Kleine Schwester der X-Pro1

Spiegellose Systemkamera Fujifilm X-E1 angekündigt

2012-09-06 Fujifilm kündigt mit der X-E1 eine kleine Schwester für die spiegellose Systemkamera X-Pro1 an. Letztere konnte sich gut am Markt etablieren, erschließt aber aufgrund des hohen Preises keine breiten Anwenderschichten. Hier soll die kompaktere und preiswertere X-E1 ansetzen. Dabei muss man auf den optischen Hybridsucher verzichten, wird aber mit einem sehr hoch auflösenden elektronischen Sucher entschädigt. Beim Design, der Verarbeitung und Ausstattung gibt es hingegen keine Kompromisse.  (Benjamin Kirchheim)

Fujifilm X-E1 18-55 mm  [Foto: Fujifilm]Damit ist auch die X-E1 eine sehr hochwertige spiegellose Systemkamera, selbst an dem Retrolook hält Fujifilm fest. Mit einem Einstiegspreis von 900 EUR für das Gehäuse, wahlweise in Silber-Schwarz oder ganz in Schwarz oder 1.300 EUR zusammen mit dem neuen 18-55 Millimeter Standardzoom (siehe weiterführende Links) liegt sie preislich aber deutlich attraktiver als die X-Pro1 für 1.600 EUR. Die X-E1 verfügt über den gleichen 16 Megapixel auflösenden X-Trans-CMOS-Sensor in APS-C-Größe wie die X-Pro1. Er weist eine spezielle Pixelstruktur auf, die dem analogen Film ähnlicher ist, indem die Pixel beziehungsweise die Farbfilter davor in größeren Blöcken wie zufällig angeordnet wirken. Daher verzichtet Fujifilm auf einen Tiefpassfilter, womit die Auflösung angeblich auf dem Niveau von Kleinbild-Vollformatkameras liegen soll.

Fujifilm X-E1 [Foto: Fujifilm]Statt des optisch-elektronischen Hybridsuchers wurde in die X-E1 ein reiner elektronischer Sucher eingebaute. Dieser verfügt über ein OLED-Panel mit einer Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten. Das Bildfeld wird zu 100 Prozent abgedeckt und die OLED-Technik erlaubt einen hohen Kontrast von 1:5.000. Die optische Konstruktion des Suchers besteht aus zwei Glaslinsen und soll besonders verzeichnungsfrei sein. Die große Austrittspupille von 23 Millimeter verspricht einen besseren Suchereinblick für Brillenträger als übliche Sucher mit gut 18 Millimetern. Aber auch ein Dioptrienausgleich wurde verbaut. Der rückwärtige Bildschirm misst 2,8 Zoll (7,1 Zentimeter) in der Diagonale und löst 460.000 Bildpunkte auf.

Im Gegensatz zur X-Pro1 bietet die X-E1 einen eingebauten Blitz. Ebenfalls mit an Bord ist der TTL-Systemblitzschuh, auf die Blitzsynchronbuchse muss der Käufer hingegen verzichten. Über das X-Bajonett können die bisher fünf XF-Objektive von Fujifilm (inklusive der zwei Fujifilm X-E1 18-55 mm [Foto: Fujifilm]Neuheiten, siehe weiterführende Links) verwendet werden, wobei Fujifilm das Angebot im Frühjahr 2013 auf insgesamt zehn Objektive glatt verdoppeln will. Die X-E1 verfügt über einen Kontrast-Autofokus, der gegenüber der X-Pro1 deutlich in der Geschwindigkeit gesteigert werden konnte. So soll die X-E1 mit dem neuen 18-55er Standardzoom in nur 0,1 Sekunden fokussieren können. Käufer der X-Pro1 müssen sich aber nicht grämen, sie erhalten ein Firmwareupdate, das neben vielen Neuerungen auch den Autofokus beschleunigt.

Mit an Bord sind verschiedene Filmsimulationsmodi, die den Analogfilmen des japanischen Herstellern nachempfunden sind. Zusätzlich können für die Schwarzweiß- und Sepiafotografie verschiedene Farbfilter simuliert werden. Weitere kreative Möglichkeiten eröffnet die Mehrfachbelichtungsfunktion.

Fujifilm X-E1 [Foto: Fujifilm]Die X-E1 ist "made in Japan", ihr Gehäuse mit der Ober- und Unterseite aus einer gegossenen Magnesiumlegierung sehr hochwertig. Es ist kaum größer als das Gehäuse der X100, also deutlich kleiner als die X-Pro1. Betrieben wird die X-E1 mit einem Lithium-Ionen-Aku, der für etwa 350 Aufnahmen reichen soll. Das Bedienkonzept hat Fujifilm gegenüber der X-Pro1 verbessert, so gibt es nun unter anderem ein Quick-Menü für die wichtigsten Einstellungen. Der Videomodus hingegen versteckt sich weiterhin hinter der Fujifilm X-E1 [Foto: Fujifilm]"Drive"-Taste, wie wir bei einem Hands-On eines Prototypen feststellen mussten. Die Auflösung beträgt mit 1.920 x 1.080 Pixeln Full-HD, die Bildwiederholrate beträgt 24p. Die Filmsimulationsmodi und Filter können genauso angewendet werden wie die Blendenvorwahl, um die Schärfentiefe auch bei Videos steuern zu können. Der Ton kann auch über ein externes Stereomikrofon aufgenommen werden, es lässt sich über eine 2,5 Millimeter Klinkenbuchse anschließen, die alternativ den neuen Kabelfernauslöser RR-80 aufnimmt. Im November 2012 soll die Fujifilm X-E1 auf den Markt kommen. Neben den Objektiven und Blitzgeräten bietet Fujifilm im Zubehörprogramm auch einen M-Objektivadapter, den Handgriff HG-XE1 und die Ledertasche BLC-XE1 an.



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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.