsatz DMW-LW55 (ca. 230 Euro) die minimale Brennweite auf 17,5 Millimeter verkürzen. Allerdings bietet das Objektiv kein klassisches Filtergewinde, sondern einen Bajonettverschluss, Zubehör lässt sich nur über einen speziellen Adapterring anbringen.

Bildqualität Die pralle Ausstattung der Lumix FZ100 kann durchaus professionellen Ansprüchen genügen. Aber gilt das auch für die Bildqualität? Immerhin hat Panasonic der Kamera nur einen vergleichsweise winzigen Sensor mit einer Diagonalen von 1/2,3 Zoll eingepflanzt. Auf diesem kleinen Sensor drängeln sich zudem noch gut 15 Millionen lichtempfindliche Zellen, jede einzelne Sensorzelle kann also nur vergleichsweise wenige Photonen einfangen. Und auch das 24fach-Zoomobjektiv weckt Befürchtungen, dass es mit der Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-FZ100 [Foto: MediaNord]Lumix FZ100 nicht so weit hergeholt sein könnte. Den Fragen und Befürchtungen zur Bildqualität sind wir wie immer intensiv in unserem DCTau-Testlabor nachgegangen. Das ausführliche Testprotokoll gibt es gegen ein kleines Entgelt separat als Download (siehe weiterführender Link am Ende des Beitrags). Das Objektiv trägt den Schriftzug "Leica Vario Elmarit" nicht zu Unrecht, es gibt kaum Anlass zur Kritik. So ist praktisch keine Randabdunklung messbar. Auch die Verzeichnungswerte gehen für ein Objektiv mit diesem gigantischen Brennweitenbereich mehr als in Ordnung. Nicht ganz so wacker schlägt sich die Linse beim Auflösungstest. Bereits im mittleren Brennweitenbereich liefert das Objektiv in der Mitte nur 70 Prozent der maximal möglichen Auflösung, zu den Rändern hin und bei zunehmender Brennweite verschlechtern sich das Auflösungsvermögen noch einmal deutlich. Auch Abblenden wirkt dem nicht entgegen, weil bereits ab Blende 7.1 Beugungseffekte die Auflösung begrenzen. Betrachtet man Aufnahmen mit der Lumix FZ100 in der 100%-Ansicht, wirken sie ein wenig verwaschen. Im Print macht sich die Auflösungsschwäche indes weniger bemerkbar. Hervorragend haben die Ingenieure bei Pansonic dann wieder chromatische Aberrationen im Griff: Farbsäume an Kontrastkanten sind dem Objektiv praktisch völlig fremd – das sieht man selten.

Panasonic Lumix DMC-FZ100 [Foto: MediaNord]Der Sensor kann allerdings nicht verhehlen, dass er mit der immensen Pixeldichte so seine Probleme hat. Bereits bei der Basisempfindlichkeit ISO 100 muss die Rauschunterdrückung der Lumix FZ100 einschreiten und Helligkeitsstörungen unterdrücken. Dabei geht sie leider zu forsch zu Werke, mit dem Rauschen radiert sie auch gleich feinste Details weg. Parallel aufgezeichnete RAW-Dateien zeigen zwar ein sehr feines Korn, aber eben auch deutlich mehr Details. Die Rauschmisere nimmt mit wachsender ISO-Empfindlichkeit zu, jenseits der ISO 400 kommt es zu deutlichen Detailverlusten und dennoch sind die Aufnahmen mit flächigen Helligkeitsstörungen überzogen. Auch bei der Eingangsdynamik schwächelt die Lumix FZ100: Mehr als 7,6 Blendenstufen kann sie nicht verarbeiten, bei kontrastreichen Motiven brennen sofort die Lichter aus. Hier hilft, die Belichtung um -0,5 EV oder mehr nach unten zu korrigieren und – wie bei der Rauschproblematik – in RAW aufzuzeichnen. Panasonic Lumix DMC-FZ100 Batteriefach und Speicherkartenfach [Foto: MediaNord]Immerhin: Die Ausgabedynamik der Kamera ist ordentlich, Schwarz gibt sie tatsächlich als Schwarz wieder und nicht etwa als dunkles Grau. Hervorragend sind auch die Messwerte für den Autofokus – er hat im Labor meist nach rund einer drittel Sekunde sein Ziel gefunden, damit ist er schneller als so manche DSLR-Kamera. Im Praxiseinsatz zeigt sich der Autofokus jedoch nicht immer so fix. Insbesondere am langen Zoom-Ende verlangt er nach kontrastreichen Motiven, andernfalls pumpt der AF mehrmals und langsam hin und her, bis der Fokus sitzt – oder auch nicht.

