Workflow-Software

Adobe bringt Lightroom 6 und Lightroom CC

2015-04-21 Seit heute gibt es ein Major-Update für die Workflow-Software Lightroom. Adobe bietet die Software wie gehabt zum Kauf und zur Miete an. Die Kaufvariante hört auf den Namen Lightroom 6, die Mietversion heißt Lightroom CC 2015. Wichtigste Neuerungen sind eine automatische Gesichtserkennung für die Bildverwaltung sowie eine HDR- und Panorama-Funktion. Aber auch unter der Haube hat sich einiges getan. digitalkamera.de hatte bereits Gelegenheit, Lightroom 6 und CC sowie die Mobilversion zu testen.  (Martin Vieten)

Das ist neu

Die Kaufversion Lightroom 6 sowie Lightroom CC in der Cloud sind im Kern identisch. Ausschließlich Lightroom CC 2015 vorbehalten bleibt die Möglichkeit, Bilder mit einem Smartgerät zu synchronisieren, auf denen Lightroom mobile läuft. In Lightroom 6 hat Adobe vor allem das Bibliothek- sowie das Entwickeln-Modul erweitert. Unter der Oberfläche arbeitet Lightroom nun wie schon seit Längerem Photoshop mit der GPU zusammen. Sofern die Grafikkarte mindestens OpenGL 3.3 beherrscht, lagert Lightroom 6 viele Berechnungen an den Grafikprozessor aus und entlastet so den Hauptprozessor des Rechners.

Die Bildverwaltung erleichtert Lightroom 6 mit einer automatischen Gesichtserkennung – eine Funktion, die es in Photoshop Elements schon lange gibt. Verbessert hat Adobe zudem die Zuweisung von Schlagworten mittels Sprühdose, hier lassen sich jetzt die zuletzt verwendeten Begriffe bequem aus einem Kontextmenü auswählen. Neu auch: Im Import-Dialog kann wahlweise eine Sammlung definiert werden, in die dann alle frisch importierten Aufnahmen aufgenommen werden. Viele Verbesserungen gibt es im Detail. So ermöglicht nun die Ad-hoc-Entwicklung Korrekturen in kleineren Schritten, indem man die [Shift]-Taste beim Klick auf die entsprechenden Symbole hält. Die Vorschaubilder für die Bibliothek kann Lightroom 6 automatisch an die Auflösung des verwendeten Monitors anpassen. Interessant für Mac-Besitzer: Auch in Lightroom 6 gibt es ein Import-Modul, mit dem sich die Datenbanken der eingestellten Mac-Software Aperture einlesen lassen.

  • Bild Mit Lightroom 6 (hier der Splashscreen) führt Adobe Funktionen ein, für die bislang weitere Software nötig war. [Foto: Martin Vieten]

    Mit Lightroom 6 (hier der Splashscreen) führt Adobe Funktionen ein, für die bislang weitere Software nötig war. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Lightroom erkennt jetzt Gesichter auf Fotos und kann die Aufnahmen entsprechend verschlagworten. [Foto: Martin Vieten]

    Lightroom erkennt jetzt Gesichter auf Fotos und kann die Aufnahmen entsprechend verschlagworten. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Die Gesichtserkennung erwies sich im Test als sehr hilfreich; insbesondere auch, wenn ein Foto mehrere Personen zeigt. [Foto: Martin Vieten]

    Die Gesichtserkennung erwies sich im Test als sehr hilfreich; insbesondere auch, wenn ein Foto mehrere Personen zeigt. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Neu auch bei der Bildverwaltung: Die Sprühdose öffnet auf Wunsch ein Kontextmenü, aus dem sich schnell die zuletzt verwendeten Stichworte auswählen lassen. [Foto: Martin Vieten]

    Neu auch bei der Bildverwaltung: Die Sprühdose öffnet auf Wunsch ein Kontextmenü, aus dem sich schnell die zuletzt verwendeten Stichworte auswählen lassen. [Foto: Martin Vieten]

Die wohl interessantesten Neuerungen finden sich im Entwickeln-Modul von Lightroom 6. Hier ist es nun möglich, Belichtungsreihen zu einem HDR-Bild zu vereinen und Einzelbilder zu einem Panorama zusammensetzen. Für beide Aufgaben war bislang ein Umweg über Photoshop nötig. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Verlaufs- und Radial-Filter nachträglich mit dem Radierer zu bearbeiten und so Bildbereiche nachträglich von der lokalen Korrektur auszunehmen. Aber auch der umgekehrte Weg ist möglich, Verlaufs- und Radial-Filter lassen sich nachträglich per Pinsel erweitern.

Erweiterte Funktionen hat Adobe Diaschauen und Web-Galerien spendiert. Für Web-Galerien gibt es HTML-5-Vorlagen mit hübschen Animationen. Und Diashows lassen sich jetzt mit bis zu zehn Musiktiteln unterlegen, Lightroom 6 passt auf Wunsch den Bildwechsel an den Takt der Musik an. Einfache Zoom- und Schwenkeffekte bringen zudem weitere Bewegung in die Vorführung.

Ausschließlich Anwendern von Lightroom CC vorbehalten bleibt das kostenlose Lightroom mobile (für Android und iOS erhältlich). Es beherrscht jetzt unter anderem Sternewertungen, synchronisiert die aktuelle GPS-Koordination automatisch mit Lightroom CC auf dem Desktop und erlaubt es, Entwicklungseinstellungen per Copy & Paste von einem Bild auf ein anderes zu übertragen.

Die Systemanforderungen für Lightroom 6/Lightroom CC sind gestiegen, 32-Bit-Systeme werden nicht mehr unterstützt. Auf dem PC verlangt Lightroom 6 mindestens nach Windows 7 mit Service Pack 1, auf dem Mac läuft Lightroom 6 ab Mac OS X 10.8 (Mountain Lion). Für beide Systeme empfiehlt Adobe eine Grafikkarte, die OpenGL 3.3 beherrscht. Lightroom 6 wird herkömmlich auf DVD in einer Box für ca. 150 US-Dollar angeboten (der Euro-Preis steht noch nicht fest, die Vorgängerversion kostete rund 125 Euro). Lightroom CC gibt es im Bundle mit Photoshop CC in der „Creative Cloud Fotografie“ für 11,89 Euro monatlich zur Miete. Nur in der Mietversion enthalten ist Lightroom mobile für Smartgeräte ab iOS7 beziehungsweise Android 4.1 (Jelly Bean).

Fortsetzung auf Seite 2

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