Spiegellose (obere) Mittelklasse-Systemkamera

Testbericht: Fujifilm X-T4

Seite 2 von 2, vom 2020-05-12 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Der zweite Vorteil ist, dass die Kamera mit diesen Messpunkten erkennen kann, ob die Schärfeebene weiter vorne oder weiter hinten liegt. Das sorgt für eine präzisere Ansteuerung des Motors und eine optimierte Geschwindigkeit. Erreicht wird das durch einen besonderen Schliff der Mikrolinsen der AF-Messpunkte auf dem Bildsensor. Insgesamt nutzt die Kamera 2,15 Millionen Sensoren, diese werden aber in 425 beziehungsweise 117 Bereiche eingeteilt. Da die Sensoren (fast) über die gesamte Sensorfläche verteilt sind, ist nur ein geringer horizontaler Randbereich nicht abgedeckt. Dieser ist allerdings so minimal, dass er kaum auffällt. Mit dem schnellen AF-System werden Funktionen wie die AF-Motivverfolgung und die Gesichtsverfolgung nicht nur möglich sondern auch sehr gut, die Kamera muss sich hierzu allerdings im kontinuierlichen Autofokus-Modus befinden.

  • Bild Neben dem gut platzierten Stativgewinde finden sich die per Gummikappe abgedeckten Kontakte für den Batteriegriff und das Batteriefach auf der Unterseite der Fujifilm X-T4. [Foto: MediaNord]

    Neben dem gut platzierten Stativgewinde finden sich die per Gummikappe abgedeckten Kontakte für den Batteriegriff und das Batteriefach auf der Unterseite der Fujifilm X-T4. [Foto: MediaNord]

Die Auslöseverzögerung liegt je nach Brennweite bei nur 0,08 bis 0,28 Sekunden, womit die Kamera deutlich schneller als ihr Vorgänger ist, denn dessen schnellste Auslösezeit lag bei etwa 0,4 Sekunden. Im Tele ist die Kamera mit 0,28 Sekunden dann nicht mehr ganz so flott, aber immer noch in Ordnung. Die reine Auslöseverzögerung haben wir mit 0,06 Sekunden im Weitwinkel beziehungsweise 0,05 Sekunden im Tele ermittelt. Das ist flott. Wer möchte, kann noch einen Vor-AF aktivieren, was zwar mehr Strom kostet, aber die AF-Zeiten insbesondere im tele nochmal etwas verringern kann.

Der interne Bildstabilisator, auch IBIS (In Body Image Stabilizer) genannt, feiert in der X-T4 seine Premiere, zumindest in der X-T-Serie. Wir haben die Stabilisationsleistung in der Praxis mit vier Blendenstufen ermittelt, womit sich schon einiges anstellen lässt. Bei dem Stabilisator in der X-T4 wird der Sensor frei schwebend auf einem Magnetfeld gehalten und nicht mehr über Federn. Laut Fujifilm resultiert daraus, dass der die Stabilisatoreinheit um 30 Prozent kleiner und um 20 Prozent leichter geworden ist, als sie noch in der X-H1 war.

Neben dem Autofokus bietet die X-T4 die Möglichkeit, den Fokus manuell einzustellen. Dafür stehen einige Hilfsfunktionen bereit. Neben dem Fokuspeaking, das dem Fotografen durch eine farbige Markierung von Kontrastkanten die Fokusebene anzeigt, stehen auch ein digitaler Schnittbildindikator und ein Mikroprismenrasterring zur Verfügung. Sowohl der Schnittbildindikator als auch der Mikroprismenrasterring stammen aus der analogen Fotografie. Beide System benötigten spezielle Mattscheiben, die eingeschliffene Prismen hatten. Der Schliff der Prismen ist zueinander versetzt. Durch den unterschiedlichen Anschliff werden Kanten im Motiv versetzt zueinander dargestellt. Wird nun fokussiert, nähern sich die Kanten einander an. Wenn die Kanten deckungsgleich dargestellt werden, ist die korrekte Schärfe eingestellt. Kommt das Prinzip bekannt vor? Genau, Phasenvergleichs-AF-Systeme arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Selbstverständlich steht auch eine Fokuslupe für die manuelle Fokussierung für den Fotografen bereit.

