40-Zoll-Monitor (100 cm)

Testbericht: Philips BDM4037UW 4K-Großbild-Monitor

2018-03-22 Im Zuge unserer Fototipp-Reihe "Fotos auf 4K-Fernsehern" haben wir uns auch zwei richtig große Bildschirme für den Schreibtisch angeschaut. Einer davon ist der hier getestete Philips BDM4037UW mit stattlicher 40 Zoll (ein Meter) großer Bilddiagonale und "leicht curved", das heißt etwas gebogen, was bei dieser Größe am Schreibtisch durchaus Sinn macht, wie unser Test zeigt.  (Jan-Markus Rupprecht)

  • Bild Dass der Philips Brilliance BDM4037UW 4K Ultra HD-LCD-Monitor ein gebogenes Panel hat, sieht man auf diesem Herstellerfoto gut. Der Krümmungsradius beträgt 3 Meter, das Panel ist also nur relativ wenig gebogen. [Foto: Philips]

    Dass der Philips Brilliance BDM4037UW 4K Ultra HD-LCD-Monitor ein gebogenes Panel hat, sieht man auf diesem Herstellerfoto gut. Der Krümmungsradius beträgt 3 Meter, das Panel ist also nur relativ wenig gebogen. [Foto: Philips]

Fotos auf 4K-Fernsehern  Dieser Test ist Teil unserer Reihe "Fotos auf 4K-Fernsehern", zu der wir uns auch große 4K-Monitore für den Schreibtisch angeschaut haben. Direkt hierzu gehört der Fototipp "Fotos auf 4K-Fernsehern: Riesen-Monitore auf dem Schreibtisch", der am 26.03.2018 erscheint, und der Testbericht des 43 Zoll großen 4K-Monitors ViewSonic_VX4380. Einen Überblick über die ganze Serie finden Sie auf der Übersichtsseite zur digitalkamera.de-Fototipp-Reihe "Fotos auf 4K-Fernsehern", auf der alle zugehörigen Artikel verlinkt sind.

Normalerweise beschäftigen wir uns auf digitalkamera.de nur mit speziellen Bildbearbeitungsmonitoren. Solche habe einen erweiterten Farbraum und sind Hardware-kalibrierbar. Damit einher geht typischerweise eine generell sehr hohe Produktqualität und diese hat dann ihren Preis. Ab etwa 700 Euro bekommt man einen richtigen Bildbearbeitungs-Monitor, dann allerdings in "üblicher" Bilddiagonale von z. B. 24 Zoll bei 1.920 x 1.200 darstellbaren Bildpunkten (größere Bildbearbeitungsmonitore mit mehr Bildpunkten gibt es bis 32 Zoll Diagonale für einige Tausend Euro). Der hier getestete Philips BDM4037UW stellt fast viermal so viele Pixel wie ein Full-HD-Monitor dar ist auch fast viermal so groß wie ein üblicher Bildschirm, kostet aber im Handel unter 700 Euro. Zu dem Preis ist er natürlich kein spezieller Bildbearbeitungs-Monitor. Der Grund, warum wir ihm trotzdem einen Test widmen, ist unsere aktuell laufende Fototipp-Reihe zum Thema "Fotos auf 4K-Fernsehern", in der wir auch der Frage nachgehen: Geht nicht auch notfalls ein 4K-Fernsehgerät als Monitor? Und unter welchen Voraussetzungen? Und bei solcher Fragestellung darf natürlich der Vergleich zu großen und bezahlbaren 4K-Monitoren nicht fehlen, von denen es derzeit unseres Wissens nach nur zwei Exemplare gibt, einer davon ist der hier getestete Philips BDM4037UW, der andere ist der ViewSonic VX4380-4K, dessen Test wir ebenfalls in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Schon Mitte 2017 kam der Philips BDM4037UW auf den Schreibtisch des digitalkamera.de-Herausgebers, ein stattlicher 40-Zoll-Monitor, der dabei gar nicht mal teuer war. Nur rund 600 Euro kostete der damals ganz frisch auf den Markt gekommene, leicht gebogene ("curved") Monitor. Mit seiner 40-Zoll-Bilddiagonale war die Pixeldichte nur minimal höher als zuvor beim niedriger auflösenden 24-Zoll-Monitor. Das konnte durch etwas weniger Betrachtungsabstand ausgeglichen werden (Betrachtungsabstand zur Bildmitte etwa 70 bis 80 Zentimeter). Der Gedanke für die Anschaffung dieses Riesenmonitors war einfach, dass ich nicht nur mehr Auflösung, sondern effektiv auch mehr nutzbare Fläche haben wollte. Nicht alles ganz scharf, aber dafür ganz klein, sondern einfach viel, viel Platz für mehrere Programmfenster gleichzeitig. Den Anspruch daran professionell (im Sinne von farbverbindlich) Bildoptimierung zu machen, hatte ich nicht (dafür haben wir einen Bildbearbeitungs-Arbeitsplatz mit farbkalibriertem Eizo-Grafikmonitor). Tests gab es damals von dem Gerät noch nicht, einige Stimmen auf Amazon.de sprachen von einem stark spiegelnden Display, aber darauf wollte ich es, auch mangels Alternativen, ankommen lassen.

