Kleine spiegellose Mittelklasse-Systemkamera

Testbericht: Fujifilm X-T30 II

Seite 2 von 2, vom 2021-11-23 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Die Wahl des elektronischen oder mechanischen Verschlusses hat aber nicht nur Einfluss auf die Lautstärke oder die Belichtungszeit, sondern auch auf die Serienbildgeschwindigkeit. Außerdem bringt ein elektronischer Verschluss Nachteile wie den Rolling-Shutter-Effekt (schnelle Motive werden durch die zeilenweise Belichtung verzerrt dargestellt) oder die Unmöglichkeit der Blitzverwendung mit sich.

Die Serienbildrate der X-T30 II erreicht mit mechanischem Verschluss bis zu acht Bilder pro Sekunde, die die Kamera im JPEG-Modus für 102, aber in Raw für nur 19 Bilder durchhält. Danach geht es in JPEG mit 4,3 und in Raw nur noch mit 1,9 Bildern pro Sekunde weiter, bis die Speicherkarte voll ist. Dabei wird zwar der Fokus nachgeführt, die Belichtung aber nicht. Der relativ kleine Puffer ist in gut zehn Sekunden geleert, wobei die Kamera stets einsatzbereit bleibt. Mit elektronischem Verschluss erreicht die X-T30 II rasante 20 Bilder pro Sekunde ohne und sogar 30 Bilder pro Sekunde mit 1,25-fachem Crop. Selbst dabei führt die Fujifilm den Fokus unbeirrt nach.

Apropos Fokus: Ganze 2,16 Millionen Phasen-AF-Sensoren hat Fujifilm auf dem Bildsensor integriert. Für eine bessere Bedienbarkeit beschränkt sich die Auswahl der AF-Felder dann aber letztlich auf maximal 425. Bei der Autofokusgeschwindigkeit hat Fujifilm nachgebessert. Einerseits arbeitet die Werkseinstellung im AF-S-Modus im Gegensatz zum Vorgängermodell nun mit der klassischen Schärfepriorität statt dem ausbalancierten Modus aus Schärfe- und Auslösepriorität, der nun völlig verschwunden ist. Im AF-C-Modus ist die Auslösepriorität voreingestellt. Der Autofokus arbeitet auch im AF-S-Modus sehr flott, samt Gesichts- und Augenerkennung. Zudem werden Motive im Trackingmodus wunderbar über verschiedene Autofokusfelder hinweg verfolgt.

Im Weitwinkel benötigt die X-T30 II nur 0,13 Sekunden zum Fokussieren und Auslösen, wobei die reine Auslöseverzögerung 0,06 Sekunden beträgt, der Autofokus ist also sogar 0,07 Sekunden schnell. Im Tele wird der Autofokus etwas langsamer, 0,26 Sekunden dauert es inklusive 0,06 Sekunden Auslöseverzögerung vom Drücken des Auslösers bis zur Aufnahme des Fotos, wenn von unendlich auf zwei Meter fokussiert wird.

Im Videomodus kann auf Wunsch dauerhaft nachfokussiert werden oder nur auf Befehl hin (beispielsweise per Fingertipper auf den Touchscreen). Dank der Phasen-AF-Punkte pumpt der Fokus kaum und 4K-Aufnahmen gelingen problemlos. Auch der Ton kann sich hören lassen, wobei der Autofokus unhörbar bleibt. Qualitativ lässt er sich aber über ein externes Mikrofon klar steigern, wobei die kleine 2,5mm-Buchse sehr ungebräuchlich ist und nahezu immer einen Adapter erfordert.