Beim Verschluss der X-T4 handelt es sich, wie beim IBIS, um eine Neuentwicklung. Der Antrieb des Verschlusses ist ein kernlosen Gleichstrommotor. Einer der Vorteile, die dieser Motor mit sich bringt, ist die geringere Auslöseverzögerung. Außerdem fühlt sich der mechanische Verschluss sehr leichtgängig und erschütterungsarm an. Die schnellste Verschlusszeit beträgt 1/8.000 Sekunde. Der elektronische Verschluss ist mit 1/32.000 Sekunde etwas flotter unterwegs, ist aber kein gleichwertiger Ersatz für den mechanischen Verschluss. Beim mechanischen Verschluss tritt kein Rolling-Shutter-Effekt auf, lediglich mit einer kleinen Pause mit schwarzem Bildschirm/Sucher muss der Fotograf leben.

Die Serienbildgeschwindigkeit haben wir mit dem mechanischen Verschluss und im Boost-Modus ermittelt. Hier erreichte die X-T4 knapp 15 Raw-Bilder pro Sekunde für 34 Aufnahmen am Stück. Danach reduzierte sich die Serienbildgeschwindigkeit auf etwas ungleichmäßige 2,6 Bilder pro Sekunde. Etwas schneller geht die Kamera mit JPEG-Aufnahmen zur Sache. Hier wurden etwas mehr als 19 Aufnahmen pro Sekunde erreicht und das Tempo hält die Kamera für 31 Bilder durch. Im Dauerlauf erreichte die Kamera dann gleichmäßige 9 Bilder pro Sekunde.

  • Bild Die große Speicherkartenklappe deckt die beiden SD-Speicherkartenslots der Fujifilm X-T4 ab. [Foto: MediaNord]

    Die große Speicherkartenklappe deckt die beiden SD-Speicherkartenslots der Fujifilm X-T4 ab. [Foto: MediaNord]

Wie bereits mehrfach erwähnt, kann die Kamera im Eco-, Normal- und Boost-Modus betrieben werden. Letzter kostet etwas mehr Energie, bietet aber auch entsprechende Leistung. Wir hatten außerdem nicht den Eindruck, dass der Akku unverhältnismäßig schnell leergesaugt wurde. Die Wärmeentwicklung hält sich bei Serienaufnahmen in Grenzen. Bei der 4K Videoaufzeichnung ist das allerdings anders. Hier macht sich ein Temperaturanstieg schon etwa ab fünf Minuten Aufnahmedauer bemerkbar. Ab zwölf Minuten sind der Handgriff und die Rückseite der Kamera etwas mehr als lauwarm. Die Wärme breitet sich dann auch auf die Unterseite der Kamera aus und ist auch auf der Front leicht spürbar. Hier macht das Metallgehäuse einen exzellenten Job bei der Wärmeableitung. Wie sich das Ganze bei hohen Außentemperaturen verhält, konnten wir leider nicht testen.

Bei Videoaufnahmen macht die X-T4 keine halben Sachen und man muss nicht viel in Menüs wühlen, um den Videomodus zu aktivieren, da ein dedizierter Schalter zwischen Foto- und Videomodus umschaltet. Die Kamera löst Videos mit maximal 4K DCI (4.096 x 2.160) in 17:9 mit einer Bildwechselfrequenz von maximal 60 Bildern pro Sekunden auf. Natürlich kann das "Standard"-4K-Format mit 3.840 x 2.160 Pixeln ebenfalls benutzt werden und FullHD mit 1.920 x 1.080 steht auch noch zur Verfügung. Dabei verzichtet die Kamera auf einen Bildbeschnitt, so dass der Bildwinkel des Objektivs, abgesehen vom Verlust durch das Seitenverhältnis, nicht verkleinert wird.

Der Datendurchsatz lässt sich ebenfalls anpassen. Maximal kann die Kamera Videos mit 400 Mbit/s aufzeichnen. Das geht aber nur bei 4K und 4K DCI bis 30 Bilder pro Sekunde. Bei höheren Bildwechselfrequenzen ist bei 200 Mbit/s Schluss. Außerdem bietet die X-T4 einen All-Intra-Modus an. Bei diesem werden die einzelnen Bilder des Videos individuell komprimiert. Das sorgt zwar für große Videodateien, ist aber besser für die Qualität, wenn das Video noch bearbeitet werden soll.

Beim Aufnahmecodec gibt die X-T4 drei Optionen vor. Neben H.264 können Videos auch als H.265 kodiert werden – dabei benutzen beide den Mov-Container. Wer "mehr" möchte, der kann die X-T4 auch an einen externen Rekorder anschließen und ein Clean 4K-Signal über die HDMI-Schnittstelle ausgeben. Wird das Signal über HDMI mit dem H.265 Codec ausgegeben, dann steht die Farbunterabtastung von 4:2:2 anstelle von 4:2:0 zur Verfügung. Während H.265 bei der Aufzeichnung auf SD-Karte und HDMI-Ausgabe eine Farbtiefe von zehn Bit erreicht, speichert der H.264-Codec nur mit acht Bit Farbtiefe auf die Speicherkarte, gibt aber ein 10-Bit Signal an den externen Rekorder. Die dritte Option ist der sehr platzsparende MP4-Container, dessen Videosignal mit H.264 kodiert wird.

