Gemäßigtes Weitwinkel

Testbericht: Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary

Seite 2 von 2, vom 2021-02-16 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Bildqualität

Im Inneren des Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary verrichten insgesamt zehn Linsen in neun Gruppen ihren Dienst, darunter drei asphärische und eine SLD-Linse. Sowohl die asphärischen Linsen als auch die SLD-Linse sorgen für die Reduktion von Farbsäumen und sollen den Abfall der Auflösung zum Bildrand minimieren. Während die asphärischen Linsen das durch ihre Form machen, wird das Licht im SLD-Glas weniger stark gebrochen als bei einem "normalen" optischen Glas. Erreicht wird das durch das Hinzufügen von chemischen Elementen bei der Glasproduktion.

Die Blende besteht aus neun Lamellen, also beste Voraussetzungen für eine hervorragende Darstellung von Spitzlichtern im Unschärfebereich, der auch als Bokeh bezeichnet wird. Befinden sich Spitzlichter im vorderen oder hinteren unscharfen Bereich, so ist ihre Anatomie kreisrund und die Ausleuchtung homogen. Mit diesem Bokeh lassen sich Porträts und auch Nahaufnahmen sehr gut und gestalterisch ruhig umsetzen.

Die Streulichtempfindlichkeit des Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary ist gering. So tauchen Blendenflecken, wenn überhaupt, nur minimal auf. Eine Kontrastreduktion tritt eigentlich nur auf, wenn der Winkel des Lichts sehr steil in die Frontlinse fällt. Aber auch dann wird es nur störend, wenn das Motiv eine hohe Dynamik besitzt. Die mitgelieferte Streulichtblende kann diese Gefahr bis zu einem gewissen Einfallswinkel reduzieren. Die Entspiegelung der Linsen ist also hochwertig und innerhalb des Objektivs wurde noch mehr gemacht, um Reflektionen zu reduzieren.

  • Bild Das Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary passt nicht nur vom Bajonett zur Kamera, sondern auch von seinen Proportionen. [Foto: MediaNord]

    Das Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary passt nicht nur vom Bajonett zur Kamera, sondern auch von seinen Proportionen. [Foto: MediaNord]

Die Auflösung des 35 mm F2 DG DN Contemporary ist mit knapp 87 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) bei Blende F8 am höchsten. Zum Rand fällt die Auflösung um gut 20 Prozent auf etwa 68 lp/mm ab. Den geringsten Auflösungsverlust zeigt das Objektiv bei offener Blende. Hier beträgt er nur etwa drei Prozent. Allerdings beträgt die Auflösung in der Bildmitte auch nur 60 lp/mm. Das sind etwa 30 Prozentiger als die maximale Auflösung bei Blende F8.

Die chromatische Aberration (Farbsäume) haben wir mit der automatischen Korrektur der Sony Alpha 7R III geprüft. Diese Kombination macht ihre Sache sehr gut. Farbsäume sind nicht erkennbar. Die Randabdunklung wird ebenfalls von Kamera und Objektiv gut kompensiert. Lediglich bei offener Blende zeigt sich ein deutlicher Helligkeitsabfall von 1,1 EV. Alle anderen Blendenstufen liegen zwischen 0,6 und 0,7 EV.

Das Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary zeigt eine tonnenförmige Verzeichnung, bei der gerade Kanten nach außen gewölbt werden. Mit etwas über 1,5 Prozent zeigen sich diese Verzeichnungen beim 35 mm F2 DG DN Contemporary sichtbar, zudem fangen die Verzeichnungen schon bei weniger als zehn Prozent von der Bildmitte entfernt an. Das ist also weniger erfreulich. Die Verzeichnung kann jedoch von der Sony Alpha 7R III intern reduziert werden. Diese Funktion ist beim Sigma-Objektiv defaultmäßig nicht aktiviert. Die Kompensation kann bei Bedarf eingeschaltet werden, was jedoch in der Regel durch die Entzerrung die Auflösung am Bildrand etwas reduziert.

Fazit

Das Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary ist eine feine Festbrennweite für den etwas "weiteren" Normalbereich. Ideal für jeden, für den 50 Millimeter Brennweite zu viel "Tele" ist, der aber auch nicht auf ein Weitwinkel mit 24 Millimetern setzen will und vor allem Lichtstärke benötigt. Also ein etwas weitwinkeligeres Normalobjektiv, was sich auch für (Ganzkörper-) Porträts und Nahaufnahmen mit feinem Bokeh eignet. Die maximale Auflösung wird an der sensorseitig 42 Megapixel auflösenden Sony Alpha 7R III zwar erst bei Blende F8 erreicht, dennoch kann das Objektiv auch problemlos bei offener Blende eingesetzt werden; und das sogar mit sehr geringem Auflösungverlust zum Bildrand. Die Verzeichnung ist sichtbar und sollte für gerade Linien digital korrigiert werden. Alles in Allem ist das Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary also eine runde Sache für ein "Immerdrauf"-Objektiv für jedes Wetter.

Sigma 35 mm F2 DG DN Contemporary mit Sony Alpha 7R III

Chromatische Aberration

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten in Form einer ausführlichen PDF-Datei zum Download kostet je nach Umfang 0,49 bis 1,49 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,49 bis 0,69 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.

Hersteller Sigma
Modell 35 mm F2 DG DN Contemporary
Unverbindliche Preisempfehlung 619,00 €
Bajonettanschluss Sony E, L-Mount
Brennweite 35,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2
Kleinste Blendenöffnung F22
KB-Vollformat ja
Linsensystem 10 Linsen in 9 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Anzahl Blendenlamellen 9
Naheinstellgrenze 270 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 58 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 70 x 65 mm
Objektivgewicht 325 g

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Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Hohe Auflösung bei Blende F8
  • Geringer Auflösungs-Randabfall bei offener Blende
  • Spritzwassergeschützes Alugehäuse
  • Keine Farbsäume
  • Sichtbare Verzeichnung
  • Keine Gummierung am Fokusring