Superzoom-Kamera, Kompaktkamera

Testbericht: Fujifilm FinePix S5000

2003-10-05 Die Fujifilm FinePix S5000 ist einer Spiegelreflexkamera zum Verwechseln ähnlich – und dennoch sucht man die typischen Merkmale einer SLR wie einen Wechselobjektivanschluss, einen Spiegelkasten und einen Prismensucher bei der S5000 vergeblich. Denn Fujifilm hat im Gehäuse einer SLR ein 10-fach-Zoomobjektiv, einen SuperCCD-Sensor und einen LCD-Sucher untergebracht. Wer bei der FinePix S5000 eine echte Spiegelreflexkamera erwartet, bekommt stattdessen eine so genannte All-in-One-Kamera "aufgetischt". Ob das jetzt ein Grund für eine Enttäuschung ist oder nicht, wollen wir im folgenden digitalkamera.de-Test auf den Grund gehen.  (Yvan Boeres)

   Fujifilm FinePix S5000 [Foto: MediaNord]
 

Man muss schon genauer hinsehen, um zu bemerken, dass die Fujifilm FinePix S5000 keine SLR-Kamera ist, so echt täuscht das von Fujifilm getaufte Mini-SLR-Design dem ahnungslosen Kunden eine Spiegelreflexkamera vor. Erste Zweifel kommen auf, wenn man die Größe (113 x 81 x 79 mm) und das Gewicht (473 Gramm inkl. Batterien, Speicherkarte und Sonnenblende/Objektivadapter) der S5000 mit dem einer echten SLR vergleicht. Die letzten Zweifel sind endgültig ausgeräumt, wenn man durch den vermeintlichen SLR-Sucher blickt. Statt der erwarteten Mattscheibe begrüßen einen 110.000 Pixel; was zwar auf den ersten Blick nicht besonders viel ist, aber fast eine Verdoppelung gegenüber der S5000-Vorgängerin S304 (62.000 Pixel) darstellt. Dass die S5000 bzw. auch ihr LCD-Sucher nicht in der gleichen Liga spielen wie erheblich teurere Prosumer-Kameras, ist klar. Deshalb sollte man über die Tatsache, dass der 0,33"-LCD-Sucher (mit Dioptrienausgleich) der S5000 bei Dunkelheit schon ein bisschen rauscht, einen leichten Blaustich aufweist und dazu neigt, helle Bildpartien zu überstrahlen (ein Problem vieler elektronischer Sucher) angesichts des geringen Kamerapreises hinwegsehen. Störender ist da der Umstand, dass der Sucher nur ungefähr 83 % des tatsächlichen Bildausschnittes zeigt; ein Problem, das auch dem alternativ zum LCD-Sucher zur Verfügung stehenden 1,5"-LCD-Bildschirm anhaftet (zwischen beiden LCDs wird per Knopfdruck umgeschaltet). Fujifilm FinePix S5000 - Rückansicht [Foto: MediaNord]Dieser kämpft in geringerem Maße ebenfalls mit den gleichen Abbildungsschwächen (Rauschen, mangelnde Farbneutralität, Überstrahlung) wie der LCD-Sucher, wobei der Farbstich beim LCD-Bildschirm diesmal in die roten Töne geht.

