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Testbericht: Boinx FotoMagico Pro 2 – Der Präsentationsspezialist für den Macintosh

2008-03-28 Das Betrachten von digitalen Fotos auf dem Bildschirm kann in etwa so spannend sein wie in analogen Zeiten, wenn jemand kiloweise Fotos aus einem Schuhkarton zauberte und die Gäste nach gewisser Zeit unruhig mit den Füßen scharrten. Es geht aber auch anders: Diverse Programme bieten sich dem Mac-Anwender an, aus digitalen Aufnahmen bewegte und vor allem bewegende Präsentationen zu machen. In dieser Software-Rezension geht es um das Programm "FotoMagico", mit dem man Diaschauen zusammenstellen kann. Trotz seiner englischen Webseite kommt die Software aus der bayerischen Softwarewerkstatt von Peter Baumgartner, sie wurde bereits für die Vorgängerversion "FotoMagico 1.x" 2006 mit dem Preis "Apple Design Award" ausgezeichnet.  (Gerd M. Hofmann)

FotoMagico 2: die Oberfläche mit Bühne (links oben), Medien (rechts oben) und Storyboard (unten) [Foto: Gerd M. Hofman] Zu den bekannteren Präsentationsprogrammen für Macintosh gehören das bordeigene "iPhoto", und wer es etwas aufwändiger möchte, kann sich auch mit dem ebenfalls zum Mac OS X gehörenden "iMovie" etwas zusammenklicken. Aus der Shareware-Ecke bieten sich zwei Kandidaten an: der seit Jahren beliebte "GraphicConverter" von lemkesoft.de wie der relativ neue "PhotoPresenter" von arizona-software.ch, der allerdings den Kinderschuhen noch nicht entwachsen ist und noch einige Erweiterungen gebrauchen könnte. Etwas opulentere Präsentationen erstellt die aus Frankreich stammende Software "PulpMotion" von pulpmotion.com, die (wie FotoMagico) über Application Systems Heidelberg vertrieben wird. Mit wenigen Mausklicks selektiert man mit ihr Bilder und Töne, sogar das Livebild einer aktiven Webkamera wird ausgewertet.

Geradezu grenzenlos flexibel kann man schließlich seine Diaschauen mit dem Programm "FotoMagico" zusammenstellen, um das es hier nun gehen soll. FotoMagico Pro – aktuell ist die Version 2.1 – ist als Download- und in einer Box-Version (CD mit Hülle und gedruckter Anleitung) erhältlich, eine Demoversion zum Testen ist nach Herunterladen eines Freischaltschlüssels fünf Tage lang lauffähig. Besonders Mutige wie Neugierige können eine (zeitlich limitierte) öffentliche Betaversion der Ausgabe 2.2 auf Herz und Nieren testen....

Hier kann man sein FotoMagico 2 Pro individuell konfigurieren [Foto: Gerd M. Hofman] Wer schon einmal mit iPhoto oder iMovie gearbeitet hat, wird sich in FotoMagico sofort heimisch fühlen: Am rechten Rand werden die Medien aufgelistet, mit denen das Programm gefüttert wird. Das können Bilder aus iPhoto, Aperture oder beliebigen Verzeichnissen sein. An Tönen akzeptiert FotoMagico den Inhalt der iTunes-Bibliothek. Die sicht- und hörbaren Dateien werden auf einer Zeitachse angeordnet, mit beeindruckenden Übergängen versehen und schließlich mit Musik verknüpft. Alle dabei verwendeten Parameter lassen sich minutiös editieren, so dass einer Feinabstimmung nichts im Wege steht.

Parameter satt: Hier werden die Animationen bis ins Detail eingestellt [Foto: Gerd M. Hofman] Dabei überzeugt das Ergebnis, das man in einem Fenster oder gleich in voller Monitorauflösung betrachten kann: Schon ohne größere Einstellarbeit werden aus statischen Bildern bewegte Szenen, der dabei benutzte "Ken Burns-Effekt" (die Kamera schwenkt und zoomt über die Aufnahmen) dürfte allen Mac-Anwendern ein Begriff sein. Aber damit nicht genug. Die Übergänge zwischen einzelnen Bildern können aus mehr als einem Dutzend markanter Effekten ausgewählt werden: So werden die Folgeseiten ins Bild geschoben, gewirbelt oder geblättert, durch verschiedene Wischblenden eingeleitet oder durch die klassische Irisblende aufgefächert – die der Demoversion beiliegende Bilderschau sagt mehr als tausend Worte.

