High-End Foto-Video-Hybrid

Testbericht: Panasonic Lumix DC-GH5 II

Seite 2 von 2, vom 2021-07-30 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

V-Log L ist bei der GH5 II nun vorinstalliert, so dass man sich keinen zusätzlichen Softwareschlüssel mehr kaufen muss. Darüber hinaus bietet die GH5 II zwei Cinelike-Gamma-Voreinstellungen, die auch ohne V-Log L eindrucksvolle Looks erzeugen sollen. Für V-Log L lassen sich 35 verschiedene LUTs von der Panasonic-Website herunterladen.

Neu sind die kabellosen und kabelgebundenen Livestreaming-Fähigkeiten der Panasonic Lumix DC-GH5 II. Unter Verwendung eines Smartphones mit der App Lumix Sync sind drahtlose Livestreams möglich, bei YouTube benötigt man dafür aber beispielsweise mindestens 1.000 Abonnenten. Aber auch für das Streaming im WLAN über einen PC kann die Kamera konfiguriert werden. Die Streamingplattform muss das RTMP/RTMPS-Protokoll unterstützen, was beispielsweise bei Facebook und YouTube der Fall ist. Die maximale Streamingqualität liegt bei Full-HD 60p mit 16 Mbps.

Kabelgebundenes Livestreaming ist aktuell (Stand Juli 2021) nur über die Software Lumix Webcam möglich, die allerdings nur eine geringe Auflösung (1280 x 960 Pixel) und kein Kameraaudio unterstützt. Panasonic plant für die Zukunft ein Firmwareupdate, das eine USB-Tethering-Funktion für Smartphones enthalten soll, um Videos live über 4G/5G streamen zu können. Darüber hinaus soll die drahtlose Smartphone-Verbindung in Zukunft noch stabiler arbeiten und via USB soll ein kabelgebundenes RTP/RTSP IP-Streaming möglich sein (via USB am PC). Zudem plant Panasonic eine Live-View-Composite-Aufnahmefunktion für zusammengesetzte Langzeitbelichtungen, wie man sie von Olympus bereits seit Jahren kennt (siehe unseren Fototipp vom Februar 2016 in den weiterführenden Links).

Der Autofokus arbeitet im Videobetrieb leise und meist zuverlässig. Doch manchmal kommt es vor, dass er etwas unentschlossen zwischen Vorder- und Hintergrund wechselt, dann sollte man den Fokus beispielsweise per Fingertipper auf den Touchscreen auf das entscheidende Motivdetail "aufmerksam" machen. Auf alle 4K-Videofunktionen der GH5 II einzugehen, würde an dieser Stelle den Testbericht sprengen, Panasonic hat jedoch an wirklich alles gedacht, was man so braucht. Dazu zählen die Tonaufnahmemöglichkeiten, Timecode, die HDMI-Ausgabe oder die unbegrenzt lange Videoaufzeichnung.

  • Bild Das Gehäuse der Panasonic Lumix DC-GH5 II besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. [Foto: MediaNord]

    Das Gehäuse der Panasonic Lumix DC-GH5 II besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. [Foto: MediaNord]

Auch Fotografen profitieren von der hochauflösenden Videofunktion. Wie schon in vielen anderen Kameras können auch mit der GH5 II 4K-Fotos aufgenommen werden, im fall der GH 5 II sogar mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. 4K entspricht einer Auflösung von 8,3 Megapixeln, die bei allen Bildseitenverhältnissen (4:3, 3:2, 16:9 und 1:1) im vollen Umfang zur Verfügung stehen, aber je nach Seitenverhältnis bei einem 4:3-Sensor physikalisch bedingt zu einem leichten Bildwinkelverlust führen. Je nach Motiv sollte man nicht vergessen, den AF-C zu aktivieren.

Verschiedene Modi bieten dann die Möglichkeit, etwa beim Auslösen 30 Bilder vor und 30 nach dem Auslösen zu speichern oder etwa solange aufzuzeichnen, wie der Auslöser gedrückt bleibt oder nach der ersten Betätigung so lange, bis der Auslöser ein zweites Mal gedrückt wird. Das Ergebnis ist immer eine Videodatei, aus der sich bequem in der Kamera bildgenau ein Foto extrahieren lässt.

