Kompakte Kleinbild-DSLM

Testbericht: Panasonic Lumix DC-S5

Seite 2 von 2, vom 2020-10-09 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Der Autofokus nutzt dabei nicht nur Stumpf die vorgegebenen 225 beziehungsweise das ausgewählte Fokusfeld, das man in der Größe, im Cluster etc. variieren kann, sondern er erkennt auch Gesichter, Augen und sogar Körper, Köpfe und Tiere. Ihm reicht schon der Umriss eines Menschen (oder Tieres), um diesen als solchen zu erkennen und darauf zu fokussieren. Vor allem diese Erkennungsfunktionen sollen bei der S5 deutlich schneller als noch bei der S1 arbeiten (die neuen Algorithmen sollen per Firmwareupdate noch im Jahr 2020 auf die S1-Serie übertragen werden).

Im AF-S-Modus fokussiert die Lumix S5 laut unserer Messung allerdings nur mäßig schnell. Mit dem 20-60 mm wird unabhängig von der Brennweite innerhalb von 0,33 Sekunden ausgelöst, wenn man von unendlich auf zwei Meter fokussiert. Ohne Fokussierung beträgt die Auslöseverzögerung lediglich 0,05 bis 0,06 Sekunden, was gute, aber durchaus nicht rekordverdächtige Werte sind. Dass der Autofokus der Lumix S5 nicht der schnellste ist, wird spätestens bei Serienbildaufnahmen klar, denn nur bei maximal fünf Bildern pro Sekunde wird der Fokus noch nachgeführt. Das Verfolgen von Motiven fällt dem kontrastbasierten DFD-Autofokus ohnehin deutlich schwerer als Phasen-AF-Systemen.

Was der AF-C hingegen besser beherrscht, ist die Tracking-Funktion. Einmal auf ein Motivdetail eingeschossen hält der Autofokus dieses fest und wechselt munter über die Fokusfelder, je nachdem, wohin sich das Motiv bewegt. Auch hier hilft ihr die Körpererkennung, um Tiere besser im Fokus halten zu können, denn bestimmte Tiere wie etwa Katzen, Hunde oder Vögel kennt die Kamera so gut, dass sie typische Bewegungen vorausahnt und der Fokus entsprechend reagiert. Wenn die Kamera übrigens mehrere Gesichter oder Körper erkennt, kann man schnell mit dem Fokus-Joystick zwischen diesen wechseln.

Dass die Lumix DC-S5 keine Sportskanone, zeigt sich auch in der Serienbildgeschwindigkeit ohne Fokus-Nachführung. Maximal sieben Bilder pro Sekunde sind möglich, da können andere 24-Megapixel-Kameras dieser Preisklasse deutlich mehr. Immerhin kann man in JPEG bei Einsatz einer schnellen SD-Speicherkarte praktisch unendlich viele Serienbilder am Stück mit dieser Geschwindigkeit aufnehmen. Im Raw-Format reicht der Puffer bei Einsatz einer schnellen Speicherkarte lediglich 42 Bilder weit. Danach geht es etwas unregelmäßig mit 3,2 Bildern pro Sekunde weiter. Immerhin ist der Puffer innerhalb von neun Sekunden auf die Speicherkarte geschrieben. Anhand der 34,4 MB großen Bilder ergibt sich bei 3,2 Serienbildern pro Sekunde eine Speichergeschwindigkeit von knapp 110 MB/s, bei neun Sekunden Speicherzeit lässt das auf eine Puffergröße von einem Gigabyte schließen.

Wem die sieben Serienbilder pro Sekunde zu langsam sind, der kann die 4K- und 6K-Foto-Funktionen nutzen. In 4K nimmt die Kamera 8,3 Megapixel auflösende Videos zwecks Foto-Extraktion bei wählbaren Seitenverhältnissen zwischen 1:1 und 16:9 ohne Auflösungsverlust bei 60 Bildern pro Sekunde auf. In 6K steigt die Auflösung sogar auf 18 Megapixel, dafür sinkt die Bildrate auf 30 Bilder pro Sekunde. Beachten sollte man, dass ein aus einem Video extrahiertes Standbild nicht die gewohnte Qualität erreicht, sondern gewisse Kompressionsverluste in Kauf genommen werden müssen. Mit der 4K/6K-Fotofunktion lassen sich Fotos bereits vor dem Drücken des Auslösers aufnehmen, oder man startet und stoppt die Aufnahme jeweils mit einem Druck auf den Auslöser. Im Wiedergabemodus kann man sich dann die Standbilder ansehen und einzelne extrahieren. Bei schnellen oder plötzlichen Bewegungsabläufen wird es damit zum Kinderspiel, den richtigen Moment zu erwischen.

