Kleine spiegellose Mittelklasse-Systemkamera

Testbericht: Fujifilm X-T30

Seite 2 von 2, vom 2019-06-17 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Apropos Fokus: Ganze 2,16 Millionen Phasen-AF-Sensoren hat Fujifilm auf dem Bildsensor integriert. Für eine bessere Bedienbarkeit beschränkt sich die Auswahl der AF-Felder dann aber letztlich auf maximal 425. Bei der Autofokusgeschwindigkeit schummelt Fujifilm allerdings etwas. In Werkseinstellung arbeitet sie im AF-S-Modus nicht mit der klassischen Schärfepriorität, sondern in einem ausbalancierten Modus aus Schärfe- und Auslösepriorität. In diesem fokussiert sie tatsächlich sehr flott, auch der AF-C samt Gesichts- und Augenerkennung arbeitet gut und Motive werden wunderbar über verschiedene Autofokusfelder hinweg verfolgt.

  • Bild Auch wenn wir das Fujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS stets als gutes Setobjektiv empfehlen, bekleckerte sich unser Exemplar an der X-T30 nicht gerade mit Ruhm. [Foto: MediaNord]

    Auch wenn wir das Fujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS stets als gutes Setobjektiv empfehlen, bekleckerte sich unser Exemplar an der X-T30 nicht gerade mit Ruhm. [Foto: MediaNord]

Schaltet man die Kamera aber auf Schärfepriorität, so benötigt sie im Weitwinkel knapp über 0,3 und im Tele sogar knapp über eine halbe Sekunde zum Fokussieren von unendlich auf zwei Meter samt Auslösung. Dabei ist die reine Auslöseverzögerung ohne Fokussierung mit 0,06 Sekunden sehr kurz. Im ausgewogenen Modus sind die Bilder zwar zumeist ganz gut fokussiert, aber die Trefferquote sinkt, insbesondere wenn es auf das letzte Quäntchen Auflösung ankommt. Man muss sich also zwischen einer schnellen und einer zuverlässig präzisen Fokussierung entscheiden.

Im Videomodus spielt das zum Glück keine Rolle, denn hier möchte man ohnehin dauerhaft nachfokussieren oder besser gar nicht, auch ein Nachfokussieren nur auf Befehl hin (beispielsweise per Fingertipper auf den Touchscreen) ist möglich. Dank der Phasen-AF-Punkte pumpt der Fokus kaum und 4K-Aufnahmen gelingen problemlos. Auch der Ton kann sich hören lassen, wobei der Autofokus unhörbar bleibt. Qualitativ lässt er sich aber über ein externes Mikrofon klar steigern, wobei die 2,5mm Buchse dabei doch etwas flimsig wirkt. Auch die Micro-HDMI-Schnittstelle ist nicht optimal stabil, aber immerhin lassen sich hier sogar 10 Bit Videos mit 4:2:2 Farbabtastung mit externen Rekordern aufzeichnen statt der H.264-komprimierten 4:2:0 8 Bit auf die Speicherkarte. Des Weiteren beherrscht die X-T30 17:9 4K- und Full-HD-Videoaufnahmen und sorgt mit dem Oversampling sowie der hohen Speicherrate für eine ansehbare Qualität. Dabei wird die gesamte Sensorbreite genutzt, während sich lediglich der optische Bildstabilisator praktisch unhörbar um die Verwacklungen kümmert.

In 4K stehen 24, 25 und 30 Bilder pro Sekunde zur Verfügung, in Full-HD sind es zusätzlich 50 und 60 Bilder pro Sekunde, wobei die Cliplänge auf jeweils maximal zehn Minuten am Stück beschränkt ist. Highspeedvideos kann die X-T30 ebenfalls in Full-HD (nur 16:9) aufnehmen, wahlweise erreicht sie 120 oder 100 Bilder pro Sekunde, allerdings nur für sechs Minuten am Stück. Erreicht wird die Videofunktion ebenfalls über das Drive-Wahlrad, wie im Fotomodus kann halbautomatisch oder manuell belichtet werden, auch die Filmsimulationen stehen zur Verfügung. Erwähnenswert ist hier vielleicht noch die Eterna-Filmsimulation, die mit sanften Farben und reichen Schatten einen typischen Kinolook bieten soll.

