Neues APS-C-Flaggschiff von Fujifilm

Spiegellose Systemkamera Fujifilm X-H1 verfrüht vorgestellt

2018-02-11, aktualisiert 2018-02-15 So langsam kann man bei Fujifilm den Überblick verlieren: Mit der X-H1 will der japanische Hersteller am 15. Februar 2018 ein drittes APS-C-Flaggschiff neben der X-T2 und X-Pro2 vorstellen. Die deutsche Pressemitteilung sickerte bereits durch, sodass wir die spiegellose Systemkamera nun ausführlich vorstellen können. Die X-H1 basiert auf der X-T2, bietet aber erstmals einen ausgeprägten Handgriff, einen Sensor-Shift-Bildstabilisator und ein Display auf der Kameraoberseite. Auch der Sucher löst höher auf und Fujifilm will die Bedienung praxisorientiert optimiert haben.  (Benjamin Kirchheim)

Anmerkung  Diese Meldung erschien am Wochenende zunächst mit der Original-Pressemitteilung, einen Tag später dann als eigener Text. Nach der offiziellen Veröffentlichung der Kamera haben wir noch zahlreiche Bilder nachgerüstet, so dass diese Kameravorstellung nun komplett ist.

Das Gehäuse der X-H1 wurde neu konstruiert und besteht aus einer 25 Prozent dickeren Magnesiumlegierung als noch bei der X-T2, was eine größere Stabilität bedeutet. Die Robustheit wir vom Staub- und Spritzwasserschutz sowie der besonders harten und damit kratzunempfindlichen Oberflächenbeschichtung unterstrichen. Zudem ist die Kamera bis -10 °C frostfest. Die Bedienbarkeit der X-Serie will Fujifilm auf Anregung professioneller Fotografen an insgesamt 19 Punkten optimiert haben. Dazu gehört der deutlich ausgeprägtere Handgriff, womit die X-H1 besser und sicherer in der Hand liegen soll als alle anderen X-Systemkameras. Des Weiteren wurden die Tasten auf der Kamerarückseite vergrößert und die Griffigkeit der Einstellräder verbessert. Auf der Rückseite helfen nun eine AF-On-Taste sowie ein Fokus-Hebel zur komfortablen Einstellung des Fokuspunkts.

  • Bild Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1 mit XF 18-55 mm. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1 mit XF 18-55 mm. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1 Anschlussbuchsen-Terminal. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1 Anschlussbuchsen-Terminal. [Foto: Fujifilm]

Der 24 Megapixel auflösende APS-C-Sensor der X-H1 ist bereits aus der X-Pro2 und X-T2 bekannt: Es handelt sich um den X-Trans-CMOS III mit seiner besonderen Farbfilteranordnung, die dem Filmkorn ähnelt und einen Tiefpassfilter überflüssig macht. Zu Moirés soll es dennoch nicht kommen. Zudem sind auf dem Sensor Phasen-Autofokus-Punkte integriert, die nun bereits ab -1 EV lichtempfindlich sind und nicht erst ab 0,5 EV. Damit kann auch mit F11 Offenblende noch fokussiert werden, beispielsweise das 100-400 mm mit Zweifach-Telekonverter, das am langen Brennweitenende durch den Konverter F11 statt F5,6 als Offenblende besitzt. Des Weiteren soll der Autofokus jetzt besser auf feine Strukturen wie etwa Fell fokussieren können, auch die Leistungsfähigkeit des kontinuierlichen Autofokus (AF-C) will Fujifilm verbessert haben, vor allem beim Zoomen.

  • Bild Fujifilm X-H1 Verschlusseinheit. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1 Verschlusseinheit. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1 Verschlussfeder. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1 Verschlussfeder. [Foto: Fujifilm]

Erstmals in einer X-Systemkamera ist der Bildsensor zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. Bis zu 5,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten sollen damit verwackelungsfrei möglich sein. Drei axiale Beschleunigungssensoren und drei axiale Gyrosensoren sollen Verwackelungen genau messen, der Dual-Prozessor berechnet 10.000 Mal in der der Sekunde die nötige Kompensation. Zudem soll der Sensor dank Lasertechnologie absolut parallel zur Bildebene ausgerichtet sein.

Der leistungsfähige X-Prozessor Pro soll für die schnelle Datenverarbeitung von Fotos und Videos sorgen. So lassen sich Videos in 4K-Auflösung bei bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen und bei hoher Qualität von 200 Mbps speichern. In Full-HD ermöglichen 120 Bilder pro Sekunde eine bis zu 5-fache Zeitlupe. Des Weiteren verfügt die X-H1 über Timecode- und F-Log-Aufnahme direkt auf die SD-Karte, der Dynamikumfang soll bei ca. zwölf Blendenstufen liegen. Außerdem betont Fujifilm die hohe Klangqualität des verbauten Stereomikrofons, das mit 24 Bit / 48 KHz arbeitet.

