Aus dem digitalkamera.de-Testlabor

Neun Samsung NX Objektive auf Bildqualität getestet

2014-05-08 Vor zwei Wochen berichteten wir, dass ein umfangreicher Testkoffer von Samsung zu Besuch in der digitalkamera.de-Redaktion war. Nun liegen die Testergebnisse aus dem digitalkamera.de-Testlabor von neun Objektiven, sowohl Festbrennweiten als auch Zooms, vor. Dabei zeigt sich, dass Samsung durchaus einige Perlen im Objektivprogramm aufzuweisen hat. Getestet wurden an der NX30 die Festbrennweiten 16 mm F2.4, 20 mm F2.8, 30 mm F2.0, 45 mm F1.8 2D/3D, 60 mm F2.8 Makro, 85 mm F1.4 sowie die Zoomobjektive 12-24 mm F4-5.6, 18-200 mm F3.5-6.3 und 50-200 mm F4-5.6 III.  (Benjamin Kirchheim)

Samsung NX-Lens 16 mm i-Function Pancake [Foto: Samsung]Den Anfang macht das Samsung NX Lens 16 mm 2.4 i-Function. Es entspricht vom Bildwinkel her dem klassischen 24-Millimeter-Weitwinkel einer Kleinbildkamera und fällt als Pancake-Objektiv sehr kompakt aus. Trotz der geringen Größe besitzt es einen elektronischen Stellring zur manuellen Fokussierung oder Dank iFn-Knopf auch zur Einstellung anderer Aufnahmeparameter. Die Verzeichnung wird von der Kamera perfekt ausgeglichen, auch die Randabdunklung spielt mit weniger als einer halben Blendenstufe keine Rolle, zumal der ohnehin geringe Helligkeitsabfall sehr sanft und gleichmäßig zu den Ecken hin verläuft. Farbsäume verursacht durch chromatische Aberrationen werden zumindest in den extremen Ausprägungen an den Bildrändern leicht sichtbar, bleiben mit unter 1,5 Pixeln jedoch im Rahmen. Der Mittelwert der chromatischen Aberrationen ist mit deutlich unter einem halben Pixel nicht der Rede wert. Die Schärfe ist auf DIN A4 bezogen von der Bildmitte bis zum Bildrand bei allen Blenden gut, etwas anders sieht es jedoch bei der absoluten Auflösung bei 50 Prozent Kantenkontrast (MTF50) aus: Hier erreicht das Objektiv im Bildzentrum schon bei Offenblende eine hohe Auflösung von rund 48 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm), die sich durch Abblenden auf F4 und F5,6 auf das Maximum von 55 lp/mm steigern lässt, am Bildrand jedoch liegt die Auflösung gut 17 lp/mm darunter, das sind bis zu rund 35 Prozent Auflösungsabfall zum Bildrand, die bei größeren Ausbelichtungen auch sichtbar werden. Insgesamt hat das Samsung NX Lens 16 mm 2.4 i-Function für ein Weitwinkel-Pancake dennoch eine gute Leistung.

