Blitzzubehör

Testbericht: Drahtloser Blitzauslöser Metz WT-1

2017-01-31 Neben dem mecablitz M400 kündigte die Metz mecatech GmbH auf der Photokina 2016 in Köln auch den Funk-Blitzauslöser WT-1T und den passenden Empfänger WT-1R an. Das aus dem WT-1T und WT-1R bestehende Set WT-1 ist aktuell für Nikon- und Canon-Blitzprotokolle verfügbar. Ab Februar 2017 soll das WT-1 auch für Sony-Blitzgeräte erhältlich sein. Wir haben uns das WT-1-Set für das Nikon System angeschaut.  (Harm-Diercks Gronewold)

Wie der mecablitz M400 kommt auch der drahtlose Auslöser WT-1 in einer sehr stylischen dunklen Verpackung daher. Zum Lieferumfang zählen eine Kurzanleitung, eine Transporttasche sowie der Transceiver WT-1T und der Empfänger WT-1R. Zudem befinden sich ein USB-Kabel für Firmwareupdates und zwei Standfüße mit einem ¼“ Gewinde aus Metall im Karton. Eine vollständige Bedienungsanleitung ist nicht vorhanden. Diese kann man sich von der Metz-Website herunterladen (siehe weiterführende Links).  Zwar besitzt das PDF ein Inhaltsverzeichnis, aber die Suche nach einzelnen Begriffen ist blockiert.

Sowohl der Sender als auch der Empfänger werden über jeweils zwei Mignonzellen mit Strom versorgt. Als Reichweite zwischen Sender und Empfänger gibt Metz 300 Meter an. Diese Zahl bezieht sich aber mit Sicherheit auf eine direkte „Luftlinie“ ohne Hindernisse oder Störsignale. Dennoch ist der Arbeitsbereich deutlich größer als bei der Übertragung mit Hilfe des Lichtimpulsverfahrens. Außerdem ist die Funkübertragung der Belichtungsdaten an die Blitzgeräte bei allen Lichtverhältnissen gegeben und eine direkte „Sichtlinie" zwischen den Blitzgeräten muss ebenfalls nicht vorhanden sein.

  • Bild Zum Metz WT-1 Kit gehören der Transceiver und der Emfpänger, zwei Standfüße und eine Transporttasche. [Foto: MediaNord]

    Zum Metz WT-1 Kit gehören der Transceiver und der Emfpänger, zwei Standfüße und eine Transporttasche. [Foto: MediaNord]

  • Bild Sowohl der Transceiver als auch der Empfänger werden mit handelsüblichen Mignonzellen betrieben. [Foto: MediaNord]

    Sowohl der Transceiver als auch der Empfänger werden mit handelsüblichen Mignonzellen betrieben. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Transceiver kann sowohl als Sender sowie Empfänger genutzt werden. Wird er als Empfänger genutzt, so muss natürlich ein weiterer Sender vorhanden sein. [Foto: MediaNord]

    Der Transceiver kann sowohl als Sender sowie Empfänger genutzt werden. Wird er als Empfänger genutzt, so muss natürlich ein weiterer Sender vorhanden sein. [Foto: MediaNord]

Der Transmitter WT-1T besitzt einen metallenen Blitzfuß mit einer Fixierschraube aus Kunststoff. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich ein Blitzschuh mit TTL-Kontakten und ein Testschalter, um alle angeschlossenen Blitzgeräte auszulösen. Darüber hinaus besitzt der WT-1T eine USB-Schnittstelle und einen PC-Synchronanschluss für die Verbindung zu einer Studio-Blitzanlage. Des Weiteren sind ein 1/4“ Stativgewinde aus Metall und auf dessen gegenüberliegenden Seite drei Taster angebracht, die die Bezeichnungen A, B und C tragen. Das Punktmatrix-LCD nimmt fast die gesamte Rückseite ein und wird von jeweils drei Tastern links und rechts daneben gesäumt. Der Transmitter erlaubt eine Vielzahl von unterschiedlichen Funktionen, unter anderem die Auswahl der Blitzgruppen, der Kanäle, die Ansteuerung und Funktionsarten der Blitzgeräte sowie die Streuscheibeneinstellungen und vieles mehr. Das Display ist sehr übersichtlich und schnell durchschaubar. Verantwortlich dafür ist das sehr gut gelungene Bedienkonzept, das den Anwender mit klaren Hinweisen der nächsten Optionen durch die Einstellungen „führt“. Der Sender kann insgesamt drei Gruppen steuern, und zwar über 15 Kanäle. Der Empfänger kann jedoch nur drei Kanäle empfangen. Erst ein weiterer Transceiver im Slave-Modus ist in der Lage, die Kanäle 4-15 zu nutzen. Neben der genauen Konfiguration der Gruppen kann der Transceiver aber auch eine komplett automatische Steuerung der Blitze vornehmen – immer vorausgesetzt, die verwendete Kamera unterstützt diese Funktionen. So sind dann Belichtungen auf den zweiten Verschlussvorhang und High-Speed-Synchronisationen kein Problem.

