Lichtstarkes Telezoom

Testbericht: Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS

2015-01-13 Mit dem NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS stellt Samsung dem Standardzoom NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS ein passendes lichtstarkes Telezoom zur Seite. Entsprechend Kleinbild deckt es einen Brennweitenbereich von 75 bis 225 Millimeter ab, will also eine Alternative zum 70-100mm F2.8 Kleinbildobjektiv sein. Standesgemäß rüstet Samsung das Objektiv mit Bildstabilisator, leisem und schnellem internen Fokus, Spritzwassertschutz und Stativschelle aus. Im Test fühlen wir dem 50-150 mm 2.8 S ED OIS im Labor und in der Praxis auf den Zahn.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Stattliche 1,5 Kilogramm drücken die Samsung NX1 und das NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS zusammen auf die Waage. Dank abnehmbarem Stativschellenwinkel lässt sich die Kombination kompakter verstauen. [Foto: MediaNord]

    Stattliche 1,5 Kilogramm drücken die Samsung NX1 und das NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS zusammen auf die Waage. Dank abnehmbarem Stativschellenwinkel lässt sich die Kombination kompakter verstauen. [Foto: MediaNord]

Wie jedes andere lichtstarke Telezoom ist auch das Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS kein Hosentaschenobjektiv, sondern drückt zusammen mit der NX1 stattliche 1,5 Kilogramm auf die Waage. Sowohl das Bajonett als auch der Objektivtubus bestehen aus robustem Metall, nur bei der Aufnahme für die Streulichtblende handelt es sich um ein Stück Kunststoff, das 72mm-Filtergewinde besteht selbstverständlich aus Metall. Der breite Zoomring läuft sanft und satt, dank Innenzoom ändert das Objektiv dabei seine Baulänge nicht, allerdings wird die Brennweite nicht im Livebild eingeblendet, man ist auf die auf dem Zoomring aufgedruckten Brennweitenangaben angewiesen. Das Innenzoom erleichtert auch die Konstruktion der Abdichtung gegen Spritzwasser und Staub, mit der das Samsung 50-150 mm 2.8 S ED OIS versehen ist.

Durch die angenehme Größe lässt sich das Objektiv hervorragend aus der Hand benutzen, aber auch an eine Stativschelle hat Samsung gedacht und geht dabei einen etwas anderen Weg als manch anderer Hersteller. Das Objektiv verfügt über einen drehbaren, nicht abnehmbaren Ring mit Stativgewinde und selbstverständlich einer Feststellschraube. Bereits ohne Winkel lässt sich das Objektiv damit auf einem Stativ befestigen. Komfortabler wird es aber nach Anbringung des mitgelieferten Winkels, der allerdings nur aus Kunststoff besteht. Er macht zwar einen robusten Eindruck, gibt bei stärkeren Belastungen aber doch minimal nach, was sicherlich nicht jedem gefällt. Dafür ist der Winkel schön klein und leicht.

Neben einem Innenzoom verfügt das Samsung 50-150 mm auch über einen standesgemäßen Innenfokus, der fast unhörbar, schnell und präzise von der Kamera angesteuert wird. Per Schalter am Objektiv lässt sich auf manuellen Fokus umschalten und mit Hilfe des sämig laufenden Rings vorne am Objektiv wunderbar manuell scharfstellen, Fokuspeaking sowie Fokuslupe bieten seitens der Kamera weitere Unterstützung dabei. Doch der Ring kann noch mehr: Wird der i-Function-Knopf am Objektiv gedrückt, so mutiert der Ring zum Blendenring, Weißabgleichsring, Motivprogrammring, ISO-Ring und noch einigem mehr. Doch das Objektiv weist im Zusammenspiel mit der NX1 noch eine Besonderheit auf: Der Fokusbegrenzer lässt sich in der Ober- und Untergrenze frei einstellen, so arbeitet der Fokus noch schneller und stellt nicht auf den Vorder- oder Hintergrund scharf. Die Naheinstellgrenze von gut einem Dreiviertel Meter ab Frontlinse lädt allerdings nicht unbedingt zu Nahaufnahmen kleinerer Motivdetails ein. Das vierte und letzte Bedienelement schaltet den unhörbar und effektiv arbeitenden Bildstabilisator "OIS" ein und aus.