Vorteil des Mini-SLR-Designs ist, dass die Bedienung einem sofort vertraut vorkommt und man die Bedienelemente der Kamera dort vorfindet, wo man sie intuitiv erwartet. Auf der Kameraoberseite befinden sich – wie bei einer (D)SLR – die wichtigsten Bedienelemente wie der Hauptschalter (Aus, Wiedergabe, Aufnahme), der Auslöser, das Programmwählrad (Vollautomatik, P/S/A/M-Kreativmodi, Motivprogramme, Videomodus) sowie Funktionsknöpfe für Belichtungskorrektur (+/- 2 LW in Drittelstufen), Bildtransport (Top5- und Final5-Modus, Belichtungsreihe, Dauerserienbild-Modus), Blitz-Entriegelung und Autofokus-Betriebsart (Einzelbild-AF, Schärfenachführung, Manuell). Um den LCD-Bildschirm herum gruppieren sich die Steuertaste (4-Wege-Cursortaste mit zusätzlichem Menü/OK-Knopf in der Mitte), die Zoom-Wippe (W/T-Links/Rechts-Schalter) sowie vier weitere Funktionstasten (F-Taste, Sucher/Bildschirm-Umschaltung, Zurück-Knopf, Bildschirmanzeige-Modus). Dabei übernimmt die Steuertaste auch die Funktion der Blitzbetriebsart-Wahl (Automatik-Modus, erzwungener Blitz, Rot-Augen-Korrektur mit/oder Blitz-Langzeitsynchronisation) bei ausgeklapptem Blitz und der Aktivierung des Makro-Modus. Die Zoomwippe bedient das 10-fach-Zoom der Kamera, die den gesamten Brennweitenbereich von 37-370 mm (entspr. KB) bzw. die ca. 18 Zoomstufen bei anhaltendem Zoomen in ca. 2,1 Sekunden durchfährt. Trotz aus der Kamera herausfahrendem Objektiv ist die Einschaltzeit der S5000 mit 4,9 Sekunden für eine Superzoom-Kamera erfreulich kurz. Den definitiv professionellen Look gibt man der S5000 übrigens, wenn man den mitgelieferten AR-FX5-Objektivadapter am Objektivtubus aufschraubt, der sowohl den Zweck eines Objektivadapters (mit 55 mm-Filtergewinde zur Aufnahme von Filtern, Nahlinsen oder Konverter) als auch einer Sonnenblende erfüllt und dauerhaft an der S5000 montiert bleiben kann, da er keine zusätzlichen Randabschattungen verursacht. Man beachte dabei die Formulierung "keine zusätzlichen", weil das Fujinon-Objektiv der S5000 bereits im "nackten" Zustand vignettiert (mit bloßem Auge auf gleichmäßigen Bildflächen sichtbar). Fujifilm FinePix S5000 - oben [Foto: MediaNord]Besser im Griff hat Fujifilm optisch bedingte Farbsäume (so genannte 'chromatische Aberrationen') und die Verzeichnung; Randunschärfen sind bei der S5000 mit bloßem Auge auch nicht zu erkennen. Unter Berücksichtigung des enormen Brennweitenbereiches und der verhältnismäßig hohen Lichtstärke im Tele-Bereich (F3,2) des Fujinon-Zooms kann man die Abbildungsleistungen als "ordentlich" bewerten.

Für die Fokussierung des 10-fach-Zooms zeigt sich bei der Finepix S5000 ein Mehrfeld-Autofokus-System zuständig. Falls nicht anders eingestellt, sucht sich die Kamera selbst das Hauptmotiv aus und signalisiert die entsprechende Stelle (innerhalb einer Matrix von 7 x 7 Feldern) mit zwei eckigen Klammern auf dem LCD-Farbbildschirm. Man kann jedoch auch die Vario-AF-Funktion im Menü einschalten und mit den Navigationstasten an der Kamerarückseite die Position des AF-Feldes vorgeben (in der gleichen 7 x -Matrix). Die Mitten-AF-Funktion im Kameramenü lässt die Scharfstellung ausschließlich in der Bildmitte erfolgen; will man manuell die Schärfe einstellen, muss man – etwas umständlicher – zuerst in den Motivprogramm-Modus ("SP") hinein gehen, dann die AF-Betriebsart mit dem entsprechenden Schalter auf MF stellen und anschließend bei niedergedrückter Belichtungskorrekturtaste mit den Zoomtasten den Fokussierantrieb der Kamera betätigen – letzteres ganz ohne visuelle Hilfe (keine Entfernungsanzeige, kein vergrößerter Bildabschnitt). Unter normalen Lichtbedingungen bzw. bei normalen Motivkontrasten und eingeschaltetem Einzelbild-Autofokus (S-AF) stellt die Finepix S5000 meistens in 0,7 bis 0,8 Sekunden scharf. Durch Umschaltung auf Nachführautofokus (C-AF) kann man u. U. die Scharfstellungen beschleunigen; riskiert aber, dass beim Auslösen die Scharfstellung noch nicht abgeschlossen ist und die Kamera ein unscharfes Bild aufnimmt. Unterstützt wird der AF der S5000 bei ungünstigen Aufnahmebedingungen von einem (grün leuchtenden) AF-Hilfslicht, so dass ggf. eine automatische Scharfstellung (bei einer Motivdistanz ab 2 Metern) selbst bei völliger Dunkelheit möglich ist. Schade, dass die – für eine aktuelle Digitalkamera nicht mehr zeitgemäße – reine Auslöseverzögerung der S5000 von fast 0,2 s die gesamte Auslöseverzögerung (also inkl. AF) auf knapp 1 Sekunde steigen lässt; ansonsten wäre nämlich die Reaktionszeit der S5000 für eine Superzoom-Kamera dieser Preisklasse schon fast rekordverdächtig.