Alternativ zu 4K-Fotos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde gibt es bei 30 Bildern pro Sekunde auch eine 6K-Foto-Funktion. Hier lösen die Einzelbilder nicht etwa 8,3, sondern ganze 18,7 Megapixel auf. Es stehen jedoch nur die Seitenverhältnisse 4:3 und 3:2 zur Auswahl, für 16:9 bietet der Sensor nicht genügend horizontale, für 1:1 nicht genügend vertikale Auflösung.

Während die 4K-Foto-Funktion durchaus für A4-Ausdrucke oder Monitor- und Fernseherdarstellung reicht, bietet 6K höhere Auflösungsreserven. Die Bildqualität echter in JPEG oder gar Raw aufgezeichneter Einzelfotos wird jedoch nicht ganz erreicht, denn es handelt sich um Videostandbilder, die etwas mehr Artefakte zeigen. Bei der 6K-Fotofunktion fällt dies aufgrund der höheren Auflösung jedoch weit weniger ins Gewicht, da man seltener bis 1:1 heranzoomen muss.

Neben Serienbildern lassen sich mit der 4K- und 6K-Funktion auch Post-Fokus- und Fokus-Stacking-Aufnahmen realisieren. Hierbei durchfährt die Kamera während der Aufnahme den Fokusbereich des Motivs und man kann hinterher die Schärfe wählen oder die Bilder zu einem von vorne bis hinten scharfen Foto miteinander verrechnen – praktisch für statische Makromotive (siehe auch unseren Fototipp in den weiterführenden Links).

Darüber hinaus beherrscht die GH5 II aber auch Fokus-Reihenaufnahmen bei voller Sensorauflösung im Fotomodus. Hier obliegt die Verrechnung dann dem Fotografen im Zuge der Bildbearbeitung am Computer – oder eben die Auswahl des passenden Einzelbildes. Dabei sollte man unbedingt ein Stativ verwenden, da die Aufnahmen deutlich langsamer erfolgen als im 4K/6K-Fotomodus.

  • Bild Zwei SD-Karten finden im Speicherkartenfach der Panasonic Lumix DC-GH5 II platz. Beide Steckplätze unterstützen UHS-II. Der 2,5 mm Fernauslöseanschluss ist über dem Speicherkartenfach zu finden. [Foto: MediaNord]

    Zwei SD-Karten finden im Speicherkartenfach der Panasonic Lumix DC-GH5 II platz. Beide Steckplätze unterstützen UHS-II. Der 2,5 mm Fernauslöseanschluss ist über dem Speicherkartenfach zu finden. [Foto: MediaNord]

Übrigens arbeitet der 4K- und 6K-Fotomodus logischerweise mit elektronischem Verschluss, der aber auch für Einzelfotos aktiviert werden kann. Der mechanische Verschluss erreicht bis zu 1/8.000 Sekunde kurze Belichtungszeiten, der elektronische bis zu 1/16.000. Eine Kombination ist ebenfalls möglich. Dann reduziert der elektronische erste Verschlussvorhang verschlussbedingte Vibrationen, der zweite Verschlussvorhang läuft mechanisch ab.

Apropos "Vibrationen": Die Panasonic Lumix DC-GH5 II verfügt über einen zur Bildstabilisation beweglich gelagerten Bildsensor. Damit lassen sich nicht nur optische bildstabilisierte Objektive mit Bildstabilisator verwenden, sondern alle. Zudem arbeiten die Stabilisatoren in der Kamera und im Objektiv (nur Panasonic) zusammen, was weitere Vorteile bei der Effektivität bringt. Dieser bei Panasonic Dual IS genannte Kombimodus soll bis zu 6,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglichen. Das zu erreichen, hängt aber sehr vom individuellen "Wackeln" des Fotografen ab. In der Praxis sind fünf Blendenstufen aber in den meisten Fällen kein Problem.

