Die letzte ihrer Art

Testbericht: Pentax K-3 Mark III

Seite 2 von 2, vom 2021-06-17 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Aus den oben genannten Gründen ist die Videofunktion auch nur bedingt alltagstauglich. Der Autofokus ist nicht besonders gut, da auch hier die Live-View-Funktion die Grundlage bildet. Gefilmt wird maximal in 4K-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde oder in Full-HD bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Immerhin gibt es einen Mikrofon-Ein- und einen Kopfhörer-Ausgang. Manuell lässt sich die Videobelichtung ebenfalls steuern und auch die Bildparameter lassen sich für einen individuellen Look beeinflussen.

  • Bild Pentax bietet eine große Auswahl an APS-C-Objektiven, die aber größtenteils etwas älter sind. Selbst das zum Test verwendete HD DA 16-85 mm F3,5-5,6 ED DC WR kam bereits Ende 2014 auf den Markt. Die jüngsten Modelle stammen aus dem Jahr 2019. [Foto: MediaNord]

    Pentax bietet eine große Auswahl an APS-C-Objektiven, die aber größtenteils etwas älter sind. Selbst das zum Test verwendete HD DA 16-85 mm F3,5-5,6 ED DC WR kam bereits Ende 2014 auf den Markt. Die jüngsten Modelle stammen aus dem Jahr 2019. [Foto: MediaNord]

Ein Highlight der Pentax K-3 Mark III ist ihr Sensor-Shift-Bildstabilisator. Zwar nicht unbedingt wegen der bis zu 5,5 Blendenstufen längeren Belichtungszeiten, die man aus der Hand halten können soll, denn die gibt es auch bei anderen Herstellern, sondern wegen der vielen Spezialfunktionen, die Pentax damit umsetzt.

In der Praxis haben wir mit Bildstabilisator eher um die vier Blendenstufen längere Belichtungszeiten aufnehmen können. Bei den 85 Millimetern Maximalbrennweite des Testobjektivs, das entspricht knapp einem 130-Millimeter-Kleinbildobjektiv, konnten wir noch bei 1/8 Sekunde Belichtungszeit unverwackelte Bilder aufnehmen.

Der Bildstabilisator kann aber noch viel mehr: Einerseits kann er den Sensor in Mikrovibrationen versetzen, um einen Tiefpassfilter zu simulieren. Das soll Moirés verhindern. Wer Fotos oft unbeabsichtigt mit leicht schiefem Horizont aufnimmt, kann eine automatische Kompensation aktivieren, für die der Sensor automatisch um bis zu zwei Grad gedreht wird. Wer möchte, kann den Sensor im Live-View aber auch manuell um bis zu zwei Grad drehen und horizontal sowie vertikal um je 1,5 Millimeter verschieben, womit sich leichte Shift-Effekte erzielen lassen, um beispielsweise stürzende Linien zu reduzieren.

Auch ein Modus zur Erhöhung der Auflösung mittels Pixel-Shift-Multiaufnahmen vom Stativ ist mit an Bord. Dieser nimmt vier Bilder um je einen Pixel versetzt auf, so dass keine Farbinterpolation mehr erfolgen muss, was die Bildschärfe trotz weiterhin "nur" 25,7 Megapixel großen Bilddateien erhöht. Schließlich gibt es noch die so genannte Astro-Tracer-Funktion, die aber nur zusammen mit dem optional erhältlichen O-GPS1 funktioniert, das auf den Blitzschuh gesteckt wird. Bei Astro-Aufnahmen vom Stativ können dann dank Ausgleich der Erddrehung durch den Sensor-Shift längere Belichtungszeiten erzielt werden, bei denen die Sterne dennoch punktförmig bleiben.

Des Weiteren bietet die K-3 Mark III diverse Funktionen zum automatischen Aufnehmen mehrerer Bilder, die teilweise auch kombiniert werden. So gibt es einen Mehrfachbelichtungsmodus und eine Intervallaufnahmefunktion. Letztere bietet einen Modus, um mehrere Aufnahmen zusammenzufügen. Der Kompositionsmodus kann dabei zwischen Mittelwert, Additiv und hell gewählt werden. Damit lassen sich verschiedene Effekte erzielen, etwa Sternenspuren aufnehmen oder längere leuchtspuren von Autoscheinwerfern, ohne das Gesamtbild überzubelichten. Belichtungsreihen sind mit zwei, drei oder fünf Aufnahmen möglich, die 1/3 bis 2 EV auseinander liegen, aber auch automatische HDR-Aufnahmen sind möglich.