Samsung NX Lens 1:2.8 20 mm i-Function [Foto: MediaNord]Sowohl von der Brennweite als auch der Blende eher unspektakulär kommt das Samsung NX Lens 20 mm 2.8 i-Function daher. Es entspricht einem Kleinbildobjektiv mit 30 Millimeter Brennweite, hat also einen minimal engeren Bildwinkel als ein klassisches 28 Millimeter, die Lichtstärke von F2,8 liegt kaum über einem normalen Standardzoom. Dieses Objektiv will vor allem mit der Kompaktheit punkten, der elektronische Stellring sowie die iFn-Taste gehören zur Ausstattung. Verzeichnung und Vignettierung sind ähnlich gering wie schon beim 16 mm, bei den chromatischen Aberrationen bekleckert sich das 20 mm jedoch nicht gerade mit Ruhm, sie sind zwar im Mittel gering, die maximalen Ausprägungen mit über 2,5 Pixeln bei Offenblende am Bildrand wirken jedoch schon störend, deutlich abgeblendet nehmen die Farbsäume etwas ab. Die Schärfeleistung reicht wieder bei allen Blenden von der Bildmitte zum Bildrand für scharfe A4-Auisdrucke, wobei bei Offenblende zumindest messtechnisch ein ganz leichter Abfall zum Bildrand hin auftritt, der aber in der Praxis noch keine Rolle spielt. Dies bestätigt sich bei der Auflösungsmessung MTF50 . Hier liegt die Auflösung im Maximum bei rund 45 lp/mm im Bildzentrum, die auch schon bei Offenblende erreicht werden. Am Bildrand hingegen liegt die Auflösung bei Offenblende nur bei knapp 29 lp/mm, steigert sich beim Abblenden auf F8 aber bis auf fast 37 lp/mm. Insgesamt kann dem Samsung NX Lens 20 mm 2.8 i-Function also auch eine gute Leistung bescheinigt werden, vor allem abgeblendet auf F8 bietet es einen nur wenig ausgeprägten Randabfall der Auflösung und kontrollierbare chromatische Aberrationen.

Samsung NX Lens F2 30 mm [Foto: MediaNord]Das Samsung NX Lens 30 mm 2.0 ist das älteste Pancake-Objektiv im Samsung-Programm und eignet sich mit 45 Millimeter entsprechend Kleinbild als lichtstarkes Normalobjektiv für eine Vielzahl von Anwendungen. Allerdings fehlt der iFn-Knopf, so dass der elektronische Stellring nur bei manueller Fokussierung eine Funktion entfaltet. Das Objektiv verzeichnet minimal kissenförmig, was aber in der Praxis aufgrund des geringen Werts kaum auffällt. Die Randabdunklung ist sehr gering und sogar chromatische Aberrationen sind gut unter Kontrolle, selbst im Maximum ergab die Messung weniger als einen Pixel Farbsäume. Auch die Schärfeleistung ist vom Bildzentrum bis an den Bildrand für A4 sehr gut. Auch die Auflösungsleistung bei MTF50 ist beachtenswert. Das 30 mm startet im Zentrum mit 49 lp/mm bei Offenblende und steigert sich auf bis zu 52 lp/mm bei F2,8. Insbesondere am Bildrand ist das Objektiv besser als die beiden Weitwinkel-Pancakes, schon bei Offenblende werden über 35 lp/mm erreicht, was weniger als 30 Prozent Auflösungsverlust entspricht, ab F5,6 liegt der Bildrand auflösungstechnisch sogar gleichauf mit dem Bildzentrum. Als kompaktes Universalobjektiv ist das Samsung NX Lens 30 mm 2.0 also absolut empfehlenswert.

Samsung NX Lens 45 mm 2D/3D Objektiv [Foto: Samsung]Das Samsung NX Lens 45 mm 1.8 2D/3D ist ein wahrer Exot, eignet sich das Objektiv durch seine Umschaltung doch sowohl für die normale als auch die dreidimensionale Fotografie (siehe Fototipp in den weiterführenden Links). Mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 68 Millimeter ist das Objektiv ebenfalls ungewöhnlich, für eine Normalbrennweite zu lang, für ein (klassisches) Porträtobjektiv noch etwas zu kurz. Das 45 mm kann aber nicht nur mit der 3D-Technik, sondern auch mit der Lichtstärke punkten. Elektronischer Stellring und iFn-Knopf sind ebenfalls verbaut. Verzeichnung und Randabdunklung sind sehr gering, die chromatischen Aberrationen fallen im Mittel jedoch leicht höher aus als bei den drei Pancake-Objektiven, wobei aber die extremen Ausschläge kaum höher ausfallen. Etwas abgeblendet auf F4 sind die Farbsäume aber kaum noch auszumachen. Die Schärfeleistung von der Bildmitte bis zum Bildrand ist bei A4 großen Bildern bei allen Blenden hervorragend. Auch die Auflösung bei MTF50 kann sich sehen lassen: Im Bildzentrum liegt sie bei rund 55 lp/mm, und zwar schon bei Offenblende. Abblenden steigert die Auflösung nicht, ab F8 setzt die Beugung minimal ein (53 lp/mm), erst bei F11 fällt die Auflösung im Zentrum unter 50 lp/mm. Am Bildrand steigt das 45 mm bei Offenblende mit knapp 42 lp/mm ebenfalls gut ein, der Auflösungsverlust zum Bildrand beträgt weniger als 30 Prozent. Ab F5,6 liegt der Auflösungsverlust unter 10 Prozent, ein hervorragender Wert. Selbst wer nur ein lichtstarkes 2D-Objektiv sucht, kann getrost zum Samsung NX Lens 45 mm 1.8 2D/3D greifen, denn es bietet eine hervorragende Auflösung und sehr gute Lichtstärke, ohne sich nennenswerte optische Schwächen zu leisten, die die Bildqualität essentiell mindern würden.