Einer "großen" Kamera steht die Fujifilm X-T30 bei den Blitzfunktionen kaum nach. Man mag auf den ersten Blick kaum vermuten, dass sich in dem kleinen Sucherbuckel ein rund 5,5 Zentimeter über den Objektivmittelpunkt hochspringender Pop-Up-Blitz versteckt, der laut unserer Messung eine Leitzahl von etwas über sechs erreicht. Mit einem Rote-Augen-Vorblitz (sogar mit optional zusätzlicher automatischer digitaler Retusche), der Blitzbelichtungskorrektur, der Langzeitsynchronisation, dem Blitzen am Anfang oder Ende der Belichtung sowie optional einer manuellen Blitzleistungswahl lässt er keine Wünsche offen. Externe Systemblitze lassen sich auf dem TTL-Blitzschuh einsetzen, auch einfache Mittenkontaktblitze können verwendet werden. Die kürzeste Blitzsynchronisationszeit beträgt 1/180 Sekunde, entsprechende TTL-Systemblitze erlauben aber auch eine Highspeed-Synchronisation (mit entsprechendem Leistungsverlust).

Neben Standards wie einer Diashow, dem Drehen, Schützen, Ausschneiden und Ändern der Größe bietet die Wiedergabefunktion der Fujifilm auch einen eingebauten Raw-Konverter, eine Sprachnotizfunktion und einen Fotobuch-Assistenten. Selbstverständlich lassen sich auch die Fujifilm-Instax-Sofortbilddrucker an der X-T30 verwenden, auch wenn sie die Bildqualität der Systemkamera nicht zu Papier bringen können.

  • Bild Hinter der kleinen Schnittstellenklappe der Fujifilm X-T30 verbergen sich ebenso kleine Anschlüsse, etwa HDMI in der Micro-Variante oder der Mikrofon-Klinkenanschluss in der 2,5mm-Version. Sehr modern ist die USB-C-Schnittstelle. [Foto: MediaNord]

    Hinter der kleinen Schnittstellenklappe der Fujifilm X-T30 verbergen sich ebenso kleine Anschlüsse, etwa HDMI in der Micro-Variante oder der Mikrofon-Klinkenanschluss in der 2,5mm-Version. Sehr modern ist die USB-C-Schnittstelle. [Foto: MediaNord]

Die Drahtloskommunikation gibt sich mit um Bluetooth ergänztem WLAN modern. Die Bluetooth-Verbindung lässt sich nicht nur besonders einfach herstellen, sondern erlaubt auch eine sehr energiesparende Dauerverbindung, sodass man das GPS des Smartphones benutzen kann. Per WLAN lassen sich Fotos bequem und schnell auf ein Mobilgerät oder einen PC übertragen. Zudem erlaubt die Fujifilm-App die Fernsteuerung der Kamera vom Smartphone aus samt Livebildübertragung und Einstellen der Aufnahmeparameter.

Pfiffig ist außerdem Fujifilms Lösung, den leistungsstarken X-Prozessor 4 beim Anschluss der Kamera an einem Computer für die Raw-Konvertierung zu verwenden. Gerade auf weniger leistungsstarken System lassen sich dadurch Rohdatenbilder schneller bearbeiten und in ein JPEG verwandeln.

Bildqualität

Die Fujifilm X-T30 hebt sich gleich in zwei Punkten von anderen APS-C-Kameras ab, die Einfluss auf die Bildqualität haben: Einerseits löst ihr Bildsensor rund 26 statt der üblichen 24 Megapixel auf, andererseits verwendet sie das von Fujifilm erfundene X-Trans-Farbfilterdesign anstelle des üblichen Bayer-Musters. Das soll für eine bessere Bildqualität mit höherer Farbauflösung und weniger Moirés sorgen. Unter anderem befinden sich dadurch in jeder Sensorzeile (und Spalte) alle drei Grundfarben Rot, Grün und Blau statt nur zwei Grundfarben (Grün und Rot oder Grün und Blau) wie beim Bayer-Muster. Des Weiteren ist Fujifilm der einzige Hersteller spiegelloser APS-C-Systemkameras, der sein Objektivprogramm konsequent entwickelt und auf diese Sensorgröße ausgerichtet hat.