  • Bild Hinter der kleinen Schnittstellenklappe der Fujifilm X-T30 II verbergen sich ebenso kleine Anschlüsse, etwa HDMI in der Micro-Variante oder der Mikrofon-Klinkenanschluss in der 2,5mm-Version. Sehr modern ist die USB-C-Schnittstelle. [Foto: MediaNord]

    Hinter der kleinen Schnittstellenklappe der Fujifilm X-T30 II verbergen sich ebenso kleine Anschlüsse, etwa HDMI in der Micro-Variante oder der Mikrofon-Klinkenanschluss in der 2,5mm-Version. Sehr modern ist die USB-C-Schnittstelle. [Foto: MediaNord]

Über die Micro-HDMI-Schnittstelle lassen sich sogar 10 Bit Videos mit 4:2:2 Farbabtastung mit externen Rekordern aufzeichnen statt der H.264-komprimierten 4:2:0 8 Bit auf die Speicherkarte. Des Weiteren beherrscht die X-T30 II 17:9 4K- und Full-HD-Videoaufnahmen und sorgt mit dem 6K-Oversampling sowie der hohen Bitrate für eine ansehnliche Qualität. Dabei wird die gesamte Sensorbreite genutzt, während sich lediglich der optische Bildstabilisator praktisch unhörbar um die Verwacklungen kümmert.

In 4K stehen 24, 25 und 30 Bilder pro Sekunde zur Verfügung, in Full-HD sind es zusätzlich 50 und 60 Bilder pro Sekunde, wobei die Cliplänge auf jeweils maximal 30 Minuten am Stück beschränkt ist. Highspeedvideos kann die X-T30 II zwar nur in Full-HD (nur 16:9) aufnehmen, aber immerhin mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde, was für bis zu zehnfache Zeitlupen (bei 24 Bildern pro Sekunde Wiedergabe) reicht. Die maximale Aufnahmedauer beträgt drei Minuten bei 200 und 240 Bildern pro Sekunde beziehungsweise sechs Minuten bei 100 und 120 Bildern pro Sekunde.

Erreicht wird die Videofunktion ebenfalls über das Drive-Wahlrad, wie im Fotomodus kann halbautomatisch oder manuell belichtet werden, auch die Filmsimulationen stehen zur Verfügung. Erwähnenswert ist hier vielleicht noch die Eterna-Filmsimulation, die mit sanften Farben und reichen Schatten einen typischen Kinolook bieten soll. Auch wenn die Videofunktion also weiterhin etwas "versteckt" ist, hat Fujifilm hier bei der X-T30 II deutlich aufgerüstet. So lässt sich nun mit F-Log eine flache Tonwertkurve zur späteren Gradation aktivieren und auch ein Tally-Light steht nun zur Verfügung.

Einer "großen" Kamera steht die Fujifilm X-T30 II bei den Blitzfunktionen kaum nach. Man mag auf den ersten Blick kaum vermuten, dass sich in dem kleinen Sucherbuckel ein rund 5,5 Zentimeter über den Objektivmittelpunkt hochspringender Pop-Up-Blitz versteckt, der laut unserer Messung eine Leitzahl von etwas über sechs erreicht. Mit einem Rote-Augen-Vorblitz (sogar mit optional zusätzlicher automatischer digitaler Retusche), der Blitzbelichtungskorrektur, der Langzeitsynchronisation, dem Blitzen am Anfang oder Ende der Belichtung sowie optional einer manuellen Blitzleistungswahl lässt er keine Wünsche offen.

Externe Systemblitze lassen sich auf dem TTL-Blitzschuh einsetzen, auch einfache Mittenkontaktblitze können verwendet werden. Die kürzeste Blitzsynchronisationszeit beträgt 1/180 Sekunde. Entsprechende TTL-Systemblitze erlauben aber auch eine Highspeed-Synchronisation (mit entsprechendem Leistungsverlust).

Die Wiedergabefunktion bietet neben Standards wie einer Diashow, dem Drehen, Schützen, Ausschneiden und Ändern der Größe auch einen eingebauten Raw-Konverter, eine Sprachnotizfunktion und einen Fotobuch-Assistenten. Selbstverständlich lassen sich auch die Fujifilm-Instax-Sofortbilddrucker an der X-T30 II verwenden, auch wenn sie die Bildqualität der Systemkamera nicht zu Papier bringen können.