  • Bild Das Stativgewinde ist bei der Panasonic Lumix DC-S5 mehr als weit genug weg vom Akkufach. Wer möchte, kann hier zudem einen Multifunktionsgriff mit Akku und Hochformatauslöser anschrauben. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde ist bei der Panasonic Lumix DC-S5 mehr als weit genug weg vom Akkufach. Wer möchte, kann hier zudem einen Multifunktionsgriff mit Akku und Hochformatauslöser anschrauben. [Foto: MediaNord]

Doch die 4K/6K-Fotofunktion kann noch mehr. So lässt sich beispielsweise der Schärfebereich eines Motivs durchfahren, um hinterher im Wiedergabemodus den Fokuspunkt noch verschieben zu können. Auch ein Stacking der Aufnahmen ist möglich, um den Schärfebereich zu erweitern. Für qualitätsbewusste Fotografen dürfte indes die Fokus-Bracketing-Funktion deutlich attraktiver sein. Sie arbeitet mit voller Auflösung und feinsten Fokusschritten, die Aufnahmen muss man allerdings hinterher selbst am PC mit einer passenden Software zusammenrechnen.

Selbstverständlich beherrscht die S5 neben Fokus-Bracketing auch andere Aufnahmereihen, etwa Weißabgleichsreihen, Blendereihen oder aber klassische Belichtungsreihen. Diese sind mit wahlweise drei, fünf oder sieben Belichtungen mit 1/3, 2/3 oder 1 EV Belichtungsabstand möglich. Eine HDR-Funktion scheint die Lumix hingegen auf den ersten Blick nicht zu bieten, auf den zweiten hingegen schon. Sie beherrscht als eine der ganze wenigen Kameras den HLG-Fotomodus. HLG steht für Hybrid-Log-Gamma und ist das HDR-Format moderner 4K-Fernseher. Mit diesem Modus aufgenommene HDR-Bilder lassen sich also direkt auf einem solchen Fernsehgerät als HDR-Bild wiedergeben.

Neben Mehrfachbelichtungen beherrscht die Lumix S5 als erste Vollformat-Kamera von Panasonic eine nützliche neue Funktion: Live-Composite. Während bei einer normalen Bulb-Langzeitbelichtung der Bildschirm während der Belichtung schwarz bleibt, bietet Live-Composite gleich zwei Vorteile. Hierbei wird nämlich eine vorgegebene Belichtungszeit so oft hintereinander wiederholt, wie der Fotograf es wünscht. Von jeder neuen Belichtung werden die hellen Bereiche zum bisherigen Bild hinzuaddiert, so dass der Hintergrund nicht überbelichtet, während sich bewegende Lichter das Bild "weiterzeichnen". Der Belichtungsfortschritt wird dabei auf dem Bildschirm angezeigt, so dass der Fotograf sehen kann, wenn er genug Bilder im Kasten hat. Leuchtspuren lassen sich damit perfekt aufnehmen.

Videoaufnahmen beherrscht die S5 maximal in 4K-Auflösung bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Wer den dabei erfolgenden 1,5-fachen Crop mit dem entsprechenden Bildwinkelverlust nicht möchte, muss sich mit 30 Bildern pro Sekunde begnügen, denn dann nutzt die S5 die komplette Sensorbreite und liest den gesamten Sensor aus. 4:2:0 10 Bit kann die S5 in 4K bei 50 und 60 Bildern pro Sekunde direkt auf die Speicherkarte aufnehmen, über den HDMI-Anschluss sind sogar 4:2:2 in 10 Bit als parallele Aufzeichnung möglich. Bei bis zu 30 Bildern pro Sekunde sind bei 4K auch 4:2:2 10 Bit intern möglich, bei Full-HD-Auflösung geht das auch mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. In jedem Modus lässt sich übrigens der Crop aus den Optionen APS-C und Pixel:Pixel wählen, Full steht nur dann zur Auswahl, wenn die Bildrate und Farbtiefe es erlauben. So kann man jederzeit einen verlustfreien Digitalzoom aktivieren.