Samsung NX-Lens F2.4 60 mm Makro i-Function [Foto: Samsung]Das Samsung NX Lens 60 mm 2.8 Makro ED OIS SSA i-Function bietet eine schöne mittlere Makrobrennweite und eignet sich mit 90 Millimeter entsprechend Kleinbild aber auch für Porträts, bei denen es nicht auf das letzte Quentchen Freistellung, sondern eher auf potentielle Bildschärfe ankommt. Das Objektiv ist nicht nur mit einem Ultraschall-Autofokusmotor, sondern auch einem optischen Bildstabilisator, einem mechanischen manuellen Schärfering, einem Fokuslimiter sowie mit der iFn-Taste samt dazugehörigem separatem elektronischen Stellring ausgestattet. Verzeichnung, Randabdunklung und Farbsäume fallen gering bis kaum messbar aus, die Schärfeleistung reich bei allen Blenden von der Bildmitte bis zum Bildrand für einwandfreie A4 große Bilder. Bei der Auflösungsmessung jedoch offenbart sich, dass das Objektiv um zwei Stufen abgeblendet werden will, mit nur 38 lp/mm im Zentrum bei F2,8 eignet es sich also weniger für knackige Porträts mit Freistelleffekt bei Offenblende. Bei F5,6 und F8 wird dann eine sehr gute Auflösung von knapp 54 lp/mm im Bildzentrum erreicht, ab F11 schlägt die Beugung zu, doch hier liegt die Auflösung immer noch bei 50 lp/mm. Am Bildrand hingegen bekleckert sich das Makro nicht mit Ruhm. Bei allen sinnvollen Blenden von F2,8 bis F11 ist die Randauflösung im Vergleich zum Zentrum deutlich geringer. Bei F2,8 werden am Bildrand nur 26 lp/mm erreicht, selbst beim Abblenden auf F8 wird die Randauflösung nur auf knapp 36 lp/mm gesteigert. Für ein Makroobjektiv mit der kleinbildäquivalenten Brennweite ist der Randabfall der Auflösung viel zu hoch, hier muss sich das Makro dem 45er sowie dem 30er geschlagen geben.