  • Bild Das Stativgewinde am Transceiver ist aus einer verschraubten Metallplatte gefertigt und macht einen sehr soliden Eindruck. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde am Transceiver ist aus einer verschraubten Metallplatte gefertigt und macht einen sehr soliden Eindruck. [Foto: MediaNord]

  • Bild Am Transceiver und am Empfänger befinden sich jeweils Anschlüsse für eine Blitzanlage und einen USB-Stecker. [Foto: MediaNord]

    Am Transceiver und am Empfänger befinden sich jeweils Anschlüsse für eine Blitzanlage und einen USB-Stecker. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auf der Oberseite des Empfängers und des Transceivers befinden sich der Taster für die Testblitzauslösung und der Blitzschuh für Blitzgeräte. [Foto: Metz]

    Auf der Oberseite des Empfängers und des Transceivers befinden sich der Taster für die Testblitzauslösung und der Blitzschuh für Blitzgeräte. [Foto: Metz]

Der Empfänger WT-1R besitzt weniger Bedienelemente. Um genau zu sein, besitzt er einen Ein- und Aus-Schalter, einen Schalter zur Einstellung des Kanals sowie drei Taster für die Zuweisung der Blitzgruppen und einen Taster auf der Oberseite, mit dem alle verbundenen Blitzgeräte ausgelöst werden können. Der Blitzfuß des Transmitters besteht, im Gegensatz zu dem des Transceivers, aus Kunststofffuß und verfügt über ein eingelassenes 1/4“ Metallgewinde. Der Blitzschuh auf der Oberseite ist hingegen wieder aus Metall. Auch der WT-1R kann an eine Blitzanlage über einen PC-Sync-Stecker angeschlossen werden, um diese drahtlos auszulösen. Die Konfiguration des Empfängers ist denkbar einfach. Zunächst muss der Kanal eingestellt werden, auf dem gefunkt wird, sowie die entsprechende Gruppe gewählt werden, zu der das angeschlossene Blitzgerät gezählt wird. Dann kann das entfesselte Blitzen mit dem vollen Komfort eines Systemblitzes losgehen.

  • Bild Die Rückseite des Transceivers besteht aus einem großen beleuchteten Punktmatrix-Display. [Foto: Metz]

    Die Rückseite des Transceivers besteht aus einem großen beleuchteten Punktmatrix-Display. [Foto: Metz]

  • Bild Neben dem Display sind die Funktionstasten angebracht, die die Bedienung der einzelnen Funktionen des Transceivers sehr einfach gestalten. [Foto: Metz]

    Neben dem Display sind die Funktionstasten angebracht, die die Bedienung der einzelnen Funktionen des Transceivers sehr einfach gestalten. [Foto: Metz]

Fazit

Das Metz WT-1 System ist gelungen. Das Bedienkonzept überzeugt. Auch die stabil angebrachten Elemente wie die PC-Sync-Buchse und das massive Stativgewinde am Transceiver sprechen dafür, dass das System für den täglichen Einsatz konzipiert wurde. Schade ist, dass die recht übersichtliche Bedienungsanleitung fehlt. Allerdings ist die Bedienung so einfach, dass man die Anleitung sowieso nur die ersten Male benötigt. Das WT-1 Set kostet knapp 200 Euro, ein einzelner Transceiver liegt bei rund 130 Euro und für den einzelnen Empfänger werden knapp 70 Euro fällig.

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Kurzbewertung

  • Einfaches Bedienkonzept
  • Robuste Bauweise
  • Keine gedruckte Anleitung (und digitale nicht durchsuchbar)

Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 47, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.