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Canon EOS R10 im Test

Seite 2 von 2, vom 2022-09-15 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Bei unserer Labormessung hat die Kamera im Weitwinkel in flotten 0,16 Sekunden fokussiert, im Tele benötigte sie mit 0,18 Sekunden nur unwesentlich länger. Leider wird das durch die reine Auslöseverzögerung von 0,11 Sekunden stark getrübt, denn damit ergeben sich Auslöse-Autofokuszeiten von 0,27 und 0,29 Sekunden, das ist dann nicht mehr ganz so flott.

  • Bild Der große Handgriff der Canon EOS R10 sorgt auch dank der Gummierung für prima Halt. [Foto: MediaNord]

    Der große Handgriff der Canon EOS R10 sorgt auch dank der Gummierung für prima Halt. [Foto: MediaNord]

Dank des Autofokus-Schalters auf der Vorderseite der Kamera kann der Fotograf schnell von automatischer auf manuelle Fokussierung wechseln. Um die manuelle Fokussierung zu vereinfachen, sind Funktionen wie anpassbares Fokus-Peaking sowie eine 5- beziehungsweise 10-fach Lupe aktivierbar. Zudem blendet die Kamera eine kleine Fokusleiste ein, an der man sehen kann, bei welchem Abstand sich die Fokusebene gerade befindet.

Eine Spezialität von Canon ist das Dual Pixel Raw. Jeder Pixel des Dual Pixel Sensors besteht aus zwei lichtempfindlichen Elementen. Dadurch kann er zwei (A und B) Signale liefern. Bei der Aufnahme werden diese beiden Signale wieder vereint, um das Bild zu erzeugen. So kann der Sensor für die Fokussierung und die Aufnahme gleichzeitig benutzt werden. Beim Dual Pixel Raw wird zum einen das zusammengesetzte Bild gespeichert sowie zusätzlich die A-Signale.

Die doppelt so große Datei enthält also das Bild und die aus den A-Daten gewonnen Entfernungs- und Parallaxen-Informationen. Der Vorteil des Dual Pixel Raw ist nur über die kostenlose Canon-Software Digital Photo Professional nutzbar und lässt sich zum Fine-Tuning des Fokuspunktes einsetzen, um so das letzte Quäntchen Schärfe aus der Aufnahme zu kitzeln. Außerdem lässt sich der Unschärfebereich (Bokeh) ebenfalls minimal verlagern. Auch Streulicht kann man damit etwas zu Leibe rücken. Das Potential dieser Funktion liegt im Finetuning, einen richtigen Fehlfokus kann auch das Dual Pixel Raw nicht retten.

Richtig schnell geht es bei der Serienbildgeschwindigkeit der Kamera zur Sache. Rohdatenaufnahmen werden bei Nutzung des mechanischen Verschlusses mit knapp 13,6 Bildern pro Sekunde (B/s) für 27 Aufnahmen am Stück gemacht. Darüber hinaus sinkt die Frequenz auf durchschnittlich etwa 7,5 B/s. Die Serienbildgeschwindigkeit bleibt dabei aber nicht konstant, da die Kamera immer wieder kurz stockt, um Daten mit etwa 177 Megabyte pro Sekunde auf die Speicherkarte zu schreiben.

Für den Test haben wir eine 64 GByte große Speicherkarte Panasonic SDXC V90 UHS-II benutzt. Die Karte bietet eine Schreibrate von bis zu 250 MB/s und eine Leserate von maximal 280 MB/s. Um den maximalen Geschwindigkeitsrausch der EOS R10 nutzen zu können, muss eine UHS-II-Karte mit mindestens 177 MB/s Schreibgeschwindigkeit genutzt werden.

Bei der Aufnahme von JPEG-Dateien fängt der Digic-X-Bildprozessor an, seine Muskeln spielen zu lassen. Hier haben wir ebenfalls etwa 13 B/s mit mechanischem Verschluss gemessen. Allerdings bleibt die Frequenz stabil und nur die Größe der Speicherkarte und der Ladestand des Akkus sind der limitierende Faktor der Aufnahmeanzahl. Mit elektronischem Verschluss erreicht die EOS R10 23 Bilder pro Sekunde, aber nur für 51 Aufnahmen am Stück. Beim elektronischen Verschluss und Rohdaten sind es 22 B/s, die maximale Anzahl von Aufnahmen sinkt dabei auf 22.

