Spiegellose Vollformat-Systemkamera

Testbericht: Nikon Z 5

Seite 2 von 2, vom 2020-09-08 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Ausstattung

Das Programmwählrad der Nikon Z 5 umfasst insgesamt acht Positionen. Es gibt sogar einen Vollautomatikmodus, in dem die Kamera alle Aufnahmeeinstellungen vornimmt. Auf Motivproramme hat Nikon hingegen verzichtet, und das ist in dieser Preisklasse auch in Ordnung. Stattdessen befinden sich neben den klassischen Kreativprogrammen P, A, S und M noch drei Benutzerprogramme auf dem Wählrad, sodass der Fotograf drei verschiedene Konfigurationen direkt abrufen kann. Die ISO-Automatik und die Belichtungskorrektur funktionieren auch im manuellen Modus, sodass man Aufnahmen mit Belichtungsautomatik, aber fester Belichtungszeit und Blende anfertigen kann.

Der mechanische Verschluss bietet bis zu 1/8.000 Sekunde kurze Belichtungszeiten und arbeitet recht leise. Es ist zudem möglich, zur Reduzierung von Erschütterungen in den Individualfunktionen einen elektronischen ersten Verschlussvorhang zu aktivieren, was jedoch die kürzeste mögliche Verschlusszeit auf 1/2.000 Sekunde verlangsamt. Außerdem bietet die Z 5 eine leise Auslösung mit rein elektronischem Verschluss. Dann sind zwar wieder 1/8.000 Sekunde kurze Belichtungszeiten möglich, es werden aber keine kürzeren Belichtungszeiten wie bei anderen Kameraherstellern erschlossen, zudem schränkt der elektronische Verschluss einige Kamerafunktionen ein, beispielweise das Blitzen.

Die Aufnahmereihenfunktionen umfassen neben klassischen Belichtungsreihen auch Weißabgleichsreihenaufnahmen und sogar Fokusreihen. Die maximale Anzahl an Aufnahmen einer Belichtungsreihe hängt von der Schrittweite ab. Bei 0,3 bis 1 EV sind bis zu neun Aufnahmen möglich, bei 2 und 3 EV Belichtungsabstand sind es maximal fünf Aufnahmen. Das reicht locker für HDR-Aufnahmen aus. Zudem ist die Nikon in der Lage, HDR-Bilder direkt aufzunehmen und zusammenzusetzen. Dabei lassen sich die Belichtungsdifferenz und die Glättung einstellen, zudem können die Einzelbilder neben dem Endergebnis separat gespeichert werden.

  • Bild Nikon hat auf die Kritik am Single-XQD-Speicherkartenfach der Z 6 und Z 7 gehört und verbaut in der Z 5 einen Doppel-SD-Schacht mit schnellem UHS II. [Foto: MediaNord]

    Nikon hat auf die Kritik am Single-XQD-Speicherkartenfach der Z 6 und Z 7 gehört und verbaut in der Z 5 einen Doppel-SD-Schacht mit schnellem UHS II. [Foto: MediaNord]

Die Fokusreihenaufnahmefunktion ist in einem separaten Menüpunkt zu finden und bietet vielfältige Einstellungen von der Anzahl der Aufnahmen bis hin zur Schrittweite der Fokusverlagerung, dem Zeitintervall, dem Speicherordner und noch vielem mehr. Nur zusammensetzen kann die Nikon die Aufnahmen nicht selbstständig, das muss man an einem PC mit geeigneter Software machen.

Das Autofokussystem der Z 5 arbeitet mit 273 Phasenautofokussensoren, die bis weit an den Randbereich den Bildaufnahmesensors verteilt sind. Von unendlich auf zwei Meter fokussiert die Z 5 mit dem Setobjektiv innerhalb von weniger als 0,2 Sekunden, was sehr schnell ist. Die Auslöseverzögerung liegt bei rund 0,08 Sekunden, was schnell, aber nicht rekordverdächtig ist. Dieses Niveau erreichen auch DSLRs, manche spiegellose Systemkamera hingegen ist da nochmal deutlich flotter. Insgesamt beträgt die Auslöseverzögerung inklusive Fokussierung 0,17 bis 0,21 Sekunden, was ein sehr guter Wert ist.