Zudem lässt die Kamera auch Hilfsfunktionen wie eine konfigurierbare Zebra-Funktion, Mikrofonpegel-Steuerung sowie Timecode-Ausgabe und Fokus-Peaking nicht vermissen. Außerdem steht für den Videomodus ein eigenes Individualmenü zur Verfügung. Bei Videos mit erweitertem Dynamikumfang steckt die X-T4 nicht zurück, auch wenn sie "nur" eine HLG-Videoaufzeichnung (Hybrid Log Gamma) anbietet. HLG ist eigentlich für den TV-Sendebetrieb entwickelt worden und liefert etwas weniger Dynamik als beispielsweise das weit verbreitete HDR10, mit dem auch Netflix arbeitet.

  • Bild Die Anschlüsse auf der linken Seite der Fujifilm X-T4 sind mit einfachen Kunststoffabdeckungen verschlossen. [Foto: MediaNord]

    Die Anschlüsse auf der linken Seite der Fujifilm X-T4 sind mit einfachen Kunststoffabdeckungen verschlossen. [Foto: MediaNord]

Bei den Wiedergabefunktionen hält sich der Umfang in Grenzen und es gibt nur echte Standardkost wie Retusche von roten Augen, Beschnitt und Bildgrößenänderung, selbst die Verarbeitungsfunktion für Rohdaten ist nichts besonderes. Apropos Rohdaten. Die X-T4 arbeitet mit einem X-Trans-CMOS-Sensor, der anstelle einer Bayer-Farbmatrix eine X-Trans-Farbmatrix einsetzt. Während bei beiden Farbmatrizes die Farbverteilung mit 50 Prozent Grün und je 25 Prozent Blau und Rot identisch ist, ist die Verteilung der Farbfelder sehr unterschiedlich. So wechselt sich bei der Bayer-Matrix pro Zeile Grün mit einer anderen Farbe (Rot beziehungsweise Blau) ab. Bei der X-Trans-Matrix ist vereinfacht gesagt jede Farbe in jeder Zeile des Sensors enthalten. Das soll laut Fujifilm dafür sorgen, dass die Charakteristik des Sensors eher dem eines analogen Films entspricht, als dem eines elektronischen Aufnahmemediums. Der Nachteil dabei ist, dass nicht alle Bildbearbeitungsprogramme diese Stärke für die Rohdatenentwicklung ausnutzen können.

Im Gegensatz zur X-T3 liegt der X-T4 kein kleines aufsteckbares Blitzgerät mehr bei. Ob das ein großer Verlust ist, muss der Fotograf am Ende selber entscheiden. Auf der einen Seite ist es Schade, dass man nun keine Möglichkeit hat, per Blitz aufzuhellen (zumindest nicht "out of the box"). Auf der anderen Seite hat der mitgelieferte Blitz nicht die Butter vom Brot gezogen. Was die Kamera auf jeden Fall besitzt, ist ein Systemblitzschuh, mit dem sich kompatible System- und Mittenkontaktblitze an die Kamera anschließen lassen. Wem das noch nicht reicht, dem steht es frei, den kleinen fummeligen Deckel auf der Kameravorderseite (oberhalb des Fokuswahlschalters) abzuschrauben und einen Blitz über die dort verborgene F-Stecker-Buchse anzuschließen.

Bei der Konnektivität zeigt Fujifilm, wie es gehen sollte. Nach Installation der Fujifilm App und der entsprechenden Rechtefreigabe im Smartgerät kann es auch schon fast losgehen. Die komplette Einrichtung wird über die Bluetooth-Verbindung der Kamera durchgeführt. Sind beide Geräte erst einmal gekoppelt und miteinander bekannt gemacht worden, so steuert die App die Konfiguration der WLAN-Verbindung mit der Kamera, ohne dass der Fotograf aktiv werden muss.