Mit Ausnahme von 4K bei 50 oder 60 Bildern pro Sekunde sowie 4K mit 10 Bit, wo die maximale Videolänge bei 30 Minuten am Stück liegt, sind beliebig lange Videoaufnahmen möglich. Der leistungsfähige Bildprozessor produziert nur wenig Abwärme, die zudem über das Metallgehäuse gut abgeleitet wird. Selbst eine nach 30 Minuten beendete Aufnahme lässt sich direkt fortsetzen.

In Full-HD bietet die S5 sogar Bildraten von bis zu 180p für 15 Minuten am Stück. Dabei kann die Bildrate von einem Bild pro Sekunde (für bis zu 60-fachen Zeitraffer, dann ohne 15-Minuten-Begrenzung) bis 180 Bilder pro Sekunde in Full-HD (für bis zu 7,5-fache Zeitlupen) gewählt werden, in 4K von 1 bis 60 Bilder pro Sekunde (60-facher Zeitraffer bis 2,5-fache Zeitlupe). Der Autofokus arbeitet maximal bis 120 Bilder pro Sekunde. Verschiedene Gammakurven inklusive V-Log erlauben eine Anpassung der Tonwerte, ein Flat-Modus zur besseren Nachbearbeitung ist ebenfalls dabei. HDR-Videos nach HLG-Standard lassen sich aber auch aufnehmen und direkt auf passenden 4K-Fernsehern wiedergeben.

  • Bild 24 Megapixel löst der Vollformatsensor der Panasonic Lumix DC-S5 auf. Fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglicht er dank der beweglichen Lagerung zur Bildstabilisierung. [Foto: MediaNord]

    24 Megapixel löst der Vollformatsensor der Panasonic Lumix DC-S5 auf. Fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglicht er dank der beweglichen Lagerung zur Bildstabilisierung. [Foto: MediaNord]

V-Gamut ist ebenfalls vorinstalliert und LUTs der Varicam können in der S5 genutzt werden für eine Videobearbeitung in einem gemeinsamen Workflow. Verschiedene Zebra-Muster und Fokus-Peaking sowie Timecode werden ebenfalls unterstützt. Des Weiteren gibt es aus der Lumix G110 bekannte Videofunktionen wie die Tally-Funktion (ein roter Rahmen zeigt deutlich die aktive Aufnahme an), Frame-Maker für die Anzeige von Seitenverhältnissen für verschiedene Ausgabeformate von CinemaScope bis Social Media und eine Hochkant-Videoaufnahmefunktion für die Zielgruppe mit Smartphones als Videoplayer.

Sogar anamorphe Aufnahmen 4K CinemaScope sind möglich, dabei erfolgt die Aufnahme beispielsweise gestaucht in 4:3 und wird in der Nachbearbeitung auf das korrekte Seitenverhältnis von 2,35:1 entstaucht. Dabei kommen spezielle Objektive zum Einsatz, die das Bild entsprechend optisch stauchen. Unterstützt werden dabei die Faktoren 1.3x, 1.33x, 1.5x, 1.8x und 2.0x. Der während Videoaufnahmen aktive Bildstabilisator kann hierbei ebenfalls verwendet werden.

Zwar können dank der Videoaufnahmetaste jederzeit Videoaufnahmen gestartet werden, um aber das volle Potential mit allen Einstellmöglichkeiten ausschöpfen zu können, sollte man das Programmwählrad auf den Videomodus stellen. Bei Videoaufnahmen ist, sofern nicht deaktiviert, stets der optische Bildstabilisator aktiv, der sich für eine noch bessere Effektivität um einen digitalen Stabilisator ergänzen lässt.

Dank des Mikrofon-Eingangs ist es auch kein Problem, ordentlichen Stereoton aufzuzeichnen, falls einem die internen Mikrofone nicht reichen. Eine Pegelanzeige sowie eine Aussteuerfunktion fehlen nicht. Dank des Kopfhörerausgangs kann man diesen Ton auch vernünftig kontrollieren, denn dazu taugt der interne Lautsprecher definitiv nicht. Der Mikrofon-Eingang bietet wahlweise eine Phantomspeisung für aktive Mikrofone, lässt sich aber auch auf einen Line-In-Betrieb umschalten. Als Zubehör bietet Panasonic zudem einen XLR-Adapter (DMW-XLR1) für den Blitzschuh an.