Der Autofokus arbeitet bei der Verfolgung von Motiven gut. Neben einer Gesichts- gibt es nun auch eine Augenerkennung, sogar bei Hunden und Katzen. Die Präzision des Fokus ist einwandfrei. In dunkleren Umgebungen kommt der Autofokus zwar nicht ins Schleudern, wird aber teilweise spürbar langsamer. Mit den nativen Z-Objektiven funktioniert der Autofokus am schnellsten, aber über den FTZ-Adapter angeschlossene Objektive fokussieren ebenfalls flott, im AF-S nicht langsamer als an einer DSLR. Uneingeschränkt funktionieren AI-, AF-S- und AF-P-Objektive. Der Adapter macht praktisch nichts anderes, als etwas Luft zu umbauen, dunkel abzuschirmen sowie den Unterschied der Bajonettauflagemaße (F und Z) anzupassen und natürlich die elektrischen Anschlüssen herzustellen. Der Adapter kann separat oder etwas günstiger im Set mit der Kamera erworben werden.

Die Serienaufnahmefunktion ist für heutige Verhältnisse langsam, aber immerhin kann bei voller Geschwindigkeit der Autofokus nachgeführt werden. Das verwundert nicht, denn maximal sind lediglich 4,5 Bilder pro Sekunde möglich. Zudem beschränkt Nikon die Zahl der Aufnahmen künstlich auf 100 Bilder (man kann sogar noch niedrigere Werte einstellen). Immerhin werden diese 100 Bilder nicht nur in JPEG, sondern sogar in Raw (14 Bit, verlustfrei komprimiert) mit voller Geschwindigkeit innerhalb von 22 Sekunden durchgezogen, eine nennenswerte Speicherpause fällt danach nicht an. Erst bei Verwendung von Raw plus JPEG kommen der Serienbildpuffer und die Speichergeschwindigkeit an ihre Grenzen. Nach 60 Aufnahmen sinkt die Geschwindigkeit von 4,5 auf durchschnittlich 2,6 Bilder pro Sekunde mit allerdings sehr unregelmäßigen Auslösungen. Daraus ergibt sich eine Schreibgeschwindigkeit von knapp 150 MB/s.

Dank des beweglich gelagerten Bildsensors sind mit der Nikon Z 5 theoretisch und auch praktisch bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten ohne Stativ möglich als ohne Stabilisator. Der Sensor wird auf drei Achsen verschoben (horizontal, vertikal und in der Rotation), ausgeglichen werden fünf Achsen: Neben der Rotation sind das horizontale und vertikale Verschwenkungen sowie Verschiebungen der Kamera. Je nach Aufnahmedistanz ist mal das eine, mal das andere stärker. Bei weit entfernten Motiven sind die Verschwenkungen ein Problem, bei den Nahen eher Verschiebungen. Der Bildstabilisator macht sich durch ein sehr leises akustisches Rauschen bemerkbar, vor allem aber mit seiner effektiven Arbeit. Auch mit adaptierten Objektiven funktioniert er. Besitzt das Objektiv selbst einen optischen Bildstabilisator, so übernimmt das Objektiv den Ausgleich der Verschwenkungen. Das ist vor allem bei Teleobjektiven äußerst nützlich und viel effektiver. Die verbliebenen drei Achsen gleicht der Kamera-Bildstabilisator aus. Sonderfunktionen wie eine Pixel-Shift-Auflösungssteigerung gibt es bei Nikon nicht.

  • Bild Das Stativgewinde der Nikon Z 5 liegt vorbildlich in der optischen Achse. Vorbildlich: Nikon hat sogar an einen Videopin (Verdrehsicherung) gedacht. Auch der Abstand zum Akkufach ist trotz der kompaktem Kameraabmessungen komfortabel groß. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Nikon Z 5 liegt vorbildlich in der optischen Achse. Vorbildlich: Nikon hat sogar an einen Videopin (Verdrehsicherung) gedacht. Auch der Abstand zum Akkufach ist trotz der kompaktem Kameraabmessungen komfortabel groß. [Foto: MediaNord]

Videos zeichnet die Z 5 maximal in 4K-Auflösung (3.840 mal 2.160 Pixel) bei bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. In Full-HD (1.920 x 1.080) sind maximal 60 Bilder pro Sekunde für besonders flüssige Bewegungsabläufe möglich. Der Sensor-Shift-Bildstabilisator bleibt dabei aktiv, trotzdem kann nicht die gesamte Sensorbreite für 4K-Filmaufnahmen verwendet werden. Stattdessen hat man einen deutlichen Bildwinkelverlust mit einem 1,7-fachen Cropfaktor. Nur in Full-HD-Auflösung kann die gesamte Sensorbreite verwendet werden.

