Superzoom-Kamera, Kompaktkamera

Testbericht: Olympus SP-560 UZ

2007-11-12 Olympus war mit der SP-550UZ Vorreiter bei den Superzoomkameras mit 18-fachem Zoomfaktor. Entsprechend ausführlich war unser Test damals. Nun ist mit der SP-560UZ die Nachfolgerin auf dem Markt. Sie unterscheidet sich nur wenig von ihrer Vorgängerin, der vielleicht herausragendste Unterschied ist der Sensor, der nicht nur etwas höher auflöst, sondern auch etwas größer ist. Dadurch verschiebt sich nicht nur der Brennweitenbereich leicht, sondern es sind auch Unterschiede in der Bildqualität zu erwarten. Dies und mehr haben wir uns in einem Kurztest angesehen.  (Benjamin Kirchheim)

Olympus SP-560 UZ [Foto: MediaNord] Die Verarbeitung der Kamera ist gewohnt hochwertig und kann mit der von Kunststoff-Spiegelreflexkameras aus dem Hause Olympus oder Pentax verglichen werden. Der Handgriff ist zwar gummiert, könnte aber stärker ausgeprägt sein. Auf der Rückseite gibt eine Mulde dem Daumen einen guten Platz, um die Kamera sicher zu halten. Ungünstig hingegen ist wieder und immer noch die Befestigungsöse für den Tragegurt, die sich in die Hand bohrt und einfach nur stört.

Die Bedienung und das Benutzerinterface sind identisch mit dem Vorgänger. Die Tasten haben leider einen etwas unterschiedlichen Druckpunkt, auch an die Bedienung der 4-Wege-Wippe muss man sich gewöhnen. Zwar könnte man annehmen, dass der silberne Ring starr ist, er gehört aber zur Wippe. Hat man das realisiert, geht die Bedienung gut von der Hand. Die Menüs sind Olympus-typisch etwas "verwurschtelt", auch der umständlichen Bildqualitätseinstellung mittels "SQ", "HQ" und "SHG" bleibt Olympus treu. Ansonsten findet sich im Menü fast alles, was man einstellen möchte. Die Kamera bietet dem fortgeschrittenen Benutzer somit viele Möglichkeiten, die Aufnahmen kreativ zu beeinflussen. Dazu gehört neben der manuellen Belichtungseinstellung und Halbautomatiken auch eine manuelle Fokussierung, die neben einem Balkendiagramm für die Entfernungseinstellung auch eine automatische Lupe einblendet – leider wird der Schärfebereich nicht mit angezeigt.

Olympus SP-560 UZ [Foto: MediaNord] Aber auch unerfahrenen Benutzern, die einfach nur Fotos ohne viel Technikwissen machen wollen, hat die Olympus viel zu bieten. Neben einer eingebauten Kurzanleitung gibt es zahlreiche Automatiken bis hin zu einer Gesichtserkennungsfunktion, die in der SP-550UZ noch nicht vorhanden war. Sie fokussiert zuverlässig auf Gesichter, die in die Kamera schauen. Zusätzlich hat Olympus eine Smile-Shot-Funktion eingebaut, die automatisch auslösen soll, sobald ein Lächeln erkannt wird. Im Gegensatz zur Gesichtserkennung funktioniert das aber alles andere als zuverlässig. Die Kamera löste öfter bei traurig schauenden Personen statt bei einem Lächeln aus – auch wenn gar kein Gesicht im Bild war, wurde durchaus ausgelöst. Diese Funktion, so sie denn überhaupt jemand für nützlich hält, sollte Olympus noch einmal überarbeiten. Eine Funktion allerdings muss bei der SP-560UZ manuell ausgelöst werden: der Blitz. Dieser klappt nicht automatisch hoch, sondern muss per Knopfdruck ausgeklappt werden. Im ausgeklappten Zustand gibt es dann neben einer Automatik auch eine Langzeitsynchronisation sowie eine Vorblitzfunktion zur Reduzierung roter Augen. Zwar hat die Kamera keinen Blitzschuh, aber im Menü ist eine spezielle Slave-Funktion einstellbar, die den Vorblitz unterdrückt und damit das zu frühe Auslösen von Slaveblitzgeräten verhindert. Apropos Auslösen: Die Autofokusgeschwindigkeit der SP-560UZ ist leider nicht als besonders schnell zu bezeichnen, so dass man z. B. bei Actionmotiven unbedingt vorfokussieren sollte, um den richtigen Moment nicht zu verpassen. Denn immerhin löst die Kamera nach erfolgter Fokussierung praktisch verzögerungsfrei aus.