Im Wiedergabemodus gibt es zwar keine großen Bildbearbeitungsmöglichkeiten wie etwa eine Rote-Augen-Retusche oder Filtereffekte, Raw-Aufnahmen lassen sich aber sehr wohl zu JPEG-Aufnahmen konvertieren, wobei einige Einstellungen angepasst werden können. Neben einer Schutzfunktion bietet die Panasonic zudem eine Bildbewertungsfunktion. Sehr verspielt für eine Kamera für ambitionierte Anwender und Profis ist die Diashow-Funktion, die mit Musik- und Überblendeffekten daherkommt wie bei einer Kompaktkamera.

  • Bild Speicherkarten und Akku werden bei der Panasonic Lumix DC-S5 separat voneinander entnommen. Nur eines der beiden SD-Kartenfächer ist mit dem schnellen UHS II kompatibel. [Foto: MediaNord]

    Speicherkarten und Akku werden bei der Panasonic Lumix DC-S5 separat voneinander entnommen. Nur eines der beiden SD-Kartenfächer ist mit dem schnellen UHS II kompatibel. [Foto: MediaNord]

Sehr leistungsfähig zeigen sich zudem die Drahtlosfunktionen. Das eingebaute WLAN funkt nicht nur auf 2,4, sondern auch auf 5 GHz. Das reduziert zwar die Reichweite, erhöht dafür aber den Datendurchsatz. Dabei verbindet sich die S5 nicht nur mit Smartphones und Tablets, sondern auch mit WLAN-Hot-Spots und daran angeschlossenen Rechnern, so dass man seine Bilder drahtlos sichern kann. Dank Bluetooth lässt sich zudem energiesparend eine dauerhafte Verbindung zum Smartphone herstellen, wobei die S5 die Standortdaten des Smartphones anzapft und direkt in die aufgenommenen Fotos speichert. Aber auch umfangreiche Fernsteuermöglichkeiten inklusive Livebildübertragung bietet die Smartphone-App. Selbstverständlich lässt sich die Lumix S5 aber auch per Kabel von einem PC aus fernsteuern oder als Webcam nutzen.

Bildqualität

Die Panasonic Lumix DC-S5 ist mit einem 24 Megapixel auflösenden Kleinbildsensor ausgestattet, der von ISO 50 bis 204.800 eine große Empfindlichkeitsbandbreite bietet. Dabei handelt es sich um einen Dual-Native-ISO-Sensor, der ab ISO 640 Verstärkerschaltkreise aktiviert, was das Rauschen mindern soll. Beim getesteten S 20-60 mm F3.5-5.6 (S-R2060) handelt es sich um ein kostengünstiges Standardzoom mit ungewöhnlich großem Weitwinkel, das dafür aber nur bis in den Normalbrennweitenbereich hineinreicht, also keine richtige Telebrennweite bietet. Immerhin besitzt das 350 Gramm schwere Kunststoffobjektiv ein Metallbajonett, einen Spritzwasser- und Staubschutz sowie neben dem Zoomring auch einen Fokusring und einen AF-MF-Schalter. Ein Bildstabilisator ist hingegen nicht verbaut, eine Streulichtblende gehört zum Lieferumfang.

Der ausführliche Labortest der S5 mit dem 20-60 mm, auf dem die folgenden Betrachtungen beruhen, kann über die weiterführenden Links gegen ein kleines Entgelt abgerufen werden. Außerdem bieten wir eine Testbildreihe in Raw und JPEG bei allen ISO-Empfindlichkeiten als Bezahldownload an, womit man sich ein eigenen Eindruck der Bildqualität, auch im Vergleich mit anderen Kameras, für die wir diesen Service anbieten, verschaffen kann.

Die optischen Fehler des Objektivs fallen, auch dank der Korrektur seitens des Bildprozessors im getesteten JPEG-Format, insgesamt gering aus. Die Randabdunklung erreicht nicht einmal eine halbe Blendenstufe und die Verzeichnung ist im Weitwinkel mit 0,8 Prozent nur minimal tonnenförmig. Sie verschwindet beim Zoomen komplett. Auch die Farbsäume hat Panasonic insgesamt gut unter Kontrolle, sie liegen im Mittel unter einem Pixel Breite. Nur in den Ecken im Weitwinkel können sie mit bis zu zwei Pixeln leicht sichtbar werden.

