Einsteiger-Systemkamera

Testbericht: Fujifilm X-T200

Seite 2 von 2, vom 2020-04-15, aktualisiert 2021-03-09 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Die 4K Videofunktion war in der X-T100 dank der Bildwechselfrequenz von lediglich 15 Bildern pro Sekunde mehr Gimmick als alles Andere. Hier hat Fujifilm bei der X-T200 nachgebessert und der Kamera eine 4K-Videofunktion mit einer maximalen Bildwechselfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde eingebaut. Damit steht hochauflösenden, brauchbaren Videos nichts mehr im Weg. Zudem werden 6.032 x 3.392 Bildpunkte (6K) zur Aufzeichnung von 4K-Videos (3.820 x 2.160 Bildpunkte) genutzt. Mit diesem Oversampling fällt nicht nur der unerfreuliche Beschnitt von 4K-Videos und die damit einhergehende sehr störende Bildwinkelverengung weg, sondern auch die Bildqualität der Videos ist besser. Die Dauer der 4K-Videoaufzeichnung ist auf 15 Minuten am Stück begrenzt.

  • Bild Auf der Oberseite der Fujifilm X-T200 sind die verschiedenen Einstellräder recht gedrängt untergebracht. [Foto: MediaNord]

    Auf der Oberseite der Fujifilm X-T200 sind die verschiedenen Einstellräder recht gedrängt untergebracht. [Foto: MediaNord]

Natürlich kann die Fujifilm X-T200 auch Full-HD-Videos (1.920 x 1.080) mit maximal 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Bei diesen Aufnahmen wird das Bild ebenfalls nicht beschnitten. Die Aufnahmedauer ist dabei auf knapp 30 Minuten begrenzt (29 min 59 sek). Auch ein HDR-Video-Modus für FullHD-Videos ist vorhanden. Bei diesem ist die Bildwechselfrequenz allerdings auf 30 Bilder pro Sekunde begrenzt. Die Daten für die Videoaufzeichnung können entweder auf die Speicherkarte geschrieben oder über die Micro-HDMI-Schnittstelle der Kamera an einen externen Recorder übergeben werden.

Die Aufnahme des Tons erfolgt über das manuell aussteuerbare eingebaute Stereo-Mikrofon oder über ein externes Mikro, wenn es über den entsprechenden 2,5mm-Klinkenanschluss mit der Kamera verbunden wurde. Um 4K-Videos auf die Speicherkarte bannen zu können, muss die Speicherkarte entsprechend schnell sein. Die X-T200 zeichnet 4K-Videos mit etwa 133 Mbit/s auf. Da es sich um eine Aufzeichnung mit variabler Bitrate handelt, können sich die Werte von Aufnahme zu Aufnahme unterscheiden. Bei 133 Mbit/s sollte die Karte mindestens 16,6 Megabyte pro Sekunde schreiben können. Hierzu bieten sich dann Speicherkarten mit der V30-Kennzeichnung an. Diese sind dafür ausgelegt, mindestens 30 Megabyte pro Sekunde schreiben zu können.

Leider hält die X-T200 die rasante Geschwindigkeit der Videoaufzeichnung nicht bei der Serienbildfunktion. Aber bei der Serienbildfunktion müssen mit 24 Megapixel auch deutlich mehr Bildpunkte verarbeitet werden. Mit 8,7 Bildern pro Sekunde nimmt die X-T200 15 Rohdatenbilder auf. JPEG Aufnahmen werden hingegen nur mit 8,5 Aufnahmen pro Sekunde aufgezeichnet. Im Dauerlauf wendet sich das Blatt und die JPEG-Aufnahmen erreichen etwa 2,1 Bilder pro Sekunde und die Rohdatenaufnahmen eine Frequenz von 1,6 Aufnahmen pro Sekunde. Im Dauerlauf schafft es die Kamera nicht, eine kontinuierliche Frequenz zu halten, vielmehr stottert sie die Aufnahmen hintereinander, während der Pufferspeicher mit recht lahmen 55 MB/s leergeschrieben wird. Dieser benötigt etwa sechs Sekunden, bis er sich auf die Speicherkarte entleert hat, nachdem der Auslöser losgelassen wurde. Wir haben die Serienbildgeschwindigkeit mit einer 64 GB großen SDXC-Speicherkarte von Panasonic mit UHS II, Class 10 und V90, also einer Mindestschreibrate von 90 Megabyte pro Sekunde (MB/s) getestet. Mehr zum Thema SD-Speicherkarten-Technologien und deren Abkürzungen ist im Fototipp in den weiterführenden Links nachzulesen.

