DSLR/SLT-Quartett

Sony kündigt DSLR Alpha 560, 580 sowie SLT Alpha 33 und A55V an

2010-08-24 Gleich vier Systemkameras präsentiert Sony im Vorwege der IFA und Photokina 2010. Bei den DSLRs Alpha 560 und Alpha 580 handelt es sich um Mittelklassespiegelreflexen mit Schwenkbildschirm, zwei LiveView-Betriebsarten, FullHD-Videoaufzeichnung und 14 bzw. 16 Megapixeln Auflösung als einzigen Unterschied. Neue Wege geht Sony mit den SLT-Kameras Alpha 33 und Alpha 55V. Sie unterscheiden sich ebenfalls in der Auflösung von 14 bzw. 16 Megapixeln, wobei die 55V zusätzlich noch ein internes GPS mitbringt. Beide Kameras besitzen zwar einen Spiegel, dieser ist aber feststehend und teildurchlässig (translucent). So können schnelle Phasen-Autofokussensoren aus SLRs zusammen mit LiveView und FullHD-Videoaufnahmen eingesetzt werden.  (Benjamin Kirchheim)

Sony Alpha 580 [Foto: Sony]Im Prinzip sind alle vier Neuvorstellungen dem aktuellen Alpha-Portfolio von Sony sehr ähnlich, unterscheiden sich also eher durch feine Details in der Hardwareausstattung. Die Alpha 560 und 580 verwenden bspw. einen unterschiedlichen Bildsensor, der bei beiden zur mechanischen Bildstabilisierung beweglich gelagert ist. Während die Alpha 560 14,2 Megapixel auflöst und denselben Sensor wie die NEX-3 und NEX-5 eingebaut hat, besitzt die Alpha 580 einen neuen Sensor namens "Exmor APS HD CMOS" mit 16,2 Megapixeln Auflösung. Bei Serienaufnahmen werden 7 Bilder/s erreicht, wobei der Autofokus weiter arbeitet; im LiveView werden jedoch nur 3 Bilder/s erreicht. Neu für Sony-DSLRs ist die Videofunktion, wobei Sony hier direkt mit FullHD (1080i) einsteigt. Gespeichert wird als AVCHD mit effektiver H.264-Komprimierung. Bei niedrigerer Auflösung von 1.440 x 1.080 oder 640 x 480 Pixeln kommt MPEG4 zum Einsatz. Während es bei FullHD 50 Hallbilder pro Sekunde sind (50i), werden bei MPEG4 25 Vollbilder pro Sekunde (25p) aufgenommen. Ein Stereomikrofon ist integriert, ein 3,5mm-Klinkenanschluss für ein externes Stereomikrofon ebenfalls vorhanden.

Sony Alpha 560 [Foto: Sony]Für den LiveView-Betrieb bieten die Alpha 560 und 580 zwei verschiedene Modi. In der Pentaspiegel-Dachkant-Konstruktion befindet sich ein schwenkbarer Spiegel, der das Bild wahlweise durch die Austrittspupille des optischen Suchers oder auf einen Minisensor lenkt. Der optische Sucher bietet 95 % Blickfeld und eine 0,8fache Vergrößerung. Umgeschaltet auf LiveView ist der Sucher schwarz, aber der Minisensor liest ein Livebild aus, das auf dem Bildschirm dargestellt wird. So behält die Kamera den Zugriff auf den schnellen Phasen-Autofokus, der mit 15 Sensoren arbeitet, wovon drei hochwertige Kreuzsensoren sind. Das nennt Sony "Quick AF Mode". Im Modus "Manual Focus Check" hingegen wird der große APS-C-Sensor für die Erzeugung des Livebilds genutzt, das dann 100 % des Blickfelds abdeckt. Hier steht jedoch nur ein relativ langsamer Kontrastautofokus, dafür aber mit Gesichtserkennung, zur Verfügung. Zur manuellen Fokussierung kann aber eine hilfreiche Lupe mit 7- oder 15facher Vergrößerung aktiviert werden, was Sony Alpha 580 [Foto: Sony]eine sehr genaue manuelle Fokussierung erlaubt. Ein Autofokus-Hilfslicht wird über den internen Blitz erzeugt, der dazu stroboskopartig zündet. Der rückwärtige 3"-Bildschirm (7,6 cm) löst feine 921.000 Bildpunkte (640 x 480 Pixel) auf und ist um 90° nach oben sowie unten klappbar. Auf dem Bildschirm lassen sich eine digitale Wasserwaage sowie Hilfslinien einblenden.