Bei der Auflösungsmessung bei 50 Prozent Kontrast zeigen sich hingegen erste Schwächen des Objektivs, vor allem am Randbereich. In der Bildmitte wird ein Auflösungsmaximum von bis zu 55 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) erreicht. Das ist für einen 24 Megapixel auflösenden Bildsensor zwar nicht besonders hoch, aber der Wert geht angesichts der zurückhaltenden Bildaufbereitung mit sehr niedrigen Schärfeartefakten in Ordnung. Das Objektiv löst im Bildzentrum bereits ab Offenblende hoch auf und erreicht bei jeder Brennweite mindestens 50 lp/mm. Jenseits von F8 setzt die Beugung ein, aber erst jenseits von F16 sinkt die Auflösung unter 40 lp/mm.

Am Bildrand löst das Objektiv deutlich schlechter auf. Im Weitwinkel beträgt der Auflösungs-Randabfall bis zu 45 Prozent, lediglich 30 lp/mm werden erreicht. Bis F8 lässt sich die Randauflösung auf maximal 37 lp/mm steigern, der Randabfall ist immer noch deutlich. Beim Zoomen steigert sich die Randauflösung, vor allem abgeblendet auf F8 und F11 lässt sich eine Randauflösung von 41-42 lp/mm erzielen, bevor die Beugung die Randauflösung wieder reduziert.

  • Bild Der Batteriegriff DMW-BGS5 für die Panasonic Lumix DC-S5 verlängert nicht nur die Akkulaufzeit, sondern bietet auch einen ergonomischen Hochformatgriff sowie weitere Bedienelemente, wie etwa den Auslöser und die Einstellräder. [Foto: Panasonic]

    Der Batteriegriff DMW-BGS5 für die Panasonic Lumix DC-S5 verlängert nicht nur die Akkulaufzeit, sondern bietet auch einen ergonomischen Hochformatgriff sowie weitere Bedienelemente, wie etwa den Auslöser und die Einstellräder. [Foto: Panasonic]

Beim Signal-Rauschabstand kann die Lumix S5 wieder punkten. Bis ISO 640 bewegt er sich im guten Bereich von über 40 dB und bis ISO 6.400 im akzeptablen Bereich von über 35 dB. Das stehts feinkörnige Rauschen wird oberhalb von ISO 6.400 sichtbar, oberhalb von ISO 25.600 zieht es sehr stark an und wird deutlich störend. Farbrauschen hingegen zeigt sich praktisch nur bei der höchsten Empfindlichkeit von ISO 204.800. Diese Empfindlichkeit ist mehr ein Papiertiger, als dass hier irgendwas aus der Kamera kommen würde, was man noch als Bild-"Qualität" bezeichnen könnte.

Die Rauschunterdrückung beginnt oberhalb von ISO 400 langsam, feine Details zu vernichten. ISO 1.600 und 3.200 sind noch ziemlich unkritisch, bei ISO 6.400 wird es allerdings schon grenzwertig. Je nach Qualitätsanspruch ist hier oder spätestens bei ISO 12.800 Schluss. Dual-Native-ISO wirkt sich nur minimal auf die Messwerte aus, nämlich indem ISO 640 nahezu auf dem Niveau von ISO 400 liegt, aber eben nicht darüber. Es bringt also letztlich nur eine Drittel Blendenstufe an Bildqualität und macht sich dadurch bei höheren Empfindlichkeiten kaum bemerkbar. Die S5 ist nicht besser oder schlechter als vergleichbare Kameras mit 20 bis 24 Megapixeln Auflösung.

Die zurückhaltende Bildaufbereitung zeigt sich nicht nur in den geringen Schärfeartefakten, auch die Tonwertkurve verläuft nicht allzu stark angesteilt. Der Ausgangs-Tonwertumfang ist bis ISO 400 sehr gut mit 224 der 256 möglichen Helligkeitsabstufungen. Bei ISO 1.600 wird die Grenze vom guten zum akzeptablen Bereich von 160 Stufen erreicht, danach sinkt der Ausgangs-Tonwertumfang aber langsamer. Erst oberhalb von ISO 25.600 wird dieser inakzeptabel.

Bei der Eingangsdynamik kann die große Panasonic wieder punkten. Im Bereich von ISO 100 bis 51.200 erreicht sie über zehn, bei ISO 400 fast elf Blendenstufen und bietet damit eine gute Durchzeichnung von kontrastreichen Motiven. Bei ISO 50 und 102.400 ist die Eingangsdynamik mit über neun Blendenstufen im befriedigenden Bereich.