  • Bild Der Handgriff fällt bei der Fujifilm X-T30 II zu Gunsten der Optik recht klein aus. Man kann ihn mit einem optionalen Zusatzgriff erweitern. [Foto: MediaNord]

    Der Handgriff fällt bei der Fujifilm X-T30 II zu Gunsten der Optik recht klein aus. Man kann ihn mit einem optionalen Zusatzgriff erweitern. [Foto: MediaNord]

Die Drahtloskommunikation gibt sich mit um Bluetooth ergänztem WLAN modern. Die Bluetooth-Verbindung lässt sich nicht nur besonders einfach herstellen, sondern erlaubt auch eine sehr energiesparende Dauerverbindung, sodass man das GPS des Smartphones benutzen kann. Per WLAN lassen sich Fotos bequem und schnell auf ein Mobilgerät oder einen PC übertragen. Zudem erlaubt die Fujifilm-App die Fernsteuerung der Kamera vom Smartphone aus samt Livebildübertragung und Einstellen der Aufnahmeparameter; sogar Firmwareupdates sind vom Smartphone aus möglich.

Pfiffig ist außerdem Fujifilms Lösung, den leistungsstarken X-Prozessor 4 beim Anschluss der Kamera an einem Computer für die Raw-Konvertierung zu verwenden. Gerade auf weniger leistungsstarken System lassen sich dadurch Rohdatenbilder schneller bearbeiten und in ein JPEG verwandeln. Löblich ist zudem, dass die Software X Acquire, mit der sich die Kameraeinstellungen auf einen PC sichern und wieder zurückspielen lassen, nicht nur mit den Flaggschiffmodellen kompatibel ist, sondern beispielsweise auch der X-T30 II. Ebenfalls im Zusammenspiel mit einem Computer ist die Verwendung als Webcam möglich, allerdings ohne Ton. Die zugehörige Software heiß schlicht Fujifilm X Webcam.

Bildqualität

Die Fujifilm X-T30 II hebt sich gleich in zwei Punkten von anderen APS-C-Kameras ab, die Einfluss auf die Bildqualität haben: Einerseits löst ihr Bildsensor rund 26 statt der üblichen 24 Megapixel auf, andererseits verwendet sie das von Fujifilm erfundene X-Trans-Farbfilterdesign anstelle des üblichen Bayer-Musters. Das soll für eine bessere Bildqualität mit höherer Farbauflösung und weniger Moirés sorgen. Unter anderem befinden sich dadurch in jeder Sensorzeile (und Spalte) alle drei Grundfarben Rot, Grün und Blau statt nur zwei Grundfarben (Grün und Rot oder Grün und Blau) wie beim Bayer-Muster. Des Weiteren ist Fujifilm der einzige Hersteller spiegelloser APS-C-Systemkameras, der sein Objektivprogramm konsequent entwickelt und auf diese Sensorgröße ausgerichtet hat.

Das sorgt für eine große Auswahl vor allem an hochwertigen Festbrennweiten, aber auch tollen F2,8er Zooms sowie sehr guten Mittelklasseobjektiven. Zu diesen zählt auch das XF 18-55 mm, das im Gegensatz zu billigen 18-55er-Objektiven über eine höhere Lichtstärke von F2,8 bis F4 verfügt. Ein Blendenring und ein optischer Bildstabilisator runden das etwa 400 Euro Aufpreis kostende Objektiv ab. Im Gegensatz zu den meisten neueren XF-Objektiven fehlt allerdings der Spritzwasser- und Staubschutz. Dennoch ist es im Vergleich zum 300 Euro günstigeren XC 15-45 mm das klar hochwertigere und empfehlenswertere Objektiv.

