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Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht fotografiert mit Digitalkameras seit 1995 zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, dass den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.

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Artikel mit Tipp-Charakter

Hier stellen wir für unsere Leser einige Hintergrund-Artikel mit Tipp-Charakter zusammen.

Zusammenfassung

Qualität kann man scheinbar gar nicht genug haben. Aus diesem Grunde wählen viel Digitalfotografen stets die höchste Qualitätsstufe für die Speicherung ihrer Fotos in der Kamera aus. Dies erzeugt jedoch oft unnötig große Dateien, die viel Platz verbrauchen und mehr Zeit für die Speicherung und die Datenübertragung benötigen. Meist völlig ausreichend ist die mittlere Qualitätsstufe mit halb so großen Dateien, bei der Kompressionsartefakte ebenfalls meist nicht wahrnehmbar sind.

Rubriken: Aufnahmeeinstellungen, Grundlagenwissen

Bildqualität sinnvoll einstellen

2003-09-08 Viele Digitalkameras bieten zwei Möglichkeiten, um zu beeinflussen, wie viele Bilder auf eine Speicherkarte passen: die Bildgröße und die Stärke der Datenkompression, meist als "Qualität" bezeichnet. Wenn Sie unsicher sind, welche Einstellungen praxisgerecht sind, helfen Ihnen sicherlich unsere Hinweise.  (Jan-Markus Rupprecht)

   Beispiel für die Qualitätseinstellung über das Kameramenü [Foto: MediaNord]
    

Natürlich möchte man soviel Bildqualität wie möglich bekommen, dafür hat man sich ja schließlich eine Digitalkamera mit drei oder mehr Megapixel-Auflösung gekauft. Viele Anwender wählen deshalb an ihrer Kamera stets die höchste Auflösung und höchste Qualitätsstufe. Sofern man große Speicherkarten und auf der heimischen Festplatte Platz in Hülle und Fülle zur Verfügung hat, ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden. Andererseits bedeuten die mit höchster Qualität verbundenen großen Dateien auch oft eine längere Speicherzeit, eine längere Übertragungszeit auf den heimischen Rechner, eine größere zu archivierende Datenkapazität und oft auch einen etwas zäheren Umgang mit den Daten beim Betrachten auf dem Monitor oder einem TV-Gerät. Ärgerlich werden große Dateien auch beim Übertragen an Online-Belichtungsservices, denn dann ist Zeit oft Geld, sofern man keine Flatrate hat. Und im Urlaub gilt es zu vermeiden, dass die Speicherkarte bereits nach der halben Urlaubszeit voll ist. Die Frage ist also: Wie viel Qualität braucht man wirklich?

Nicht reduzieren sollte man in der Regel die Auflösung, denn schließlich hat man sich ja keine 5-Megapixel-Kamera gekauft, um dann damit 3-Megapixel- Fotos zu machen. Zwar ist die Bildqualität einer 5-Megapixel-Kamera in 3-Megapixel-Einstellung etwas höher als sie eine 3-Megapixel-Kamera direkt erzeugen würde. Der Qualitätsverlust ist dennoch gravierend und sollte nur in Kauf genommen werden, wenn fest steht, dass man die Fotos sowieso nur in niedrigerer Auflösung braucht, z. B. ausschließlich zur Veröffentlichung im Internet oder zur Vorführung per Fernsehgerät oder Video-Projektor.

Das kleinere Übel ist die Verringerung der Bildqualität (und damit der Dateigröße) über die Stärke der JPEG-Kompression. Das JPEG-Dateiformat, in dem Digitalkameras die Bilder üblicherweise ablegen (sofern man kein TIFF- oder Rohdatenformat gewählt hat) arbeitet mit Verlust behafteter Kompression. Die geringere Dateigröße wird dann prinzipiell mit einer verringerten Qualität erkauft. Je stärker die Kompression, umso stärker werden Bildstörungen, s. g. Blockartefakte, in Form von gleichfarbigen Pixelgruppen sichtbar. Wirklich sichtbar werden solche Phänomene aber am ehesten bei sehr starker Kompression, wie sie häufig bei Fotos angewendet werden, die speziell für die Veröffentlichung im Internet aufbereitet werden. Bei diesen wird im Interesse einer kurzen Ladezeit oft sehr stark komprimiert und eine entsprechend reduzierte Qualität in Kauf genommen.

Digitalkameras hingegen komprimieren eher gering. Die höchste Qualitätsstufe kommt oft nur auf einen Kompressionsfaktor von 1:4 oder noch weniger. Ein unkomprimiertes 15 MByte großes 5-Megapixel-Foto verbraucht so immer noch 3 bis 4 MByte auf der Speicherkarte und ebenso später einmal auf der Festplatte oder der archivierten CD-ROM. Dafür ist die Qualität über jeden Zweifel erhaben. Die nächste Qualitätsstufe liefert oft (je nach Kameramodell) Dateien, die um den Faktor 1:8 bis 1:15 komprimiert werden und bei hoch auflösenden Kameras zwischen 1 und 2 MByte groß sind. Diese mittlere Stufe ist meist der beste Kompromiss, denn Kompressionsartefakte wird man auch hier normalerweise kaum finden. Dafür sind die Dateien handlicher, das Speichern und Übertragen geht wesentlich schneller. Bei noch höheren Kompressionsfaktoren, d. h. wenn ein 5-Megapixel-Foto auf beispielsweise 500 KByte zusammengeschrumpft wird, ist hingegen Vorsicht geboten. Hier besteht die Gefahr, dass man später bei großformatigen Ausdrucken oder Ausbelichtungen die gefürchteten Blockartefakte wahrnimmt.

Kompression unkomprimiert gering mittel hoch
Qualität maximal sehr gut mittel bis gut gering
Dateigröße

2 Megapixel

3 Megapixel

4 Megapixel

5 Megapixel

 

ca. 5,8 MByte

ca. 9,5 MByte

ca. 12 MByte

ca. 15 MByte

    

1 bis 1,5 MByte

1,5 bis 2,5 MByte

2 bis 3 MByte

3 bis 4 MByte

   

0,4 bis 0,9 MByte

0,6 bis 1,2 MByte

0,8 bis 1,5 MByte

1 bis 2 MByte

   

0,1 bis 0,3 MByte

0,2 bis 0,4 MByte

0,3 bis 0,6 MByte

0,4 bis 0,8 MByte

Verwendung Testaufnahmen, professionelle Studioaufnahmen zur Weiterverarbeitung Besonders wichtige Aufnahmen und solche, die später in großen Formaten ausgegeben werden sollen Aufnahmen in hoher Anzahl, Urlaubsfotografie und wenn schnelles Speichern erwünscht ist Aufnahmen, die Platz sparend archiviert oder per E-Mail versandt werden sollen