Die Spiegelungen sind tatsächlich sichtbar und können stören. Zum Glück habe ich kein Fenster im Rücken, aber dafür zwei Fenster im Raum, eines schräg hinter und eines schräg seitlich vom Monitor. Mit einem weißen Hemd bei Sonnenschein am Schreibtisch zu sitzen ist nicht die beste Idee. Normalerweise sind die Spiegelungen aber kein großes Problem. Generell muss man sagen, dass Reflexionen bei einem gebogenen Display subjektiv immer deutlicher wahrgenommen werden, weil sich sozusagen immer irgendwas spiegelt. Ich bin generell überhaupt kein Fan von gebogenen Displays in Wohnraum-Situationen und sehe auch den Sinn darin nicht recht, denn in Wohnzimmern gibt es ja meist nicht den einen einzigen Sitzplatz, auf den man den Curved-Monitor hin ausrichten könnte. Auf dem Schreibtisch ist aber genau das der Fall. 99,99 Prozent der Zeit sitze ich allein vor dem Monitor und dann ist es bei einem so riesengroßen Display äußerst angenehm, wenn sich der Monitor etwas um einen herumwölbt. Ohnehin ist der Philips BDM4037UW nur relativ leicht gebogen. Es ist deshalb auch kein Problem, mal zu zweit davor zu sitzen.

  • Bild Alle Anschlüsse gehen beim Philips Brilliance BDM4037UW 4K einfach nach hingen weg. Dort sind sie zwar gut erreichbar, aber wirklich hübsch sieht die Rückseite nur ohne Kabel aus. [Foto: Philips]

    Alle Anschlüsse gehen beim Philips Brilliance BDM4037UW 4K einfach nach hingen weg. Dort sind sie zwar gut erreichbar, aber wirklich hübsch sieht die Rückseite nur ohne Kabel aus. [Foto: Philips]

Das Panel ist ein VA-Typ, das wäre theoretisch nicht meine erste Wahl gewesen. Man hört und liest häufig, dass auf den Schreibtisch eines anspruchsvollen Nutzers ein vernünftiges IPS-Panel gehört. Tatsächlich kann ich aber nichts schlechtes darüber berichten, auch im direkten Vergleich mit dem getesteten ViewSonic-Monitor (der ein IPS-Panel hat), schlägt sich der Philips gut. Eine gewisse Winkelabhängigkeit ist zweifellos vorhanden, sie wird aber durch die leicht gebogene Form ausgeglichen. Das heißt, wenn man so vor dem Monitor sitzt, dass man halbwegs im Radius der Bildschirmkrümmung sitzt, spielen Farbverschiebungen durch schrägen Bildwinkel keine Rolle. Wenn man hingegen vor dem Bildrand sitzt und schräg auf die Bildfläche schaut, sieht man deutlich veränderte Farben. Für eine Bildbearbeitungs-Schulung mit einer zweiten Person vor dem Monitor ist er durch sein VA-Panel also eher ungeeignet. In Sachen Reaktionszeit und Stromverbrauch schneidet der Phillips nominal sogar besser ab als der Viewsonic, in der Theorie hätte es andersherum sein sollen. Den höheren Kontrast wiederum, den man den VA-Panels nachsagt, kann ich in der Praxis allerdings auch nicht bestätigen (das kontrastreichere Bild von beiden liefert der Viewsonic).

Monitore dieser Größe haben keinen höhenverstellbaren Fuß, wie man es von kleinen Monitoren kennt. Das wäre auch überhaupt nicht sinnvoll, denn die Oberkante des Monitors ist auch so schon ungefähr auf Augenhöhe (oder sogar darüber, je nach Sitzposition und Körpergröße). Der Monitor ist aber immerhin neigbar und ich hatte ihn auch in Maximalstellung (10 Grad) nach hinten geneigt und fand diese Stellung optimal. Der Monitorfuß des Philips ist sehr filigran gehalten, dafür sehr stabil aus Aluminium und sieht auch aus der Nähe betrachtet ziemlich schick aus.

Fortsetzung auf Seite 2

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Autor

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 53, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.