Keine moderne Einsteigerkamera ohne hippe Echtzeitfilter, da macht auch die klassisch wirkende X-T200 keine Ausnahme. Dank eines eigenen Eintrags auf dem Moduswahlrad sind die Filtereffekte schnell erreichbar und in Echtzeit auf das Bild anwendbar. Mit dem Steuerknüppel oder dem Touchscreen wird der gewünschte Effekt ausgewählt und schon zeigt der Monitor beziehungsweise der Sucher eine zweigeteilte Vorschau. In dieser kann der Fotograf beurteilen, wie das Motiv mit und ohne den gewählten Filter aussieht. Zudem lässt sich die Trennungslinie zwischen Original und Filter verschieben.

Die Auswahl der Filter ist nicht wirklich spektakulär, aber alle "Must Haves" wie Lochkamera, partielle Farbe (Colorkey), Fischauge, HDR und mehr werden bedient. Zusätzlich stehen dem Fotografen die traditionellen Farbsimulationen von analogem Fujifilm Aufnahmematerial zur Verfügung. Diese sind allerdings nicht in den Spezialeffekten zu finden, sondern in einem eigenen Eintrag des Quick Menüs beziehungsweise auf dem linken, großen, sehr prominenten Drehrad untergebracht. Auch die Simulationen nutzen eine zweigeteilte Ansicht, um dem Fotografen zu zeigen, wie sich die gewählte Filmsimulation vom Original unterscheidet.

Bei den Simulationen ist unter anderem der Fujifilm Provia enthalten. Dieser ist auch als Standard-Farbwiedergabe der X-T200 hinterlegt – wie auch bei anderen Fujifilm-X-System-Kameras. Doch auch das Astia- und das schon legendäre Velvia-Filmmaterial (mit intensiveren Farben) findet in der Kamera sein digitales Zuhause. Zudem wird Schwarzweiß-Material mit Farbfiltern ebenso simuliert wie eine Sepia-Tonung. Die Filmsimulationen stehen übrigens auch bei Videoaufzeichnungen zur Verfügung.

  • Bild Das Stativgewinde sitzt bei der Fujifilm X-T200 nicht in der optischen Achse und eine Schnellwechselplatte blockiert zu allem Überfluss auch noch die Akku-/Speicherkartenfachklappe. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde sitzt bei der Fujifilm X-T200 nicht in der optischen Achse und eine Schnellwechselplatte blockiert zu allem Überfluss auch noch die Akku-/Speicherkartenfachklappe. [Foto: MediaNord]

Belichtungsreihen gehören zur X-T200 wie das F zu Fujifilm. So kann der Fotograf ISO-, Dynamikbereichs-, Filmsimulations- und HDR-Belichtungsreihen mit Leichtigkeit erstellen. Auch ein Intervalltimer steht zur Verfügung, der Intervalle von bis zu 24 Stunden und 999 Aufnahmen ermöglicht. Eine Zeitraffervideofunktion ist ebenfalls vorhanden, sie erstellt Videos in maximal 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde.