  • Bild Unter weichen Kunststoffabdeckungen sind die Anschlüsse für Micro-HDMI, Mikrofon, USB-C und Kabelauslöser verborgen. [Foto: MediaNord]

    Unter weichen Kunststoffabdeckungen sind die Anschlüsse für Micro-HDMI, Mikrofon, USB-C und Kabelauslöser verborgen. [Foto: MediaNord]

Die Zahlen sind beeindruckend, auch wenn sie teilweise etwas hinter den Angaben von Canon zurückbleiben (15 B/s mechanisch und 23 B/s elektronisch). Der Puffer ist indes insbesondere bei Nutzung des Rohdatenformats etwas klein. Während die Kamera mit elektronischem Verschluss leise ist, klappert sich der mechanischer Verschluss im Kunststoffgehäuse so richtig einen zurecht. Man könnte meinen, dass die Kamera einen mechanischen Spiegel bewegen müsste.

Besonders interessiert hat uns die Serienbildgeschwindigkeit bei aktivierter Motivverfolgung. Auch in diesem Bereich glänzt die R10 mit etwa 13 Bildern pro Sekunde und keiner Limitierung der Aufnahmeanzahl beim JPEG-Format. Selbst bei schnellen Bewegungen der Kamera hat die AF-Verfolgungsfunktion das Motiv sauber erkannt und fokussiert gehalten. Kein Wunder also, dass die Erkennungs- und Verfolgungsfunktion auch im Videomodus funktioniert. Neben Rohdaten und JPEG kann die Kamera zudem noch Fotos im effizienten HEIF-Format speichern.

Hohe Speichergeschwindigkeiten sind nicht nur gut für die Serienbild-Funktion, sondern essenziell für das Speichern von bewegten Bildern. Videos kann die EOS R10 mit maximal 3.840 x 2.160 Pixeln und 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Dabei wird allerdings nicht die gesamte Horizontale des Sensors genutzt. Für die Aufnahme bedeutet das, dass das Objektiv eine höhere Telewirkung besitzt.

Mit voller Sensorbreite kann die EOS R10 ebenfalls Videos aufzeichnen, allerdings nur mit maximal 30 Bildern pro Sekunde. Dabei kann der Videograf zwischen IPB und IPB Light Kompressionen wählen, was sich in Bitraten zwischen 60 und 230 Mbit/s äußert. Die höchste Bitrate bietet die 4K-Zeitraffer-Funktion mit 470 Mbit/s, diese werden allerdings auch mit All-I aufgenommen, sprich: jedes einzelne Frame liegt als komplettes Bild vor. Das macht die Dateien auch um ein Vielfaches größer. Natürlich ist auch die Aufzeichnung von FullHD-Videos mit 1.920 x 1.080 Pixeln und maximal 60 Bildern oder weniger möglich. Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde sind nur in FullHD und ohne Ton möglich.

Unbeschnittene 4K-Aufnahmen werden per 6K-Oversampling aufgezeichnet, was sich durch bessere Farbdifferenzierung sowie Detailwiedergabe bemerkbar macht. Zudem kann die Kamera HDR-Aufnahmen als HDR Perceptual Quantization oder HDR PQ mit einer Farbtiefe von 10 Bit mit einem Farbsubsampling von 4:2:2 (siehe weiterführende Links) aufzeichnen oder per HDMI-Schnittstelle an einen externen Rekorder übergeben (Clean-HDMI).

Erfreulicherweise wird die Dauer der Aufnahme nur von der Speicherkartengröße, der Stromversorgung und etwaiger starker Erwärmung begrenzt. Ein automatisches Beenden der Aufnahme durch eine festgelegte Einstellung ist nicht vorhanden. Grund dafür kann der Wegfall von Sonderzöllen beim Import der Kameras sein. Wir haben die Kamera rund 45 Minuten 4K-Videos aufzeichnen lassen. Eine Erwärmung war zwar vorhanden, aber die Kamera war eher warm als heiß.

Die Videofunktionen der EOS R10 umfassen eine Timecode-Funktion sowie eine Zebraschraffierung zur Belichtungskontrolle. Zudem ist eine Streaming-Funktion integriert, mit der sich Live-Events via Smartphone oder WLAN-Zugangspunkt ins Internet über YouTube übertragen lassen. Als Webcam lässt sich die EOS R10 nur per Clean-HDMI einsetzten. Die hauseigene Canon Webcam Software ist noch nicht mit der Kamera kompatibel (Stand September 2022).