Fujifilm FinePix S5000 - Menü 1 [Foto: MediaNord]   
Fujifilm FinePix S5000 - Menü 2 [Foto: MediaNord]   
Fujifilm FinePix S5000 - Menü 3 [Foto: MediaNord]   
Fujifilm FinePix S5000 - Menü 4 [Foto: MediaNord]   
Fujifilm FinePix S5000 - Menü 5 [Foto: MediaNord]   
Fujifilm FinePix S5000 - Menü 6 [Foto: MediaNord]   
Fujifilm FinePix S5000 - Menü 7 [Foto: MediaNord]
  
 

Das Hauptmenü wird von der MENU/OK-Taste in der Mitte des Navigationssteuerfeldes aufgerufen. Das Navigationssteuerfeld kann in vier Richtungen (links, rechts, oben, unten) bewegt werden und steuert – wie bereits erwähnt – bei ausgeschaltetem Menü die Makro-Funktion und die Blitz-Einstellungen. Bei aktivierter Makro-Funktion sinkt die Nahgrenze (d. h. die kürzeste einnehmbare Entfernung zum Motiv) von 90 cm auf 10 cm. Bei eingeschaltetem Menü stehen (zumindest in den P/A/S/M-Modi) folgende Menüpunkte zur Auswahl: Selbstauslöser, Weißabgleich, Fokussierung, Belichtungsmessart, Optionen, Belichtungsreihen, Schärfe bzw. Scharfzeichnung und Blitzbelichtungskorrektur. Eine Blitzbelichtungskorrektur ist nur dann nötig, wenn einem der etwas zu diskrete Blitzeffekt nicht gefällt (leichte Unterbelichtung bei Blitzbildern). Überblitzeffekte (selbst bei Nahaufnahmen) und Rote Augen treten bei der S5000 mit dem eingebauten Blitz nur äußerst sporadisch auf. Leider bietet die S5000 keinen externen Blitzanschluss – obwohl ein solches Ausstattungsmerkmal mittlerweile auch schon bei anderen Superzoom-Kameras ihrer Preis-/Ausstattungsklasse (z. B. Olympus C-750 UZ, Minolta Dimage Z1, Kodak DX 6490 Zoom) zu finden ist. Dafür ist der eingebaute Blitz aber einigermaßen leistungsstark (auch wenn wir die Leitzahl des Blitzes nicht genau ermitteln konnten), bietet eine korrekte Bildabdeckung und zeigt sich weitgehend farbneutral. Vom Menüpunkt "Weißabgleich" aus kann man die Weißabgleichs-Automatik verlassen und auf Voreinstellungen (Glühlampenlicht, Tageslicht-Leuchtstofflampen, Warmton-Leuchtstofflampen, Kaltton-Leuchtstofflampen, Tageslicht bewölkt, Tageslicht sonnig) zurückgreifen; eine Möglichkeit zum manuellen Weißabgleich (per Weißpunkt-Messung) ist leider nicht gegeben. Frühere FinePix-Kameras hatten unter Kunstlichtbedingungen beim automatischen Weißabgleich gelegentlich Probleme und lieferten farbstichige Bilder, was durch Verwendung manueller Weißabgleichs-Voreinstellungen verhindert werden konnte. Bei der S5000 verhält es sich genau umgekehrt. Der automatische Weißabgleich liefert selbst bei tückischen Motiven (mit gemischten Lichtquellen) gut korrigierte Bilder, während der Zugriff auf die Weißabgleichs-Voreinstellungen nicht immer das gewünschte Resultat bringt. Überhaupt ist absolute Vorsicht beim Gebrauch der Weißabgleichs-Voreinstellungen geboten: Die Farbgebung des angezeigten Bildes entspricht bei der Schnellwiedergabe (also unmittelbar nach dem Drücken des Auslösers) nicht immer dem aufgenommenen Bild. Erst wenn man die Kamera in den Wiedergabemodus umschaltet, bekommt man die Farben auf dem LCD-Bildschirm so angezeigt, wie sie auf dem endgültigen Bild aussehen werden.