Fans manueller Objektive wird freuen, dass die Pentax K-3 Mark III Speicher für manuelle Objektivdaten bietet, so dass man die Parameter vorher verwendete Objektive schneller einstellen kann. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, die Zeitautomatik bei Objektiven mit manueller Blende verwenden zu können. Früher funktionierte das nur, wenn man die grüne Taste drückte, die ein Abblenden und das Messen der Belichtung auslöste.

Die Pentax K-3 Mark III besitzt zwar keinen integrierten Blitz, bietet aber sowohl einen TTL-Blitzschuh als auch eine Blitzsynchronbuchse. Die Blitzsynchronzeit liegt allerdings nur bei 1/200 Sekunde. Mit einem großen TTL-Blitz lassen sich mittels Highspeed-Synchronisation aber auch kürzere Verschlusszeiten realisieren. Außerdem bietet das TTL-Blitzsystem von Pentax eine Drahtlosfunktion.

  • Bild Das Stativgewinde der Pentax K-3 Mark III sitzt vorbildlich in der optischen Achse. Zudem kann optional ein Multifunktionsgriff angeschlossen werden. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Pentax K-3 Mark III sitzt vorbildlich in der optischen Achse. Zudem kann optional ein Multifunktionsgriff angeschlossen werden. [Foto: MediaNord]

Apropos Drahtlosfunktion: Wie eingangs erwähnt, beherrscht die K-3 Mark III Bluetooth und WLAN. Sie lässt sich mit einem Smartphone verbinden, auf dem die App "Image Sync" installiert ist, die es für Android und iOS gibt. Bereits eine Bluetooth-Verbindung reicht aus, um die Fotos mit Standortdaten zu versehen. Alternativ geht das aber auch mit dem bereits erwähnten optionalen Aufsteck-GPS O-GPS1.

Zudem kann das per Bluetooth verbundene Smartgerät als Funkfernauslöser verwendet werden, sogar die wichtigsten Belichtungseinstellung (Blende, Belichtungszeit, Belichtungskorrektur, ISO-Empfindlichkeit und Weißabgleich) lassen sich anpassen. Möchte man die Livebildansicht auf dem Smartgerät aktivieren, muss eine WLAN-Verbindung zur K-3 Mark III hergestellt werden. Auf dem Livebild lässt sich dann der Autofokuspunkt per Touch auf ein beliebiges Motivdetail legen. Eine Übertragung der aufgenommenen Bilder ist, mit und ohne automatischer Größenänderung, ebenfalls möglich. Auf Wunsch geht das auch automatisch im Hintergrund.

Bildqualität

Die K-3 Mark III ist die erste APS-C-DSLR von Pentax, die mit einem rückwärtig belichteten CMOS-Sensor mit 25,7 Megapixeln ausgestattet ist. Das verspricht eine hohe nutzbare Auflösung in Bereichen von bis zu ca. ISO 3.200. Pentax traut der Kamera indes sogar ISO 1.600.000 zu, einstellen kann man sie zumindest.

Was für eine Bildqualität aber in JPEG tatsächlich aus der Kamera kommt, haben wir zusammen mit dem Pentax HD DA 16-85 mm F3,5-5,6 ED DC WR im Labor getestet. Das PDF mit allen detaillierten Ergebnissen in Form von Diagrammen und Tabellen samt erklärenden texten kann gegen ein kleines Entgelt erworben werden. Wer sich dagegen selbst einen Eindruck der Bildqualität verschaffen möchte, kann ebenfalls gegen einen geringen Obolus eine in unserem Labor aufgenommene ISO-Aufnahmereihe in JPEG und Raw über die weiterführenden Links herunterladen. Die folgenden Betrachtungen beruhen auf den Labortest-Ergebnissen.