Um der Bildqualität der Fujifilm X-T30 II mit dem XF 18-55 mm auf den Grund zu gehen, haben wir die Kombination aber nicht nur ausführlich in der Praxis getestet, sondern auch in unserem hauseigenen Testlabor unter die Lupe genommen. Die detaillierten Labortestergebnisse, auf denen die folgenden Betrachtungen beruhen, inklusive allen Diagrammen und erläuternden Texten, sind gegen ein kleines Entgelt über die weiterführenden Links abrufbar.

  • Bild Der 26 Megapixel auflösende X-Trans-Sensor der Fujifilm X-T30 II liefert vor allem bei den Farben eine sehr gute Bildqualität ab. [Foto: MediaNord]

    Der 26 Megapixel auflösende X-Trans-Sensor der Fujifilm X-T30 II liefert vor allem bei den Farben eine sehr gute Bildqualität ab. [Foto: MediaNord]

Der Test erfolgte wie üblich im JPEG-Format und in Werkseinstellungen, jedoch ohne den Labortest störenden automatischen "Dynamikoptimierer". So ist beispielsweise unter anderem der Lens Modulation Optimizer aktiv, der optische Fehler des Objektivs ausgleichen soll. Das führte bei unserem Testmuster zu leicht schwankenden Labortestergebnissen bei den blendenabhängigen Messungen. Zunächst einmal fallen optische Fehler wie chromatische Aberrationen, Verzeichnungen und Randabdunklungen sehr gering aus, hier funktioniert die Korrektur gut.

Die Auflösung hingegen schwankt inklusive den "dazugehörigen" Schärfeartefakten von der Bildaufbereitung. Im Weitwinkel zeigt sich in der Bildmitte und bei allen Brennweiten am Bildrand eine mehr oder weniger starke Wellenform. Diese rührt von einer Überkompensation des beugungsbedingten Auflösungsverlusts durch eine zu starke Überschärfung her. Entsprechend gehen die Schärfeartefakte vor allem beim Abblenden nach oben.

Ungeachtet der Schwankungen bewegt sich die Auflösung bei 50 Prozent Kontrast bei allen gemessenen Brennweiten in der Bildmitte über einen großen Blendenbereich auf einem hohen Niveau zwischen ca. 50 und 60 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) im Kleinbildäquivalent, was für einen 26 Megapixel auflösenden Bildsensor gute Werte sind. Der Auflösungs-Randabfall ist bei mittlerer und langer Brennweite gering und liegt stets unter 20 Prozent, teilweise sogar unter zehn Prozent. Im Weitwinkel hingegen zeigt sich vor allem etwas abgeblendet auf F5,6 eine leichte randschwäche mit einem Abfall von fast 40 Prozent. Bei F2,8 und ab F8 ist der Randabfall aber auch im Weitwinkel deutlich geringer und liegt bei unter 20 Prozent. Die höchste Randauflösung haben wir bei mittlerer Brennweite (30 Millimeter real beziehungsweise 45 Millimeter im Kleinbildäquivalent) mit über 50 lp/mm gemessen.

Bei der objektivunabhängigen Bildqualität schlägt sich die Fujifilm X-T30 II gut. Bis ISO 400 bewegt sich der Signal-Rauschabstand auf einem guten Niveau von über 40 dB. Erst oberhalb von ISO 800 wird die kritische Grenze von 35 dB unterschritten, bei ISO 1.600 und 3.200 jedoch nur minimal. Während Helligkeitsrauschen oberhalb von ISO 3.200 zwar sichtbar wird, aber feinkörnig bleibt, zeigt sich Farbrauschen praktisch kaum. Durch die Rauschunterdrückung gehen oberhalb von ISO 800 feine Details verloren, was bei ISO 1.600 aber eher messtechnischer als praxisrelevanter Natur ist. Bei ISO 3.200 hingegen werden die Detailverluste schon deutlicher, sind aber noch akzeptabel. Selbst bei ISO 6.400 lassen sich noch gewisse Details in Fotos ausmachen, aber mehr sollte man dem nicht allzu großen APS-C-Sensor keinesfalls zumuten.