Die interessante und schon in der X-A7 vorgestellte (und gelobte) "Lichtspur"-Funktion hat große Ähnlichkeit mit der Live-Composite-Funktion von Olympus (siehe weiterführende Links) und erlaubt "Lichtspur"-Aufnahmen von statischen Motiven anzufertigen. Bei dieser Funktion bestimmt die Kamera die Belichtung des statischen Basisbildes, wobei die Belichtungszeit zwischen einer und 30 Sekunden liegen muss. Danach wird die eigentliche Langzeitaufnahme gestartet. Helle Objekte, die das Bildfeld passieren, werden ebenfalls belichtet. Dabei sorgt die Kameraelektronik dafür, dass das statischen Motiv nicht weiter belichtet wird, um Überbelichtungen zu vermeiden. Diese Funktion eignet sich beispielsweise für Sternenaufnahmen, Lichtspuren an Straßen oder Lichtmalerei. Die Kamera muss dabei allerdings stabil stehen.

Leider ist Fujifilm die Implementierung der Funktion nicht optimal gelungen, was die Leistung der Funktion allerdings nicht schmälert, sondern nur deren Konfiguration erschwert. Um an die Detaileinstellungen des Motivprogramms zu gelangen, muss der Fotograf nach dessen Aktivierung zunächst im Menü der Kamera zu den Aufnahmeeinstellungen navigieren. Dort wählt er dann den Eintrag "Aufnahmeeinstellungen-Light Painting" aus. Dieser Eintrag ist in allen anderen Aufnahmeprogrammen nicht auswählbar. Viel einfacher wäre es, wenn bei der Auswahl des Motivprogramms die Möglichkeit bestünde, gleich in die Einstellungsdetails der Funktion zu gelangen.

Mit der Firmware-Version 1.1.0 erweiterte Fujifilm die X-T200 um eine USB-Webcam-Funktion, ohne dass man dafür eine zusätzliche Software benötigt. Die implementierte Funktion nennt sich USB-Video-Class und die X-T200 ist zusammen mit der X-A7 die erste Fujifilm-Kamera, die diese Funktion besitzt. Alle anderen aktuellen Fujifilm Kameras können zwar auch als Webcam eingesetzt werden, dazu ist aber eine kostenlos verfügbare Software notwendig, die auf jedem Rechner installiert werden muss, auf dem die Kamera als Webcam eingesetzt werden soll.

Um die USB-Video-Class-Funktion der Kamera nutzen zu können, muss das Verhalten der USB-Schnittstelle in der Kamera angepasst werden. Das ist aber in wenigen Handgriffen erledigt und ziemlich selbsterklärend zu finden. Es handelt sich also nicht um eine geheimnisvolle Funktion, die unter unzähligen Menüschichten verborgen ist.

  • Bild Das Setobjektiv XC 15-45 mm OIS PZ fährt beim Einschalten der Kamera um etwa 1/3 der Objektivlänge aus. [Foto: MediaNord]

    Das Setobjektiv XC 15-45 mm OIS PZ fährt beim Einschalten der Kamera um etwa 1/3 der Objektivlänge aus. [Foto: MediaNord]

Mit 1.280 x 720 Pixeln progressiver (p) Auflösung und einer maximalen Bildwechselfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde wird das Videosignal über die USB-C-Schnittstelle ausgegeben. Leider kann die Kamera währenddessen nicht über die gleiche Schnittstelle mit Strom versorgt werden. Der Akku in der Kamera wird also langsam aber sicher entladen. Das macht die X-T200 aber verhältnismäßig langsam. Wir konnten die Kamera für gute zwei Stunden mit einer Akkuladung als Webcam benutzen. Wenn mehr Laufzeit gewünscht ist, dann muss der optionaler Gleichstromkuppler (CP-W126) und ein Netzteil mit 9 Volt Ausgangsspannung angeschafft werden, dann steht dem dauerhaften Übertragungsvergnügen nichts mehr im Weg.