Zunächst einmal zeigt das Zoomobjektiv eine nur geringe Randabdunklung, die aufgrund ihres sanften Verlaufs nicht störend auffällt. Sie erreicht selbst im Weitwinkel maximal nur 0,8 Blendenstufen und sinkt beim Zoomen und/oder Abblenden auf Werte um 0,4 bis 0,1 Blendenstufen ab. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die Randabdunklung und Farbsäume defaultmäßig von der Kamera korrigiert werden. Wer das nicht möchte, kann diese Korrekturen abschalten.

Dass die Verzeichnung dagegen nicht korrigiert wird (lässt sich optional anschalten), ist den Labortestergebnissen deutlich zu entnehmen. Im Weitwinkel zeigt das Objektiv eine deutliche tonnenförmige Verzeichnung von bis zu 2,5 Prozent, bei mittlerer (58 mm entsprechend Kleinbild) und langer Brennweite (128 mm entsprechen Kleinbild) ist die Verzeichnung hingegen kissenförmig und wird mit knapp einem Prozent mittelstark sichtbar.

  • Bild Mikrofoneingang, Kopfhörerausgang, Micro-HDMI-Buchse und USB-C-Anschluss werden bei der Pentax K-3 Mark III mit dicken Gummistöpseln verschlossen. [Foto: MediaNord]

    Mikrofoneingang, Kopfhörerausgang, Micro-HDMI-Buchse und USB-C-Anschluss werden bei der Pentax K-3 Mark III mit dicken Gummistöpseln verschlossen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Trotz "nur" 85 Millimetern Brennweite fährt der zweistufige Tubus des Pentax HD DA 16-85 mm F3,5-5,6 ED DC WR um fast sechs Zentimeter aus, womit das Objektiv eine Gesamtlänge von gut 15,5 Zentimetern erreicht. [Foto: MediaNord]

    Trotz "nur" 85 Millimetern Brennweite fährt der zweistufige Tubus des Pentax HD DA 16-85 mm F3,5-5,6 ED DC WR um fast sechs Zentimeter aus, womit das Objektiv eine Gesamtlänge von gut 15,5 Zentimetern erreicht. [Foto: MediaNord]

Trotz aktivierter Korrektur werden teilweise Farbsäume sichtbar. Der Mittelwert liegt je nach Blende und Brennweite bei kaum sichtbaren 0,5 bis leicht sichtbaren 0,8 Pixeln. Das Maximum in den Bildecken kann jedoch über ein bis hin zu fast zwei Pixel erreichen, was man dann Ausbelichtungen in 30 x 20 cm und größer auch ansehen kann.

Die Auflösung bei 50 Prozent Kontrast ist für einen Bildsensor mit fast 26 Megapixeln äußerst gering. Wir würden hier mindestens 60 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) im Kleinbildäquivalent erwarten, jedoch dümpelt die Pentax bei maximal 41 lp/mm herum. Ein ähnliches Phänomen hatten wir kürzlich bei der Zeiss ZX1 beobachtet, die die Bilder überhaupt nicht nachschärfte. Die Pentax hingegen zeigt trotz der geringen Auflösung kurioserweise auch noch Schärfeartefakte von bis zu acht Prozent.

Über einen Auflösungs-Randabfall beziehungsweise die präzisen Auflösungen des Objektivs und Rückschlüsse auf dessen Qualität kann man angesichts dieser Werte nicht mehr schließen. Auffällig ist allenfalls im Weitwinkel bei Offenblende ein Randabfall von knapp unter 30 Prozent. Beim Abblenden und Zoomen lässt sich dieser Messwerte auf deutlich unter 20 Prozent, teilweise sogar unter 5 Prozent drücken, was angesichts der Maximalauflösung jedoch keine Rückschlüsse zulässt, dass das Objektiv sehr gut sei.

Tatsächlich versteckt sich aber durchaus Auflösungspotential in der Kamera. Stellt man geringere Ansprüche an den Kontrast beziehungsweise betrachtet die Grenzauflösung bei zehn Prozent Kontrast, lassen sich Auflösungen von an die 86 lp/mm erreichen, die dem Sensormaximum entsprechen. Um eine individuelle Anpassung der Bildaufbereitung in der Kamera oder noch besser der Verwendung des Raw-Formats kommt man bei der Pentax K-3 Mark III praktisch nicht herum. Die geringe Auflösung beziehungsweise schlechte Bildaufbereitung dürfte übrigens auch der Grund sein, warum man im Live-View trotz aktivierter Fokuslupe so schlecht fokussieren kann, weil das Bild auch am Schärfepunkt unscharf erscheint.