Arbeitet der automatische Weißabgleich der S5000 ziemlich zuverlässig (nur in seltenen Fällen neigt die Weißabgleichautomatik der S5000 unter Kunst- bzw. Mischlicht zu einem leichten Rot/Rosa-Stich), kann man das Gleiche von der Belichtungsmessung behaupten. Standardmäßig ist als Belichtungsmessart die Matrix- bzw. Mehrfeldmessung (mit 64 Messfeldern) eingestellt; alternativ kann man auf eine Spotmessung oder auf die mittenbetonte Integralmessung zurückgreifen. Grundsätzlich kann man die Mehrfeldmessung getrost eingeschaltet lassen, da sie sehr zuverlässig arbeitet und die Belichtung in den meisten Fällen sehr differenziert ausfällt. Schade nur, dass die längstmögliche Verschlusszeit bereits bei 2 Sekunden erreicht ist; das macht die S5000 nur eingeschränkt für Nachtaufnahmen tauglich. Sind die Weißabgleichs- und Belichtungsfunktionen vom Hauptmenü aus abrufbar, wurde anderen bildwichtigen Parametern wie der Auflösung und der Lichtempfindlichkeit ein eigenes Menü gewidmet, das über die blaue F-Taste links oberhalb des LCD-Farbbildschirms aufgerufen wird. Wie immer stellt sich bei den mit SuperCCDs ausgestatteten Kameras von Fujifilm die Frage, ob man die der Anzahl der Pixel auf dem CCD am nächsten kommende Auflösung (in diesem Fall drei Megapixel) oder die höchste Auflösung (in diesem Fall sechs Megapixel) auswählen sollte. Und wie immer antworten wir, dass aufgrund der besonderen Architektur des SuperCCDs eine effizientere Interpolation erreicht werden kann als bei Kameras mit gewöhnlichem CCD und dass die 6-Megapixel-Auflösung zwar nicht den Vergleich mit "echten" 6 Megapixeln standhält, aber irgendwo zwischen drei und sechs Megapixeln liegen dürfte. Jedenfalls sind die mit der 6-MP-Einstellung gemachten Bilder sehr detailreich und von der visuellen Beurteilung her können die Bilder einer S5000 es in Sachen Bilddetails mit den Bildern so mancher 5-Megapixel-Kamera aufnehmen. Bei der Bildschärfe und dem Bildrauschen muss die S5000 allerdings ihre Ansprüche zurückschrauben; hier merkt man ihr an, dass sie in einer anderen "Gewichtsklasse" als die Prosumer-Modelle spielt. Benutzt man nämlich die höheren Empfindlichkeiten, zwingen die etwas zu aggressiven Rauschunterdrückungsverfahren die Bildschärfe in die Knie; umgekehrt arbeitet die kamerainterne Scharfzeichnung bei niedrigen Empfindlichkeiten zu aggressiv. Sehr nützlich ist übrigens beim Wählen der Auflösung die Anzeige der Anzahl von Bildern, die – den Kamera-Hochrechnungen zufolge – noch auf die Speicherkarte passen. Keine Entscheidungshilfe gibt es bei der Wahl der Lichtempfindlichkeit. Zur Auswahl stehen Empfindlichkeitsstufen von ISO 200, 400 und 800 (im Automatikbetrieb und bei ausgeschaltetem Blitz stellt die S5000 die Empfindlichkeit in einem Bereich von ISO 160-200 selbstständig ein), wobei die höchste Empfindlichkeitsstufe nur bei eingestellter 1-MP-Auflösung (1.280 x 960 Pixel) freigegeben ist. Eine Eigenschaft des SuperCCDs ist nämlich, vier aneinandergrenzende Pixel zu einem großen, und demnach lichtempfindlicheren, Pixel zusammenfügen zu können (so genannte "Pixel Data Coupling"-Technik) – was aber auch einer Viertelung der Auflösung entspricht. Fujifilm FinePix S5000 - Speicherplatz [Foto: MediaNord]Wer neben der Auflösung und der Empfindlichkeit noch weiter am Erscheinungsbild der Bilder herumfeilen will, findet im gleichen Menü bestimmte "Film"- bzw. Farb-Einstellungen. So kann man wählen, ob man wie bei einem S/W-Film monochrome Bilder oder wie bei einem Dia-Film hohe Bildkontraste, gepaart mit einer hohen Farbsättigung, bekommen möchte.

