Lichtstarkes Normalobjektiv

Testbericht: Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR

Seite 2 von 2, vom 2022-01-12 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Fokus

Der mit 2,3 Zentimetern angenehm breite Fokusring besteht ebenfalls aus Metall und ist auf einer Breite von zwei Zentimetern fein geriffelt. Zwar ist er damit sehr griffig, aber zwischen den Riffeln setzt sich sehr gerne Dreck bis hin zu kleinen Staubkörnern fest. Der Ring lässt sich gegen einen leichten, angenehm weichen Widerstand völlig lautlos und endlos drehen. Der Fokusring arbeitet elektronisch und defaultmäßig nicht-linear. In diesem Modus bestimmt die Drehgeschwindigkeit, wie weit der Fokus verstellt wird. Dreht man den Ring langsam, lässt sich der Fokus in allerfeinsten Schritten sehr präzise einstellen. Dreht man schnell am Fokusring, werden sehr weite Verstellwege zurückgelegt. Per Menü lässt sich dieses Verhalten jedoch auf linear umschalten, dann bestimmt allein der Drehwinkel des Fokusrings, wie weit die Entfernungseinstellung verändert wird.

Der Fokus selbst wird von einem unhörbaren Linearmotor eingestellt. Dabei ist die Fokusgruppe frei beweglich gelagert und wird vom Antrieb direkt positioniert. Im ausgeschalteten Zustand klappert die Fokusgruppe im Objektiv hörbar den Verstellweg vor und zurück. Der Autofokus arbeitet sehr schnell und präzise. Dabei bietet die Kamera eine Fokus-Peaking-Funktion, aber auch eine Fokuslupe lässt sich aktivieren, die besonders bei manueller Fokussierung hilfreich ist. Je nach Kameramodell lässt sich zudem beispielsweise ein digitaler Schnittbildindikator aktivieren.

  • Bild Die Frontlinse des Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR misst 33 Millimeter im Durchmesser und das 58mm-Filtergewinde besteht aus Metall. [Foto: MediaNord]

    Die Frontlinse des Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR misst 33 Millimeter im Durchmesser und das 58mm-Filtergewinde besteht aus Metall. [Foto: MediaNord]

Das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR hat laut technischen Daten eine Naheinstellgrenze von 30 Zentimetern. In der Praxis konnten wir bereits ab einer Entfernung von 29,3 Zentimetern zur Sensorebene fokussieren. Der Motivabstand von der Objektivfront beträgt dabei knapp 20 Zentimeter. Das minimale Bildfeld haben wir mit 14,8 x 9,9 Zentimetern gemessen, was einem Abbildungsmaßstab von 1:6,3 entspricht. Das ist etwas besser als die Werksangabe von 1:6,7. Bei einem Kleinbildobjektiv bräuchte man übrigens einen Abbildungsmaßstab von 1:4,1, um ein identisch kleines Motiv formatfüllend einfangen zu können.

Bildqualität

Das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR besitzt einen sehr aufwendigen optischen Aufbau aus 15 Linsen, die in zehn Gruppen angeordnet sind. Neben drei ED-Linsen sollen zwei asphärische Linsen Abbildungsfehler minimieren. Zwei der ED-Gläser sowie eine der asphärischen Linsen sitzen in der sechslinsigen Fokusgruppe, was eine hohe Bildqualität bei jeder Fokusdistanz garantieren soll. Zudem rückt der Lens Modulation Optimizer (kurz LMO) der Fujifilm-Systemkameras defaultmäßig im JPEG-Format bereits kameraintern optischen Abbildungsfehlern und sogar der Beugung zu Leibe. Zum Test der Bildqualität haben wir mit der X-T4 das aktuelle Systemkamera-Flaggschiff von Fujifilm verwendet. Ihr APS-C-Sensor löst 26 Megapixel auf.

Da es sich beim XF 33 mm F1.4 R LM WR um ein APS-C-Objektiv handelt, entspricht der diagonale Bildwinkel von 46,6 Grad einem Kleinbildäquivalent von 50 Millimetern. Die Schärfentiefe entspricht einem 50mm-Kleinbildobjektiv mit F2,1. Das Freistellen eines Motivs vor unscharfem Hintergrund ist damit überhaupt kein Problem. Neun abgerundete Blendenlamellen sollen beim Fujifilm XF 33 F1.4 für eine gleichmäßig runde Blendenöffnung sorgen. Das funktioniert sehr gut. Das Bokeh ist weich und auch die Unschärfescheibchen von Spitzlichtern weisen keine hellen Ränder auf. Allerdings konnten wir minimale Farbsäume im Unschärfebereich beobachten. Schließt man die Blende auf F16, zeigt sich sogar ein leichter Blendenstern an hellen Lichtquellen.