  • Bild Das Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS verfügt über Innenzoom und -fokus, ist hochwertig verarbeitet und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. [Foto: Samsung]

    Das Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS verfügt über Innenzoom und -fokus, ist hochwertig verarbeitet und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. [Foto: Samsung]

  • Bild Auch ohne Streulichtblende ist das Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS noch ein stattliches Rohr, das mit einer konstant hohen Auflösung und einem cremigen Bokeh zu überzeugen weiß. [Foto: MediaNord]

    Auch ohne Streulichtblende ist das Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS noch ein stattliches Rohr, das mit einer konstant hohen Auflösung und einem cremigen Bokeh zu überzeugen weiß. [Foto: MediaNord]

In der Praxis zeigt das Objektiv weder Verzeichnung noch Randabdunklung und vor allem bis in die Ecken scharfe und kontrastreiche Bilder. Die Vergütung arbeitet auch bei Gegenlicht gut, eine Streulichtblende gehört im Übrigen wie auch ein Schutzbeutel zum Lieferumfang. Einzig auffällig im negativen Sinne sind Farbsäume, die mit zunehmender Brennweite vor allem zum Bildrand hin zu beobachten sind, die hat Samsung offensichtlich nicht ganz unter Kontrolle. Am Bokeh hingegen lässt sich nicht mäkeln, das Objektiv stellt nicht nur aufgrund seiner langen Brennweite und großen Blendenöffnung wunderbar frei, sondern zeichnet auch die Unschärfebereich sehr schön weich.

Im Testlabor bestätigen sich die Praxiseindrücke: Keine messbare Verzeichnung oder Randabdunklung trüben das Bild, wohl aber chromatische Aberrationen, die zwar im Mittel gering, aber in den Extremen am Bildrand vor allem bei langer Brennweite recht deutlich ausfallen (siehe Diagramm aus dem Labortest unten). Die Auflösungsmessung bei 50 Prozent Motivkontrast attestiert dem Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS eine sehr gleichmäßige und hohe Auflösung von der Bildmitte bis zum Bildrand, bei kurzer und mittlerer Brennweite jeweils über 50 Linienpaar pro Millimeter (lp/mm) mit einem Maximum von bis zu über 55 lp/mm, nur in Telestellung werden die 50 lp/mm knapp nicht erreicht, die Auflösung liegt dennoch im oberen 40er Bereich, ist also gut.

Fazit Nicht nur mit der NX1, sondern auch mit passenden Hochleistungsobjektiven wie aktuell dem NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS mausert sich Samsung zum ernsthaften Konkurrenten etablierter Kamerahersteller. Das 1.600 Euro teure Objektiv ist hervorragend verarbeitet, gegen Umwelteinflüsse abgedichtet und weiß mit pfiffigen Detaillösungen wie der Stativschelle oder dem individuell programmierbaren Fokusbegrenzer zu überzeugen. Doch auch die Bildqualität steht dem hohen Anspruch kaum nach, das Objektiv bietet eine konstant hohe bis sehr hohe Auflösung mit einem angenehmen Bokeh, optische Fehler wie Verzeichnung und Randabdunklung sind ihm fremd. Nur die Farbsäume hat Samsung nicht ganz im Griff, hier hilft zur Not der Griff in die Bildbearbeitungstrickkiste. Der Preis erscheint zwar stattlich, für das Gebotene aber durchaus angemessen und mit den etablierten Herstellern absolut ebenbürtig.

Samsung NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS mit Samsung NX1 (v6.0)

Chromatische Aberration

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten sowie einer ausführlichen PDF-Datei zum Archivieren und Ausdrucken kostet 1,40 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,50 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.

Hersteller Samsung
Modell NX Lens 50-150 mm 2.8 S ED OIS
Preis (UVP) 1.599,00 EUR
Bajonett Samsung NX
Brennweitenbereich 50-150 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2,8 (durchgängig)
Kleinste Blendenöffnung F22
Linsensystem 20 Linsen in 13 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
KB-Vollformat nicht relevant
Naheinstellgrenze 700 mm
Bildstabilisator vorhanden ja
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 72 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 81 x 154 mm
Objektivgewicht 915 g

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Hersteller
Modell

Kurzbewertung

  • Stativschelle, Tasche und Sonnenblende im Lieferumfang
  • Programmierbarer Fokusbegrenzer
  • Schneller, leiser, interner Fokus
  • Sehr gute Bildqualität
  • Hochwertige Verarbeitung und Spritzwasserschutz
  • Beim Zoomen und zum Bildrand hin zunehmende, stark sichtbar werdende Farbsäume
  • Stativschellenwinkel aus Kunststoff nicht ganz so Steif wie einer aus Metall
  • Große Naheinstellgrenze

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.