Kompakte, leistungsstarke Micro-Four-Thirds-Kamera

Testbericht: Olympus OM-D E-M5 Mark III

Seite 2 von 2, vom 2019-12-04, aktualisiert 2019-12-06 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Sogar eine Fokusreihenaufnahmefunktion bietet die E-M5 Mark III. Diese nimmt drei bis 999 Fotos auf und kann auf Wunsch im Stacking-Modus bis zu acht Aufnahmen automatisch kombinieren. Der Fokusabstand lässt sich in zehn Stufen einstellen, sogar eine Blitzladezeit kann in Sekunden gewählt werden. Somit lassen sich beispielsweise auch Studioblitzanlagen beim Fokus-Bracketing ansteuern und sicherstellen, dass die Blitze auch tatsächlich auslösebereit sind, indem man die Ladezeit lang genug wählt. Ebenfalls 999 Bilder nimmt die Intervallfunktion maximal auf. Die Start- und Intervallzeit lassen sich einstellen, zudem kann aus den Aufnahmen automatisch ein Video erstellt werden (4K, Full-HD und HD mit 5 fps, Full-HD und HD zusätzlich mit 10 und 15 fps, HD zusätzlich mit 30 fps). 

  • Bild Mit dem Zusatzgriff ECG-5 büßt die Olympus OM-D E-M5 Mark III zwar an Eleganz und Kompaktheit ein, dafür wird die Ergonomie mit großen, schweren Objektiven deutlich verbessert. Leider lässt sich die etwas knappe Akkulaufzeit damit nicht steigern. [Foto: Olympus]

    Mit dem Zusatzgriff ECG-5 büßt die Olympus OM-D E-M5 Mark III zwar an Eleganz und Kompaktheit ein, dafür wird die Ergonomie mit großen, schweren Objektiven deutlich verbessert. Leider lässt sich die etwas knappe Akkulaufzeit damit nicht steigern. [Foto: Olympus]

Ebenfalls interessant für Einsteiger- und ambitionierte Fotografen sind die Live-Funktionen für Langzeitbelichtungen. Bei Live-Time und Live-Bulb, die sich nur dadurch unterschieden, ob der Auslöser nur einmal am Start und Ende der Belichtung betätigt (Time) oder gedrückt gehalten werden muss (Bulb), kann man live am Bildschirm beobachten, wie weit die Belichtung fortgeschritten ist und damit die Belichtung auf den Punkt genau beenden. Sehr interessant ist zudem die Live-Composite-Funktion, die mehrere Belichtungen mit vorher festgelegter Belichtungszeit solange wiederholt, bis man die Aufnahme stoppt. Zum ersten Bild kommen aber nur die neuen Details hinzu, die bei späteren Bildern heller sind als im Ursprungsbild. So lassen sich ohne Überbelichtung Lichtbewegungen sichtbar machen, egal ob es sich um Autoscheinwerfer, Sterne oder Lichtmalerei mit einer Taschenlampe handelt. Hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Mehr zu den Live-Funktionen ist im Fototipp in den weiterführenden Links zu finden.

Ein weiteres Highlight ist bei Olympus-Kameras zweifelsohne der Bildstabilisator mittels des beweglich gelagerten Bildsensors. In der E-M5 Mark III kommt die neueste Generation für bis zu 5,5 EV längere Belichtungszeiten zum Einsatz, denn Olympus konnte den Mechanismus erfolgreich so weit schrumpfen, dass er in das kleine Gehäuse passt. In Kombination mit einem bildstabilisierten Objektiv sind sogar bis zu 6,5 EV längere Belichtungszeiten möglich. Der Bildstabilisator arbeitet dabei sehr leise, so dass er auch bei Videoaufnahmen arbeiten kann. Darüber hinaus kann der Bildstabilisator zur Steigerung der Auflösung mittels Mehrfachaufnahme mit minimal verschobenem Bildsensor genutzt werden. Der Modus funktioniert nur auf dem Stativ und das Motiv sollte sich während der Aufnahme ebenfalls nicht bewegen. Die Auflösung beträgt dann 50 Megapixel bei JPEG und 80 Megapixel bei Raw. Der Zuwachs an Details ist deutlich sichtbar. Er kommt im Studio an hochauflösende Vollformat-DSLRs heran und überflügelt im Randbereich selbst mit dem 12-40mm-Zoom sogar manches teures Vollformatzoom.