Abgesehen von der Auflösung und der Abbildungsqualität des Objektivs gehört aber auch der Einfluss der ISO-Empfindlichkeit auf die Bildqualität zu einem wichtigen Testkriterium. Schließlich wird hier eigentlich lediglich das Bildsignal mit allen negativen Einflüssen verstärkt, denn der Bildsensor behält immer dieselbe Grundempfindlichkeit. Hier entscheiden die Algorithmen darüber, bis zu welcher Grenze die Bildqualität gut ist.

Der Signal-Rauschabstand beträgt bis ISO 400 über 40 dB und ist damit gut. Bei ISO 3.200 wird die kritische Marke von 35 dB knapp unterschritten. Dreht man die Empfindlichkeit weiter auf, beträgt der Signal-Rauschabstand bei ISO 204.800 lediglich noch 20 dB, hier ist das eigentliche Motiv im Gerausche gerade noch zu erahnen. Beste Voraussetzungen für die Fotografie von mysteriösen Objekten, die man eigentlich nicht mehr erkennen können soll.

Bis ISO 1.600 steigt das Helligkeitsrauschen nur langsam an und ist nicht störend. Darüber wird der Anstieg immer steiler und spätestens ab ISO 6.400 wird Helligkeitsrauschen sichtbar. Oberhalb von ISO 25.600 wird das Rauschen äußerst stark sichtbar. Während das störendere Farbrauschen selbst bei ISO 51.200 kaum eine Rolle spielt, wird es an ISO 204.800 deutlich stärker und steigt darüber sprunghaft an. Bis ISO 12.800 ist das Rauschen mit einer Korngröße von maximal zwei Pixeln noch als feinkörnig zu bezeichnen, darüber bilden jedoch die Pixel immer größere Blöcke von bis zu drei Pixeln Ausdehnung.

  • Bild Der APS-C-Sensor der Pentax K-3 Mark III löst 26 Megapixel auf und ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. Die gemessene Auflösung bei 50 Prozent Kontrast ist angesichts der hohen Sensorauflösung allerdings bescheiden. [Foto: MediaNord]

    Der APS-C-Sensor der Pentax K-3 Mark III löst 26 Megapixel auf und ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. Die gemessene Auflösung bei 50 Prozent Kontrast ist angesichts der hohen Sensorauflösung allerdings bescheiden. [Foto: MediaNord]

Feine Texturen sind aufgrund der weichen Bilder bereits bei SIO 100 nicht mehr perfekt auszumachen, bis ISO 400 ist die Texturschärfe aber noch gut. Oberhalb von ISO 1.600 werden die Texturen jedoch sichtbar weicher, auch wenn der Prozess schleichend voranschreitet und man bei ISO 3.200 durchaus noch ein Auge zudrücken kann. Mit weiter steigender Empfindlichkeit werden die Texturen immer weicher, bis sie oberhalb von ISO 51.200 so sehr vom Rauschen überlagert werden, dass der Messwert sogar wieder minimal steigt. Oberhalb von ISO 204.800 konnte die Laboranalysesoftware die echten Strukturen nicht mehr vom Rauschen unterscheiden, so dass keine Messung mehr möglich war.

Die Eingangsdynamik bewegt sich bis ISO 1.600 auf einem hohen Niveau von über zehn Blendenstufen, reicht aber nicht ganz an elf Blendenstufen heran. Bis ISO 51.200 fällt der Dynamikumfang mit flachem Verlauf auf gerade noch akzeptable acht Blendenstufen, bei höheren Empfindlichkeiten ist der Dynamikumfang gering und liegt bei ISO 1.600.000 bei weniger als drei Blendenstufen. Die Tonwertkurve zeigt einen flachen verlauf, so dass die Kontraste eher neutral und präzise wiedergegeben werden als für eine knackige Bildqualität stark angesteilt.

