Günstiges Reportage-Weitwinkel

Testbericht: Tamron 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 (053)

Seite 2 von 2, vom 2021-10-07 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Bildqualität

Die Beurteilung der Bildqualität umfasst zum einen unsere Labor-Messergebnisse zur Auflösung, Randabdunklung und mehr. Aber auch subjektive Eindrücke wie die Bewertung des Bokehs, also dem unscharfen Bereich vor und hinter der Schärfenebene, gehören dazu. Das Tamron 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 zeigt ein eher inhomogenes Bokeh. So sind die Lichtplättchen in der Mitte dunkler als am Rand und der Rand ist sehr scharf abgegrenzt. Die Lichtplättchen haben kaum "Zwiebelringe". Farben von ungleichmäßigen Strukturen "fließen" angenehm ineinander, solange keine extremen Spitzlichter auftreten. Denn diese sind eher störend und zeigen bei geschlossener Blende die Blendenform.

Um Innenreflexionen wie Blendenflecken und Streulichtprobleme zu vermeiden, sind die Linsen mit der BBAR-Vergütung versehen (Broad Band Anti Reflection). Streulicht, das im im spitzen Winkel in auf die Frontlinse trifft, erzeugt in der Praxis trotzdem Innenreflektionen, die sich als starke Kontrastreduktion und Blendenflecke (Lens Flares) äußern. Die mitgelieferte Kunststoff-Streulichtblende minimiert diese Probleme nur bedingt. Das 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 liefert im Vergleich mit dem 20er und 24er ein eher unbefriedigendes Ergebnis ab.

  • Bild Die Lichtplättchen im Bokeh des Tamron 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 (053) sind scharf begrenzt und etwas inhomogen. Außerdem ist die Form der Blendenöffnung sichtbar. [Foto: MediaNord]

    Die Lichtplättchen im Bokeh des Tamron 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 (053) sind scharf begrenzt und etwas inhomogen. Außerdem ist die Form der Blendenöffnung sichtbar. [Foto: MediaNord]

  • Bild Bei steil einfallendem Licht zeigen sich starke Kontrastverluste und asymmetrische Blendenflecke. Auch durch die zum Lieferumfang gehörende Streulichtblende lässt sich das Problem nur minimal beheben. [Foto: MediaNord]

    Bei steil einfallendem Licht zeigen sich starke Kontrastverluste und asymmetrische Blendenflecke. Auch durch die zum Lieferumfang gehörende Streulichtblende lässt sich das Problem nur minimal beheben. [Foto: MediaNord]

Für unseren Labortest prüfen wir, ob das Objektiv mit den automatischen Korrekturfunktionen der Kamera zusammenarbeitet. In der Werkseinstellung sind die Korrekturen für Farbsäume und Randabdunklungen aktiviert, die automatische Verzeichnungskorrektur hingegen nicht. Im Gegensatz zum 20 und 24 mm F2,8 Di III OSD M1:2 konnten wir das 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 ohne die interne Verzeichnungskorrektur messen, denn diese erreicht auch ohne Korrektur mit rund einem Prozent Tonnenform einen guten Wert(siehe Diagramm aus dem Labortest unten).

Bei der Auflösungsmessung des Tamron 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 konnten wir eine maximale Auflösung von etwa 89 Linienpaaren pro mm (lp/mm) bei F4 ermitteln. Das ist ordentlich, doch leider fällt diese zum Rand hin um 35 Prozent auf knapp 58 lp/mm ab. Auch bei offener Blende F2,8 löst das Objektiv mit etwa 88 lp/mm im Zentrum hoch auf und verliert zum Bildrand nur 33 Prozent der Auflösung. Beim Abblenden auf F5,6 zieht die Randauflösung deutlich an, während sie im Bildzentrum auf 80 lp/mm sinkt. Der relative Randabfall beträgt hier nur noch zehn Prozent. Bei Blende F11 gibt es gar keinen Auflösungsverlust zum Bildrand mehr, während die Auflösung mit 75 lp/mm immer noch hoch ist. Kommt es also auf eine gleichmäßige und hohe Auflösung beispielsweise für Landschafts- oder Städteaufnahmen an, kann man gut mit der Blende im Bereich von F5,6 bis F11 spielen. Bei höheren Blendenwerten sinkt die Auflösung durch die Beugung ab.

Bei den Farbsäumen gibt es nichts spannendes zu berichten, diese sind nämlich, so wie die Randabdunklung auch, sehr gut auskorrigiert. Während Farbsäume sich gar nicht bemerkbar machen, beträgt die Randabdunklung bei offener Blende 0,8 Blendenstufen (EV). Sie sinkt beim Abblenden auf F4 auf 0,5 EV ab und steigt ab F11 wieder minimal an.

Fazit

Das Tamron 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2 hinterlässt einen guten Eindruck. Es ist wie seine Geschwister klein, leicht und handlich, wirkt dabei jedoch ebenfalls etwas billig. Die Auflösung ist hoch, auch wenn sie bei F2,8 und F4 zum Bildrand um ein Drittel fällt. Von F5,6 bis F11 kann man dagegen mit geringem bis gar keinem Auflösungs-Randabfall fotografieren. Das Bokeh ist noch okay, kann aber nicht mit dem des 20ers und 24ers mithalten. Die Streulicht Anfälligkeit hat uns hingegen gar nicht gefallen. Der Kontrastverlust ist viel zu groß und nicht lokal begrenzt. Immerhin ist die Verzeichnung, auch ohne interne Korrektur, kein Thema beim Tamron 35 mm F2,8 Di III OSD M1:2. In Relation zum Preis ist das Objektiv einen intensiven Blick wert. Auch wenn es seine Schwächen hat, das Preis-Leistungsverhältnis ist einfach umwerfend gut.

Tamron 35 mm F2.8 Di III OSD M1:2 (F053) mit Sony Alpha 7R III

Verzeichnung

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten in Form einer ausführlichen PDF-Datei zum Download kostet je nach Umfang 0,49 bis 1,49 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,49 bis 0,69 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.

Hersteller Tamron
Modell 35 mm F2.8 Di III OSD M1:2 (F053)
Unverbindliche Preisempfehlung 549,00 €
Bajonettanschluss Sony E
Brennweite 35,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2,8
Kleinste Blendenöffnung F22
KB-Vollformat ja
Linsensystem 9 Linsen in 8 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Anzahl Blendenlamellen 7
Naheinstellgrenze 150 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 67 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 73 x 64 mm
Objektivgewicht 210 g

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Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Geringe Verzeichnung
  • Hohe Auflösung, abgeblendet bis an den Bildrand
  • Guter Makro-Bereich
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Hoher Kontrastverlust bei Streulicht
  • Mittelmäßiges Bokeh
  • Billiges Gehäuse