Grundlegende Kameraeinstellungen findet man über den Menüpunkt "Optionen" aus dem Kamera-Hauptmenü. Will man nicht die Helligkeit des LCD-Bildschirms zu regeln, kommt man von hier aus auch in das Setup-Menü der S5000. Dieses Menü umfasst folgende Punkte: Bildvorschau (Ein/Aus/Ansicht), Energiesparfunktion (Aus, automatisches Abschalten der Kamera nach zwei oder fünf Minuten), Speicherkarte formatieren, Lautstärke für Kamerasignale, Lautstärke für das Auslösegeräusch, Datum/Uhrzeit stellen, Bildnummerierung (fortlaufend, neu), USB-Modus (Datenübertragung/WebCam-Betrieb), RAW-Modus (Ein/Aus), Menüsprache (DEU/SPA/JAP/CHI/FRA/ENG), Videosignal (PAL/NTSC), Entlade-Funktion, Wiederherstellung der werkseitigen Kameraparameter (Reset). Gelangt man wieder von den Tiefen des Kameramenüs zurück an die (Gehäuse-)Oberfläche der S5000, findet man dort neben den zuvor in diesem Bericht angeführten Bedienelementen noch weitere "Körperteile" der S5000 vor. So verbirgt sich z. B. hinter einer Klappe der Speicherkartenschacht der Kamera. Dieser nimmt ausschließlich Speicherkarten des Typs xD-Picture Card auf und benutzt diese zur Speicherung der erzeugten Bild- (JPEG, RAW, AVI) und Ton-Dateien (WAV). Im JPEG-Format sind die Bilder durchschnittlich nur rund 815 KByte (im 3-Megapixel-Modus) bis durchschnittlich 1.486 KByte (im 6-Megapixel-Modus) groß. Wie schon bei der kürzlich von uns getesteten Finepix F700 müssen wir auch hier die zu starke Kompression sowie die fehlende Möglichkeit diese einzustellen, kritisieren. Im RAW-Modus beschert die S5000 einem 6,51 MByte "fette" Bilder; besser man ist da mit einer kapazitätsstarken xD-Card ausgerüstet. Wenigstens zeigt sich die S5000 beim Speichern ziemlich schnell: Fujifilm FinePix S5000 - unten [Foto: MediaNord]Das Speichern einer JPEG-Datei nimmt ca. 1,6 bis 2,1 Sekunden (3M/6M-Modus) in Anspruch, während ein Bild im RAF/RAW-Format in ca. 6,8 Sekunden auf der xD-Card "verewigt" ist. Dem sei noch hinzuzufügen, dass beim Transferieren der Bilder auf einen PC (Windows-PC oder Macintosh) – je nach Betriebssystem – eine Treiberinstallation nicht unbedingt erforderlich ist und die S5000 in einer Windows-Umgebung (leider nicht bei Macintosh-Computern) mit der mitgelieferten PictureHello-Software sogar als WebCam zweckentfremdet werden kann. Neben Speicherkarten finden in der S5000 handelsübliche AA/Mignon-Zellen (Einweg-Batterien oder Akkus) Platz; während die mitgelieferten Alkali-Einwegzellen nach ca. 180 bis 220 Bildern aufgebraucht sind, kommt man mit NiMH-Akkus (wir benutzten 2.100mAh-Akkus von Sanyo) grob auf das Doppelte der Bildausbeute.