Das sorgt für eine große Auswahl vor allem an hochwertigen Festbrennweiten, aber auch tollen F2,8er Zooms sowie sehr guten Mittelklasseobjektiven. Zu diesen zählt auch das XF 18-55 mm, das im Gegensatz zu billigen 18-55er-Objektiven über eine höhere Lichtstärke von F2,8 bis F4 verfügt. Ein Blendenring und ein optischer Bildstabilisator runden das etwa 350 Euro Aufpreis kostende Objektiv ab. Im Gegensatz zu den meisten neueren XF-Objektiven fehlt allerdings der Spritzwasser- und Staubschutz. Dennoch ist es im Vergleich zum 300 Euro günstigeren XC 16-45 mm das klar hochwertigere und empfehlenswertere Objektiv.

  • Bild Der Handgriff fällt bei der Fujifilm X-T30 zu Gunsten der Optik recht klein aus. Man kann ihn mit einem optionalen Zusatzgriff erweitern. [Foto: MediaNord]

    Der Handgriff fällt bei der Fujifilm X-T30 zu Gunsten der Optik recht klein aus. Man kann ihn mit einem optionalen Zusatzgriff erweitern. [Foto: MediaNord]

Um der Bildqualität der Fujifilm X-T30 mit dem XF 18-55 mm auf den Grund zu gehen, haben wir die Kombination aber nicht nur ausführlich in der Praxis getestet, sondern auch in unserem hauseigenen Testlabor unter die Lupe genommen. Die detaillierten Labortestergebnisse, auf denen die folgenden Betrachtungen beruhen, inklusive allen Diagrammen und erläuternden Texten, sind gegen ein kleines Entgelt über die weiterführenden Links abrufbar. Mit dem Kauf wird übrigens unsere Arbeit, auch an kostenlosen Testberichten wie diesem hier, direkt unterstützt. Vielen Dank dafür.

Der Test erfolgte wie üblich im JPEG-Format und in Werkseinstellungen, jedoch ohne den Labortest störenden automatischen "Dynamikoptimierer". So ist beispielsweise unter anderem der Lens Modulation Optimizer aktiv, der optische Fehler des Objektivs ausgleichen soll. Das führte bei unserem Testmuster zu überraschend schwankenden Labortestergebnissen bei den blendenabhängigen Messungen. Zunächst einmal fallen optische Fehler wie chromatische Aberrationen, Verzeichnungen und Randabdunklungen sehr gering aus, hier funktioniert die Korrektur gut.

Die Auflösung hingegen schwankt stark inklusive den "dazugehörigen" Schärfeartefakten von der Bildaufbereitung. Praktisch jede Auflösungskurve weist eine deutliche Wellenform auf. Im Weitwinkel starten die mittige und die Randauflösung bei mageren 30 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) im Kleinbildäquivalent bei 50 Prozent Kontrast. Während die Randauflösung beim Abblenden auf F4 zunächst stark auf schlechte 23 lp/mm fällt, bevor sie sich bei F5,6 wieder auf den ursprünglichen Wert erholt und dann bis F8 auf ihr Maximum 46 lp/mm steigt, um dann beugungsbedingt langsam wieder zu fallen, steigt die Auflösung im Bildzentrum beim Abblenden auf F8 kontinuierlich auf bis zu 58 lp/mm an, bevor sie beugungsbedingt beim weiteren Abblenden wieder abfällt.

Die beste Leistung erzielt das Objektiv bei mittlerer Brennweite. Bereits bei Offenblende erreicht es 58 lp/mm im Zentrum und 55 lp/mm am Bildrand. Beim Abblenden sinkt die Auflösung zunächst, aber nur sehr wenig, bevor sie sich bei F8 wieder leicht erholt, alles spielt sich aber auf sehr hohem Niveau von knapp unter bis deutlich über 50 lp/mm ab. Im Tele wiederum startet die Bildauflösung im Bildzentrum bei knapp unter 50 lp/mm, um dann stark abzufallen auf 36 lp/mm bei F5,6 und sich dann bis F11 aber wieder auf gute 52 lp/mm zu erholen, bevor die Beugung die Auflösung wieder senkt. Am Bildrand ist das Objektiv im Tele bei Offenblende mit 33 lp/mm weniger gut, fällt beim Abblenden zunächst minimal ab, steigert sich dann bei F8 aber auf einen guten Wert von 47 lp/mm und ist auch bei F11 mit 45 lp/mm noch gut dabei.