Mit der App lassen sich Positionsdaten in Echtzeit bei der Aufnahme in die Bilder übertragen und Bilder auf das Smartgerät importieren. Auch Videos lassen sich so von der Kamera auf das Smartgerät bringen, das geht sogar mit 4K-Videos. Neben der Bildübertragung bietet die App zwei Fernauslöseroptionen. Während die stromsparende Bluetooth-Verbindung für einen einfachen Fernauslöser eingesetzt werden kann, bietet die LiveView-Fernbedienung über WLAN neben dem Live-View auch Einstellungsoptionen für die Kamera, so dass Aufnahmeparameter bequem verändert werden können, ohne dass an der Kamera "rumgemacht" werden muss. Darüber hinaus können sogar Firmwareupdates via App eingespielt werden. Weitere Details sind unserem umfangreichen Fototipp zu entnehmen (siehe weiterführende Links). Zusätzlich kann die Kamera vom PC gesteuert werden, dazu ist dann aber eine separate Software notwendig.

Bildqualität

Beim Aufnahmesensor hat sich seit der X-T3 nicht viel getan. So setzt auch die X-T4 den rückwärtig belichteten, 26 Megapixel auflösenden X-Trans-Sensor ein, um Bilder auf die Speicherkarte zu bannen. Das Herz der Kamera ist der X-Processor 4, wie schon in der X-T3 zuvor. Wir haben die X-T4 mit dem Set-Objektiv XF 16-80 mm F4 R OIS WR ausführlich im Labor getestet. Der umfangreiche digitalkamera.de-Labortest, auf dem dieser Abschnitt basiert, kann vollständig gegen ein kleines Entgelt über die weiterführenden Links am Ende dieses Testberichts abgerufen werden. Das PDF enthält genaue Messergebnisse, aufschlussreiche Diagramme und eine redaktionelle Bewertung der Kamera-Objektiv-Kombination. Zudem bieten wir verschiedene Volumentarife an, die den Zugang zur kompletten Kamera- und Objektiv-Labortest-Rubrik auf digitalkamera.de inklusive Testbild-Downloads ermöglichen.

  • Bild Das kantige Design des Sucherhöckers wirkt im Vergleich zu den üppigen Proportionen der Fujifilm X-T4 sehr gedrungen. [Foto: MediaNord]

    Das kantige Design des Sucherhöckers wirkt im Vergleich zu den üppigen Proportionen der Fujifilm X-T4 sehr gedrungen. [Foto: MediaNord]

Das XF 16-80 mm F4 R OIS WR hinterlässt einen ausgesprochen guten Eindruck. So zeigen sich Randabdunklungen mit maximal 0,3 EV nur sehr gering, allerdings hilft die Kamera hier etwas nach, aber das macht sie gut. Farbsäume zeigen sich nur leicht im Telebereich bei offener Blende und ab Blende 5,6 verschwinden sie. Die Verzeichnung zeigt sich minimal kissenförmig in Bildecken im Weitwinkel. Anhand des Bogens der Messkurve ist erkennbar, dass die Kamera auch hier die Hand im Spiel hat.

Die Auflösung bei 50 Prozent Kontrast ist mit maximal 61 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) im Kleinbildäquivalent hoch und damit liegt die Kamera auf gleichen Niveau wie die X-T3. Der Auflösungsabfall zum Rand beträgt allerdings knapp 30 Prozent bei Blende 5,6, was je nach Ausgabegröße sichtbar ist. Diese Diskrepanz nimmt mit steigender Brennweite ab. Bei mittlerer Brennweite zeigt sich ab Blende 5,6 eine höhere Auflösung am Bildrand als in der Bildmitte. Daran erkennt man, dass die Kamera abhängig von der Brennweite und Blende unterschiedliche Scharfzeichnungsparameter einsetzt. Allerdings sollte dazu angemerkt werden, dass die X-T4 mit maximal 13 Prozent deutlich weniger Schärfenartefakte dabei produziert als die X-T3.

Der Abstand vom Bildsignal zum Rauschsignal ist hoch, zumindest bis ISO 3.200. Ab diesem Punkt wird das Rauschsignal sichtbar und die Rauschunterdrückung der Kamera fängt an, neben dem Rauschen auch feine Details zu eliminieren. Das macht sie aber so sanft, dass feine Details bis ISO 6.400 sichtbar bleiben. Dieser visuelle Eindruck wird von der Messung der Texturschärfe gestützt. Bei dieser Messung zeigt sich auch, dass die Kamera eher zurückhaltend mit dem Nachschärfen der Aufnahmen ist. Das Bildrauschen ist von seiner Anatomie über den gesamten ISO-Bereich sehr feinkörnig. Während das weniger störende Helligkeitsrauschen bis ISO 6.400 nicht sichtbar ist, nimmt die Sichtbarkeit darüber hinaus stetig zu. Das an sich sehr störende Farbrauschen wirkt sich in keiner ISO-Einstellung störend auf das Bild aus. Hier leistet Fujifilm wirklich gute Arbeit und hat den Bildsensor gut im Griff.