Auf videografische Optionsvielfalt muss man allerdings verzichten. So arbeitet die X-T200 im Webcam-Modus immer mit kontinuierlichem Autofokus, bei dem die Gesichts- und Augenerkennung aktiviert ist. Das Kameramikrofon lässt sich genauso wenig verwenden wie ein an die Kamera angeschlossenes externes Mikrofon, man muss also ein Headset oder am PC angeschlossenes Mikrofon verwenden. Immerhin lässt sich die Belichtungskorrektur problemlos über das große Drehrad einstellen. Wer also differenzierte Belichtungs- und Effekteinstellungen benötigt, sollte sich mit der CleanHDMI-Schnittstelle und einem “Streaming Stick” wie dem Elgato Cam Link 4K liebäugeln (siehe weiterführende Links).

Die X-T200 verfügt über WLAN und Bluetooth zur drahtlosen Verbindung mit anderen Geräten. Nach der Installation der kostenlosen Camera Remote App von Fujifilm auf dem Smartphone oder Tablet mit Android oder iOS kann es auch schon losgehen. Die Kopplung des Smartgerätes mit der Kamera ist einfach Schritt für Schritt herzustellen. Dazu wird das Smartgerät zunächst über die Bluetooth-Verbindung mit der Kamera gekoppelt. Der Fotograf muss lediglich im Einstellungsmenü der Kamera den entsprechenden Punkt auswählen und schon sucht die Kamera nach kopplungsbereiten Geräten in der Umgebung. Das gleiche wird dann auf Seite des Smartgerätes gemacht und nach kurzer Zeit steht die Bluetooth-Verbindung zur Kamera.

Die sehr energiesparende Bluetooth-Verbindung wird eingesetzt, um Positionsdaten vom Smartgerät bei der Aufnahme in die Metadaten des Fotos zu schreiben. Darüber hinaus kann die App mit dieser Verbindung einen einfachen Fernauslöser und eine Bilddatenübertragung im Hintergrund durchführen. Bei der Übertragung der Bilddaten werden diese erfreulicherweise nicht verkleinert, sondern stehen in der Auflösung zur Verfügung, die in der Kamera eingestellt wurde. Lediglich die Übertragung von Rohdaten ist nicht möglich.

Die zweite Übertragungsvariante ist die WLAN-Verbindung. Diese verbraucht deutlich mehr Energie, bietet dafür aber eine höhere Datenübertragungsrate. Mit dieser lässt sich auch die Fernsteuerung mit LiveView-Funktion einsetzen. Das Live-Bild in der Fernbedienung ist bis auf wenige Ruckler stabil und auch die Einstellungen für die Aufnahmeparameter sind übersichtlich und leicht vorzunehmen. Allerdings kann die App nicht die Betriebsart der Kamera ändern. Zudem erfordern Änderungen der Betriebsart an der Kamera einen Neustart der Fernbedienungsfunktion in der App. Übrigens sind auch Firmwareupdates der Kamera via App möglich, man benötigt dazu keinen Computer.

Bildqualität

Der umfangreiche digitalkamera.de-Labortest, auf dem dieser Abschnitt basiert, kann vollständig gegen ein kleines Entgelt über die weiterführenden Links am Ende dieses Testberichts abgerufen werden. Das PDF enthält genaue Messergebnisse, aufschlussreiche Diagramme und eine redaktionelle Bewertung der Kamera-Objektiv-Kombination. Zudem bieten wir verschiedene Volumentarife an, die den Zugang zur kompletten Kamera- und Objektiv-Labortest-Rubrik auf digitalkamera.de inklusive Testbild-Downloads ermöglichen.