Ebenfalls löblich ist das leise mechanische Auslösegeräusch mit bis zu 1/8.000 Sekunde kurzen Belichtungszeiten. Doch auch völlig lautlos kann die Olympus ausgelöst werden, dann sind sogar bis zu 1/32.000 Sekunde kurze Belichtungszeiten möglich. Mit dem elektronischen Verschluss sind aber beispielsweise keine Blitzbildaufnahmen möglich und auch ein Rolling-Shutter-Effekt kann auftreten, ist dank schneller Sensorauslesung aber meistens nur minimal. Obwohl die E-M5 III gar keinen Spiegel hat, bietet sie etwas, das einer Spiegelvorauslösung entspricht. Im so genannten Anti-Shock-Modus wird nach dem Schließen des Verschlusses eine wählbare Zeit bis zur eigentlichen Belichtung gewartet, um Vibrationen zu minimieren, das Livebild entfällt dann in der Zeit vom Auslösen bis zur eigentlichen Belichtung. Auch eine Verzögerung von "Null" Sekunden lässt sich einstellen. Dann ist die Verzögerung so minimal, dass sie quasi Null Sekunden entspricht, aber dennoch vorhanden ist, um Unschärfen durch den Shutter-Shock-Effekt auszuschließen.

  • Bild Das Stativgewinde der Olympus OM-D E-M5 Mark III liegt vorbildlich in der optischen Achse, bei ausreichend kleiner Schnellwechselplatte kommt man sogar noch an den Akku heran. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Olympus OM-D E-M5 Mark III liegt vorbildlich in der optischen Achse, bei ausreichend kleiner Schnellwechselplatte kommt man sogar noch an den Akku heran. [Foto: MediaNord]

Die Serienbildgeschwindigkeit erreicht maximal zehn Bilder pro Sekunde, allerdings nicht für die von Olympus versprochenen 150 Bilder in Folge. In höchster JPEG-Qualität schafft sie "nur" 85 Bilder in Folge, was dennoch ein guter Wert ist, in Raw sind es allerdings nur 35 Bilder, was zwar in Ordnung ist, aber niemanden vom Hocker haut. Immerhin werden Fokus und Belichtung nachgeführt. Bei vollem Puffer sinkt die JPEG-Serienbildfrequenz auf immer noch stattliche acht Bilder pro Sekunde, aber auch die 4,9 Bilder pro Sekunde in Raw können sich sehen lassen. Nach Ende der Aufnahme dauert es keine fünf Sekunden, bis der Puffer wieder geleert ist. Der Datendurchsatz entspricht dabei 108 Megabyte pro Sekunde. Damit gehört die E-M5 Mark III zu den schnelleren, aber nicht zu den schnellsten Kameras. Neu bei der E-M5 III ist zudem der Pro-Capture-Modus, der bereits vor dem Auslösen mit elektronischem Verschluss 14 Bilder bei 30 Bildern pro Sekunde aufnimmt, insgesamt werden maximal 99 Bilder gespeichert. Aber auch ohne "Vorauslösung" können mit elektronischem Verschluss bis zu 30 Serienbilder pro Sekunde aufgenommen werden, allerdings für weniger als eine Sekunde am Stück. Fokus und Belichtung werden jeweils nicht nachgeführt.

Dass die E-M5 Mark III bei zehn Serienbildern pro Sekunde des Fokus nachführen kann, ist dem neuen Autofokussystem mit 121 auf dem Bildsensor integrierten Phasen-AF-Sensoren zu verdanken, das bereits aus der E-M1 Mark II und E-M1X bekannt ist. Es handelt sich dabei sogar um Kreuzsensoren, die damit noch besser auf Details beziehungsweise Kontrastkanten verschiedener Ausrichtung reagieren sollen. Zudem beherrscht die E-M5 Mark III die AF-Algorithmen der größeren Schwestermodelle und kann damit Motive noch besser verfolgen. Auch diverse AF-Modi mit Gruppensteuerung, Gesichts- und Augenerkennung etc. stehen zur Verfügung. Der Autofokus stellt in unter einer zehntel Sekunde von unendlich auf zwei Meter scharf, was sehr schnell ist. Die reine Auslöseverzögerung beträgt etwa 0,06 Sekunden, was eher "nur" durchschnittlich ist, aber selbst in Summe mit Autofokus und Auslöseverzögerung gehört die E-M5 Mark III mit unter 0,2 Sekunden vom Drücken des Auslösers bis zu eigentlichen Aufnahme immer noch zu schnellsten Kameras am Markt. Zur manuellen Fokussierung stehen eine Fokuslupe sowie Fokuspeaking als Hilfen bereit.