Samsung NX-Lens F1,4 ED SSA 85 mm i-Function [Foto: Samsung]Das Samsung NX Lens 85 mm 1.4 ED SSA i-Function besitzt eine ganz ähnliche Ausstattung wie das 60 mm Makro, verfügt also über einen mechanischen Fokusring, einen Ultraschall-Autofokus und den iFn-Knopf mit extra Drehring. Statt Fokuslimitschalter besitzt das 85er eine AF/MF-Umschaltung, ein Bildstabilisator ist nicht verbaut. Eigentlich ist ein 85 mm 1.4 ein klassisches Porträtobjektiv, durch den APS-C-Sensor entspricht es an den NX-Systemkameras aber einem ehr schon längeren Porträttele von knapp 130 Millimeter, mit der großen Blendenöffnung lassen sich sehr schöne Freistelleffekte erzielen. Bereits an der NX20 konnten wir das 85 mm einst testen, doch um einen besseren Vergleich zu haben, wurde der Test an der NX30 wiederholt. Und hier zeigen sich durchaus Abweichungen von der Bestleistung, die das 85 mm damals an der NX20 im Labor aufstellte. Verzeichnung, Randabdunklung und sogar chromatische Aberrationen sind gering bis kaum messbar, auch die Bildschärfe vom Zentrum bis zum Bildrand ist bei allen Blenden auf A4 großen Fotos hervorragend. Ganz anders sieht es bei der Auflösung MTF50 aus. Bei Offenblende liegt sie kaum über 30 lp/mm, erst beim Abblenden auf F2,8 schießt die Auflösung auf über 50 lp/mm in die Höhe, kommt aber dennoch nicht an den Höchstwert von 57 lp/mm heran, den wir mit der Samsung NX20 maßen. Vor allem aber war das Exemplar, das wir mit der NX20 maßen, auch bei Offenblende im Bildzentrum schon sehr hochauflösend. Zum Bildrand hin zeigt sich ein Randabfall der Auflösung vor allem ab F2,8, überhaupt werden am Bildrand nur knapp über 40 lp/mm erreicht, das 85er kämpft also mit gut 30 Prozent Randabfall der Auflösung. Auch das sah bei dem Test an der NX20 noch besser aus, hier wurden bis zu 46 lp/mm am Bildrand erreicht. Nun ist der Randabfall der Auflösung für ein Porträtobjektiv nicht weiter tragisch, die relativ schlechte Offenblendauflösung hingegen schon. Auch die offensichtlich hohe Streuung der Exemplare spricht eher dafür, sich das Objektiv nach dem Kauf genau anzusehen bzw. eine Blendenreihe vom Stativ aus aufzunehmen um zu sehen, ob auch bei Offenblende eine gute Leistung, die offensichtlich möglich ist, auch tatsächlich erreicht wird.

Samsung NX-Lens 12-24 mm F4-5,6 ED [Foto: Samsung]Neben den sechs Festbrennweiten befanden sich aber auch drei Zoomobjektive (die beiden Standardzooms 20-50 mm und 18-55 mm einmal ausgeklammert) im Testkoffer. Besonders interessant erscheint dabei das recht kompakte Samsung NX-Lens 12-24 mm 4-5.6 ED, erweitert es den Brennweitenbereich doch nach unten auf bis zu 18 Millimeter entsprechend Kleinbild. Gezoomt wird lediglich zweifach auf bis zu 36 Millimeter entsprechend Kleinbild. Neben dem obligatorischen Zoomring verfügt das Objektiv auch über einen elektronischen Ring, der neben dem Fokus Dank iFn-Knopf auch andere Funktionen steuern kann. Obwohl es sich um ein Weitwinkelzoom handelt, fällt die Verzeichnung gering aus, was der Korrektur durch die Bildaufbereitung in der Kamera zu verdanken ist. Dabei fällt aber dennoch bei 12 Millimeter die leicht wellenförmige Verzeichnung auf, die die Korrektur nicht gänzlich bändigen kann. Von der Bildmitte ausgehend ist das Objektiv erst tonnenförmig, um dann am Bildrand leicht kissenförmig zu werden. Das alles spielt sich jedoch im Bereich von weniger als +/- 0,5 Prozent Verzeichnung ab. Die Randabdunklung spielt mit weniger als einer halben Blendenstufe und sanftem Helligkeitsverlauf praktisch keine Rolle, auch die chromatischen Aberrationen bleiben im Mittel kaum sichtbar. Selbst am Bildrand, wo die Farbsäume üblicherweise etwas stärker ausfallen, sind die chromatischen Aberrationen mit stets weniger als 1,5 Pixel kein Problem. Sogar die Bildschärfe vom Zentrum zum Bildrand ist bezogen auf A4 bei allen Brennweiten und Blenden hervorragend. Bei der Auflösungsmessung MTF50 bestätigt sich dieses positive Bild teilweise (siehe Beispiel-Diagramm aus dem Labortest unten). Vor allem im Bildzentrum besitzt das Objektiv schon bei Offenblende eine hervorragende Auflösung von fast 57 lp/mm bei 12 Millimeter, 55 lp/mm bei 18 Millimeter und 51 lp/mm bei 24 Millimeter. Nur zum Bildrand hin lässt die Auflösung, nicht ungewöhnlich für ein extremes Weitwinkel, deutlich nach auf 41/34/36 lp/mm. Im Weitwinkel bekommt man bei F5,6 mit 56/42 lp/mm die beste Leistung, bei mittlerer und langer Brennweite bei F8 mit 52/41 lp/mm und 53/39 lp/mm. Am besten ist das Objektiv also im Weitwinkel und genau dafür schafft man es ja auch an.