  • Bild In der Seitenansicht ist der geschwungene Handgriff der Fujifilm X-T200 deutlich zu sehen. [Foto: MediaNord]

    In der Seitenansicht ist der geschwungene Handgriff der Fujifilm X-T200 deutlich zu sehen. [Foto: MediaNord]

Wir haben die Fujifilm X-T200 mit dem Set-Objektiv XC 15-45 mm 3,5-5,6 OIS PZ getestet und mit letzterem fangen wir auch gleich an. Anhand der Messergebnisse der Randabdunklung zeigt sich, dass die X-T200 stark in die Bilddaten eingreift und Bilder in den Randbereichen deutlich aufhellt. So sind die Bildecken bei 100 Prozent radialem Abstand von der Bildmitte heller als bei einem Abstand von etwa 95 Prozent. Das ist zwar nicht unüblich, aber schon recht auffällig. Für den Fotografen, der die Bilder gleich benutzen will, bedeutet das allerdings, dass er sich um Randabdunklungen keine Gedanken machen muss.

Die Verzeichnung des Powerzooms ist in allen Brennweitenbereichen sehr gering und ausschließlich als tonnenförmige Verzeichnung zu beobachten. Auch von Farbsäumen ist das Objektiv kaum geplagt, zumindest in der Bildmitte. Zum Bildrand können Farbsäume leicht sichtbar werden. Die mittlere Brennweite ist von den Farbsäumen am stärksten betroffen.

Die Auflösung des 24-Megapixel-Sensors zusammen mit dem Set-Objektiv ist ordentlich. So erreicht die Kombination bei 50 Prozent Kontrast maximal etwas mehr als 65 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm, im Kleinbildäquivakent) in der Bildmitte, im Weitwinkel und bei offener Blende. Zum Rand hin sinkt die Auflösung um fast 2/3 ab. Dieses Verhalten zieht sich durch alle Brennweitenbereiche und ist nicht sonderlich erfreulich.

Die Bildaufbereitung zeigt sich etwas zurückhaltend beim Schärfen der Bilder. Der Kurvenverlauf sinkt im Weitwinkel ab Blende 8 sichtbar ab. Das lässt darauf schließen, dass Fujifilm den Bildprozessor so angepasst hat, die spezifischen Eigenschaften des Objektivs zu berücksichtigen.

  • Bild Das kombinierte Akku- und Speicherkartenfach der Fujifilm X-T200 ist auf der Kameraunterseite zu finden. [Foto: MediaNord]

    Das kombinierte Akku- und Speicherkartenfach der Fujifilm X-T200 ist auf der Kameraunterseite zu finden. [Foto: MediaNord]

Das Bildrauschen ist ein wichtiges Kriterium, um beurteilen zu können wie gut Sensor und Signalverarbeitung miteinander harmonieren. Der Signal-Rauschabstand zeigt sich bis ISO 800 hoch. Das bedeutet, dass ab ISO 800 das Rauschsignal das Bildsignal überlagert und Bildrauschen sichtbar wird. Von seiner Anatomie ist das Bildrauschen unauffällig und feinkörnig. Störendes Farbrauschen ist bei keiner ISO Einstellung ein Problem. Erst oberhalb von ISO 6.400 wird das Rauschen stärker sichtbar und feine Bilddetails gehen verloren.

Bei der Eingangsdynamik liegt die Kamera auf normalem Niveau von neun Blendenstufen. Das ändert sich mit steigender ISO-Empfindlichkeit auch nur unwesentlich. Auf der Seite des Ausgangs-Tonwertumfangs, also die Anzahl der Graustufen die die Kamera ausgeben kann, liegt die X-T200 bei ISO 200 fast auf dem maximalen Wert. Erst etwa bei ISO 6.400 sinkt die Kamera unter 128 darstellbare Graustufen, was in der Summe ein gutes Ergebnis ist.

Bei den Farben zeigt die X-T200 eine gerade noch geringe durchschnittliche Farbabweichung. In bestimmten Farbbereichen sind die Abweichungen jedoch nicht akzeptabel. Besonders betroffen davon sind Cyan- und Orange-Farbtöne. Die Farbtiefe ist bis in höchste ISO-Einstellungen im guten Bereich.