Wer möchte, kann einen elektronischen Bildstabilisator zuschalten, der das Bild nochmals deutlich beruhigt, allerdings etwas Bildbeschnitt mit sich bringt. Den Autofokus führt die Z 5 sanft und recht sicher nach. Der Ton wird wahlweise über das integrierte oder ein extern angeschlossenes Stereomikrofon aufzeichnet. Eine Pegelanzeige samt Aussteuermöglichkeit fehlt ebenfalls nicht und über Kopfhörer lässt sich der Ton live kontrollieren.

Nikon verbaut in der Z 5 sowohl Bluetooth als auch WLAN, die im von Nikon Snapbridge genannten System zusammenarbeiten. Dank Bluetooth kann relativ energiesparend eine dauerhafte Verbindung zum Smartphone aufrechterhalten werden, sodass zum Beispiel Geoinformationen des Smartphones (GPS und andere Systeme) zum Geotagging der Bilder direkt beim Speichern in den EXIF-Daten abgelegt werden können. Auch eine Hintergrundübertragung kleiner Vorschaubilder ermöglicht Snapbridge.

Für alles, was eine höhere Datentransferrate benötigt, wird WLAN zugeschaltet. Es dient nicht nur der Übertragung hochauflösender Bilder auf das Smartphone, sondern auch zur Kamerafernsteuerung via App samt Livebildübertragung. Seit der zweiten Generation von Snapbridge sind dabei umfangreichere Kameraeinstellungen möglich. Mehr Details zu Snapbridge und dem Thema Geotagging mit der Z 5 sind in den über die weiterführenden Links erreichbaren Fototipps beschrieben.

  • Bild Großer Vollformatsensor, noch größeres Bajonett: Das ermöglicht bei der Z 5 laut Nikon besonders lichtstarke Objektive. [Foto: MediaNord]

    Großer Vollformatsensor, noch größeres Bajonett: Das ermöglicht bei der Z 5 laut Nikon besonders lichtstarke Objektive. [Foto: MediaNord]

Im Gegensatz zu früheren Snapbridge-Versionen – das war ein großer Kritikpunkt – ist die WLAN-Schnittstelle nicht mehr an Snapbridge gebunden, sondern kann unabhängig arbeiten. Das ermöglicht das drahtlose Übertragen der Fotos an Computer. Auch im Studio ist nun eine drahtlose Fernbedienung der Nikon Z 5 vom Computer aus möglich, was selbstverständlich auch kabelgebunden funktioniert (so genanntes Tethering). Des Weiteren kann die Z 5 mit Hilfe einer Betasoftware von Nikon als Webcam verwendet werden. Mehr dazu in unserem Fototipp zum Nikon Webcam Utility Beta in den weiterführenden Links.

Bildqualität

Die Nikon Z 5 ist mit einem 24,3 Megapixel auflösenden Kleinbildsensor (36 mal 24 mm) ausgestattet. Es handelt sich um einen herkömmlichen CMOS-Sensor, bei dem die Leiterbahnen über der lichtempfindlichen Fläche liegen und diese damit etwas schmälern. Zudem besitzt die Z 5 zur Unterdrückung von Moirés einen auflösungsmindernden Tiefpassfilter. Um die Bildqualität der Nikon Z 5 genau zu analysieren, haben wir sie nicht nur in der Praxis getestet, wobei die Z 5, wie bereits die Z 6 und Z 7, eine für unseren Geschmack etwas dunkle Belichtung zeigte, sondern auch in unserem Testlabor. Dabei kam das Setobjektiv Nikon Z 24-50 mm F4-6.3 zum Einsatz.