Die Videofunktion der Olympus OM-D E-M5 Mark III profitiert ebenfalls vom neuen Sensor, Autofokus und Bildstabilisator. Sie arbeitet maximal in 4K-Auflösung und nutzt sowohl bei 16:9 als auch bei 17:9 die gesamte Sensorbreite. Ein elektronischer Bildstabilisator ist aufgrund des hervorragend für Videoaufnahmen geeigneten Sensor-Shift-Bildstabilisators nicht unbedingt nötig, lässt sich aber unter entsprechendem Ausschnittsverlust zuschalten und erhöht die Leistung der Stabilisierung nochmals. In Full-HD sind sogar Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde möglich, in 4K mit maximal den üblichen 30 Bildern pro Sekunde. Für den Ton stehen ein integriertes Stereomikrofon sowie eine 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse zur Verfügung. Der Ton kann anhand der Pegelanzeige auf dem Bildschirm beurteilt und ausgesteuert werden. Ein Kopfhöreranschluss fehlt dagegen leider. Dank des flexibel schwenk- und drehbaren Bildschirmes, der zuverlässigen AF-Nachführung und des hervorragenden Bildstabilisators eignet sich die Olympus sehr gut für Videoaufnahmen aus der Hand. Der Blitzschuh kann als Mikrofonhalter fungieren.

  • Bild Auch wenn das Gehäuse der Olympus OM-D E-M5 Mark III lediglich aus Kunststoff besteht, ist es komplett gegen Witterungseinflüsse abgedichtet. [Foto: Olympus]

    Auch wenn das Gehäuse der Olympus OM-D E-M5 Mark III lediglich aus Kunststoff besteht, ist es komplett gegen Witterungseinflüsse abgedichtet. [Foto: Olympus]

Apropos Blitzschuh: Die E-M5 Mark III verfügt zwar nicht über einen eingebauten Blitz, aber der kleine, geniale FL-LM3 liegt der Kamera bei. Er ist sehr kompakt und 50 Gramm leicht, wird praktischerweise von der Kamera mit Strom versorgt und bietet sogar einen Dreh- und Schwenkreflektor mit Ausleuchtung für ein 12mm-Objektiv (24 mm im Kleinbildäquivalent). Die Leitzahl ist mit neun angegeben, laut unserer Messung beträgt sie sogar fast zehn, jeweils bei ISO 100. Dank der Grundempfindlichkeit von ISO 200 steigt die Leitzahl "automatisch" auf 13. Mit dem kleinen Blitz bietet die Olympus alle nötigen Blitzprogramme wie Langzeitsynchronisation, Blitzen am Ende der Belichtung oder eine Blitzbelichtungskorrektur sowie sogar Blitzbelichtungsreihen und eine manuelle Blitzsteuerung in 19 Stufen von "Full" bis 1/64. Selbst als Drahtlossteuergerät für entfesseltes Blitzen mit entsprechenden Systemblitzgeräten auf vier Kanälen in vier Gruppen kann der FL-LM13 dienen. Die kürzeste Synchronzeit beträgt 1/250 Sekunde.

Bei der Konnektivität gibt sich die Olympus dank Bluetooth und WLAN ebenfalls modern. Die Einrichtung gelingt problemlos, so dass sich die Kamera mit der kostenlosen App (für iOS und Android) von Olympus steuern lässt. Dabei kann man wählen, ob man die Kamera inklusive Livebildübertragung fernsteuern oder aber nur fernauslösen möchte, in letzterem Fall fungiert das Smartphone (oder Tablet) dann "nur" als Drahtlosauslöser. Auch eine Bildübertragung auf das Smartphone ist selbstverständlich möglich.

Bluetooth dient "nur" der einfacheren Verbindung der Kamera mit dem Smartphone sowie der Möglichkeit, die Kamera in der Fototasche zu "wecken", um ein paar Bilder zu übertragen. Zum Geotagging nutzt Olympus leider kein Bluetooth, stattdessen legt die separat benötigte App "OI.Track" eine Logdatei an, die am Ende des Fotoshootings auf die Kamera übertragen werden kann, um die EXIF-Daten um die Aufnahmekoordinaten erweitern zu können. Auch Firmwareupdates sind bisher leider nicht über die App möglich.