Die Belichtung kann automatisch, mit Motivprogrammen sowie halb und voll manuell gesteuert werden. Die ISO-Empfindlichkeit deckt in der Automatik einen Bereich von ISO 100 bis 1.600 ab, manuell sind bis zu ISO 12.800 möglich. In einem speziellen Rauschunterdrückungsmodus namens "Multi Frame NR" wird sogar eine Lichtempfindlichkeit von ISO 25.600 erreicht. Dabei legt die Kamera zur effektiveren Rauschunterdrückung sechs Einzelaufnahmen übereinander. Die HDR-Funktion arbeitet mit drei übereinander gelegten Bildern, die allerdings unterschiedlich belichtet sind, um einen höheren Kontrastumfang zu ermöglichen. Dabei kann der Anwender den Belichtungsunterschied von 1-6 EV selbst bestimmen. Von der NEX-Serie Sony Alpha 580 [Foto: Sony]"geerbt" ist die Schwenkpanorama-Funktion, die wahlweise zwei oder sogar dreidimensional arbeitet. Dabei werden in schneller Folge beim Schwenken Aufnahmen gemacht und automatisch zusammen gesetzt. Bei einem horizontalen Schwenkbereich von bis zu ca. 200° werden 23 Megapixel Auflösung (12.416 x 1.856 Pixel) erreicht. Für die Darstellung eines 3D-Schwenkpanoramas wird allerdings ein 3D-Fernseher benötigt, der über die HDMI-Schnittstelle Anschluss findet.

Beide DSLRs legen ihre Bilder wahlweise auf einem Memory Stick Duo oder SD/SDHC/SDHC-Speicherkarten ab. Sony empfiehlt allerdings den 30 MB/s schnellen Memory Stick Pro-HG Duo HX. Die Alpha 580 soll ab Oktober 2010 zu einem Preis von rund 800 EUR erhältlich sein, mit dem Objektiv 18-55mm SAM steigt der Preis um 100 EUR, für weitere 200 EUR gibt es das 55-200mm SAM dazu. Die Alpha 560 kostet einzeln und in alles Sets 150 EUR weniger, der Body bringt es also auf "nur" 650 EUR; allerdings soll sie erst im 1. Quartal 2011, also in 4-7 Monaten, lieferbar sein. Im Zubehörprogramm findet sich bspw. der Akku NP-FM500H, der einzeln 85 EUR kostet. Außerdem ist ein Vertikalgriff mit der Typenbezeichnung VG-B50AM erhältlich, der 250 EUR kosten soll. Das Doppel-Schnellladegerät AC-VQ900AM kostet 180 EUR und die Infrarotfernbedienung RMT-DLSR1 50 EUR. Aber auch Kabelfernbedienungen (RM-S1AM und RM-L1AM) oder HVL-Systemblitzgeräte lassen sich anschließen.