Der kostenpflichtige Labortest sowie die ISO-Aufnahmereihe unseres Testbilds, auf denen die folgenden Betrachtungen beruhen, sind über die weiterführenden Links erreichbar. Der Labortest enthält zahlreiche Diagramme mit allen Messwerten und Erklärungen zu den Diagrammen, die ISO-Aufnahmereihe enthält sowohl die Rohdaten- als auch die JPEG-Aufnahmen direkt aus der Kamera. Der Kauf des Labortests, des Testbilder-Pakets oder einer Prepaid-Labortest-Flatrate (inklusive den Testbildern) für den zeitlich begrenzten Zugriff auf das gesamte Archiv mit über 1.800 Labortests und 200 Testbilder-Paketen unterstützt uns übrigens auch bei der Arbeit an kostenlosen und ausführlichen Kameratestberichten wie diesem. Vielen Dank dafür.

Das Nikon Z 24-50 mm F4-6.3 zeigt bereits bei Offenblende eine hohe Auflösung im Bildzentrum. 58 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) bei 50 Prozent Kontrast werden im Weitwinkel erreicht. Beim Abblenden kann die Auflösung bis F11 teilweise noch im Bildzentrum minimal auf 60,6 lp/mm zulegen, danach reduziert Beugung die Auflösung trotz Beugungskorrektur seitens der Kamera etwas, jenseits von F22 dann deutlich stärker. Am Bildrand löst das Zoom überraschenderweise bei mittlerer Brennweite am schwächsten auf. Während bei kurzer und langer Brennweite bereits bei Offenblende gute 52 lp/mm anliegen, die sich beim Abblenden auf F11 kaum noch auf rund 53-54 lp/mm steigern lassen, muss das Objektiv in Telestellung auf mindestens F11 abgeblendet werden, um die Marke von 50 lp/mm zu knacken. Bei größeren Blendenöffnungen liegt die Randauflösung mit 48 lp/mm aber auch nicht weiter davon entfernt.

Optische Fehler zeigt das Z 24-50 mm F4-6.3 kaum. Die Verzeichnung wird von der Kamera perfekt auskorrigiert, auch Farbsäume in Form chromatischer Aberrationen waren nicht messbar. Anders sieht es bei der Randabdunklung aus. Im Weitwinkel ist diese bei Offenblende mit bis zu 1,3 Blendenstufen Lichtverlust in den Bildecken deutlich sichtbar, auch wenn ihr Verlauf sich mit sanfter Natürlichkeit zeigt. Abblenden auf F5,6 oder Zoomen hilft deutlich.

  • Bild Der mitgelieferte Akku Nikon EN-EL15c reicht für 470 Aufnahmen nach CIPA-Standard und kann über USB-C direkt in der Kamera geladen werden. Die SD-Kartenfächer sind platzsparend leicht versetzt angeordnet. [Foto: MediaNord]

    Der mitgelieferte Akku Nikon EN-EL15c reicht für 470 Aufnahmen nach CIPA-Standard und kann über USB-C direkt in der Kamera geladen werden. Die SD-Kartenfächer sind platzsparend leicht versetzt angeordnet. [Foto: MediaNord]

Die Nikon Z 5 bietet eine ISO-Empfindlichkeit von 100 bis 51.200, die sich auf ISO 50 und bis zu 102.400 erweitern lässt. Diese Erweiterungen gehen allerdings mit diversen Einbußen bei der Bildqualität einher. Der Signal-Rauschabstand bewegt sich bis ISO 1.600 auf einem guten Niveau von über 40 dB, bei ISO 3.200 liegt er nur ganz knapp darunter. Bis ISO 6.400 bleibt dieser mit über 35 dB akzeptabel, ab ISO 12.800 liegt er darunter, bei ISO 51.200 und 102.400 sogar sehr deutlich.

Das Rauschen bleibt zwar stets feinkörnig, zeigt sich ab ISO 25.600 aber mit leichtem Helligkeitsrauschen, das oberhalb davon stark zunimmt (alle Messungen im JPEG-Format). Farbrauschen spielt hingegen praktisch keine Rolle. Bis ISO 800 zeigt die Z 5 eine hohe Texturschärfe, die dann aber langsam abnimmt, oberhalb von ISO 12.800 sogar sehr stark. Während bei ISO 6.400 noch leidlich ausreichend Details vorhanden sind, zeigen die Bilder spätestens über ISO 12.800 deutliche Verluste feiner Strukturen.