  • Bild Mit Micro-USB (samt Ladefunktion), Mikro-HDMI, 2,5 mm Fernauslösebuchse und 3,5 mm Stereo-Mikrofonbuchse bietet die Olympus OM-D E-M5 Mark III die nötigsten Schnittstellen. Ein Kopfhöreranschluss fehlt, er wäre aber für Videofilmer sehr nützlich gewesen. [Foto: MediaNord]

    Mit Micro-USB (samt Ladefunktion), Mikro-HDMI, 2,5 mm Fernauslösebuchse und 3,5 mm Stereo-Mikrofonbuchse bietet die Olympus OM-D E-M5 Mark III die nötigsten Schnittstellen. Ein Kopfhöreranschluss fehlt, er wäre aber für Videofilmer sehr nützlich gewesen. [Foto: MediaNord]

Bilder lassen sich auf der Olympus nach der Aufnahme noch bearbeiten, egal ob es sich um JPEGs oder Raws handelt. JPEGs können beispielsweise beschnitten werden, auch eine Gegenlichtkorrektur oder eine Hautglättung und ein paar Filtereffekte sind möglich. Rohdatenbilder können zudem direkt in der Wiedergabefunktion zu JPEGs entwickelt werden, ein paar Einstellungen, beispielsweise zur Korrektur von Belichtung und Weißabgleich sind dabei auch möglich.

Bildqualität

Die Olympus OM-D E-M5 Mark II ist trotz des 16-Megapixel-Sensors bei uns bisher der Auflösungs-Spitzenreiter unter den Micro-Four-Thirds-Kameras, was nicht zuletzt auch an einer offensiven Bildaufbereitung liegt. Die 20-Megapixel-Modelle E-M1 Mark II und E-M1X kamen da trotz höherer Sensorauflösung nicht heran, beide bereiten die Bilder deutlich sanfter auf als noch frühere Olympus-Modelle. Daher war natürlich die Frage spannend, ob die E-M5 Mark III eher der Philosophie ihres Vorgängermodells oder aber der der größeren Schwestermodelle folgen würde. Um das herauszufinden, haben wir sie in unserem Testlabor mit dem bewährten 12-40 mm F2.8 ED durchgemessen. Das Objektiv ist mit der Kamera im Set erhältlich und kostet gegenüber der nackten Kamera "nur" 700 Euro Aufpreis, also zusammen knapp 1.900 Euro. Um es vorwegzunehmen: Das Set ist absolut zu empfehlen, das 12-40 mm ist jeden Cent wert. Der Labortest mit vielen Diagrammen kann, genauso wie ein Testbilder-Paket mit einer ISO-Aufnahmereihe im JPEG- und Raw-Format gegen eine kleine Gebühr bei uns erworben und heruntergeladen werden. Außerdem bieten wir eine Prepaid-Flatrate für den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv an, was die Möglichkeit des Vergleichs mit anderen Kameras gibt, zudem haben wir nahezu alle Micro-Four-Thirds-Objektive mit Autofokus getestet.

  • Bild Der kleine Micro-Four-Thirds-Sensor der Olympus OM-D E-M5 Mark III löst 20 Megapixel auf und liefert eine erstaunlich gute Bildqualität bis ISO 800, aber auch bei ISO 3.200 braucht er sich nicht zu verstecken. [Foto: MediaNord]

    Der kleine Micro-Four-Thirds-Sensor der Olympus OM-D E-M5 Mark III löst 20 Megapixel auf und liefert eine erstaunlich gute Bildqualität bis ISO 800, aber auch bei ISO 3.200 braucht er sich nicht zu verstecken. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Sensor-Shift-Bildstabilisator der Olympus OM-D E-M5 Mark III arbeitet sowohl bei Fotos als auch bei Videos äußerst effektiv. Zusammen mit einem bildstabilisierten Objektiv erhöht sich die Effektivität nochmals. [Foto: Olympus]

    Der Sensor-Shift-Bildstabilisator der Olympus OM-D E-M5 Mark III arbeitet sowohl bei Fotos als auch bei Videos äußerst effektiv. Zusammen mit einem bildstabilisierten Objektiv erhöht sich die Effektivität nochmals. [Foto: Olympus]

  • Bild Die Ultraschall-Sensorreinigung der Olympus OM-D E-M5 Mark III soll nochmals effektiver arbeiten als beim Vorgängermodell. Eine manuelle, mechanische Sensorreinigung ist dadurch nur äußerst selten nötig. [Foto: Olympus]