Selbstverständlich ist auch der Einsatz von Texten (in Bildern oder separaten Dias) vorgesehen, das Aussehen kann in einem kleinen, aber mächtigen Texteditor zurechtgebastelt werden.

Hat man seine Präsentation bis zur gewünschten Perfektion zusammengeklickt, sollte sie unters Volk gestreut werden: Natürlich ist das multimediale Kunstwerk in FotoMagico selber abspielbar, anderen Macintosh-Anwendern erstellt man einfach eine Abspielversion, die auch ohne das Programm abläuft. Für den Kumpel mit TV-Gerät exportiert man eine DVD-Variante und brennt sie auf entsprechende Rohlinge. Ebenso kann die Präsentation aber auch zum Filmchen für Apples iPod oder iPhone kleingerechnet werden. Wer die kleine TV-Box aus demselben Hause besitzt, wird ebenfalls nicht leer ausgehen. Zur Weitergabe an Bekannte wird ein Film im QuickTime- oder MPEG4-Format exportiert, wohingegen man Freunde mit Macs sogar mit einem einzigartigen Bildschirmschoner beglücken kann. FotoMagico erlaubt des Weiteren die Ausgabe im HD-Movie- ebenso wie im kompakten Webformat für Internetseiten. Alle Exportmöglichkeiten sind flexibel parametrisierbar, wobei FotoMagico stets über die zu erwartende Qualität der Ausgabe informiert.

Für jeden etwas: FotoMagico 2 erlaubt den Export aller denkbaren Medien. Der hier nicht sichtbare Stand-Alone-Player und die Generierung von Bildschirmschonern kommen noch dazu [Foto: Gerd M. Hofman]Derlei feine Programmkunst hat natürlich ihren Preis, denn FotoMagico 2.1 setzt ein gerüttelt Maß an Macintosh-Performance voraus: Softwaremäßig sind Mac OS X 10.4 Tiger und QuickTime 7.1 nötig, an Hardware werden ein 800 MHz schneller G4 mit 512 Megabytes (MB) Speicher sowie 64 MB Videospeicher als absolutes Minimum vorausgesetzt. Viel hilft viel: Da sich aber FotoMagico auf das beherbergende System einstellt, werden Präsentationen auf einem G5- oder Intel-Mac mit 1 oder mehr Gigabytes RAM und 128 MB V-RAM noch besser aussehen. Weitere Kleinigkeiten machen die Version 2.1 so richtig rund. Wer öfters zu Apples "Spotlight" greift, wird sich freuen: Ein mitgeliefertes Plug-in ermöglicht die Suche in fertigen FotoMagico-Präsentationen. Ein (optional einblendbares) halbtransparentes schwebendes Fenster listet die Eigenschaften aktivierter Elemente auf.

Wer sich bisher am stolzen Preis der Vorversion gestoßen hat, wird sich freuen; die Preise sind folgendermaßen gestaffelt: 119 EUR (Pro 2), 49 EUR (Express 2), Updates von Version 1: 40 EUR (Pro 2), 10 EUR (Express 2), Preise für Familienlizenzen gibt es auf Anfrage. Die deutlich günstigere Express-Version ist gegenüber der Pro-Variante in der Funktionalität eingeschränkt, aber wer beispielsweise ohne Wasserzeichen, Unterstützung der Aperture-Bibliothek und Farbkorrektur einzelner Bilder auskommt, sollte ohne zu zögern zuschlagen und sich FotoMagico einmal näher ansehen.

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Kurzbewertung

  • Einfache Bedienung
  • Flexible Ausgabemöglichkeiten
  • Überzeugende Ergebnisse
  • Hohe Systemanforderungen