Sony Alpha 55 [Foto: Sony]Vom Prinzip her sind die SLT-Modelle Alpha 33 und 55V der Alpha 560 und 580 sehr ähnlich. So kommt auch hier der zur Bildstabilisierung beweglich gelagerte Exmor APS HD CMOS zum Einsatz, bei der Alpha 33 mit 14,2 Megapixeln und bei der Alpha 55V mit 16,2 Megapixeln Auflösung. Neu bei Sony und erstmals in einer Digitalkamera zu finden ist der feststehende, teildurchlässige Spiegel, von Sony "translucent mirror" getauft. Daraus dürfte sich auch der Name "SLT" ableiten, der wohl so viel wie "Single Lens Translucent" bedeutet. Zuletzt gab es im Oktober 2008 ein Gerücht um eine Profi-DSLR von Canon, die angeblich einen teildurchlässigen Spiegel haben sollte (siehe weiterführende Links). Bis auf den fehlenden optischen Sucher handelt es sich bei den zweistelligen Alphas im Prinzip um eine DSLR-Konstruktion. Auch der Objektivanschluss ist derselbe, so dass alle über 30 Alpha-Objektive (und kompatible) verwendet werden können. Der teildurchlässige Spiegel dient einzig dazu, die Phasen-Autofokussensoren mit einem Bild zu versorgen, was den beiden Alphas zu einem äußerst schnellen Autofokus im LiveView und bei Videoaufnahmen verhelfen sollte, die Sony Alpha 33 [Foto: Sony]in FullHD-Auflösung möglich sind. Hier wird dasselbe Format verwendet wie in den Alphas 560 und 580, auch Stereomokrofon sowie Stereo-Klinkenanschluss sind vorhanden.

Durch die spezielle Konstruktion sind aber im LiveView-Betrieb auch hohe Serienbildraten möglich, wobei der Autofokus parallel dazu das Motiv in der Schärfe nachregulieren kann. Die Alpha 55V erreicht hier sensationelle 10 Bilder/s, die Alpha 33 "nur" 7 Bilder/s. 3D-Schwenkpanorama und HDR-Funktion sind genauso vorhanden wie Motivprogramme, Gesichtserkennung, manuelle Belichtung und "Multi Frame NR". Der rückwärtige Bildschirm ist 3" groß und löst 921.600 Bildpunkte auf, ist aber gegenüber den dreistelligen Alphas in mehr Freiheitsgraden schwenk- und klappbar. 180° nach unten und 270 ° in der Drehung, so dass aus quasi allen Winkeln aufgenommen werden kann. Wie bei der Nikon D5000 sitzt das Drehgelenk auf der Rückseite ganz unten und nicht etwa an der linken Seite wie bei vielen anderen Schwenk/Klappdisplays. Auch der elektronische Sucher dürfte mit 1,152 Millionen Bildpunkten (effektiv) eine Augenweide sein. Physikalisch bringt er es sogar auf 1,44 Mio Bildpunkte und deckt 100 % des Sony Alpha 33 [Foto: Sony]Bildfeldes ab. Die Vergrößerung gibt Sony mit 1,1fach bei einem 50mm-Objektiv an, auch die Dioptrienkorrektur ist mit -4 bis +4 sehr großzügig. Als "Schmankerl" besitzt die Alpha 55V sogar ein eingebautes GPS und ist damit die erste DSLR mit diesem Feature.

Die Alpha 33 soll ab Oktober 2010 im Fotofachhandel und ab November 2010 dann im gesamten Handel erhältlich sein. Sie kostet laut Sony ohne Objektiv 650 EUR. Ebenfalls ab Oktober 2010, dann aber sofort im gesamten Handel, soll die Alpha 55V für 750 EUR erhältlich sein. Beide SLT-Kameras sind auch im Set erhältlich: mit dem 18-55mm SAM steigt der Preis um 100 EUR, zusätzlich mit dem 55-200mm SAM um weitere 200 EUR. Der Ersatzakku NP-FW50 soll 85 EUR kosten, auch die Infrarotfernbedienung RMT-DSLR1 ist kompatibel, aber auch die Fernauslösekabel RM-S1AM oder RW-L1AM können verwendet werden. Sogar die HVL-Systemblitzgeräte sind kompatibel.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.