Über einen eingebauten Blitz verfügt die GH5 II übrigens nicht, es liegt auch kein Aufsteckblitz bei. Der Systemblitzschuh mit Mittenkontakt sowie die Blitzsynchronbuchse erlauben jedoch die Verwendung externer Blitzgeräte. Auch eine Drahtlosblitzsteuerung ist bei Verwendung entsprechender Systemblitzgeräte kein Problem.

Nach der Aufnahme bietet die GH5 II einige Bildbearbeitungsfunktionen, etwa die Entwicklung von Raw-Fotos, falls man mal schnell ein JPEG benötigt und keinen Computer zur Hand hat. Auch Dia-Shows spielt die Kamera ab, allerdings nun schnörkellos ohne zuschaltbare Musik und Überblendeffekte.

Drahtlos nimmt die Lumix GH5 II per Bluetooth 4.2 sowie Wi-Fi 5 (AC-WLAN auf 2,4 und 5GHz) Kontakt zu Smartphones, PCs und WLAN-Netzwerken auf. Über WLAN können die Fotos auf Computer, Fernseher oder Smartphones übertragen werden. Die entsprechende Smartphone-App erlaubt zudem das Fernsteuern der Kamera. Über Bluetooth ist Geotagging mit Hilfe des Smartphone-GPS ist möglich. Mehr dazu ist in unserem Fototipp in den weiterführenden Links zu lesen. Ebenfalls interessant ist die Möglichkeit, Kameraeinstellungen auf das Smartphone speichern und zurück auf die Kamera spielen zu können. So kann man sich sogar mehrere Kameras identisch konfigurieren.

Bildqualität

Auch wenn die Panasonic Lumix DC-GH5 II wie ihr Vorgängermodell 20 Megapixel auflöst, kommt ein neuer Sensor zum Einsatz, der einen 25 Prozent höheren Dynamikumfang bieten soll. Zudem wurde er mit einer AR-Beschichtung versehen, die weniger Licht reflektieren soll. Das soll für weniger Streulicht und eine höhere Bildqualität vor allem in Gegenlichtsituationen sorgen, was wir in der Praxis bestätigen können.

  • Bild Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DC-GH5 II liegt in der optischen Achse und weit genug entfernt vom Akkufach. Die Abdeckung der Kontaktleiste verrät: Hier lässt sich ein Zusatzgriff anschließen. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DC-GH5 II liegt in der optischen Achse und weit genug entfernt vom Akkufach. Die Abdeckung der Kontaktleiste verrät: Hier lässt sich ein Zusatzgriff anschließen. [Foto: MediaNord]

Um die Bildqualität zu prüfen und mit dem Vorgängermodell vergleichen zu können, haben wir die GH5 II mit einem Leica 12-60 mm 2.8-4 in unserem Labor auf Bildqualität getestet (ein solches Leica-Objektiv kam auch bei unserem Test der GH5 zum Einsatz). Die ausführlichen Ergebnisse in Form von Diagrammen sind über die weiterführenden Links gegen ein kleines Entgelt einsehbar.

Neben dem Einzelkauf für 1,49 € bieten wir auch Prepaid-Flatrates ab umgerechnet 2,08 € pro Monat an. Diese enthalten auch unsere Testbild-Pakete, die man alternativ einzeln für 59 Cent erwerben kann. In diesen Paketen ist eine Aufnahmereihe bei allen ISO-Empfindlichkeiten in Raw und JPEG enthalten. Auch für die GH5 bieten wir ein solches Paket an, so dass sich die Bildqualität auch visuell vergleichen lässt.

Das Objektiv zeigt lediglich bei 12 mm und Offenblende eine leicht sichtbare Randabdunklung von maximal 0,8 Blendenstufen. Beim Zoomen geht sie etwas zurück und beim Abblenden auf F5,6 nimmt diese deutlich auf nur noch 0,3 Blendenstufen ab. Der Verlauf ist ohnehin sehr sanft. Dadurch fällt die Randabdunklung nicht störend ins Gewicht.