Auch am Verlauf des Ausgangs-Tonwertumfangs zeigt sich deutlich, dass Pentax den Bildsensor und die Bildaufbereitung mit dem großen Empfindlichkeitsbereich völlig überfordert. Bis ISO 400 ist der Ausgangs-Tonwertumfang mit über 224 von 256 möglichen Helligkeitsstufen sehr gut. Darüber fällt die Messwertkurve steil bergab. Bis ISO 1.600 ist der Ausgangs-Tonwertumfang mit 160 Helligkeitsstufen noch gut, bei ISO 6.400 sind es gerade noch akzeptable 96 Stufen. Ab ISO 12.800, wo nur noch 64 Stufen erreicht werden, fällt die Kurve wieder flacher ab. Bei ISO 102.400 sind es dann nur noch 32 Helligkeitsstufen, bei ISO 1.600.000 erreicht der Messwert fast die Nulllinie.

Selbst die eigentlich guten Messwerte der Farbabweichung macht der große Empfindlichkeitsbereich völlig zunichte, indem die Messwerte jenseits von ISO 51.200 weit in den roten Bereich nach oben schießen. Bis hierhin ist die mittlere Farbabweichung mit bis zu 7 Delta-a-b gering und liegt auch im Maximum nur knapp über 15. Bis ISO 819.200 steigt die mittlere Abweichung jedoch auf 13 und die maximale sogar auf über 35, bei ISO 1.600.000 war die Farbabweichung nicht mehr messbar, da fast keine Farben mehr dargestellt werden.

Die stärksten Abweichungen gibt es bei den Farbtönen Gelb, das zum leichten Grünstich tendiert, Orange, das zu gelblich ausfällt, Cyan, das ins Bläuliche tendiert und Magenta, das ins Lila übergeht. Dabei war die Kamera auf neutrale Farben eingestellt. In der Werkseinstellung "Leuchtend" sind die Farben total daneben, auch wenn man das subjektiv schön finden mag.

Die tatsächliche Farbtiefe, die die darstellbaren Farbnuancen angibt, ist bei niedrigen bis mittleren Empfindlichkeiten sogar überraschend gut. Bei ISO 100 werden über acht Millionen von 16,7 Millionen möglichen Farben differenziert. Bis ISO 1.600 sind es immer noch sehr gut über vier Millionen und selbst bei ISO 12.800 werden noch gute über zwei Millionen Farben dargestellt. Auch diese messkurve knickt bei höheren Empfindlichkeiten plötzlich stark ein, der Grenzwert liegt bei ISO 102.400, wo immerhin noch eine Million Farben differenziert werden können. Bei ISO 409.600 sind es dagegen nur noch 131.000, ein für ein Farbfoto völlig inakzeptabler Wert.

Festhalten lässt sich, dass die Bildqualität, abgesehen von der viel zu geringen Auflösung aufgrund der schlechten JPEG-Bildaufbereitung, bis ISO 400 sehr gut und bis ISO 1.600 gut ist. Auch bei ISO 3.200 ist sie noch akzeptablen und entspricht ungefähr dem, was man von diesem Bildsensor erwarten kann, wobei mancher Hersteller dank guter Bildaufbereitung auch bei ISO 6.400 eine noch akzeptable Bildqualität hinbekommt, was mit der Pentax nur im Raw-Format möglich ist. Was mit der Bildqualität bei den aberwitzig hohen Empfindlichkeiten von bis zu ISO 1.600.000 passiert, spottet jedoch jeder Beschreibung. Alles jenseits von ISO 102.400 ist völlig unbrauchbar.

Fazit

Die Pentax K-3 Mark III ist einerseits eine kuriose Mischung aus moderner und altbackener Kamera, andererseits aber auch eine Reminiszenz an die DSLR-Fotografie. In einigen Punkten ist sie angesichts des hohen Preises vergleichbaren und sogar günstigeren Kameras klar unterlegen, etwa beim Autofokus oder der Serienbildfunktion bei entsprechenden Action-Motiven. In anderen Bereichen, wie etwa der Ergonomie und vor allem der Robustheit, sucht sie ihresgleichen. Zudem bietet die Pentax viele pfiffige Spezialfunktionen, die allerdings vermutlich auch nur sehr wenige Fotografen überhaupt zu schätzen wissen.