  • Bild Fujifilm Hochformatgriff VPG-XH1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm Hochformatgriff VPG-XH1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1 mit Hochformatgriff VPG-XH1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1 mit Hochformatgriff VPG-XH1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1.mit Hochformatgriff VPB-XH1 und XF18-55 mm. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1.mit Hochformatgriff VPB-XH1 und XF18-55 mm. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1 mit Hochformathandgriff. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1 mit Hochformathandgriff. [Foto: Fujifilm]

Bei Serienbildaufnahmen soll ein Flimmerreduziermodus die Belichtung bei Kunstlicht verbessern. Die Filmsimulationsmodi sind ebenfalls an Bord, wobei der neue Modus Eterna eine subtile Farbwiedergabe mit detailreichen Tiefen bieten soll, was dem Anwender in der Nachbearbeitung viele kreative Freiheiten eröffnen soll. Des Weiteren hat Fujifilm den Verschluss optimiert, er soll nun vibrationsfrei und besonders leise arbeiten. Zudem kann ein elektronischer erster Verschlussvorhang aktiviert werden, aber auch eine lautlose elektronische Auslösung ist möglich. Gespeichert werden die Fotos auf SD-Karten, wobei der Dual-Slot der X-H1 gleich zwei Stück davon aufnimmt. Auch über eine WLAN-Verbindung verfügt die Kamera. Damit wird eine Fernsteuerung ermöglicht und Bilder lassen sich drahtlos übertragen.

  • Bild Der Chassis-Rohling der Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

    Der Chassis-Rohling der Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-H1. [Foto: Fujifilm]

Ein Highlight der X-H1 ist der verbesserte elektronische Sucher. Er bietet eine 0,75-fache Vergrößerung im Kleinbildäquivalent und löst feine 3,7 Millionen Bildpunkte auf. Die Wiederholrate von 100 Bildern pro Sekunde soll für eine flüssige Anzeige sorgen, die Verzögerung beträgt lediglich 0,005 Sekunden. Der rückwärtige 7,6-Zentimeter-Bildschirm kommt mit einer Auflösung von 1,04 Millionen Bildpunkten etwas konventioneller daher. Aber es handelt sich um einen Touchscreen, der sich nach oben, unten und zur Seite schwenken beziehungsweise klappen lässt. Des Weiteren wurde aus der Mittelformatkamera GFX 50S das Schulterdisplay übernommen. Es zeigt auf einer Diagonalen von 3,25 Zentimetern die wichtigsten Aufnahmeparameter an.

Als optionales Zubehör oder im Set mit der Kamera bietet Fujifilm den Hochformat-Batteriegriff VBP-XH1 an. Er ist ebenfalls staub- und spritzwassergeschützt und bietet zwei weitere Akkuplätze zusätzlich zu dem in der Kamera an. Damit soll sich die Aufnahmekapazität auf 900 Fotos erweitern lassen. Zudem kann am Griff ein Boost-Modus aktiviert werden, der die Performance der Kamera in vielen Belangen erhöht. So wird etwa die ohnehin kurze Dunkelzeit bei Serienaufnahmen verkürzt. Zudem steigt die Serienbildrate, der Autofokus wird schneller und 4K-Videoaufnahmen sind mit Griff 30 Minuten am Stück möglich. Der Batteriegriff bietet neben dem Hochformatauslöser auch zusätzliche Bedienelemente wie einen Fokus-Hebel, eine AE-L-Taste, eine AF-On-Taste, ein Einstellrad sowie die Fn- und die Q-Taste. Außerdem stehen zusätzlich Anschlüsse bereit: Eine Kopfhörerbuchse sowie eine Netzteilbuchse, wobei sich das Netzteil im Lieferumfang befindet. Es lädt die beiden Akkus des Griffs innerhalb von zwei Stunden wieder auf.

Ab März 2018 soll die Fujifilm X-H1 zu einem Preis von knapp 1.900 Euro in Schwarz verfügbar sein. Das Set mit dem Batteriegriff VBP kostet 2.200 Euro. Des Weiteren will Fujifilm ein Set mit dem Objektiv XF 16-55 mm F2.8 R LM WR zu einem Preis von 2.900 Euro ohne und 3.200 Euro mit Batteriegriff anbieten.

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

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