Während die Eingangsdynamik bei ISO 50 aufgrund der Signaldämpfung nur gut zehn Blendenstufen beträgt, erreicht diese bei ISO 100 knapp gut 10,7 Blendenstufen. Bis ISO 1.600 nimmt die Eingangsdynamik praktisch gar nicht und bei ISO 3.200 nur minimal ab, auch bei ISO 6.400 bleibt sie auf einem hohen Niveau von über zehn Blendenstufen. Bis ISO 25.600 nimmt sie auf immer noch beachtliche knapp neun Blendenstufen ab, knickt aber bei ISO 102.400 auf knapp über sieben Blendenstufen ein.

Die Tonwertübertragung zeigt, mit Ausnahme der signalgedämpften ISO 50 mit einem flacheren Verlauf, eine deutliche Steigerung der Kontraste vor allem im mittleren Helligkeitsbereich, was zu einer knackigen Bilddarstellung führt. Der Ausgangs-Tonwertumfang ist bis ISO 200 mit gut 250 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen ausgesprochen gut und hält sich bis ISO 1.600 mit über 224 Helligkeitsstufen auf einem sehr hohen Niveau. Oberhalb von ISO 3.200 sind der Tonwertumfang recht linear mit der ansteigenden Empfindlichkeit steil ab. Während es bei ISO 6.400 noch knapp gute über 160 Abstufungen sind, werden bei ISO 25.600 bereits weniger als 128 und ab ISO 51.200 nur noch 96 und weniger Helligkeitsabstufungen erreicht, was nicht mehr im akzeptablen Bereich liegt.

Die Farbabweichung ist bei Nikon oft hoch, da stellt auch die Z 5 keine Ausnahme dar. Die Farben sind teilweise recht poppig, vor allem im roten Farbbereich. Während die Farbabweichung im Mittel bei noch geringen acht Delta-a-b liegt, sind es im Maximum 24. Das sorgt für einen subjektiv schönen, farbenfrohen Bildeindruck, ist aber alles andere als neutral. Dabei kann man sich über die vielfältigen Weißabgleichseinstellmöglichkeiten inklusive einer konfigurierbaren Automatik eigentlich nicht beschweren, zumal der manuelle Weißabgleich äußerst exakt arbeitet.

  • Bild Das Gehäuse der Nikon Z 5 besteht aus Kunststoff mit einer Deckkappe aus einer Magnesiumlegierung. Dank zahlreicher Dichtungen, auch am Akku- sowie Speicherkartenfach, weist das Gehäuse einen Spritzwasser- und Staubschutz auf. [Foto: Nikon]

    Das Gehäuse der Nikon Z 5 besteht aus Kunststoff mit einer Deckkappe aus einer Magnesiumlegierung. Dank zahlreicher Dichtungen, auch am Akku- sowie Speicherkartenfach, weist das Gehäuse einen Spritzwasser- und Staubschutz auf. [Foto: Nikon]

  • Bild Der 5-Achsen-Sensor-Shift-Bildstabilisator der Nikon Z 5 soll nach CIPA-Standard fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglichen als ohne Stabilisator.. [Foto: Nikon]

    Der 5-Achsen-Sensor-Shift-Bildstabilisator der Nikon Z 5 soll nach CIPA-Standard fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglichen als ohne Stabilisator.. [Foto: Nikon]

Wie bereits eingangs erwähnt, belichtet die Nikon Z 5 etwas konservativ-vorsichtig. Man könnte sagen, sie meidet die Lichter wie der Teufel das Weihwasser. Sorgt man nicht bereits vor der Aufnahme für eine leichte Belichtungskorrektur von +0,3 Blendenstufen, so wirken die Bilder etwas dunkel, bieten aber eine gute Tiefenzeichnung, sobald man sie mit der Bildbearbeitung herausarbeitet. Vor allem bei JPEG-Aufnahmen, die man eigentlich nicht bearbeiten möchte, sollte man das beachten. Im Raw-Format hingegen ist die vorsichtige Belichtung durchaus von Vorteil, kann man die nötige Zeichnung doch perfekt herausarbeiten, zumal eine viel höhere Farbtiefe von bis zu 14 statt 8 Bit pro Farbkanal zur Verfügung steht.

