pixafe GbR

Testbericht: pixafe GbR pixafe Personal Edition, Version 5.0

2006-12-19 Sollen große Mengen von Objekten archiviert und verwaltet werden, stehen drei Kriterien an oberster Stelle, egal ob es sich um Bücher, Dokumente, Papierabzüge, Dias oder digitalisierte Bilder handelt: Zuverlässigkeit, Zukunftssicherheit und Schnelligkeit. Alle Neuerungen in der Bilderdatenbank-Software pixafe 5.0 sind an diesen Zielvorgaben ausgerichtet, und das bewährte, kostenlose Datenbankmanagementsystem DB2 von IBM bildet eine solide Basis für die professionelle und flexible Verwaltung umfangreicher Datenbestände.  (Dr. Bernd Schäbler)

Bild 1:  Hauptmaske und weitere Arbeitsfelder [Foto: MediaNord]Ganz am Anfang der Arbeit mit einer relationalen Datenbank wie pixafe (eingedeutscht: "Bilder-Tresor") steht die Vertrauensfrage: ob ein Fotograf/Archivar bereit ist, seinen Bestand an Daten einzuspeisen, und das ganze Unterfangen für so zukunftssicher hält, dass sich die Arbeit der Verschriftung bzw. Verschlagwortung längerfristig lohnt. DB2 von IBM bietet zum einen die Gewähr dafür, dass selbst nach einem Ende der Softwarefirma pixafe ein Datentransfer auf eine andere Plattform möglich wäre, und die Macher von pixafe haben ihr System rund um DB2 so gestaltet, dass sich Datenbankverwalter bzw. -pfleger nicht am Anfang ein für alle Male festlegen müssen, sondern Kategorisierungen, Verschlagwortung und Strukturierung so handhaben und anpassen können, wie es ihnen im Laufe der Zeit als notwendig und sinnvoll erscheint. In der Version 5 werden dem Nutzer zudem so viele manuelle Eingriffe wie möglich abgenommen, so dass mehr Zeit für die Verschriftung und Datenverknüpfung – und damit letztendlich auch eine bessere, effizientere Suche – bleibt.

Wem zu prekär erscheint, dass pixafe alle Bilddateien in ein eigenes Verzeichnis auf einer internen oder externen Festplatte verlegt, mit einem Kürzel versieht und die Dateiformatendungen aus Sicherheitsgründen entfernt, dem sei gesagt, dass es neben dem normalen Import über "Datei öffnen" und das Laden von Einzeldateien die Möglichkeit gibt, per Drag & Drop einzelne Dateien oder komplette Verzeichnisinhalte zu übernehmen, wodurch die Originaldateien erhalten bleiben. Beruhigend ist außerdem, dass für den Datenbank-Administrator alle Bilderdateien frei zugänglich sind. RAW-Dateien werden automatisch in einem Sonderverzeichnis abgelegt, Thumbnail-Vorschauen und umgewandelte größere Versionen werden in das Standardverzeichnis integriert. Über "Autoimport" können rasch ganze Verzeichnisse und Unterverzeichnisse integriert werden, wobei vor dem Ladevorgang notwendige Pauschalbeschriftungen vorgenommen werden müssen – später kann sorgfältiger nachgebessert bzw. verändert werden. Bis hierher sind bereits einige wesentliche Merkmale eines relationalen Datenarchivs angesprochen worden: Absicherung gegen ein Auseinanderreißen von Datensätzen (Konsistenzerhaltung) und differenzierte Verschriftung der "Rohdaten/Bilddateien" zum Bild 2:  Leuchtpult und Felder für EXIF-Daten [Foto: MediaNord]Zweck der Suche und Ausgabe.

Letzteres – die Verschriftung - geschieht in der "Hauptmaske", der eigentlichen Steuerzentrale von pixafe; in dieser befinden sich, sehr übersichtlich angeordnet, eine Menüleiste sowie die Toolbar, die Beschriftungsfelder (Personen, Kategorien, Beschreibung, Schlagworte, Orte), Eingabefelder zur Bildquelle (Digitalfotos, Dias, Papierbilder, Kunstwerke) und der Metadaten (EXIF), ein Feld für Vorschaubilder nebst Navigationsleiste, und zu guter Letzt erscheint eine Statusleiste mit nützlichen Informationen, sobald ein Bild angezeigt wird. Beim Import einer Bilddatei werden die Bilder automatisch und verlustfrei gedreht, kleine Vorschaubilder werden erstellt (bei RAW-Dateien muss dies manuell initiiert werden), EXIF-Informationen werden ausgelesen, und dann müssen die Eintragungen in die Beschriftungsfelder erfolgen, während beim "Autoinsert" ganzer Verzeichnisse und beim Drag&Drop-Verfahren eine Maske mit Beschriftungsmöglichkeiten erscheint. Die über den Feldern der Hauptmaske befindlichen anklickbaren Symbole bzw.Attribute (Personen, Kategorien, Beschreibung, Orte, Schlagworte) führen zu den jeweiligen Baumstruktur-Feldern, in die Wörter und Begriffe eingegeben werden, oder zu Wortlisten, die die Verschriftung erleichtern.