Samsung NX-Lens 18-200 mm i-Function [Foto: Samsung]Einem ganz anderen Zweck dient das Samsung NX Lens 18-200 mm 3.5-6.3 ED OIS i-Function, denn es soll einem das Schleppen mehrerer Objektive und den Objektivwechsel beispielsweise auf Reisen ersparen, deckt es doch entsprechend Kleinbild einen Brennweitenbereich von 27 bis 300 Millimeter ab, was die überwiegende Zahl der Motivsituationen abdeckt. Klein ist das Objektiv allerdings nicht und es erweist sich in der Praxis als wahre Luftpumpe, fährt es doch beim Zoomen sehr weit aus und wieder ein, was viel Luft (und Staub) in die Kamera pusten beziehungsweise saugen kann. Das Objektiv ist mit einem optischen Bildstabilisator, einer AF/MF-Umschaltung sowie der iFn-Taste samt elektronischem Ring ausgestattet, über den nicht nur fokussiert werden kann. Zudem lässt sich der Zoommechanismus blockieren, damit das Objektiv nicht von alleine ausfährt. Die Randabdunklung des Objektivs fällt hervorragend gering aus, die Verzeichnungskorrektur jedoch greift ein wenig daneben und führt im Weitwinkel durch Überkompensation sogar zu einer leicht kissenförmigen Verzeichnung, in Telestellung wird eine etwas stärkere kissenförmige Verzeichnung (1 Prozent) sogar für das menschliche Auge sichtbar. Die chromatischen Aberrationen halten sich im Mittel zwar in Grenzen, die stärkeren Ausprägungen am Bildrand sind mit bis zu knapp 4 Pixeln vor allem bei 18 und 200 Millimeter jedoch enorm und wirken sehr störend., Bei mittlerer Brennweite sind die extremen Ausschläge nicht ganz so groß, aber immer noch deutlich sichtbar. Keine großen Klagen gibt es beim Schärfeverlauf vom Zentrum zum Bildrand bezogen auf DIN A4 große Bilder. Die Schärfe ist immer gut und gleichmäßig, lediglich in Telestellung bei Offenblende wird das Objektiv am Bildrand leicht weicher. Bei der Auflösungsmessung MTF50 erreicht das Objektiv zwar keine Höchstleistungen, durchbricht im Weitwinkel abgeblendet auf F8 aber immerhin die Schallmauer von 50 lp/mm ganz knapp. Der Randabfall der Auflösung ist im Weitwinkel mit rund 20 Prozent absolut im Rahmen. Je weiter man zoomt, desto mehr nimmt die Auflösung des Objektivs ab, dies endet in Telestellung mit einer Offenblendauflösung von nur noch 29 lp/mm im Zentrum und 21 lp/mm am Bildrand. Bei F11 wird in Telestellung das Auflösungsmaximum mit 39/28 lp/mm erreicht, nicht unbedingt rühmlich, aber für ein Superzoom üblich, denn hier werden Kompromisse bei der Bildqualität zugunsten der hohen Flexibilität gemacht.