Erklären können wir uns diesen Gesamtverlauf nur damit, dass die Optimierung der Bildaufbereitung zwar auf den Objektivtyp an sich, nicht aber auf das Einzelexemplar optimiert ist (was auch viel zu aufwändig wäre für ein Objektiv dieser Preisklasse) und unser Exemplar einfach nur sehr schlecht zur Standardoptimierung passt. Dies ist inzwischen unser zehnter Test eines XF 18-55 und diese Wellenform zeigte sich zwar jedes Mal, aber noch nie so stark. Die Mehrzahl der Tests dieses Objektivs war sehr gut, sodass wir an der Empfehlung festhalten möchten, die Kamera mit diesem statt dem XC 16-45 mm zu erwerben, denn letzteres erreichte bei unserem Test an der X-T100 überhaupt keine gute Auflösung am Bildrand und im Tele nicht einmal in der Bildmitte.

  • Bild Der 26 Megapixel auflösende X-Trans-Sensor der Fujifilm X-T30 liefert vor allem bei den Farben eine sehr gute Bildqualität ab. [Foto: MediaNord]

    Der 26 Megapixel auflösende X-Trans-Sensor der Fujifilm X-T30 liefert vor allem bei den Farben eine sehr gute Bildqualität ab. [Foto: MediaNord]

Bei der objektivunabhängigen Bildqualität schlägt sich die Fujifilm X-T30 gut. Bis ISO 400 bewegt sich der Signal-Rauschabstand auf einem guten Niveau von über 40 dB. Erst oberhalb von ISO 800 wird die kritische Grenze von 35 dB unterschritten, bei ISO 1.600 und 3.200 jedoch nur minimal. Während Helligkeitsrauschen oberhalb von ISO 3.200 zwar sichtbar wird, aber feinkörnig bleibt, zeigt sich Farbrauschen praktisch kaum. Durch die Rauschunterdrückung gehen oberhalb von ISO 800 feine Details verloren, was bei ISO 1.600 aber eher messtechnischer als praxisrelevanter Natur ist. Bei ISO 3.200 hingegen werden die Detailverluste schon deutlicher, sind aber noch knapp akzeptabel.

Die Eingangsdynamik bewegt sich im Bereich von ISO 160 bis 12.800 auf einem guten Niveau von über zehn Blendenstufen, der Spitzenwert von elf Blendenstufen wird bei ISO 1.600 erreicht. Das ist bei moderner Bildaufbereitung nicht ungewöhnlich, da durch die Rauschunterdrückung auch schwarze Bereiche, die durch Rauschpixel eigentlich heller wirken, dunkler gezogen werden. Dass dieser Punkt bei ISO 1.600 deutlich wird, bestätigt, dass ab hier die Rauschunterdrückung kräftiger zupackt, wie schon bei der Texturwiedergabe feiner Details zu beobachten war.

Die Tonwertkurve verläuft leicht angesteilt, aber nicht übertrieben und ist damit gut abgestimmt. Bei der Ausgangsdynamik erreicht die Fujifilm bis ISO 200 einen hervorragenden Wert von nahezu 256 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen. Bis ISO 1.600 sinkt dieser Wert nahezu linear auf dann knapp noch gute 160 Stufen ab. Oberhalb von ISO 3.200 sinkt der Wert dann wieder steiler und erreicht ab ISO 12.800 schlechte Werte mit weniger als ca. 100 Helligkeitsabstufungen. Helligkeitsverläufe werden dann mit deutlich sichtbaren Übergängen dargestellt.

Bei den Farben spielt die Fujifilm X-T30 die Stärken des X-Trans-Sensors deutlich aus. Die X-T30 zeigt nicht nur im Mittel eine geringe Farbabweichung, sondern weist auch, anders als viele andere Kameras, praktisch keine deutlichen Ausreißer auf. Die eine oder andere Farbe ist minimal stärker gesättigt oder ganz leicht im Farbton verschoben, aber in der Summe kann man der X-T30 eine hohe Farbneutralität attestieren. Auch der Weißabgleich arbeitet präzise und die tatsächliche Farbtiefe ist hoch. Bis ISO 200 werden gut acht Millionen Farbabstufungen unterschieden, selbst bei ISO 3.200 sind es noch über vier Millionen.