  • Bild Der kleine APS-C-Sensor wirkt im großen RF-Bajonett der Canon EOS R10 fast verloren. Links neben dem Bajonett ist der AF-MF-Schalter zu sehen. [Foto: MediaNord]

    Der kleine APS-C-Sensor wirkt im großen RF-Bajonett der Canon EOS R10 fast verloren. Links neben dem Bajonett ist der AF-MF-Schalter zu sehen. [Foto: MediaNord]

Tonaufzeichnungen erledigt die Kamera mit drei eingebauten Mikrofonen. Während zwei Mikros für den rechten und linken Tonkanal vorgesehen sind, ist das dritte Mikrofon für die Ermittlung der Kamerageräusche verantwortlich, so dass Störgeräusche wie weißes Rauschen und der Bildstabilisator im Stereoton herausgefiltert werden. Das funktioniert auch ausgesprochen gut, kann aber nicht mit einer aktiven Geräuschunterdrückung von Kopfhörern mithalten.

Wenn man das eingebaute Mikrofon nicht benutzen möchte, dann lässt sich per Klinkenstecker ganz einfach ein Mikrofon anschließen. Anders als beim internen Mikrofon lässt sich nur noch die Aussteuerung manuell oder automatisch durchführen, der Windfilter und auch der Einsatz des Innen-Mikrofons sind nicht mehr möglich.

Auch von Übertragungskabeln entfesselt ist die Canon EOS R10 gut unterwegs, allerdings geht dabei nichts ohne Smartphone oder Desktop App. Per WLAN können Fotos und Videos übertragen werden. Zudem kann die Kamera sowohl vom Rechner als auch dem Smartphone fernbedient werden, inklusive Live-View. Mit per Bluetooth gekoppelten Smartphone können Positionsdaten bei der Aufnahme in die Metadaten des Fotos geschrieben werden.

Bildqualität

Wir haben die Canon EOS R10 zusammen mit dem RF-S 18-150 mm F3.5-6.3 IS STM in unserem Labor auf Bildqualität getestet. Die ausführlichen Ergebnisse in Form von Diagrammen sind über die weiterführenden Links gegen ein kleines Entgelt herunterladbar. Neben dem Einzelkauf für 1,49 € bieten wir auch ein Premium-Abo an. Es enthält zudem unsere Testbild-Pakete, die man alternativ einzeln ab 59 Cent erwerben kann. In diesen Paketen ist eine Aufnahmereihe bei allen ISO-Empfindlichkeiten in Raw und JPEG enthalten. Auch für die EOS R10 bieten wir ein solches Paket an, so dass sich die Bildqualität visuell vergleichen lässt.

Die EOS R10 besitzt einen 24 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor im APS-C-Format (22,5 x 15 Millimeter). Da das RF-Bajonett für Kameras mit 36 x 24 mm großen Kleinbildsensoren entwickelt wurde, sieht der APS-C-Sensor schon fast winzig in der Mitte des Metallbajonetts aus. Durch den kleineren Sensor haben Objektive auch einen kleineren Bildwinkel. Das wird fälschlicherweise gerne als Brennweitenverlängerung bezeichnet. In der deutschen Sprache gibt es keine sinnvolle kurze Bezeichnung dafür. Im Englischen spricht man dagegen von einem “Crop-Factor”. Mit diesem lässt sich die Brennweite ermitteln, die dem Bildwinkel entspricht, wenn das Objektiv vor einem Vollformatsensor montiert wäre.

  • Bild Der Abstand vom Stativgewinde zur Akku-Speicherkarten-Klappe ist groß, so dass sich die Klappe auch mit montierter mittelgroßer Schnellwechselplatte öffnen lässt. [Foto: MediaNord]

    Der Abstand vom Stativgewinde zur Akku-Speicherkarten-Klappe ist groß, so dass sich die Klappe auch mit montierter mittelgroßer Schnellwechselplatte öffnen lässt. [Foto: MediaNord]

Im Fall der EOS R10 beträgt der Faktor 1,6 und so entspricht der Bildwinkel des RF-S 18-150 mm F3.5-6.3 IS STM dem eines Kleinbildobjektivs mit etwa 29 bis 240 mm an einem Kleinbildsensor. Sowohl RF- als auch RF-S-Objektive sind miteinander kompatibel, wenn man vom kleineren Bildkreis der RF-S-Objektive einmal absieht. Zudem kann auch der EF- auf RF-Bajonettadapter an der EOS R10 mit EF- und EF-S-Objektiven verwendet werden.