Die Eingangsdynamik bewegt sich im Bereich von ISO 160 bis 12.800 auf einem guten Niveau von über zehn Blendenstufen, der Spitzenwert von elf Blendenstufen wird bei ISO 1.600 erreicht. Das ist bei moderner Bildaufbereitung nicht ungewöhnlich, da durch die Rauschunterdrückung auch schwarze Bereiche, die durch Rauschpixel eigentlich heller wirken, dunkler gezogen werden. Dass dieser Punkt bei ISO 1.600 deutlich wird, bestätigt, dass ab hier die Rauschunterdrückung kräftiger zupackt, wie schon bei der Texturwiedergabe feiner Details zu beobachten war.

Die Tonwertkurve verläuft leicht angesteilt, aber nicht übertrieben und ist damit gut abgestimmt. Bei der Ausgangsdynamik erreicht die Fujifilm bis ISO 200 einen hervorragenden Wert von nahezu 256 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen. Bis ISO 1.600 sinkt dieser Wert nahezu linear auf dann knapp noch gute 160 Stufen ab. Oberhalb von ISO 3.200 sinkt der Wert dann wieder steiler und erreicht ab ISO 12.800 schlechte Werte mit weniger als ca. 100 Helligkeitsabstufungen. Helligkeitsverläufe werden dann mit deutlich sichtbaren Übergängen dargestellt.

  • Bild Akku und Speicherkarte teilen sich bei der Fujifilm X-T30 II ein gemeinsames Fach an der Unterseite. Der Akku hält lange, die Speicherkarte ist aber etwas fummelig zu entnehmen. [Foto: MediaNord]

    Akku und Speicherkarte teilen sich bei der Fujifilm X-T30 II ein gemeinsames Fach an der Unterseite. Der Akku hält lange, die Speicherkarte ist aber etwas fummelig zu entnehmen. [Foto: MediaNord]

Bei den Farben spielt die Fujifilm X-T30 II die Stärken des X-Trans-Sensors deutlich aus. Sie zeigt nicht nur im Mittel eine geringe Farbabweichung, sondern weist auch, anders als viele andere Kameras, praktisch keine deutlichen Ausreißer auf. Die eine oder andere Farbe ist minimal stärker gesättigt oder ganz leicht im Farbton verschoben, aber in der Summe kann man der X-T30 II eine hohe Farbneutralität attestieren. Auch der Weißabgleich arbeitet präzise und die tatsächliche Farbtiefe ist hoch. Bis ISO 200 werden gut acht Millionen Farbabstufungen unterschieden, selbst bei ISO 3.200 sind es noch über vier Millionen.

Auch in der Praxis liefert die Fujifilm X-T30 II schöne, ausgewogene Bilder ohne Effekthascherei, wobei man über die Filmsimulationsmodi und die Möglichkeit der Anpassung von Bildaufbereitungsparametern auch poppigere oder noch gedämpftere Farben, Kontraste, Detailauflösung etc. erreichen kann. Die Belichtung ist gut bis zuweilen eher etwas knapp, was aber für die Bildbearbeitung definitiv besser ist als überbelichtete Fotos.

Nur in sehr kontrastreichen Situationen kam es gelegentlich vor, dass die Kamera etwas reichlich belichtet hat und Schatten gerne zugunsten mehr Zeichnung in den Lichtern dunkler hätten ausfallen können. Wie bei jeder anderen Kamera auch ist hier der Fotograf gefordert, falls die Automatik mal überfordert ist und nicht genau entscheiden kann, ob nun eher mehr Zeichnung in den Lichtern oder den Schatten gewünscht wird.

Im Zweifel ist ohnehin das Raw-Format angeraten, bei dem sich prinzipiell aufgrund der höheren Farbtiefe bei kritischen Situationen mehr Details aus den Lichtern und/oder Schatten herauskitzeln lassen. Die JPEG-Bildaufbereitung ist jedoch wie bei jeder modernen Kamera so gut, dass man sich schon viel Mühe geben muss, um bei Standardmotiven aus dem Raw-Format wesentlich bessere Ergebnisse herauszuholen.