Samsung NX Lens 50-200 mm 4-5.6 III ED OIS i-Function [Foto: Samsung]Zwar ist Samsung bei den Festbrennweiten recht gut aufgestellt, doch vor allem im Telebereich gibt es noch Potential. Momentan spielt das Samsung NX Lens 50-200 mm 4-5.6 III ED OIS i-Function hier den einsamen Mohikaner; Alternativen mit mehr Brennweite oder Lichtstärke bietet Samsung aktuell nicht an. Für seine Größe ist das Objektiv relativ leicht, was dem Kunststofftubus in ähnlicher Qualität wie beim 18-55 mm zu verdanken ist. Ausgestattet mit optischem Bildstabilisator, AF/MF-Umschalter, iFn-Knopf und universellem elektronischem Stellring braucht sich das Objektiv aber funktionell nicht zu verstecken. Sowohl Randabdunklung als auch Verzeichnung sind gering beziehungsweise werden gut von der NX30 auskorrigiert, auch die chromatischen Aberrationen halten sich im Mittel mit gut einem Pixel und im Maximum mit bis zu 1,5 Pixeln in Grenzen. Ebenfalls gut ist die Bildschärfe bezogen auf DIN A4 vom Bildzentrum zum Bildrand bei allen Blenden und Brennweiten. Auch die Auflösung MTF50 kann sich, zumindest bei 50 und 100 Millimeter, sehen lassen. Zwar beträgt der Randabfall bis zu 30 Prozent, aber bei bis zu 50 lp/mm im Zentrum und 40 lp/mm am Bildrand ist die Auflösung für ein solch preisgünstiges Objektiv gut, etwas abblenden sorgt für eine gleichmäßigere Auflösung. Die Achillesverse des Objektivs ist die Telestellung, wo die Auflösung absolut gemessen mit 43 lp/mm im Zentrum und 33 lp/mm am Bildrand nicht ganz so hohe Regionen erreicht, bei Offenblende sind es gar nur 37/33 lp/mm. Dafür ist in Telestellung der Randabfall der Auflösung nicht ganz so hoch. Insgesamt ist das Objektiv also nicht schlecht, erreicht aber auch keine Spitzenwerte.

Der große Objektivtest offenbart, dass Samsung durchaus die eine oder andere "Perle" zu bieten hat. Dies sind vor allem das Samsung NX Lens 30 mm 2.0 und das Samsung NX Lens 45 mm 1.8 2D/3D bei den Festbrennweiten sowie das Samsung NX-Lens 12-24 mm 4-5.6 ED bei den Zooms. Den sehr hohen Erwartungen nicht ganz gerecht geworden sind das Samsung NX Lens 60 mm 2.8 Makro ED OIS SSA i-Function sowie das Samsung NX Lens 85 mm 1.4 ED SSA i-Function, beide sollte man für eine sehr gute Leistung etwas abblenden. Die anderen Objektive warten mit soliden Leistungen auf, richtig schlecht ist in der jeweiligen Klasse und mit der Konkurrenz verglichen keines von ihnen. Wie die Samsung NX30 und das Samsung NX Lens 18-55 mm 3.5-5.6 III OIS i-Function im Bildqualitätstest abgeschnitten haben, wird im ausführlichen digitalkamera.de-Testbericht zu lesen sein, der in wenigen Tagen erscheint.

Samsung NX Lens 12-24 mm 4-5.6 ED mit Samsung NX30 (v6.0)

Auflösung MTF


NX30

F4,0F4,5F5,6F8,0F11,0F16,0F22,0
12 mm Bildmitte56,7 lp/mm56,0 lp/mm52,8 lp/mm48,4 lp/mm38,8 lp/mm32,2 lp/mm
12 mm Bildrand40,8 lp/mm42,0 lp/mm41,4 lp/mm38,1 lp/mm30,4 lp/mm24,8 lp/mm
18 mm Bildmitte55,4 lp/mm55,4 lp/mm51,9 lp/mm47,5 lp/mm41,8 lp/mm33,4 lp/mm
18 mm Bildrand34,3 lp/mm36,7 lp/mm41,2 lp/mm39,6 lp/mm35,2 lp/mm28,4 lp/mm
24 mm Bildmitte51,3 lp/mm52,9 lp/mm48,0 lp/mm41,3 lp/mm33,3 lp/mm
24 mm Bildrand35,8 lp/mm38,9 lp/mm39,6 lp/mm35,2 lp/mm29,2 lp/mm

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software DxO Analyzer verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten sowie einer ausführlichen PDF-Datei zum Archivieren und Ausdrucken kostet 1,40 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,50 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.