Die Randabdunklung und Farbsäume gehören zu den optischen Fehlern, die die Canon EOS R10 in der Standardeinstellung elektronisch sehr gut auskorrigiert. Die Verzeichnungskorrektur muss manuell aktiviert werden, da sie erfahrungsgemäß die Randauflösung, je nach Stärke der Verzeichnung, deutlich reduzieren kann.

Die höchste Randabdunklung beträgt gerade einmal 0,5 Blendenstufen (EV) und tritt bei 18 Millimetern Brennweite auf. Die anderen Brennweiten sind mit maximal 0,3 EV Abdunklung weniger betroffen. Schließt man die Blende, so reduziert sich auch die Abdunklung auf 0,1 bis 0,2 EV. Farbsäume gibt es dagegen so gut wie gar keine zu sehen.

Die Verzeichnung ist im Weitwinkel mit 2,5 Prozent Tonnenform ziemlich hoch und mit bloßem Auge sichtbar. Gefolgt wird das Ergebnis von der hohen Verzeichnung von 1,5 Prozent Kissenform in der mittleren Brennweite. Lediglich die Verzeichnung bei der Telebrennweite ist mit einem Prozent Kissenform noch akzeptabel.

Die Canon EOS R10 zeigt mit dem RF-S 18-150 mm F3.5-6.3 IS STM eher suboptimale Auflösungswerte im Kleinbildäquivalent bei 50 Prozent Kontrast. So erreicht die Kombination im Weitwinkel bei offener Blende mit etwa 54 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) in der Bildmitte ihren Zenit. Bei 24 Megapixeln Sensorauflösung sollten bei einer guten Kamera-Objektiv-Kombination eigentlich spielend 60 lp/mm möglich sein. Zu den Bildrändern fällt die Auflösung um 27 Prozent auf etwa 40 lp/mm ab. Wird die Blende geschlossen, sinkt zwar der Auflösungs-Randabfall, aber gleichzeitig auch die Auflösung in der Bildmitte. Bei Blende F8 bleiben noch 49 lp/mm in der Bildmitte bei 40 lp/mm am Bildrand übrig.

In der mittleren und der Telebrennweite sieht es lediglich in Bezug auf den Randabfall besser aus. Die Auflösung kommt in der mittleren Brennweite bei F8 nicht über 45 lp/mm in der Bildmitte heraus, immerhin beträgt der Abfall zum Bildrand nur zehn Prozent. In der Telebrennweite löst das Objektiv bei offener Blende F6,3 nur noch mit mageren 29 lp/mm in der Mitte und 25 lp/mm am Bildrand maximal auf. Wird die Blende geschlossen, steigt die Auflösung im Randbereich und sinkt gleichzeitig in der Bildmitte.

Das Bildrauschen und dessen Vermeidung gehört zu den Hauptaufgaben in der Bildaufbereitung und nicht selten trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Der Signal-Rauschabstand bezeichnet den Unterschied zwischen Bildsignal und Störsignal. Er ist bis ISO 800 im guten Bereich oberhalb von 40 dB und sinkt mit steigender ISO ab. Die akzeptable Grenze von 35dB wird bei ISO 3.200 unterschritten und sinkt bei steigender ISO-Einstellung weiter ab. Das Bildrauschen ist in Bezug zur Auflösung feinkörnig und farblich absolut neutral. Ab ISO 12.800 wird das Bildrauschen durch größere Unterschiede zwischen den Grauwertstufen visuell sichtbar.

  • Bild Die Klappe zum Akku- und Speicherkartenfach ist etwas klapprig. [Foto: MediaNord]

    Die Klappe zum Akku- und Speicherkartenfach ist etwas klapprig. [Foto: MediaNord]

Die Detailwiedergabe ist bis ISO 200 sehr gut. Mit steigender ISO-Einstellung nimmt die Detailwiedergabe langsam ab, bleibt bis ISO 3.200 aber gut. Erst oberhalb dieser Grenze werden feine Details von der Rauschunterdrückung als Bildrauschen fehlinterpretiert und eliminiert. Das bestätigt auch der visuelle Blick auf unsere Testbilder, die bis ISO 3.200 differenzierbare Details zeigen. Dennoch bleibt der Detailverlust bis ISO 12.800, wenn auch leicht verwaschen, noch akzeptabel. ISO-Einstellungen oberhalb von ISO 12.800 sind nicht mehr empfehlenswert.