    Die Ultraschall-Sensorreinigung der Olympus OM-D E-M5 Mark III soll nochmals effektiver arbeiten als beim Vorgängermodell. Eine manuelle, mechanische Sensorreinigung ist dadurch nur äußerst selten nötig. [Foto: Olympus]

Das 12-40 mm stellt an der E-M5 Mark III wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis, dass es eines der besten lichtstarken Standardzooms am Markt ist und in seinem Brennweiten- und Blendenbereich problemlos mit Festbrennweiten konkurrieren kann. Optische Fehler wie Randabdunklung, Verzeichnung und Farbsäume fallen minimal aus und sind kaum der Rede wert. Die Auflösung ist über den gesamten Brennweiten- und Blendenbereich in der Bildmitte sehr hoch und fällt zum Bildrand hin kaum ab. Ab F5,6 setzt langsam die Beugung ein, weiter als bis F11 sollte man nicht abblenden.

Konkret erreicht das 12-40 mm an der Olympus OM-D E-M5 Mark III bei 50 Prozent Kontrast eine Maximalauflösung von knapp 52 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) im Bildzentrum bei 12 Millimeter und F4. Insgesamt bewegt sich die Bildauflösung im Bildzentrum von 12 bis 40 Millimeter im Bereich von F2,8 bis F5,6 in einem Bereich von 44 bis 52 lp/mm, am Bildrand von 43 bis 49 lp/mm. Alleine diese Werte sprechen für die hohe Konstanz des Objektivs unabhängig von Blende und Brennweite. Echte Schwächen gibt es nicht.

Die Auflösungswerte zeigen aber auch, dass die E-M5 Mark III eher der Philosophie der E-M1 Mark II und E-M1X folgt, das heißt die Bilder werden nicht mehr so aggressiv aufbereitet und auf höchste Auflösung bei 50 Prozent Kontrast getrimmt, sondern sind etwas weicher und natürlicher, was aber auch weniger Artefakte bedeutet und damit der Bildverarbeitung entgegenkommt. Trotzdem bewegen sich die Schärfeartefakte durchaus noch im Bereich von zehn bis 15 Prozent und auch die bauchig-steile Tonwertkurve spricht durchaus für eine Bildaufbereitung, die zwar nicht ganz so aggressiv ist wie früher, aber immer noch weit entfernt von unbearbeiteten Bildern ist. So lassen sich die Fotos in JPEG auch ganz gut direkt verwenden, wenn man sie nicht nachbearbeiten möchte.

  • Bild Die SD-Speicherkarte der Olympus OM-D E-M5 Mark III wird praktischerweise seitlich entnommen. Sogar schnelle UHS-II-Karten können verwendet werden. [Foto: MediaNord]

    Die SD-Speicherkarte der Olympus OM-D E-M5 Mark III wird praktischerweise seitlich entnommen. Sogar schnelle UHS-II-Karten können verwendet werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Bei der Olympus OM-D E-M5 Mark III kommt der kleine Lithium-Ionen-Akku BLS-50 der Pen-Modelle zum Einsatz. Mit 310 Aufnahmen nach CIPA-Standard ist die Laufzeit für eine solche Kamera etwas knapp. [Foto: MediaNord]

    Bei der Olympus OM-D E-M5 Mark III kommt der kleine Lithium-Ionen-Akku BLS-50 der Pen-Modelle zum Einsatz. Mit 310 Aufnahmen nach CIPA-Standard ist die Laufzeit für eine solche Kamera etwas knapp. [Foto: MediaNord]

Die Eingangsdynamik bewegt sich bis ISO 3.200 auf einem hohen Niveau von über elf Blendenstufen. Die Ausgangs-Dynamik ist bei ISO 64 (die Kamera zeigt dann ISO "Low" an) und ISO 200 sehr gut mit über 224 von 256 möglichen Abstufungen, bis ISO 800 bewegt sie sich mit über 192 Stufen immer noch im guten bis sehr guten Bereich und ist bei ISO 1.600 mit 160 Stufen gerade noch gut. Farben gibt die Olympus sehr neutral wieder, die Farbabweichung ist im Mittel gering, aber selbst im Maximum noch tolerierbar. So gibt es kaum nennenswerte Farbverschiebungen. Zudem differenziert sie bis ISO 200 hervorragende über acht Millionen Farbnuancen, bis ISO 3.200 sehr gute über vier Millionen und selbst bei ISO 6.400 noch deutlich über zwei Millionen.