Hersteller Samsung Samsung Samsung
Modell NX Lens 16 mm 2.4 i-Function NX Lens 20 mm 2.8 i-Function NX Lens 30 mm 2.0
Preis (UVP) 349,00 EUR 299,00 EUR 299,00 EUR
Bajonettanschluss Samsung NX Samsung NX Samsung NX
Brennweite 16,0 mm 20,0 mm 30,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2,4 F2,8 F2
Kleinste Blendenöffnung F22 F22 F22
KB-Vollformat nicht relevant nicht relevant nicht relevant
Linsensystem 7 Linsen in 2 Gruppen
inkl. asphärische Linse(n)
6 Linsen in 4 Gruppen
inkl. asphärische Linse(n)
5 Linsen in 5 Gruppen
inkl. asphärische Linse(n)
Anzahl Blendenlamellen 7 7 7
Naheinstellgrenze 185 mm 170 mm 250 mm
Bildstabilisator vorhanden nein nein nein
Autofokus vorhanden ja ja ja
Wasser-/Staubschutz nein nein nein
Filtergewinde 43 mm 43 mm 43 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 61 x 24 mm 62 x 25 mm 62 x 22 mm
Objektivgewicht 75 g 89 g 85 g
Hersteller Samsung Samsung Samsung
Modell NX Lens 45 mm 1.8 2D/3D NX Lens 60 mm 2.8 Makro ED OIS SSA i-Function NX Lens 85 mm 1.4 ED SSA i-Function
Preis (UVP) 399,00 EUR 599,00 EUR 999,00 EUR
Bajonettanschluss Samsung NX Samsung NX Samsung NX
Brennweite 45,0 mm 60,0 mm 85,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,8 F2,8 F1,4
Kleinste Blendenöffnung F22 F22 F22
KB-Vollformat nicht relevant nicht relevant nicht relevant
Linsensystem 7 Linsen in 6 Gruppen
inkl. asphärische Linse(n)
12 Linsen in 9 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
10 Linsen in 8 Gruppen
inkl. ED Linse(n)
Anzahl Blendenlamellen 9 7 7
Naheinstellgrenze 500 mm 184 mm 820 mm
Bildstabilisator vorhanden nein ja nein
Autofokus vorhanden ja ja ja
Wasser-/Staubschutz nein nein nein
Filtergewinde 43 mm 52 mm 67 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 62 x 45 mm 74 x 84 mm 79 x 92 mm
Objektivgewicht 115 g 450 g 714 g
Hersteller Samsung Samsung Samsung
Modell NX Lens 12-24 mm 4-5.6 ED NX Lens 18-200 mm 3.5-6.3 ED OIS i-Function NX Lens 50-200 mm 4-5.6 III ED OIS i-Function
Preis (UVP) 599,00 EUR 799,00 EUR 349,00 EUR
Bajonett Samsung NX Samsung NX Samsung NX
Brennweitenbereich 12-24 mm 18-200 mm 50-200 mm
Lichtstärke (größte Blende) F4 bis F5,6 F3,5 bis F6,3 F4 bis F5,6
Kleinste Blendenöffnung F22 F22 F22
Linsensystem 10 Linsen in 8 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
18 Linsen in 13 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
17 Linsen in 13 Gruppen
inkl. ED Linse(n)
KB-Vollformat nicht relevant nicht relevant nicht relevant
Anzahl Blendenlamellen 7 7 7
Naheinstellgrenze 240 mm 500 mm 980 mm
Bildstabilisator vorhanden nein ja ja
Autofokus vorhanden ja ja ja
Wasser-/Staubschutz nein nein nein
Filtergewinde 58 mm 67 mm 52 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 64 x 66 mm 72 x 105 mm 70 x 100 mm
Objektivgewicht 208 g 578 g 417 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.