Leider patzt die K-3 Mark III im wichtigen Bereich der Bildqualität deutlich, jedenfalls dann, wenn man fertige JPEG-Bilder in Werkseinstellungen direkt aus der Kamera erwartet. Die Fotos sind für einen fast 26 Megapixel auflösenden Bildsensor viel zu weich und gering auflösend. Dem APS-C-Sensorformat angemessen ist immerhin die High-ISO-Performance, die entsprechende Erwartungen erfüllen kann. Von den auf dem Papier unglaublich hohen Empfindlichkeiten von bis zu ISO 1,6 Millionen sollte man sich jedoch nicht blenden lassen, die Bildqualität ist dann grauenvoll. Sehr gut ist die Pentax bis ISO 400, gut bis ISO 1.600, wenn man einmal die niedrige Auflösung ausklammert. Hier ist es am Anwender, sich die Bildaufbereitungsparameter in der Kamera so anzupassen, dass die Bilder den eigenen Wünschen entsprechen. Besser noch verwendet man direkt das Rohdatenformat, am besten im zukunftssichereren DNG.

Trotz allen Lobs und Tadels wird die Pentax K-3 Mark III zweifelsohne ihre Fans finden beziehungsweise hat sie bereits gefunden. Die zum Verkaufsstart aufgelegte Sonderedition von weltweit je 1.000 Stück in Silber und Schwarz mit Batteriegriff, Zweitakku und Ledergurt im Lieferumfang war jedenfalls bereits vor dem Erscheinen dieses Testberichts ausverkauft. Ansonsten kann man die Zielgruppe wohl als sehr spitz bezeichnen, denn wer außer Spiegelreflex- und Pentaxfans sowie Sammlern und Nostalgikern sollte diese Kamera kaufen, wenn es für gleiches Geld doch attraktive Alternativen gibt.

  • Bild Speicherkarten und Akku haben bei der Pentax K-3 Mark III getrennte Fächer, so dass man stets gut an die Speicherkarten herankommt. Der Akku wird über USB-C direkt in der Kamera geladen, eine externe Ladeschale gibt es nur optional. [Foto: MediaNord]

    Speicherkarten und Akku haben bei der Pentax K-3 Mark III getrennte Fächer, so dass man stets gut an die Speicherkarten herankommt. Der Akku wird über USB-C direkt in der Kamera geladen, eine externe Ladeschale gibt es nur optional. [Foto: MediaNord]


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Steckbrief

Steckbrief
HerstellerPentax
ModellK-3 Mark III
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
26,8 Megapixel (physikalisch)
25,7 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,8 µm
Auflösung (max.)6.192 x 4.128 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivPentax HD DA 16-85 mm F3,5-5,6 ED DC WR (Zoom-Objektiv)
SpiegelreflexsucherPrismensucher, 100 Prozent Bildfeldabdeckung, 1,05-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,70-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), 20 mm Augabstand, Dioptrienkorrektur von -4,0 bis 1,0 dpt, wechselbare Mattscheiben
Monitor3,2" (8,1 cm)
  Auflösung1.620.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (307.000 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/200 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Pentax, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung, kabelgebunden oder Aufsteck-Empfänger
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Infrarotauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-1.600.000
  manuellISO 100-1.600.000
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder101
25 Kreuzsensoren
  GeschwindigkeitPhasen-Autofokus: 0,44 s bis 0,62 s
Live-View-Autofokus: 0,95 s bis 0,98 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen135 x 104 x 74 mm
Gewicht (betriebsbereit)820 g (nur Gehäuse)
1.305 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit800 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Äußerst robustes Gehäuse
  • Sehr viele, auch individualisierbare, Bedienelemente
  • Hochauflösender, heller Touchscreen
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 400, gute bis ISO 1.600
  • Langsamer Autofokus, besonders im Live-View (auch Video)
  • Bildschirm nicht beweglich
  • Joystick nicht im Menü verwendbar, beendet es sogar
  • Sehr weiche Bilder durch schlechte JPEG-Bildaufbereitung