Fazit

Wie schon die X-T100 so ist auch die X-T200 eine Einsteigerkamera mit viel Potential. Die Verbesserungen der Kamera waren sinnvoll, wie die Verbesserung der AF-Geschwindigkeit zeigt und notwendig, wie die 4K-Video-Aufnahme mit nun 30 Bildern pro Sekunde. Dass man sich nun auf den Verfolgungs-AF-Modus verlassen kann, ist ebenfalls erfreulich. Dass die Kamera nur ein Kunststoffgehäuse hat, ist nicht ganz so tragisch, weil dieses ein gutes Anfassgefühl bietet.

Die Bildqualität der X-T200 ist aggressiv auf Shoot-to-Print abgestimmt, das ist aber auch nicht anders zu erwarten. Da sich die Voreinstellungen für JPEG-Aufnahmen allerdings anpassen lassen und wer Bildbearbeitung am heimischen Rechner machen möchte auf das Rohdatenformat zurückgreifen kann, geht das aber in Ordnung. Bis auf die wirklich magere Akkulaufzeit in der normalen Betriebsart und die sprichwörtliche Energiegier der Kamera im High-Performance-Modus gibt es fast nichts auszusetzen an der Fujifilm X-T200. Wer allerdings mehr aus der Kamera herausholen möchte, sollte sich überlegen, das XC 15-45 mm OIS PZ gegen ein leistungsstärkeres Objektiv zu tauschen, denn das Set-Objektiv mit seinem hohen Auflösungsverlust zum Bildrand ist ist nicht optimal. Dafür bietet sich praktisch jedes XF-Objektiv an, insbesondere die Festbrennweiten, die Fujifilm zahlreich anbietet.

Kommentare

2 Kommentare aus dem alten Forum anzeigen

aeppelken 2020-04-15

Vielen Dank für den interessanten Testbericht! Sie haben für das Mikrofon einen 2,5mm Klinkenanschluss angegeben. Laut Datenblatt sollten es aber 3,5mm sein.

Interessiert hätte mich noch das Verhalten des Autofokus bei der Videoaufnahme. Hier neigt der AF beim Vorgänger, die X-T100, doch zum häufigen "Pumpen".

Harm Gronewold 2020-04-16

Hallo,

Der Mikrofoneingang "teilt" sich die 2,5 mm Klinkenbuchse mit dem Anschluss der Kabelfernbedienung. Der Fehler liegt also im Datenblatt. Ich habe das auch schon korrigiert.

Ein besonders auffälliges AF-Pumpen im Videomodus ist mir beim Testen nicht aufgefallen, zumindest nicht bei ausreichender Beleuchtung.


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Steckbrief

Steckbrief
HerstellerFujifilm
ModellX-T200
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
24,2 Megapixel (physikalisch)
24,0 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,9 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivFujifilm XC 15-45 mm F3.5-5.6 OIS PZ (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 0,93-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,62-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,5" (8,9 cm)
  Auflösung2.750.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme11
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (256 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/180 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Fujifilm, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 200-12.800
  manuellISO 100-51.200
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder425
  Geschwindigkeit0,22 s
  AF-Hilfslichtja
Abmessungen121 x 84 x 55 mm
Gewicht (betriebsbereit)370 g (nur Gehäuse)
575 g (mit Objektiv)
Stativgewindeaußerhalb der optischen Achse
Zoom
  ZoomverstellungObjektivring (motorisch)
Akkulaufzeit370 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

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Kurzbewertung

  • Gute Detailwiedergabe bis ISO 6.400
  • Großer Funktionsumfang
  • Heller, großer, hochauflösender Touchscreen
  • Einfache Kopplung zu App
  • Umfangreiches Objektivportfolio
  • Umständliches Quick-Menü
  • Stativgewinde unglücklich platziert
  • Kleiner Pufferspeicher mit magerer Serienbildfrequenz im Dauerlauf

Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 51, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.