Die Verzeichnung ist nur im Weitwinkel relevant, fällt mit 1,5 Prozent Tonnenform aber ebenfalls nicht kritisch aus. Bei mittlerer und langer Brennweite zeigte sich im Labor keine Verzeichnung mehr. Ebenfalls unkritisch sind Farbsäume in Form chromatischer Aberrationen. Sie fallen selbst im Maximum mit weniger als einem Pixel Breite kaum auf. Im Mittel liegen sie sogar unter einem halben Pixel. Bis hierher sind die Messungen nahezu identisch zur GH5.

Bei der Auflösung, die wir bei 50 Prozent Kontrast messen, bekleckert sich die GH5 II genau wie ihr Vorgängermodell nicht unbedingt mit Ruhm. Hierbei müssen wir aber vorwegschicken, dass Panasonic aufgrund einer sehr zurückhaltenden Bildaufbereitung in JPEG generell nicht so hohe Auflösungen bei 50 Prozent Kontrast erzielt, wie man es von den meisten anderen Herstellern, allen voran dem Micro-Four-Thirds-Partner Olympus als direkte Vergleichsmöglichkeit, gewohnt ist.

Die GH5 II erreicht mit dem 12-60 keine 50 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) im Kleinbildäquivalent, sondern nur maximal 46 lp/mm. Zudem ist der Auflösungs-Randabfall mit bis zu 34 Prozent nicht gerade gering, auch wenn man sich damit trösten kann, dass es auch viel schlechtere Zoom-Objektive gibt. Im Weitwinkel bleibt der Auflösungs-Randabfall stets bei über 25 Prozent. Bei mittlerer Brennweite sinkt er dagegen ab F8 unter zehn Prozent.

Im Tele muss man dagegen auf F11 abblenden, damit der Randabfall auf immerhin knapp unter 20 Prozent sinkt. Im Tele ist die Auflösung mit einem Maximum von 41 lp/mm generell etwas geringer. Die absolute Randauflösung beträgt im Weitwinkel und Tele um die 30 lp/mm, bei mittlerer Brennweite sind es bis zu 37 lp/mm (bei F8).

  • Bild Die Panasonic Lumix DC-GH5 II lässt sich mit dem vom Vorgängermodell bekannten Akkugriff DMW-BGGH5 erweitern. [Foto: Panasonic]

    Die Panasonic Lumix DC-GH5 II lässt sich mit dem vom Vorgängermodell bekannten Akkugriff DMW-BGGH5 erweitern. [Foto: Panasonic]

Schaut man sich die Auflösung bei zehn Prozent Kontrast an (aktuell nicht in unseren kaufbaren Labortests enthalten), werden durchaus Auflösungen von über 70 lp/mm erreicht. Details bei nur noch zehn Prozent Kontrast noch als "scharf" zu erkennen, fällt dem menschlichen Auge jedoch schwer. Im Maximum werden bei zehn Prozent Kontrast bis zu 74 lp/mm erreicht. Am Bildrand liegt das maximum bei 64 lp/mm, bewegt sich bei den meisten Brennweiten-Blenden-Kombinationen aber eher im Bereich von 50-55 lp/mm.

An der Panasonic GH5 war die Auflösung nur marginal besser, was genauso gut auf Messfehler oder Serienschwankungen der Objektive zurückzuführen sein kann. Die zurückhaltende Bildaufbereitung führt bei der GH5 II wie schon bei der GH5 zu nur geringen Schärfeartefakten von maximal sechs Prozent. Andere Kameras mit knackigeren JPEGs liegen eher bei 10-15 Prozent, teilweise sogar über 20 Prozent, was dann aber schon wieder negativ durch deutliche Doppelkonturen und Überschwinger an Kontrastkanten sichtbar wird.

Früher, als Panasonic noch knackigere JPEGs bot, beispielsweise bei der Lumix DMC-GX8, lagen die Schärfeartefakte bei gut 15 Prozent. Das kann man unserer Meinung nach auch gut vertreten. JPEG-Bilder dürften gerne für die direkte Verwendung optimiert sein, schließlich bietet eine GH5 II auch noch das Rohdatenformat, das sich ohnehin besser für eine ambitionierte Bildbearbeitung eignet. Wer möchte, kann versuchen, sich die JPEGs über die Bildstile knackiger zu konfigurieren.