Was gibt es noch über die FinePix S5000 zu sagen? Eine besondere Stärke vieler FinePix-Kameras ist der Videomodus – allerdings muss sich die S5000 im Vergleich zu ihren großen Schwestern mit einer Videoauflösung von 320 x 240 Bildpunkten begnügen. Immerhin sorgt aber die hohe Bildwiederholfrequenz (30 Bilder/s) für flüssige Bewegungsabläufe und die Aufnahmezeit ist nahezu unbegrenzt (die Kapazität der eingesetzten Speicherkarte ist maßgebend). Aufgenommen werden die Videosequenzen im AVI-Format (Open DML Motion JPEG-Format) und mit Ton; der Zoom-Mechanismus und der Autofokus sind während der Aufnahme jedoch gesperrt. Tonaufnahmen kann die S5000 übrigens auch in Form einer Sprachnotiz im WAV-Format machen; die maximale Länge einer Sprachnotiz liegt bei 30 Sekunden. Sonst unterstützt die S5000 noch das DPOF-Bildbestellungsformat und die Druckoptimierungstechnologie EXIF 2.2/Print; auf dem LCD-Bildschirm können für die exakte Bildkomposition auch Gitterlinien über dem Bild eingeblendet werden. Zu guter Letzt bedarf die Serienbild-Funktion der S5000 noch einer Erklärung: Im so genannten Top-5-Serienbildmodus nimmt die S5000 bis zu 5 Bilder in Folge bei einer von uns ermittelten Bildfrequenz von max. 4,3 Bildern pro Sekunde (Herstellerangabe: 5 Bilder/s) auf. Gefolgt wird der Top-5-Modus von der Belichtungsreihenfunktion (3 Bilder in Folge mit Belichtungsabständen von 1/3, 2/3 oder 1 LW). Dem schließt sich der Final-5-Serienbildmodus an, in dem man bis zu 25 Bilder in Folge bei einer von uns ermittelten Bildfrequenz von ca. 4 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann (Herstellerangabe: 5 Bilder/s); gespeichert werden allerdings Fujifilm FinePix S5000 - linke Kameraseite [Foto: MediaNord]nur die 5 letzten Bilder der Sequenz. Nur im Vollautomatik-Modus aufrufbar ist der Langzeit-Serienbildmodus, bei dem bis zu 40 Bilder in Folge bei einer Bildfolgezeit von ca. 1,7 Bildern pro Sekunde (durch eigene Messung bestätigte Herstellerangabe) aufgenommen werden; in diesem Fall mit der Einschränkung, dass die Auflösung dann 1.280 x 960 Pixel beträgt.

Fazit: Die Fujifilm Finepix S5000 bietet alle für den Einsteiger notwendigen Funktionen und Ausstattungsmerkmale und zeigt keine größeren Schwächen. Sie hätte sogar das Potenzial dazu, andere Superzoom-Kameras aus ihrer Preis-/Ausstattungsklasse auszustechen; ihr schneller Autofokus und ihr ausgezeichnetes Handling hätten dabei keinen unwesentlichen Beitrag geleistet. Und selbst wenn eine Olympus C-750 UZ oder eine Kodak DX 6490 echte 4 Megapixel anbieten, kann die S5000 dank der Interpolationsfreudigkeit des SuperCCDs eine mindestens vergleichbare Bildqualität liefern. Nur hat Fujifilm es versäumt, die S5000 in den Details zu pflegen. Trotz Mini-SLR-Design fehlt ihr der SLR-typische Blitzanschluss und die Freude über die Zügigkeit des Autofokus wird durch eine – für eine moderne Markenkamera – nicht mehr zeitgemäße Auslöseverzögerung wieder geschmälert. Auch könnten die Scharfzeichnungs- und Rauschunterdrückungsalgorithmen noch etwas diskreter ans Werk gehen (allerdings macht die direkte Konkurrenz der S5000 es in dieser Hinsicht kaum besser). Alles in allem ist die Fujifilm Finepix S5000 aber eine durchaus gelungene Superzoom-Kamera der Einsteigerklasse, die jedoch nicht "einsame Spitze" ist und der Konkurrenz einige Vorteile lässt.

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