Bild 3:  Suchmasken (Montage) [Foto: MediaNord]Alle genannten automatischen und manuellen Eingaben bilden bei einer relationalen Datenbank die Basis für Suchvorgänge, und in pixafe gibt es drei Suchmasken, die eine Fülle von Kombinationen aus den mit den Bild-"Rohdateien" verknüpften unterschiedlichen Informationen gestatten: die so genannte "Baumsuche", die "erweiterte Suche" und "weitere Suchkriterien". Man kann also auf einer ganzen "Klaviatur" von Suchmöglichkeiten spielen, EXIF- und IPTC-Daten genauso verwenden wie die Eintragungen für Orte, abgebildete Personen, Bildautoren, Sachgebiete etc. Daneben stehen globale Suchbefehle wie "alle Bilder", "markierte Bilder", "am heutigen Tag eingefügte Bilder" oder "Favoriten" in der Toolbar zur Verfügung. Es sei noch einmal darauf verwiesen, dass mit Begriffen und Suchkriterien in pixafe sehr flexibel verfahren werden kann. Eine besondere Erweiterung der Suchfunktion ist die so genannte "Nachselektion", mit der nach ähnlichen Bildern recherchiert wird. In den verschieden Baumstruktur-Feldern können Begriffe gelöscht, modifiziert, ergänzt, verschoben, einander zu- bzw. untergeordnet oder auch miteinander kombiniert werden. Sicherheitsabfragen sind dabei natürlich zu beantworten, bevor eine Speicherung erfolgt, und weil Datensicherheit ein wichtiger Aspekt ist, gibt es in der Version 5.0 im Menübereich Datenbank-Administration die Befehle "Bildverzeichnis prüfen" und "Datenbank optimieren", mit deren Hilfe nach umfangreicheren Arbeiten mit pixafe eine Fehlersuche bzw. -bereinigung erfolgt. Die Doubletten-Suche und das Löschen nicht referenzierter Orte, Personen und Wörter sind ebenfalls Teil der Datenbankpflege.

Weitere Funktionen der Datenbankmanagement-Software sind die Ausgabe der Dateien und die Sicherungsmaßnahmen. Ist ein Suchvorgang abgeschlossen, wird ein Vorschaubild bzw. das Gesamtergebnis in einem Leuchtpult-Fenster gezeigt. Hier können Bilder gedreht (Thumbnails von RAW-Dateien) und markiert werden. Anschließend können solche markierten Dateien in einem Rutsch ausgedruckt, per Monitor oder Beamer in einer Diashow präsentiert oder als signierte Bilddateien in einer automatisch generierten kombinierten Web-Dia-Katalog-Show vorgestellt werden, mitsamt allen Suchbegriffen und Schlagworten. Richtet man im Dialogfeld "Einstellungen" einen Pfad zu einem Bild 4:  Automatisch generierte Web-Katalog-Diashow (Montage) [Foto: MediaNord]externen Bildbearbeitungsprogramm ein, können über Tastendruck Bilder dorthin transferiert, verändert und danach sofort wieder in der Datenbank gespeichert werden. Geht es lediglich um die Vollbild-Betrachtung oder die Vergrößerung von Ausschnitten, dann reicht das neue interne Tool "Details" aus.

Als letzter Punkt sei die Datensicherung (Backup) bzw. das Einspielen von Backup-Daten erwähnt. Backups werden in einem gesonderten Verzeichnis abgelegt, und die Sicherung des gesamten Bestandes erfordert die Abspeicherung aller Beschreibungsdaten in *.ixf-Dateien, den Transfer aller Bilddateien mit dem entsprechenden Befehl auf CD/DVD; nicht zu vergessen die im gesonderten Verzeichnis abgelegten RAW-Dateien! Als eiserne Regel gilt nämlich: Das Datenbankmanagementsystem funktioniert nur, wenn sich die Bilddateien (plus Thumbnails und RAW-Dateien) auf der Festplatte befinden und der richtige Pfad dorthin eingestellt wurde.

Fazit: Schnell, zuverlässig und zukunftssicher, so lassen sich, wie eingangs erwähnt, die Eigenschaften der Bilddatenbank-Software pixafe 5.0 zusammenfasssen. Noch zwei weitere Kriterien können hinzugefügt werden: anpassungsfähig und offen für die Aufgaben und Zielsetzungen des Benutzers, die sich im Laufe der Zeit verändern können.


Kurzbewertung

  • hohe Suchgeschwindigkeit
  • automatische Übernahme von Daten
  • automatisierte Operationen wie Bilder drehen, Thumbnails generieren, Bilder signieren
  • Beschriftungshilfen
  • Suchkriterien sind miteinander kombinierbar, können gelöscht oder erweitert werden
  • zahlreiche Ausgabemöglichkeiten
  • das Programm bleibt bei der "Baumsuche" mitunter hängen
  • beim Drag&Drop von Dateien darf kein Vorschaubild in der Hauptmaske geöffnet sein; das Leeren ist umständlich
  • nach Eingabe der IPTC-Daten wird nicht an die notwendige Speicherung erinnert
  • Doppelung der Attribute bei der "Baumsuche" nach versehentlichem, nochmaligem Anklicken der Symbole sollte verhindert werden