Die Ausgangstonwerte geben die Anzahl der Graustufen an, die von der Kamera wiedergegeben werden können. Im unteren ISO-Bereich liegt die X-T4 fast bei 256 Helligkeitsstufen. Das aber nicht in allen Farben, so reißt blau deutlich nach unten aus und dümpelt auf etwas mehr als 160 Helligkeitsstufen vor sich hin. Das ist an sich aber immer noch ein guter Bereich. Bei knapp ISO 6.400 werden die 128 Helligkeitsstufen unterschritten und die Kamera sinkt vom guten in den akzeptablen Bereich. Die Eingangsdynamik ist im guten Bereich zu finden, zumindest ab der nativen Sensorempfindlichkeit ISO 160, wo sie etwa 10,5 Blendenstufen beträgt. Wie schon bei der X-T3 erreicht auch die X-T4 ihre höchste Eingangsdynamik von 11 EV bei ISO 1.600. Das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Rauschunterdrückung, die in dunklen Bereichen für ein tiefes, reines Schwarz sorgt.

  • Bild Beide Speicherkartenfächer der Fujifilm X-T4 können SD-, SDHC- und SDXC-Speicher aufnehmen. Zudem werden UHS-I und -II effektiv genutzt. [Foto: MediaNord]

    Beide Speicherkartenfächer der Fujifilm X-T4 können SD-, SDHC- und SDXC-Speicher aufnehmen. Zudem werden UHS-I und -II effektiv genutzt. [Foto: MediaNord]

Die Farbwiedergabe der X-T4 in der Standard-Filmsimulation "Provia" ist hervorragend, wie nicht anders zu erwarten war, verspricht der Provia doch eine eben solche präzise Farbwiedergabe mit sehr geringen Farbabweichungen. Hier spielt die X-Trans-Matrix ihre Stärke aus. Allerdings gibt es auch einige kleinere Ausreißer. Die angepassten Farbbereiche sind Cyan, Gelb und Grüngelb. Dies sind auch die Farbbereiche, die oft auch von anderen Herstellern anpasst werden, um dem Benutzer ein subjektiv ausgewogenes Bild zu präsentieren zu können.

Fazit

Die Fujifilm X-T4 macht eigentlich alles richtig und präsentiert sich als echtes Kraftpaket mit unerschöpflichem foto- und videografischen Potential. Nur einige kleine Dinge trüben das Gesamtbild etwas ein, sofern man Erbsenzählerei betreiben will. Auch wenn die AF-Geschwindigkeit verbessert wurde, so erreicht sie immer noch keine durchgehenden Spitzenwerte, sie liegt aber im oberen Mittelfeld. Der zweite Punkt ist die Bedienbarkeit. Hier zeigt sich die Kamera nahezu granular konfigurierbar und das kostet Zeit bei der Einarbeitung. Auch wurden einige Funktionen so sehr auseinander gerissen, dass zwei Menüpunkte unabhängig voneinander ausgewählt werden müssen, um eine Funktion zu aktivieren. Hat man diese Einstiegshürden überwunden, dann erwartet den Fotografen eine absolute Spitzenkamera mit hervorragende Verarbeitung, hoher Leistung und sehr guter Bildqualität. Zudem kann man sich aus einem großen Fuhrpark sich seine Lieblingsoptik auswählen.

 


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerFujifilm
ModellX-T4
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
26,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,8 µm
Auflösung (max.)6.240 x 4.160 (3:2)
Video (max.)4.096 x 2.160 60p
ObjektivFujifilm XF 16-80 mm F4 R OIS WR (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 3.690.000 Bildpunkte Auflösung, 1,13-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,75-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,0" (7,6 cm)
  Auflösung1.620.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatik
Motivautomatik
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (256 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/250 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Fujifilm, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Drahtauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 160-12.800
  manuellISO 80-51.200
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder425
  Geschwindigkeit0,08 s bis 0,28 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen135 x 93 x 64 mm
Gewicht (betriebsbereit)607 g (nur Gehäuse)
843 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit500 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Sehr gute Bildqualität
  • Robustes Gehäuse
  • Umfangreicher Videomodus
  • Viele mechanische Bedienelemente
  • Kinderleichte Kopplung mit App
  • Unvollständig integrierte Touchfunktion
  • Zum Teil unnötig umständliche Konfiguration
  • Hoher Funktionsumfang erfordert Einarbeitung