Lichtempfindlichkeit versus Auflösung

Spiegellose Vollformat Sony Alpha 7S mit 4K-Video vorgestellt

2014-04-07 Sony stellt den beiden spiegelloses Vollformat-Systemkameras Alpha 7 und 7R das Schwestermodell Alpha 7S an die Seite, das zu Gunsten von hoher Lichtempfindlichkeit sowie 4K-Video mit 1:1-Sensor-Readout auf eine hohe Auflösung verzichtet und mit 12,2 Megapixeln auskommt. Dafür wird eine maximale Empfindlichkeit von ISO 409.600 sowohl bei Foto als auch bei Video erreicht. Mit der Möglichkeit, 4K-Videos in QFHD (3.840 x 2.160 Pixel) in 4:2:2 8 bit 24p oder 25p nur extern via HDMI-Rekorder auszeichnen zu können, adressiert sie sich klar an professionelle Filmer.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die Sony Alpha 7S besitzt einen 12 Megapixel auflösenden Kleinbildsensor. [Foto: Sony]

    Die Sony Alpha 7S besitzt einen 12 Megapixel auflösenden Kleinbildsensor. [Foto: Sony]

  • Bild Der CMOS-Sensor der Sony Alpha 7S erreicht bei Foto und Video eine maximale Empfindlichkeit von ISO 409.600. [Foto: Sony]

    Der CMOS-Sensor der Sony Alpha 7S erreicht bei Foto und Video eine maximale Empfindlichkeit von ISO 409.600. [Foto: Sony]

  • Bild Die Sony Alpha 7S kann 4K-Videos mit 1:1-Sensor-Readout extern via HDMI ausgeben, intern auf die Speicherkarte zeichnet sie indes nur in Full-HD auf. [Foto: Sony]

    Die Sony Alpha 7S kann 4K-Videos mit 1:1-Sensor-Readout extern via HDMI ausgeben, intern auf die Speicherkarte zeichnet sie indes nur in Full-HD auf. [Foto: Sony]

  • Bild Auf der Rückseite besitzt die Sony Alpha 7S einen klappbaren 7,5-cm-Bildschirm mit 1,23 Millionen Bildpunkten sowie einen OLED-Sucher mit 2,36 Millionen Bildpunkten Auflösung. [Foto: Sony]

    Auf der Rückseite besitzt die Sony Alpha 7S einen klappbaren 7,5-cm-Bildschirm mit 1,23 Millionen Bildpunkten sowie einen OLED-Sucher mit 2,36 Millionen Bildpunkten Auflösung. [Foto: Sony]

  • Bild Ohne Objektiv und Zubehör ist die Sony Alpha 7S äußerst kompakt. [Foto: Sony]

    Ohne Objektiv und Zubehör ist die Sony Alpha 7S äußerst kompakt. [Foto: Sony]

Wer indes Videos auf die eingesetzte Speicherkarte aufnehmen möchte, muss sich mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080) bei 60 Bildern pro Sekunde (60p) begnügen. Gespeichert wird hier im AVCHD-Format mit 4:2:2 Subsampling. Bildraten von 30, 25 und 24 Bildern pro Sekunde stehen bei Full-HD ebenfalls zur Verfügung. Wird das Video per Beschnitt in HD (1.280 x 720) aufgenommen, so erreicht die Alpha 7S sogar 120 Bildern pro Sekunde, ideal für bis zu fünffaches Slow-Motion (bei dann 24 Bildern pro Sekunde). Der klare Vorteil für die Videoaufzeichnung ist das so genannte "Full Pixel Read-out", das ohne Zusammenfassung von Pixeln auskommt und somit jedes Pixel 1:1 im Video ausgibt. Zwar verwendet auch Panasonic bei der Lumix DMC-GH4 keine Pixelzusammenfassung, aufgrund des 16 Megapixel auflösenden Sensors gibt es bei der GH4 allerdings einen nicht unerheblichen Bildbeschnitt (siehe weiterführende Links), dieser fällt bei der Sony Alpha 7S deutlich kleiner aus. Auch die höhere Empfindlichkeit ist ein klarer Vorteil des größeren Sensors mit den größeren Pixeln. Darüber Hinaus sollte mit den größeren Pixeln auch ein höherer Dynamikumfang möglich sein. Einen Trumpf aber behält die Panasonic GH4 im Ärmel: Sie kann 4K-Videos auf die SD-Speicherkarte aufzeichnen. Filmer wird ebenfalls freuen, dass die A7S beispielsweise Time Code unterstützt und sich mit einem XLR-Adapter ausstatten lässt.

Die Standardempfindlichkeit des 35,8 x 23,9 Millimeter großen CMOS-Sensors beträgt bei Fotos ISO 100 bis 102.400, bei Video sind es ISO 200 bis 102.400. Der Empfindlichkeitsbereich lässt sich bei Fotos auf ISO 50 bis 409.600 und bei Videos auf ISO 200 bis 409.600 erweitern. Eine so hohe Empfindlichkeit bietet sonst nur noch die Nikon D4S. Von der hohen Lichtempfindlichkeit profitiert auch der Kontrast-Autofokus, der dadurch schon bei einer Umgebungshelligkeit von -4 LW arbeitet. Aber auch hier gibt es einen kleinen Harken: Die Alpha 7S benutzt dieselbe Autofokustechnologie wie die Alpha 7R und verfügt damit nicht über den auf dem Sensor integrierten Phasen-Autofokus der Alpha 7, der etwas schneller ist und vor allem bei der Motivverfolgung und Autofokusnachführung Vorteile bietet.

Vom Formfaktor gleicht die Sony Alpha 7S ihren beiden Schwestermodelle Alpha 7 und 7R. Sie ist eine äußerst kompakte spiegellose Vollformat-Systemkamera mit hochwertigem Magnesiumgehäuse. Die A7S besitzt einen nach oben und unten klappbaren 7,5-Zentimeter-Bildschirm mit 1,23 Millionen Bildpunkten Auflösung, wobei immer vier Bildpunkte (Rot, Grün, Blau und Weiß) einen Echtfarbpixel bilden. Der elektronische OLED-Sucher mit einer Vergrößerung von 0,71 bietet eine Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten. Auch bei der Alpha 7S verzichtet Sony auf einen eingebauten Blitz, der Multi-Interface-Schuh zum Anschluss externer Blitze und anderen Zubehörs ist aber selbstverständlich an Bord. Darüber hinaus verfügt die A7S über eingebautes WLAN sowie NFC, lässt sich also einfach mit einem Smartphone verbinden und von diesem aus fernsteuern, Fotos können direkt übertragen werden. Zudem können die Kamerafunktionen via Play Memories Apps erweitert werden, einige der Apps stehen kostenlos zur Verfügung, andere kosten ein paar Euro.

Auch am Vollformat E-Mount Objektivsystem arbeitet Sony, derzeit ist ein speziell für Videoaufnahmen angepasstes Objektiv (Powerzoom) mit einer Brennweite von 28 bis 135 Millimeter mit einer durchgehenden Lichtstärke von F4,0 in Arbeit. Aktuell gibt Sony noch keinen Preis für die Alpha 7S bekannt, die Markteinführung ist für den Sommer 2014 geplant.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.