Im Gegenlicht zeigt das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR kein perfektes Verhalten. Je nach Position der Lichtstelle können ganz leichte Kontrastverluste auftreten. Zudem zeigen sich leichte Lens-Flares. Hier ist die Kreativität des Fotografen gefragt, um diese zu vermeiden oder gekonnt ins Motiv für die richtige "Lichtstimmung" einzubeziehen.

  • Bild Trotzt hoher Lichtstärke und Metallgehäuse wiegt das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR nur 360 Gramm, zusammen mit der X-T4 sind es 970 Gramm. Auch die Abmessungen von 7,4 Zentimetern in der Länge und 6,7 Zentimetern im Durchmesser passen gut zur X-T4. [Foto: MediaNord]

    Trotzt hoher Lichtstärke und Metallgehäuse wiegt das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR nur 360 Gramm, zusammen mit der X-T4 sind es 970 Gramm. Auch die Abmessungen von 7,4 Zentimetern in der Länge und 6,7 Zentimetern im Durchmesser passen gut zur X-T4. [Foto: MediaNord]

Im Labortest an der Fujifilm X-T4 zeigen sich die optischen Fehler des Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR sehr gut auskorrigiert. Die Verzeichnung bewegt sich nahezu perfekt an der Nulllinie. Die Randabdunklung bleibt mit maximal 31 Prozent beziehungsweise 0,5 Blendenstufen gering. Blendet man um drei Stufen ab, reduziert sich die Randabdunklung auf 0,3 Blendenstufen. Ohnehin ist sie dank des sanften Verlaufs kaum sichtbar. Auch die Farbsäume sind minimal und bewegen sich selbst im Maximum unter einer Breite von 0,5 Pixeln.

Sehr gut schlägt sich das Normalobjektiv auch bei der Auflösungsmessung (siehe Diagramm aus dem Labortest unten). Sowohl im Bildzentrum als auch am Bildrand erreicht es bei 50 Prozent Kontrast im Bereich von F1,4 bis F11 durchweg über 50 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) im Kleinbildäquivalent. Der Randabfall ist mit einem Maximum von elf Prozent vernachlässigbar. Am geringsten ist er bei F5,6 mit einem Wert von nur fünf Prozent. Hier erreicht auch die Randauflösung ihr Maximum von knapp 57 lp/mm erreicht. Im Bildzentrum wird das Maximum von gut 60 lp/mm bereits bei F4 erreicht, liegt aber auch bei F5,6 an.

Fazit

Zwar kostet das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR 250 Euro mehr als das neun Jahre alte XF 35 mm F1.4 R, ist diesen Aufpreis aber mehr als wert. Die Verarbeitung des Metallgehäuses ist über jeden Zweifel erhaben, zumal es sogar gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet sowie frostsicher bis -10 °C ist. Der Innenfokus arbeitet dank des Linearantriebs flüsterleise, äußerst schnell und präzise. Zudem ist der neue Blendenring mit Sicherung der Automatikstellung Gold wert. Als wäre das nicht schon genug, überzeugt das 800-Euro-Normalobjektiv auch noch bei der Bildqualität auf voller Linie, auch wenn es nicht ganz perfekt ist, etwa im Gegenlicht. Die optischen Fehler sind jedenfalls gering bis nicht vorhanden und die Auflösung bewegt sich von der Bildmitte bis zum Bildrand über fast den gesamten Blendenbereich (F1,4-11) auf sehr gutem Niveau.

Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR mit Fujifilm X-T4

Auflösung MTF


X-T4

F1,4F2,0F2,8F4,0F5,6F8,0F11,0F16,0
33 mm56,9 / 50,6 (11 %)56,8 / 52,2 (8 %)58,2 / 52,6 (10 %)59,9 / 54,6 (9 %)59,7 / 56,9 (5 %)59,7 / 56,3 (6 %)55,2 / 50,6 (8 %)49,5 / 45,8 (7 %)

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten in Form einer ausführlichen PDF-Datei zum Download kostet je nach Umfang 0,49 bis 1,49 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,49 bis 0,69 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.

Hersteller Fujifilm
Modell XF 33 mm F1.4 R LM WR
Unverbindliche Preisempfehlung 799,00 €
Bajonettanschluss Fujifilm XF
Brennweite 33,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,4
Kleinste Blendenöffnung F16
KB-Vollformat nicht relevant
Linsensystem 15 Linsen in 10 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Anzahl Blendenlamellen 9
Naheinstellgrenze 300 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 58 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 67 x 74 mm
Objektivgewicht 360 g

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Kurzbewertung

  • Hochwertiges Vollmetallgehäuse
  • Spritzwasser- und Staubschutz
  • Schönes Bokeh
  • Praktisch keine optischen Fehler
  • Sehr gute Auflösung vom Bildzentrum bis an den Bildrand
  • Leichte Lens-Flares und Kontrastverluste im Gegenlicht
  • Minimale Farbsäume im Bokeh