Robustes Allroundzoom

Testbericht: Sigma 24-70 2,8 DG DN Art

2021-01-22 Sigma stellte das 24-70 mm 2,8 DG DN Art bereits im November 2019 vor und bedient damit das lichtstarke Standardzoom-Verlangen von Besitzern spiegelloser Vollformat-Systemkameras mit Sony-E-Mount und Leica-L-Mount. Das Objektiv steht in zu starker Konkurrenz zu ähnlichen lichtstarken Allroundzooms anderer Hersteller, die aber teilweise mehr als das doppelte Kosten. Wir haben getestet, wo das Sigma seine Stärken und Schwächen zeigt und wie es um die Bildqualität bestellt ist.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Die Sony Alpha 7R III ist etwa 200 Gramm leichter als das Sigma 24-70 mm F2.8 DG DN Art. Die Kombination wird dadurch sehr frontlastig. [Foto: MediaNord]

    Die Sony Alpha 7R III ist etwa 200 Gramm leichter als das Sigma 24-70 mm F2.8 DG DN Art. Die Kombination wird dadurch sehr frontlastig. [Foto: MediaNord]

Das Sigma 24-70 mm 2,8 DG DN Art ist eines von fünf Sigma Objektiven der Art Serie, die mit der Bezeichnung DG DN ausgestattet sind (Stand Januar 2021). Während das "DG" Objektive bezeichnet, die für 36x24mm-Sensoren geeignet sind, zeigt das DN an, dass das Objektiv für spiegellose Systemkameras konzipiert wurde. Das macht sich beim 24-70 mm 2,8 DG DN Art mit der Gesamtlänge von etwa 120 Millimetern bemerkbar. Das Sigma 24-70 mm 2.8 DG OS HSM Art ist beispielsweise für das größere Auflagemaß von DSLRs konzipiert und damit knapp 20 Millimeter kürzer. Außerdem beherbergt es noch einen optischen Bildstabilisator, auf den das 24-70 mm 2,8 DG DN Art verzichtet, denn die meisten Kameras, für die es zum Einsatz kommen wird, verfügen ohnehin über einen Sensor-Shift-Bildstabilisator im Kameragehäuse.

Beim Anblick des Sigma 24-70 mm 2,8 DG DN Art kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen, denn mit einer Länge von etwa 12 Zentimetern, einem Durchmesser von knapp 9 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 830 Gramm ist das Objektiv ein echter Brocken aus Glas, Metall, Kunststoff und Elektronik. Es wirkt an der von uns für diesen Test verwendeten, 42 Megapixel auflösenden Sony Alpha 7R III sehr wuchtig. Die Kamera wiegt betriebsbereit ohne Objektiv etwa 650 Gramm, also deutlich weniger als das Objektiv, was die Kombination sehr frontlastig macht. Das führt dann dazu, dass Aufnahmen "aus der Hüfte" nicht sonderlich gut durchzuführen sind. Als störend stellt sich auch der Durchmesser des Objektivs heraus. Dieser ragt nämlich über die Bodenplatte der Kamera und so gestaltet es sich schwierig, die Kamera einfach mal auf eine gerade Oberfläche zu legen, wenn kein Stativ zur Hand ist.

Ausstattung

Am robusten und gegen Umwelteinflüsse abgedichteten Gehäuse des Objektivs sind zwei breite Gummiringe angebracht, mit denen sich die Brennweite und der Fokus verstellen lassen. Die griffige Gummierung hat eine Breite von etwa zwei Zentimeter beim Zoomring und etwa 2,5 Zentimeter beim Fokusring. Mit einer viertel Umdrehung kann von 24 auf 70 mm gezoomt werden, dabei fährt der Tubus um 3,5 Zentimeter aus und pumpt spürbar Luft. Der Zoomring läuft weich und Markierungen bei 24, 35, 50 und 70 mm erleichtern die Einstellung einer gewünschten Brennweite.

Am vorderen Ende des Objektivs befindet sich zum einen das Kunststoffgewinde für 82 Millimeter große Filter sowie ein Bajonett für die zur Serienaustattung gehörenden Streulichtblende in Tulpenform. Die Frontlinse dreht sich beim Fokussieren nicht mit. Ideal für Polfilter und andere drehbare Filtersysteme.

Damit der innenliegene Fokus manuell eingestellt werden kann, muss der Fokusschalter am Objektiv auf "MF" umgeschaltet werden. Der Fokusring besitzt keine mechanische Kopplung zum Fokussystem, sondern überträgt seine Daten präzise in elektronischer Form an den Fokusmotor. Die Übertragung der Fokussierung ist nicht linear, sprich wird der Fokusring schneller gedreht, dann erweitert sich die Fokusdistanz im Vergleich zur selben Drehung mit geringer Geschwindigkeit. Das ist sehr angenehm für Fotografen, Videofilmer wünschen sich dagegen eher einen linearen Antrieb. Der Schrittmotor arbeitet schnell, präzise und leise sowohl im AF- als auch MF-Modus.

  • Bild Ein Vorteil der Größe des Sigma 24-70 mm F2.8 DG DN Art ist, dass es sich hervorragend in der Hand festhalten und bedienen lässt. [Foto: MediaNord]

    Ein Vorteil der Größe des Sigma 24-70 mm F2.8 DG DN Art ist, dass es sich hervorragend in der Hand festhalten und bedienen lässt. [Foto: MediaNord]

Zum Fokusschalter gesellt sich noch eine AF-Lock-Taste, mit der sich der Autofokus auf dem eingestellten Abstand "festhalten" lässt. Falls dem Fotografen die Funktion nicht zusagt, kann er sie im Kameramenü mit einer anderen Funktion belegen. Das letzte Bedienelement ist ein "Lock"-Schalter, der bei montiertem Objektiv fast auf der Unterseite zu finden ist. Mit diesem kann die Brennweite auf 24 Millimeter verriegelt werden. Allerdings löst der Schalter sich automatisch, wenn der Brennweitenring mit etwas Kraft bewegt wird.

Sigma gibt den Mindestfokusabstand mit 18 Zentimetern ab Sensorebene an, in unserem Test fokussierte das Objektiv bereits ab etwa 17 Zentimeter von der Sensorebene entfernt beziehungsweise 2,5 Zentimeter ab der Frontlinse. Das minimale Bildfeld beträgt dabei etwa 10 x 7 Zentimeter, was einem Abbildungsmaßstab von 1:2,8 entspricht. Damit erreicht das Objektiv einen etwas besseren Abbildungsmaßstab als die von Sigma versprochenen 1:2,9.

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Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 51, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.