Fazit Die Lumix FZ100 hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Auf der Haben-Seite verbucht sie eine sehr üppige Ausstattung, die selbst engagierte Amateur-Fotografen begeistern vermag. Dabei hat es Panasonic geschafft, dass die Kamera auch Einsteiger und Gelegenheitsfotografen nicht vor unlösbare Rätsel stellt. Hinzu kommt ein sehr ergonomisches Gehäuse, ein durchdachtes Funktionstasten-Layout sowie als Highlight das dreh- und klappbare Display. Die Bildqualität der Kamera kann jedoch unterm Strich nicht die Ansprüche erfüllen, die Panasonic Lumix DMC-FZ100 Zubehör [Foto: Panasonic]vielleicht beim Anblick der Feature-Liste geweckt wurden. Während sich das Objektiv mit dem 24fachen Zoombereich noch wacker schlägt, zeigen Sensor und Bildverarbeitungs-Engine deutliche Schwächen. Die Auflösung ist schon bei geringer ISO-Empfindlichkeit deutlich geringer, als man es von nominell 15 Megapixeln erwarten könnte. Beim Dynamikumfang hinkt die Lumix FZ100 hinterher, ab ISO 400 macht sich Bildrauschen störend bemerkbar. Da werden vielleicht die Video-Fähigkeiten der Panasonic Lumix FZ100 zum entscheidenden Aktivposten – die Kamera kann locker einen Camcorder ersetzen. Somit empfiehlt sich die Lumix FZ100 für alle Foto- und Videographen, bei denen nicht die reine Bildqualität im Vordergrund steht, sondern die schier unbegrenzten Möglichkeiten und das gut zu handhabende Kameragehäuse.


Weiterführende Links

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Steckbrief
Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-FZ100
Preis ca. 450 EUR
Sensor Auflösung 15,1 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.320 x 3.240
(Seitenverhältnis) (4:3)
Objektiv F2,8-5,2/25-600mm
Filtergewinde optional
Sucher elektronisch
  Dioptrienkorrektur ja
  Auflösung 202.000
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 460.000
  drehbar ja
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang AV und HDMI (je PAL und NTSC)
  als Sucher ja
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 12
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Leitzahl 11 (Messung)
  Blitzanschluss TTL-Systemblitzschuh
Fernauslöser ja
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC/SDXC
Videomodus
  Format AVCHD oder Quicktime
  Codec H.264 oder Motion-JPEG
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  Bildfrequenz (max.) 50 Bilder/s
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 200-1.600
(Obergrenze einstellbar)
  erweitert ISO 80-1.600
  manuell ISO 80-6.400
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe
  Glühlampe ja
  Sonstiges Blitz
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
23
  AF-Hilfslicht Rot-orange
  Geschwindigkeit ca. 0,3-0,4 s
Sprachen Deutsch
  weitere 15
Einschaltzeit 2,6 s
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja
Gewicht
(betriebsbereit)
542 g
Serienbildfunktion*
  Serienbildanzahl 15 (nur JPEG)
  Frequenz
    (Bilder/s)
11,8 (nur JPEG)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
1,5 (nur JPEG)
  mit Blitz
Zoom
  Zoomverstellung motorisch über Ringwippe
  Zoomstufen stufenlos
  Zeit WW bis Tele 2,5 s
Speicher-
geschwindigkeiten*

  JPEG 2,3 s (4,9 MByte)
  RAW 3,1 s
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
ja
Akkulaufzeit ca. 420 Bilder

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit 4 GByte Patriot Class 10 SDHC Speicherkarte

Kurzbewertung

  • Überragende Ausstattungsvielfalt
  • Hervorragende Videofunktionen
  • Gute Ergonomie (abgesehen vom Hauptmenü)
  • Objektiv mit sehr großem Zoombereich und gutem Bildstabilisator
  • Klapp- und schwenkbares Display
  • Rauschen und Dynamikumfang unterdurchschnittlich
  • Kleiner Videosucher mit geringer Auflösung
  • Billig wirkendes Plastikgehäuse

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 87 %
Ausstattung 12,5 % 92 %
Handhabung 12,5 % 89 %
Geschwindigkeit 12,5 % 82 %
Bildqualität 50,0 % 78 %
Gesamtnote 83 %