Bildbearbeitungs-Software

Testbericht: DxO PhotoLab 4 Elite Edition

Seite 2 von 2, vom 2021-01-04 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Bildbearbeitung und Export

Der zweite große Arbeitsbereich heißt schnörkellos "Bearbeiten" und er liefert genau das. Hier finden sich alle Bearbeitungsoptionen auf der rechten Seite der Vorschau. Die linke Seite zeigt ein Histogramm, Aufnahmedaten, Preset-Editor und das Bearbeitungsprotokoll. So ist es zumindest in der Werkseinstellung, denn der Bildbearbeiter kann alle Funktionsbereiche per Drag and Drop aus den Leisten lösen und verschieben. Dabei ist es unerheblich, ob sie von der rechten in die linke Spalte wandern oder ob sie einfach nur die Reihenfolge in der Spalte tauschen. Auch lassen sich Funktionen einfach ausblenden. Ein so gestalteter Arbeitsbereich lässt sich unter eigenem Namen speichern, so dass er jederzeit wieder aufgerufen werden kann.

Eine gelungene Neuerung von PhotoLab 4 ist die Möglichkeit, Bearbeitungsfunktionen zu filtern. Diese Funktion bezeichnet DxO als Smart Workspace. Mit einem Klick auf den Stern, der sich in der Kopfzeile jeder Funktion befindet, ist das schon erledigt. Möchte man nun nur die Favoriten-Funktionen angezeigt bekommen, so reicht ein klick auf den Stern neben der Suchleiste über den Bearbeitungsfunktionen. Des Weiteren kann der Bildbearbeiter sich alle Funktionen anzeigen lassen, die aktiv sind. So kann man sich schnell einen Überblick verschaffen. Auch die Suchleiste über den Funktionen ist neu. Hier kann nach einer Bearbeitungsfunktion gesucht werden.

Besonders interessant sind die sieben Funktionskategorien. Mit einem Klick werden nur die Funktionen eingeblendet, die in diese Kategorie fallen. Damit wird der Funktionsbereich auf der rechten Seite sehr übersichtlich thematisch sortiert. Der Bildbearbeiter muss sich also nicht für jede Aufgabe einen eigenen Arbeitsbereich anlegen, es reicht ein Klick auf die entsprechende Kategorie und schon ist man da, wo man hin möchte.

  • Bild Dank des Smart Workspace lassen sich Funktionen favorisieren, filtern und sogar eine Suche nach einer Funktion ist möglich. Zudem stehen Funktionskategorien zur Verfügung. [Foto: MediaNord]

    Dank des Smart Workspace lassen sich Funktionen favorisieren, filtern und sogar eine Suche nach einer Funktion ist möglich. Zudem stehen Funktionskategorien zur Verfügung. [Foto: MediaNord]

Ein großer Vorteil von Bildbearbeitungsprogrammen ist die Möglichkeit, Korrektureinstellungen von einem Bild in ein anderes zu übertragen. PhotoLab war und ist dazu in der Lage. Allerdings hat DxO eine Verbesserung dieses Systems eingebaut. So ist es jetzt Möglich, die Einstellungen eines Fotos zu kopieren und nur bestimmte Änderungen davon in ein anderes Bild zu übertragen. Diese Option wird über ein übersichtliches Kontextmenü gesteuert, bei dem der Bildbearbeiter nur Haken setzen oder entfernen muss. Natürlich lassen sich auch Presets (Voreinstellungen) anlegen. Diese Presets erlauben die Änderung von spezifischen Elementen auch in einer späteren Bearbeitungs-Session. Apropos Presets: PhotoLab 4 liefert eine Vielzahl solcher Voreinstellungen mit. Sie lassen sich über einen kleinen Browser sehr einfach navigieren.

Von den Mitbewerbern hat sich DxO bei der "Live Wasserzeichen"-Funktion inspirieren lassen. Mit dieser lassen sich sehr schnell Wasserzeichen in Form von Text- und Bilddaten (Logo) in einem Foto positionieren und speichern. Eine Vorschau des Wasserzeichens wird im großen Vorschaufenster eingeblendet. Beim Exportieren kann das definierte Wasserzeichen in Exportvorgaben eingebunden werden. Wie man Wasserzeichen anlegen kann, haben wir in einem Fototipp genauer erklärt (siehe weiterführende Links).

Wie selbstverständlich sind auch die lokalen Korrekturen mit von der Partie, immerhin hat DxO die von Nik Software entwickelte U-Point-Technologie von Google aufgekauft und auf den neuesten Stand der Technik gebracht (siehe weiterführende Links). Lokale Änderungen sind mit der U-Point-Technologie leicht zu bewerkstelligen: Einfach den U-Point auf die entsprechende Position setzen, Bereichsgröße anpassen und dann die Änderungen einstellen. Die Maskierung übernimmt dann PhotoLab 4. Der Umfang der Änderungsoptionen ist so groß, dass er in drei Kategorien unterteilt wurde. Wenn man mit U-Point-Einsatz nicht das gewünschte Ergebnis erzielt, was bei Aufnahmen mit geringem Farbkontrast der Fall sein kann, so steht eine recht bequeme Maskierungsfunktion zur Verfügung. Dabei lässt sich eine Maske "malen", automatisch erstellen oder mit einem Verlaufswerkzeug aufbringen.