Trotz der für einen Micro-Four-Thirds-Sensor hohen nominellen Auflösung von 20 Megapixeln fällt der Signal-Rauschabstand erfreulich gut aus. Auch der Gewinn dank des gegenüber dem Vorgängermodell GH5 verbesserten Bildsensors ist durchaus messbar. Bis ISO 800 liegt er im guten Bereich von 40-45 dB, die kritische Marke von 35 dB wird erst jenseits von ISO 3.200 unterschritten. Vor allem bei ISO 800 ist die GH5 II spürbar besser, aber auch bei ISO 3.200 hat sie leichte Vorteile. Das Helligkeitsrauschen ist allenfalls ab ISO 6.400 leicht sichtbar und damit etwas geringer als bei der GH5. Farbrauschen spielt praktisch keine Rolle. Zudem ist das geringe Rauschen bei der GH5 II sehr feinkörnig.

Die Texturschärfe der GH5 II entspricht angesichts der geringen Nachschärfung eher den Erwartungen als noch bei der GH5, bei der die Texturen trotz der geringen Schärfeartefakte teilweise deutlich zu hoch (überschärft) waren. Interessant ist, dass die Texturschärfe bei ISO 100 messbar geringer ist als bei ISO 200. Das geht so weit, dass man diesen Effekt deutlich in den Bildern erkennen kann. Der Messwert ist sogar schlechter als bei ISO 3.200, so dass man ISO 100 zumindest in JPEG eigentlich nicht verwenden kann. Bei ISO 200 und 400 ist die Texturschärfe hoch und sinkt dann langsam auf noch akzeptable Werte bei ISO 3.200 ab. Darüber geht die Texturschärfe jedoch steil bergab. Insgesamt ist die Texturschärfe jedoch als einziger Messwert der GH5 II deutlich geringer als bei GH5, die hatte keinen Einbruch bei ISO 100 und war bis ISO 6.400 ausreichend.

Die Eingangsdynamik der GH5 II bewegt sich im relevanten Bereich von ISO 200 bis 3.200 bei 11 Blendenstufen und erreicht im Maximum sogar bis zu 11,5 Blendenstufen. Damit bietet die GH5 II ein hohes Niveau, ist aber nicht die versprochenen 25 Prozent besser als die GH5, sondern liegt nur marginal darüber. Bei ISO 100 ist der Dynamikumfang aufgrund der Signaldämpfung um eine Blendenstufe geringer.

  • Bild Der 17,3 mal 13 mm kleine Micro-Four-Thirds-Sensor wirkt im Bajonett der 139 x 98 x 87 mm großen Panasonic Lumix DC-GH5 II fast verloren. [Foto: MediaNord]

    Der 17,3 mal 13 mm kleine Micro-Four-Thirds-Sensor wirkt im Bajonett der 139 x 98 x 87 mm großen Panasonic Lumix DC-GH5 II fast verloren. [Foto: MediaNord]

Auch die Tonwertkurve verläuft entsprechend bei ISO 100 etwas flacher, bei allen anderen Empfindlichkeiten ist sie dagegen erstaunlich knackig angesteilt, was zwar einen guten visuellen Eindruck macht, aber eigentlich nicht so gut zur zurückhaltenden Nachschärfung passt. Hier gibt es kaum Unterschiede zur GH5.

Beim Ausgangs-Tonwertumfang zeigt sich die GH5 II dann wieder besser aufgestellt als die GH5, vor allem bei ISO 800. Während die GH5 II bis ISO 800 einen sehr guten Wert von über 224 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen erreicht, schaffte die GH5 das nur bis ISO 400. Bis ISO 3.200 nähern sich die Kameras wieder an und sind beide mit über 160 Stufen noch gut. Selbst bis zur maximalen Empfindlichkeit von ISO 25.600 erreichen sie noch ausreichende 128 Helligkeitsabstufungen.

