Lichtstarkes Normalobjektiv

Testbericht: Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR

2022-01-12 Mit dem Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR ist seit September 2021 eine Alternative zum neun Jahre alten XF 35 mm F1.4 R, das die Normalbrennweite von 50 Millimetern im Kleinbildäquivalent besser trifft als das ältere Modell. Aber auch sonst hat sich viel getan: Der optische Aufbau ist wesentlich komplexer, der Fokus arbeitet nun mit einem schnellen Linearmotor und das Gehäuse besitzt einen Wetterschutz. Dafür ist das 33er deutlich länger, teurer und fast doppelt so schwer wie das alte 35er. Wie es sich bei der Bildqualität schlägt, haben wir im Test am 26 Megapixel auflösenden Fujifilm-Flaggschiff X-T4 herausgefunden.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR ist ein lichtstarkes Normalobjektiv mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 50 Millimetern. Es ist eine Alternative zum neun Jahre alten XF 35 mm F1.4 R. [Foto: Fujifilm]

    Das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR ist ein lichtstarkes Normalobjektiv mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 50 Millimetern. Es ist eine Alternative zum neun Jahre alten XF 35 mm F1.4 R. [Foto: Fujifilm]

Verarbeitung

Knapp 800 Euro kostet das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR. Das ist nicht gerade ein Schnäppchen und 250 Euro mehr als das alte XF 35 mm F1.5 R. Dafür ist das 33 mm hochwertig verarbeitet. Die Festbrennweite besteht von außen komplett aus Metall, inklusive des 58 Millimeter großen Filtergewindes. Nur die mitgelieferte Streulichtblende ist aus Kunststoff gefertigt. Sie ist innen geriffelt und mattiert, um keine ungewollten Reflexionen zu erzeugen. Sie misst knapp über vier Zentimeter in der Länge und 7,5 Zentimeter im Durchmesser, mit knapp 28 Gramm ist sie sehr leicht. Sie lässt sich zum Transport verkehrt herum am Objektiv montieren, deckt dabei aber aufgrund der zylindrischen Form den kompletten Fokusring ab, nur der Blendenring bleibt zugänglich. Optional kann man für knapp 70 Euro die klassisch-rechteckige und aus Aluminium gefertigte Streulichtblende Fujifilm LH-XF23 II erwerben. Sie gehört zwar eigentlich zum XF 23 mm F1.4 R LM WR, passt aber auch auf das XF 33 mm F1.4 R LM WR.

Doch nicht nur das Metallgehäuse sorgt beim Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR für Robustheit, sondern auch die Abdichtung gegen Spritzwasser und Staub. Am Bajonett ist ebenfalls eine Dichtlippe zu finden. Da der Fokus intern arbeitet, wird auch keinerlei Luft eingesaugt oder rausgedrückt, so dass die Dichtigkeit nicht negativ beeinflusst wird. Obendrein ist das Objektiv bis -10 °C frostfest.

  • Bild Zum Lieferumfang des Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR gehört eine zylindrische, aus Kunststoff gefertigte Streulichtblende. [Foto: Fujifilm]

    Zum Lieferumfang des Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR gehört eine zylindrische, aus Kunststoff gefertigte Streulichtblende. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Die klassisch-rechteckige und aus Aluminium gefertigte Streulichtblende Fujifilm LH-XF23 II gehört zwar eigentlich zum XF 23 mm F1.4 R LM WR, passt aber auch auf das XF 33 mm F1.4 R LM WR. Sie kostet knapp 70 Euro. [Foto: Fujifilm]

    Die klassisch-rechteckige und aus Aluminium gefertigte Streulichtblende Fujifilm LH-XF23 II gehört zwar eigentlich zum XF 23 mm F1.4 R LM WR, passt aber auch auf das XF 33 mm F1.4 R LM WR. Sie kostet knapp 70 Euro. [Foto: Fujifilm]

An die Kompaktheit des alten XF 35 mm F1.4 R kommt das XF 33 mm F1.4 R LM WR nicht heran, ist aber trotz gut zwei Zentimetern mehr Länge für die Lichtstärke von F1,4 noch recht kompakt. Die Frontlinse misst 3,3 Zentimeter, das Objektiv selbst 6,7 Zentimeter im Durchmesser. Die Länge beträgt 7,4 Zentimeter. Angesichts der kompakten Abmessungen fühlen sich die 360 Gramm schwerer an, als sie es sind (das alte XF 35 wiegt nur 187 g). Zusammen mit der Testkamera Fujifilm X-T4 und der Streulichtblende liegt das Gewicht ziemlich genau bei einem Kilogramm.

Ausstattung und Bedienung

Das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR besitzt lediglich zwei Metall-Einstellringe. Beim hinteren davon handelt es sich um einen 1,3 Zentimeter breiten Blendenring. Er besitzt eine acht Millimeter breite, griffige Riffelung. Im vorderen Teil des Rings sind die vollen Blendenstufen eingraviert und weiß ausgelegt. Zudem gibt es eine rot ausgelegte A-Markierung für die Automatikstellung. Der Einstellweg zwischen A und F16 ist genauso lang wie zwischen allen anderen vollen Blendenstufen, jedoch ohne Zwischenrastung.

Weil das XF 33 F1.4 zur neuesten X-Objektivgeneration gehört, gibt es sogar eine Arretierung in Automatikstellung, so dass man nicht versehentlich zwischen manueller und automatischer Blendeneinstellung wechseln kann. In beide Richtungen, also sowohl zum Aktivieren als auch zum Deaktivieren der Automatik, muss jeweils der Arretierungsknopf gedrückt werden. Der Bereich von F1,4 bis F16 des Blendenrings ist in Drittelstufen gerastet, wobei sich die hörbare Rastung nicht deaktivieren lässt.

  • Bild Das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR besitzt ein hochwertiges Metallgehäuse, das zudem gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet ist. [Foto: Fujifilm]

    Das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR besitzt ein hochwertiges Metallgehäuse, das zudem gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet ist. [Foto: Fujifilm]

Über einen optischen Bildstabilisator verfügt das Fujifilm XF 33 mm F1.4 R LM WR nicht. Angesichts der hohen Lichtstärke ist das aber zu verschmerzen. Zudem gibt es inzwischen einige Fujifilm-Systemkameras mit integriertem Sensor-Shift-Bildstabilisator, etwa die Fujifilm X-S10, die X-T4 und die (leider nicht mehr erhältliche) X-H1.

Fortsetzung auf Seite 2

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.