Ebenfalls mit dabei sind Funktionen wie ClearView Plus. Mit dieser überarbeiteten ClearView-Funktion lässt sich Dunst aus Fotos entfernen und die Gefahr einer hellen Koma um fein detaillierte Objekte wird reduziert, sie kann aber immer noch auftreten. Auch das Smart Lighting ist mit dabei und sorgt für eine Anpassung der Aufnahmedynamik durch differenzierte Anpassung der Tonwerte. Zudem kann diese Funktion mit der Gesichtserkennung kombiniert werden. Retuschefunktionen, differenzierte Farbkorrektur und vieles mehr runden den Funktionskomplex ab.

  • Bild Dank HSL-Farbkorrektur mit grafischer Darstellung kann eine Farbkorrektur lokal schnell durchgeführt werden. [Foto: MediaNord]

    Dank HSL-Farbkorrektur mit grafischer Darstellung kann eine Farbkorrektur lokal schnell durchgeführt werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auch die U-Point-Technologie steht für lokale Änderungen ebenso zur Verfügung wie eine Maskierungs-Funktion. [Foto: MediaNord]

    Auch die U-Point-Technologie steht für lokale Änderungen ebenso zur Verfügung wie eine Maskierungs-Funktion. [Foto: MediaNord]

Beim Exportieren mach PhotoLab 4 wie schon seine Vorgänger alles richtig. So lassen sich unterschiedliche Exporteinstellungen definieren und aktivieren. PhotoLab 4 exportiert dann nach diesen Einstellungen. So lassen sich Bilder in unterschiedlichen Größen, Dateiformaten, unterschiedlichen Wasserzeichen und auch verschiedene Datenträger in einem Rutsch exportieren.

Bei der Druckfunktion zeigt PhotoLab ebenfalls seit einigen Programm-Iterationen, wie es geht. Mit der Funktion lassen sich nämlich nicht nur Bilder auf dem eigenen Drucker inklusive Farbmanagement ausdrucken, sondern man kann auch Bildübersichten auf einem Blatt Papier erstellen und dabei die Anzahl der Reihen und Spalten selber definieren.

PhotoLab 4 ist in einer Elite und Essential Edition erhältlich. Während die Elite Edition den kompletten Funktionsumfang bietet, muss die Essential Edition unter anderem ohne die Entrauscher PRIME und DeepPRIME sowie die Neuerungen des Smart Workspaces (mit Ausnahme der Kategorien) und mehr auskommen. DxO hat dazu eine Übersicht zusammengestellt (siehe weiterführende Links). PhotoLab 4 kostet in der Essential Edition knapp 130 Euro und in der Elite Edition knapp 200 Euro. PhotoLab 4 kann auf der DxO Website als 30-Tage-Testversion ohne Funktionseinschränkungen heruntergeladen werden (siehe weiterführende Links).

Fazit

PhotoLab 4 ist kein Ersatz für Photoshop oder Lightroom und das will PhotoLab 4 offenkundig auch nicht sein, denn es kann als Plugin für Lightroom installiert werden. Doch dafür ist PhotoLab 4 absolute Spitze beim Entrauschen von Bildern, dem Korrigieren von optischen Fehlern und vielen anderen Optionen der Rohdatenentwicklung.

In den Kernfunktionen wie der Korrektur optischer Fehler und dem Entrauschen von Bildern schlägt sich PhotoLab 4 extrem gut und stellt alles in den Schatten, was wir bisher getestet haben. Auch abseits der Kernfunktionen zeigt sich PhotoLab 4 hervorragend präzise und dank Smart Workspace ist die Software deutlich übersichtlicher und einfacher zu bedienen geworden.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Essentials Edition, auch wenn sie knapp 70 Euro günstiger ist, sehr wenig von den neuen Funktionen profitiert. Hier sollte man gleich zur Elite Edition greifen und vielleicht auf Sonderangebote warten, die es fast zu allen großen Feiertagen gibt.

Bezeichnung DxO PhotoLab 4
Betriebssysteme Mac OS X 10.11, Windows 10 (64 Bit), Windows 7 (64 Bit), Windows 8.1 (64 Bit)
Mindestanforderung CPU Windows: Core 2 Duo
Apple Mac: Core i7
Mindestanforderung RAM Windows: 7,8 Gigabyte
Apple Mac: 7,8 Gigabyte
Min. Festplattenspeicher Windows: 3,9 Gigabyte
Apple Mac: 3,90625 Gigabyte
Testversion ja (Laufzeit: 30 Tage)
Internet (Link) Software auf der Herstellerwebsite

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Kurzbewertung

  • Herausragende Entrauschungsfunktion
  • Schnelle Suchfunktion
  • Sehr gute Objektivfehler-Korrektur
  • U-Point-Technologie
  • Vorschaubilder werden nicht gespeichert
  • Keine Kompatibilität mit X-Trans-Sensoren von Fujifilm
  • Essential Edition hat kaum neue Features