Verbessert hat Panasonic die Farbwiedergabe der Lumix GH5 II, obwohl die GH5 hier bereits ziemlich gut war. Mit einer mittleren Abweichung von nur noch fünf statt sechs Delta-A-B und einem Maximum von 15 statt 16 Delta-A-B, das jedoch fast ausschließlich einer etwas höheren Sättigung von warmen Farbtönen geschuldet ist, bietet die GH5 II eine sehr gute Farbtreue.

Hinzu kommt die sehr gute tatsächliche Farbtiefe. Bis ISO 800 werden über acht Millionen Farben differenziert, bis ISO 6.400 sind es immer noch unglaubliche über vier Millionen. Damit ist die Farbtiefe sogar durchgehend besser als bei der GH5 und man kann der GH5 II eine insgesamt sehr gute Farbwiedergabe attestieren, die von kaum einer anderen Kamera erreicht wird; und das, obwohl die GH5 II "nur" einen Micro-Four-Thirds-Sensor hat.

Fazit

An der schieren Größe und dem Gewicht der Panasonic Lumix DC-GH5 II scheiden sich sicherlich die Geister, in Punkto Robustheit und Verarbeitungsqualität lässt sie sich jedoch nichts vormachen. Die GH5 II ist äußerst gut ausgestattet, ihr fehlen höchstens Funktionen, die man von einer Flaggschiffkamera ohnehin nicht unbedingt erwartet, wie etwa ein integriertes Blitzgerät, Motivprogramme oder eine Panoramafunktion. Die Geschwindigkeit der Kamera ist insgesamt hoch, vor allem der Autofokus gehört zu den allerbesten am Markt, sofern er nicht gerade ins Leere fokussiert. Bei der Serienbildfunktion und der Speichergeschwindigkeit muss die GH5 II zwar trotz hohen Niveaus gegenüber der Konkurrenz etwas Federn lassen, ist für die meisten Anwendungen aber mehr als ausreichend.

Videografen bekommen mit der GH5 II die aktuell sicherlich am besten ausgestattete Videokamera beziehungsweise Foto-Video-Hybriden, auch die Qualität der Videos stimmt. Nur auf den AF-C sollte man sich nicht blind verlassen. Der Sensor-Shift-Bildstabilisator arbeitet sehr zuverlässig, insbesondere in Kombination mit einem stabilisierten Objektiv. Die Bildqualität der GH5 II stimmt ebenfalls, sieht man einmal von der etwas zurückhaltenden Bildaufbereitung und damit nicht allzu hohen effektiven Auflösung ab, aber das ist ein wenig Geschmackssache. Die Rohdatenbilder lassen sich problemlos knackig abstimmen. Bis hinauf zu hohen ISO 3.200 liefert die Panasonic GH5 II jedenfalls eine hohe Bildqualität ab, insbesondere der Dynamik- und Tonwertumfangs sind sehr gut, die Farbwiedergabe ist sogar Spitzenklasse.

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Steckbrief

Steckbrief
HerstellerPanasonic
ModellLumix DC-GH5 II
SensorCMOS 4/3" 17,3 x 13,0 mm (Cropfaktor 2,0)
21,8 Megapixel (physikalisch)
20,3 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,3 µm
Auflösung (max.)5.184 x 3.888 (4:3)
Video (max.)4.992 x 3.744 30p
ObjektivPanasonic Leica DG Vario-Elmarit 12-60 mm F2.8-4 Asph Power OIS (H-ES12060) (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 3.680.000 Bildpunkte Auflösung, 1,52-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,76-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 3,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.840.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang (Typ A)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktion
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (1.728 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/250 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera)
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-25.600
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder225 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,15 s bis 0,28 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen139 x 98 x 87 mm
Gewicht (betriebsbereit)735 g (nur Gehäuse)
1.061 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit410 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Hervorragende Gehäuseverarbeitung
  • Umfangreiche Videoausstattung inkl. unbegrenzter 4K-Aufnahme
  • Effektiver Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 3.200
  • Für eine Micro-Four-Thirds-Kamera sehr großes und schweres Gehäuse
  • Sehr zurückhaltende JPEG-Bildaufbereitung führt zu einer mauen Auflösung
  • Auslöseverzögerung (ohne AF) für eine DSLM relativ lang
  • Autofokus manchmal etwas unentschlossen

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.