Überraschend neutral ist auch die Farbwiedergabe. Farben gibt die S5 sehr exakt wieder, selbst die maximalen Abweichungen bei einigen warmen Farbtönen sind gering und beziehen sich mehr auf die Sättigung als auf den Farbton an sich. Die tatsächliche Farbtiefe ist bis ISO 200 mit über acht Millionen Farbnuancen äußerst gut, selbst bis ISO 6.400 differenziert die Panasonic noch über vier Millionen Farben, was ebenfalls sehr gut ist.

Fazit

Mit Ausnahme der etwas langsamen Serienbildfunktion und dem etwas niedrig auflösenden elektronischen Sucher ist die Panasonic Lumix DC-S5 eine sehr überzeugende spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor. Die Gehäuseverarbeitung ist hervorragend und gehört zu den besten in dieser Klasse. Auch bei der Ausstattung weiß die Panasonic zu überzeugen. Vor allem auch Videofilmer werden kaum Funktionen vermissen. Das Wärmemanagement ist gut, so dass langen Videosequenzen nichts im Wege steht. Leichte Einschränkungen gibt es nur bei 4K mit 50 und 60 Bildern pro Sekunde sowie 4K 10 Bit, wo ein 1,5-facher Crop und eine 30-Minuten-Zeitgrenze greifen, wobei die Abwärme jedoch nicht wirklich problematisch ist.

Der Autofokus überzeugt vor allem mit seinen Erkennungsfunktionen und dem Motivtracking, gehört aber nicht zu den schnellsten, vor allem bei aktivierter Serienbildfunktion, bei der mit AF-C nur fünf Bilder pro Sekunde erreicht werden. Überhaupt ist die Serienbildfrequenz womöglich die größte Achillesferse, auch wenn in JPEG bei sieben Bildern pro Sekunde (ohne AF-C) die Speicherkarte vollfotografiert werden kann. Der schwenk- und drehbare Touchscreen löst hoch auf und ist vor allem hervorragend hell. Der Sucher hingegen bietet für die heutige Zeit eine etwas magere Auflösung von lediglich 2,36 Millionen Bildpunkten, weiß aber immerhin mit einer hohen Bildwechselfrequenz und geringen Verzögerung zu überzeugen.

Fotografen bekommen mit der Lumix S5 eine reichhaltig ausgestattete, sehr gut zu bedienende und fast schon zu stark individualisierbare Kamera, die auch bei der Bildqualität zu überzeugen weiß. Zwar bringt der Dual-Native-ISO-Bildsensor nur marginale Vorteile, aber schlechter wird die Bildqualität bei höheren Empfindlichkeiten dadurch definitiv nicht. Die Panasonic spricht mit ihrer sehr exakten Farbwiedergabe und der zurückhaltenden Bildaufbereitung mit nur geringer Nachschärfung und dafür etwas weniger Auflösung vor allem Fotografen an, die es etwas natürlicher mögen, wobei die Bildaufbereitungseinstellungen sowie das Raw-Format auch andere Fotos nach dem Geschmack des Fotografen erlauben.


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Steckbrief

Steckbrief
HerstellerPanasonic
ModellLumix DC-S5
SensorCMOS Kleinbild 36,0 x 24,0 mm (Cropfaktor 1,0)
25,3 Megapixel (physikalisch)
24,2 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch6,0 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)3.328 x 2.496 50p
ObjektivPanasonic S 20-60 mm F3.5-5.6 (S-R2060) (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 0,74-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 4,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.840.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (1.728 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/250 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera), Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-51.200
  manuellISO 50-204.800
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder225 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,33 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen133 x 97 x 82 mm
Gewicht (betriebsbereit)715 g (nur Gehäuse)
1.063 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit470 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Robustes, trotz Kompaktheit ergonomisches Metallgehäuse
  • Sehr effektiver Dual-Bildstabilisator
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 640, gute bis ISO 6.400
  • Sehr heller und hochauflösender, schwenk- und drehbarer Touchscreen
  • Sehr gute und ausdauernde Videofunktion mit vielen Optionen
  • Relativ niedrig auflösender elektronischer Sucher
  • Nur eines der beiden SD-Kartenfächer UHS-II-Kompatibel
  • Etwas langsame Serienbildfunktion (inbesondere bei AF-C)

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.