Der Signal-Rauschabstand ist bis ISO 400 mit über 40 dB gut und sinkt erst jenseits von ISO 1.600 langsam unter die kritische Marke von 35 dB. Farbrauschen spielt bei keiner Empfindlichkeit eine Rolle, Helligkeitsrauschen wird um ISO 1.600 bis 3.200 leicht und am ISO 6.400 etwas stärker sichtbar, erreicht aber bei keiner Empfindlichkeit auch nur annähernd kritisches Niveau. Auch die Charakteristik bleibt feinkörnig. Feine Texturen werden bis ISO 200 sehr gut und bis ISO 800 gut wiedergegeben. Darüber macht sich langsam ein Detailverlust bemerkbar, der aber bei ISO 1.600 noch unkritisch ist und auch bei ISO 3.200 im noch gut tolerierbaren Bereich liegt. Bei ISO 6.400 verschwinden dann feinste schwarze Haare vor grauem Hintergrund. Bei Nutzung des Rohdatenformats lassen sich vor allem bei ISO 6.400 noch etwas mehr Details herauskitzeln, so dass damit sogar diese hohe Empfindlichkeit nutzbar wird. ISO 12.800 und erst recht 25.600 sollte man dagegen absolut meiden.

Fazit

In einem Satz zusammengefasst überzeugt die Olympus OM-D E-M5 Mark III mit einem der besten Bildstabilisatoren, hoher Leistungsfähigkeit, umfangreicher Ausstattung und guter Bildqualität in einem sehr kompakten und robusten Kunststoff-Gehäuse. Die Kamera mag auf den ersten Blick etwas unscheinbar und gefühlt vielleicht auch ein- bis zweihundert Euro zu teuer wirken, tatsächlich aber hat Olympus es geschafft, hier eine der besten und kompaktesten Kameras auf den Markt zu bringen. Wer eine kleine, universelle, gute wie leistungsfähige und robuste Kamera mit großem Objektivangebot sucht, sollte definitiv die E-M5 Mark III in die engere Auswahl nehmen. Auch Videografen bekommen, mit Ausnahme des fehlenden Kopfhöreranschlusses, mit der E-M5 Mark III ein absolutes Arbeitstier für das leichte Reisegepäck. Hier wissen nicht nur die Bildqualität und Flexibilität, sondern vor allem auch der Bildstabilisator zu überzeugen, eine gleichmäßige Kameraführung aus der Hand völlig ohne Gimbal ist durchaus möglich. Die (Foto-) Bildqualität ist bis ISO 800 sehr gut, aber selbst bei ISO 3.200 direkt aus der Kamera problemlos brauchbar. Auch hier bringt der hervorragende Bildstabilisator wieder enorme Vorteile, wenn es um Low-Light-Aufnahmen aus der Hand geht.


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerOlympus
ModellOM-D E-M5 Mark III
SensorCMOS 4/3" 17,3 x 13,0 mm (Cropfaktor 2,0)
21,8 Megapixel (physikalisch)
20,4 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,3 µm
Auflösung (max.)5.184 x 3.888 (4:3)
Video (max.)4.096 x 2.160 24p
ObjektivOlympus 12-40 mm 2.8 ED (EZ-M1240) (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 1,37-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,69-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,0" (7,6 cm)
  Auflösung1.037.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme23
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Stich-Panorama-Assistent (zum extern zusammenfügen)
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (324 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitzmitgelieferter Aufsteckblitz
  Synchronzeit1/250 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera), Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, Smartphone als GPS-Logger
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-6.400
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder121 Kreuzsensoren
121 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,12 s bis 0,17 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen125 x 85 x 50 mm
Gewicht (betriebsbereit)418 g (nur Gehäuse)
801 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit310 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Äußerst effektiver Bildstabilisator bei Foto- und Videoaufnahmen
  • Kompaktes Gehäuse mit Spritzwasser- und Staubschutz
  • Schneller, zuverlässiger Autofokus
  • Bis ISO 800 sehr gute und bei ISO 3.200 noch akzeptable Bildqualität
  • Enormer Ausstattungsumfang für Foto- und Videoaufnahmen
  • Gehäuse besteht lediglich aus Kunststoff
  • Durch Funktionsvielfalt nicht gerade übersichtliches Menü
  • Etwas magerer Serienbildpuffer