Alles in Allem bietet die Nikon Z 5 vor allem bei niedrigen Empfindlichkeiten bis ISO 800 eine sehr gute Bildqualität, was nicht zuletzt dem überraschend guten Zoomobjektiv Z 24-50 mm F4-6.3 zu verdanken ist. Bis ISO 3.200 halten sich die Einschränkungen bei der Bildqualität im Rahmen. Bei ISO 6.400 wird bereits ein gewisser Detailverlust sichtbar, bei ISO 12.800 etwas stärker, was aber bei kleineren Prints oder Fotos in "Internetauflösung" nicht ins Gewicht fällt. Weiter darüber sollte man aber nicht gehen.

Fazit

Nikon ist mit der Z 5 eine sehr gute spiegellose Systemkamera gelungen, die spätestens, sobald der Marktpreis etwas gesunken ist, eine gelungene Alternative zur Z 6 für diejenigen ist, bei denen die Video- und Serienbildfunktion nicht die oberste Priorität haben. Der starke Crop bei 4K-Videoaufnahmen ist nicht schön und 4,5 Serienbilder pro Sekunde nach heutigen Maßstäben langsam. Dafür gibt es ein sehr robustes und ergonomisches, hervorragend verarbeitetes Gehäuse, das den Vergleich mit der Konkurrenz, vor allem in dem Preissegment, nicht zu scheuen braucht. Keine Kompromisse gibt es zudem beim großen, hochauflösenden elektronischen Sucher. Der Bildschirm löst hingegen geringer auf und lässt eine Selfie-Funktion vermissen. Hinter der Kamera taugt der Touchscreen aber gut für bodennahe und Über-Kopf-Aufnahmen.

Abgesehen von der Serienbildrate bietet die Nikon Z 5 eine sehr gute Performance: Autofokus und Speicherzeiten sind schnell, die Akkulaufzeit ist gut. Nicht mehr missen möchte man zudem den Sensor-Shift-Bildstabilisator, der jedes angesetzte Objektiv, egal ob nativ oder adaptiert, stabilisiert. Abgesehen vom hohen 4K-Crop bietet die Z 5 mit ihren vielen Videofunktionen und Ausstattungsdetails wie den Schnittstellen auch Videografen durchaus eine gute Funktionalität.

Bei der Foto-Bildqualität als wichtigster Disziplin einer Kamera kann die Z 5 sogar mit dem Setobjektiv Z 24-50 mm F4-6.3, das eine überraschend hohe Bildqualität abliefert, vollends überzeugen. Die Kamera löst hoch auf und bietet auch bei höheren Empfindlichkeiten eine noch gute Bildqualität. Allerdings gibt es noch viel zu wenig direkt passende Objektive, sodass das Set mit dem FTZ-Adapter für die uneingeschränkte Verwendung fast aller Nikon-F-Objektive und dem Z 24-50 mm F4-6.3 am attraktivsten erscheint, das sogar knapp unter der 2.000-Euro-Schallmauer bleibt.


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerNikon
ModellZ 5
SensorCMOS Kleinbild 36,0 x 24,0 mm (Cropfaktor 1,0)
24,9 Megapixel (physikalisch)
24,3 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch6,0 µm
Auflösung (max.)6.016 x 4.016 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivNikon Z 24-50 mm F4-6.3 (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 3.690.000 Bildpunkte Auflösung, 0,80-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,2" (8,0 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Mini (Typ C)
Vollautomatikja
Motivautomatik
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung, Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/200 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Nikon, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung|kabelgebunden oder Aufsteck-Empfänger
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-51.200
  manuellISO 50-102.400
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder273
  Geschwindigkeit0,17 s bis 0,21 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen134 x 101 x 70 mm
Gewicht (betriebsbereit)673 g (nur Gehäuse)
866 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit470 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Robustes, spritzwassergeschütztes, hochwertig verarbeitetes Gehäuse
  • Großer, reaktionsschneller und hochauflösender elektronischer Sucher
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 800, gute bis ISO 3.200
  • Schneller Autofokus
  • Effektiver Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • Lediglich 4,5 Bilder pro Sekunde
  • Hoher Crop bei 4K-Videoaufnahmen
  • Touchscreen nicht besonders hell und ohne Selfie-Stellung