Auch in der Praxis liefert die Fujifilm X-T30 schöne, ausgewogene Bilder ohne Effekthascherei, wobei man über die Filmsimulationsmodi und die Möglichkeit der Anpassung von Bildaufbereitungsparametern auch poppigere oder noch gedämpftere Farben, Kontraste, Detailauflösung etc. erreichen kann. Die Belichtung ist gut bis zuweilen eher etwas knapp, was aber für die Bildbearbeitung definitiv besser ist als überbelichtete Fotos. Nur in sehr kontrastreichen Situationen kam es gelegentlich vor, dass die Kamera etwas reichlich belichtet hat und Schatten gerne zugunsten mehr Zeichnung in den Lichtern dunkler hätten ausfallen können. Wie bei jeder anderen Kamera auch ist hier der Fotograf gefordert, falls die Automatik mal überfordert ist und nicht genau entscheiden kann, ob nun eher mehr Zeichnung in den Lichtern oder den Schatten gewünscht wird.

  • Bild Akku und Speicherkarte teilen sich bei der Fujifilm X-T30 ein gemeinsames Fach an der Unterseite. Der Akku hält lange, die Speicherkarte ist aber etwas fummelig zu entnehmen. [Foto: MediaNord]

    Akku und Speicherkarte teilen sich bei der Fujifilm X-T30 ein gemeinsames Fach an der Unterseite. Der Akku hält lange, die Speicherkarte ist aber etwas fummelig zu entnehmen. [Foto: MediaNord]

Im Zweifel ist ohnehin das Raw-Format angeraten, bei dem sich prinzipiell aufgrund der höheren Farbtiefe bei kritischen Situationen mehr Details aus den Lichtern und/oder Schatten herauskitzeln lassen. Die JPEG-Bildaufbereitung ist jedoch wie bei jeder modernen Kamera so gut, dass man sich schon viel Mühe geben muss, um bei Standardmotiven aus dem Raw-Format wesentlich bessere Ergebnisse herauszuholen.

Fazit

Die Fujifilm X-T30 ist eine gelungene, wenn auch nicht perfekte Mittelklasse-Systemkamera mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Trotz fehlenden Spritzwasserschutzes ist sie solide verarbeitet, wobei jedoch die Kompaktheit und das Design mehr im Vordergrund standen als die Ergonomie. So muss man sich mit dem kleinen Griff arrangieren oder in den Zusatzgriff investieren. Trotz des klassischen Designs handelt es sich bei der X-T30 um eine technisch sehr moderne Kamera, bei der man praktisch keine Ausstattungsdetails vermisst. Ihr gelingt der Spagat zwischen Automatikkamera und manueller Bedienung bravourös. Ihre Geschwindigkeit bricht zwar keine Rekorde, doch flott genug ist die X-T30 allemal. Vor allem aber überzeugt sie mit einer bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten hervorragenden und bis ISO 1.600 guten Bildqualität. Bei der Farbzeichnung hat sie sogar den meisten Kameras ihrer Klasse etwas voraus, ohne dass dafür Effekthascherei notwendig wäre.

 


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerFujifilm
ModellX-T30
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
26,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,8 µm
Auflösung (max.)6.240 x 4.160 (3:2)
Video (max.)4.096 x 2.160 30p
ObjektivFujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 0,93-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,62-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,0" (7,6 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme14
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktion
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (256 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/180 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Fujifilm, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Drahtauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 160-12.800
  manuellISO 80-51.200
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder425
  Geschwindigkeit0,33 s bis 0,52 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen118 x 83 x 47 mm
Gewicht (betriebsbereit)382 g (nur Gehäuse)
692 g (mit Objektiv)
Stativgewindeaußerhalb der optischen Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit380 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Hochwertiges Gehäuse, teilweise aus Metall und großzügig "beledert"
  • Pfiffig integrierter Pop-Up-Blitz
  • Gute bis sehr gute Bildqualität bei bis zu ISO 1.600
  • Großer Funktionsumfang
  • Gute Kombination aus klassisch "analoger" Bedienung und Vollautomatik
  • Ungünstige Platzierung der Q-Menü-Taste
  • Ungesichertes Belichtungskorrekturrad zu leichtgängig
  • Bei Schärfepriorität nicht besonders schneller Autofokus