Fazit

Die Fujifilm X-T30 II ist eine gelungene, wenn auch nicht perfekte Mittelklasse-Systemkamera mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Trotz fehlenden Spritzwasserschutzes ist sie solide verarbeitet, wobei jedoch die Kompaktheit und das Design mehr im Vordergrund standen als die Ergonomie. So muss man sich mit dem kleinen Griff arrangieren, sich den Zusatzgriff kaufen oder gleich in die nur 50 Euro teurere X-S10 investieren, die im Gegensatz zur X-T30 II sogar einen Sensor-Shift-Bildstabilisator und einen schwenkbaren Bildschirm bietet, aber dafür nicht mit einem Retro-Design aufwarten kann.

Das klassische Design der X-T30 II sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um eine technisch sehr moderne Kamera handelt, bei der man praktisch keine Ausstattungsdetails vermisst. Ihr gelingt der Spagat zwischen Automatikkamera und manueller Bedienung bravourös. Ihre Geschwindigkeit bricht zwar keine Rekorde, doch flott genug ist die X-T30 II allemal. Vor allem aber überzeugt sie mit einer bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten hervorragenden und bis ISO 1.600 guten Bildqualität. Bei der Farbzeichnung hat sie sogar den meisten Kameras ihrer Klasse etwas voraus, ohne dass dafür Effekthascherei notwendig wäre.


Passende Meldungen zu diesem Thema

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Displayschutzfolie auf einem Kamera-Display befestigen

Displayschutzfolie auf einem Kamera-Display befestigen

In diesem Tipp erklären wir worauf zu achten ist, wenn eine Displayschutzfolie oder -glas montiert werden soll. mehr…

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Wir erklären, welcher Speicherkartenstandard und welche Geschwindigkeitsklasse je nach Anwendung gebraucht wird. mehr…

Der Phasenvergleichs-Autofokus (Phasen-AF) und wie er funktioniert

Der Phasenvergleichs-Autofokus (Phasen-AF) und wie er funktioniert

Wir erklären Ihnen, auf welchen Funktionsprinzipien der Phasenvergleichsautofokus basiert und wo seine Grenzen liegen. mehr…

Digitalen Bilderrahmen übers Internet mit neuen Fotos versorgen

Digitalen Bilderrahmen übers Internet mit neuen Fotos versorgen

Die Fotos können auch auf weit entfernte Bilderrahmen übertragen werden. Die Verwaltung erfolgt komfortabel im Browser. mehr…

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerFujifilm
ModellX-T30 II
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
26,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,8 µm
Auflösung (max.)6.240 x 4.160 (3:2)
Video (max.)4.096 x 2.160 30p
ObjektivFujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 0,93-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,62-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,0" (7,6 cm)
  Auflösung1.620.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme14
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktion
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (256 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/180 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Fujifilm, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Drahtauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (UHS I, SDXC, SDHC)
Empfindlichkeit
  automatischISO 160-12.800
  manuellISO 80-51.200
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder425
  Geschwindigkeit0,13 s bis 0,26 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen118 x 83 x 47 mm
Gewicht (betriebsbereit)379 g (nur Gehäuse)
689 g (mit Objektiv)
Stativgewindeaußerhalb der optischen Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit390 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Hochwertiges Gehäuse, teilweise aus Metall und großzügig "beledert"
  • Gute Kombination aus klassisch "analoger" Bedienung und Vollautomatik
  • Großer Funktionsumfang
  • Pfiffig integrierter Pop-Up-Blitz
  • Gute bis sehr gute Bildqualität bei bis zu ISO 1.600
  • Stativgewinde außerhalb der optischen Achse und zu dicht am Akkufach
  • Ungünstige Platzierung der Q-Menü-Taste
  • Videofunktion auf dem Drive-Wahlrad "versteckt"