In der Praxis lässt sich mit der Kamera gut arbeiten, und das Fotografieren mit solch einem Zoom macht Spaß. Wer nicht am ausgestreckten Arm mit dem Monitor als Sucher arbeiten möchte, kann auf den EVF-Sucher zurück greifen und die Kamera wie ein klassisches Spiegelreflexmodell ans Auge halten. Das Sucherbild ist ausreichend groß, wenn auch recht pixelig – mit einem Spiegelreflexsucher nicht vergleichbar. Als Vorteil gibt es Belichtungsvorschau, Gittereinblendung und Bildansicht im EVF, ohne die Kamera vom Auge nehmen zu müssen. Die automatische Bildkontrolle sollte man allerdings bei EVF-Verwendung abstellen, denn diese läuft unglücklicherweise immer über den Monitor, während der EVF für diese einstellbare Zeit dunkel bleibt.

Olympus SP-560 UZ – Aufnahmemenü [Foto: MediaNord] Olympus SP-560 UZ – Moduswahl [Foto: MediaNord] Olympus SP-560 UZ – Programmwahl [Foto: MediaNord]

Der neue CCD-Sensor der SP-560UZ ist nicht mehr 1/2,5 Zoll klein wie in der SP-550UZ, sondern 1/2,3 Zoll "groß" und löst 8,0 statt 7,1 Megapixel auf. Das verwendete Objektiv ist jedoch dasselbe. Dadurch verschiebt sich der Brennweitenbereich entsprechend Kleinbild von 28-504 mm auf 27-486 mm. Identisch ist auch die Bildstabilisierung mittels CCD-Shift-Technologie. Dabei ist der CCD-Sensor beweglich gelagert und wird entgegengesetzt zu den Verwackelungen des Benutzers verschoben. Dieser arbeitet recht effektiv. Auf die Bildqualität wirkt sich der größere Sensor allerdings merklich aus – und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Der Bildkreis des Objektivs ist zu klein, so dass besonders bei 27 mm eine deutlichere Vignettierung in den Ecken auftritt als noch bei der SP-550UZ. Ansonsten ist nach wie vor die Verzeichnung zu bemängeln, die die Verwendung der Kamera für bestimmte Anwendungsbereiche wie z. B. Architektur- oder Landschaftsfotografie einschränkt. Insgesamt kann man zwar gute Fotos mit der Olympus machen, aber richtig überzeugen kann die Bildqualität – auch in unserem Labortest – nicht.

Fazit Für Besitzer einer SP-550UZ lohnt der Kauf der SP-560UZ nicht. Dazu sind die Unterschiede zu gering, und die Bildqualität wurde eher verschlimmbessert. Ansonsten überzeugt die Kamera mehr mit ihrem Funktionsumfang und dem starken Zoom als mit Bildqualität oder Geschwindigkeit. Man sollte sie schon sehr gut mit der Konkurrenz vergleichen.

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Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • hoher, universeller Zoombereich mit Bildstabilisator
  • Betrieb mit Mignon-Batterien oder -Akkus möglich
  • hochwertige Verarbeitung
  • teilweise unterschiedliche Druckpunkte der Tasten
  • automatische Bildkontrolle auch bei EVF-Verwendung nur auf dem TFT-Monitor
  • Vignettierung aufgrund des zu kleinen Bildkreises
  • relativ langsamer Autofokus

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.