Die Eingangsdynamik zeigt, welchen Motivkontrast die Kamera bewältigen kann. Die EOS R10 erreicht hier mit zwölf Blendenstufen (EV) bei ISO 200 ein sehr gutes Ergebnis und bis ISO 6.400 sind es noch über zehn EV, was ein gutes Ergebnis ist. Der Ausgangs-Tonwertumfang gibt die Zahl der Graustufen an, die die Kamera differenzieren kann. Werte bis 128 Stufen (7-Bit) sind hier ein gutes Ergebnis. Die EOS R10 glänzt mit fast 256 Graustufen bis ISO 200. Bis ISO 800 bleibt die Anzahl der Graustufen bei über 224 sehr gut. Erst knapp oberhalb von ISO 6.400 sinkt die Ausgabe auf unter 128 Graustufen.

Die Tonwertkurve ist, wie nicht anders zu erwarten, sehr bauchig, was den üblichen angehobenen Mitteltönen entspricht. Auch bei der Nachschärfung geht sich Kamera nicht ganz sanft zu Werke, so dass sich bis zu zwölf Prozent Schärfeartefakte zeigen können. Die Stärke der Artefakte ist letztlich abhängig von der Brennweite und auch am Bildrand sind es weniger Artefakte. Das ist mehr als logisch, schließlich liegt hier weniger Grundauflösung vor, die beim Schärfen Artefakte entwickeln kann.

Die Farbtreue der Aufnahmen ist im Allgemeinen gut, wenn auch nicht perfekt. In einigen Farbbereichen wie Magenta, Gelbgrün und Grün zeigen sich jedoch zum Teil drastische Farbabweichungen. Bis ISO 800 liefert die Kamera eine tatsächliche Farbtiefe von mehr als 23 Bit, was mehr als 8,4 Millionen Farbnuancen entspricht. Bis ISO 6.400 sind es noch über 4,2Millionen Farben und selbst bei der nicht empfehlenswerten maximalen ISO von 51.200 liefert die Kamera noch eine akzeptable Farbtiefe von über einer Million Farben.

Fazit

Die Canon EOS R10 ist keine reine Einsteiger-Kamera, denn sie bietet auch fortgeschrittenen Fotografen sowie Videografen viele Funktion. Dank des handlichen Gehäuses, der guten Ausstattung, der hohen Geschwindigkeit und des sehr guten Autofokussystems überzeugt die Kamera in der fotografischen Praxis. Der klappernde Verschluss und die billig wirkende Batteriefach-Klappe sind Kritik auf hohen Niveau. Ebenfalls Lob verdient die Bildqualität, denn die Kamera liefert einen hohen Dynamik- und Farbumfang bei geringem Rauschen selbst bei höheren ISO-Empfindlichkeiten, nur bei den nachlassenden Details macht sich ab ISO 3.200 der APS-C-Sensor bemerkbar. Weniger überzeugen konnte dagegen die Bildqualität des Canon RF-S 18-150 mm F3.5-6.3 IS STM. Das Objektiv zeigte sich nämlich nur mäßig auflösend und stark verzeichnend. Immerhin waren Farbsäume und Randabdunklung dank Kamera sehr gut auskorrigiert. Während viele Hersteller hervorragende Set-Objektive anbieten, gehört das Canon RF-S 18-150 mm F3.5-6.3 IS STM eher nicht dazu.


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Steckbrief

Steckbrief
HerstellerCanon
ModellEOS R10
SensorCMOS APS-C 22,5 x 15,0 mm (Cropfaktor 1,6)
25,5 Megapixel (physikalisch)
24,2 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,7 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 60p
ObjektivCanon RF-S 18-150 mm F3.5-6.3 IS STM (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 0,95-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,59-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-3,0 bis 1,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme14
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (384 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/200 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Canon, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung, kabelgebunden oder Aufsteck-Empfänger
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Bluetooth-Auslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-32.000
  manuellISO 100-51.200
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder4.503
  Geschwindigkeit0,27 s bis 0,29 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen122 x 88 x 83 mm
Gewicht (betriebsbereit)429 g (nur Gehäuse)
733 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeitk. A.

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Ergonomisches Gehäuse
  • Hohe Serienbildgeschwindigkeit
  • Schneller Verfolgungs-Autofokus
  • Super Touchscreenintegration
  • Gute Bildqualität bis ISO 1.600
  • 18-150 mm Set-Objektiv bleibt hinter den Erwartungen zurück
  • Klappernder mechanischer Verschluss
  • Leistungsschwacher Blitz

Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 51, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.