Cyber-shot vom Einsteiger bis zum Amateur

Sony DSC-HX5V, TX7, S2000, S2100, W310, W320, W350, W370 und W390

2010-01-07 Auf der CES in Las Vegas stellte Sony letzte Nacht insgesamt 12 kompakte Digitalkameras (Cyber-shot) vor, von denen erstmal "nur" 9 auf den deutschen Markt gelangen sollen. Neben einer Reihe Einsteigerkameras von 100 bis 220 EUR namens DSC-S2000, DSC-S2100, DSC-W310, DSC-W320, DSC-W350, DSC-W370 und DSC-W380 stechen vor allem die DSC-TX7 als Life-Style-Kamera und die DSC-HX5V als Kompaktkamera für ambitionierte Hobbyfotografen hervor. Vor allem die HX5V weiß mit einer großen Ausstattung wie GPS, elektronischem Kompass, 10fach-Zoom, FullHD-Videoaufzeichnung in AVCHD und einem 10 Megapixel auflösenden "Exmor R"-CMOS-Bildsensor zu überzeugen.  (Benjamin Kirchheim)

Sony Cyber-shot DSC-HX5V Phantom Image [Foto: Sony]Das eingebaute GPS ist bei Sony eine Premiere, ein digitaler Kompass wurde bisher noch in gar keiner Kompaktkamera eingebaut. So zeigt die Kamera nicht nur bei der Aufnahme auf dem Bildschirm (3" entspr. 7,6 cm mit 230.000 Bildpunkten Auflösung) die Position und Blickrichtung an, sondern speichert sie auch im Foto bzw. Video und kann sie dementsprechend bei der Wiedergabe anzeigen. Die mitgelieferte (und bereits auf der Kamera vorinstallierte) Software zeigt die Fotos dann am PC (mit Internetverbindung) in Google Maps an. Mit der Filmaufzeichnung in FullHD kommt die HX5X einem Camcorder recht nahe. 1.920 x 1.080 Pixel sind maximal möglich – die Bildwiederholrate liegt bei 50 Halbbildern pro Sekunde (50i). Gespeichert werden die Filme im AVCHD-Format oder wahlweise als MPEG-4 – dann allerdings mit maximal 1.440 x 1.080 Pixeln Auflösung. Für die Tonaufzeichnung sorgt das Stereomikrofon.

Eine weitere Neuerung, die sogar alle Neuvorstellungen betrifft, ist die Tatsache, dass Sony parallel zum hauseigenen MemoryStick nun auch auf Sony Cyber-shot DSC-HX5V [Foto: Sony]SD-Karten setzt. Alle neuen Kameras können beide Speicherkartentypen schlucken, wobei in den Hybridsteckplatz immer nur eine von beiden Karten gesteckt werden kann. Momentan setzt Sony also parallel auf die viel günstigeren und verbreiteteren SD-Karten – das ist aber (noch) kein Abschied vom MemoryStick, der seinerzeit (1998) durchaus innovativ war (SD-Karten gibt es erst seit 2000).

Sony Cyber-shot DSC-HX5V [Foto: Sony]Das waren aber noch lange nicht alle technischen Highlights der HX5V. Sie besitzt einen Back-Illuminated-Sensor (BSI) in CMOS-Technik, wie er schon in der DSC-WX1 und TX1 zum Einsatz kommt. Er heißt bei Sony Exmor-R und der Aufbau des Sensors ist so gestaltet, dass die Leiterbahnen nicht mehr einen Teil der Fotodioden verdecken, womit der Sensor lichtempfindlicher und rauschärmer wird – auch die Signalwandlung direkt auf dem Chip sorgt für eine geringe "Verunreinigung" des Signals, so dass es den Transport zum Bildprozessor in digitaler Form unbeschadet übersteht. Zudem kann dieser Bildsensor und damit die Kamera 10 Bilder pro Sekunde aufzeichnen – selbstverständlich in voller Auflösung, die 10 Megapixel beträgt. Mittels der hohen Bildrate realisiert Sony eine weitere Funktion: Das Sweep-Panorama (Schwenkpanorama zu Deutsch). Der Fotograf braucht lediglich den Auslöser drücken und die Kamera in die vorher gewählte Richtung schwenken. Die HX5V setzt die dabei aufgenommenen Einzelbilder automatisch zu einem Panorama zusammen, was nun noch besser klappen soll als bei älteren Kameras. Die Funktion kann jetzt auch damit umgehen, wenn bspw. Menschen durch das Bild laufen. Allerdings ist die Auflösung des Panoramas doch arg begrenzt, bei horizontalen Panoramen auf 1.080 Pixel vertikal, bei vertikalen Panoramen auf 1.920 Pixel horizontal.

Sony Cyber-shot DSC-TX7 [Foto: Sony]In der 102,9 x 57,7 x 28,9 mm schlanken Kamera findet ein optisches 10fach-Zoom von 25-250 mm (KB) platz, das Sonys G-Markenlabel trägt, das für eine hochwertige Objektivqualität steht – auf den Namen "Zeiss" verzichtet Sony hier wie bei einigen anderen Neuvorstellungen auch. Das Objektiv besitzt einen optischen Bildstabilisator, wobei dieser bis zu 10x effektiver als herkömmliche sein soll. Unter welchen Bedingungen das zutrifft, erläutert Sony nicht näher. Die HX5V besitzt eine Automatik, die aus 8 Motivprogrammen das passende wählen kann, auch eine Gesichts- und Lächelerkennung sind mit von der Partie. Erstmals integriert Sony eine HDR-Funktion in eine Kompaktkamera – bisher tat man dies nur bei den DSLRs Alpha 450, 500 und 550. Die Funktion nimmt zwei unterschiedlich belichtete Fotos auf, die anschließend miteinander verrechnet werden, um bei kontrastreichen Motiven mehr Zeichnung in Lichtern und Schatten sichtbar zu machen. Interessant ist auch die neue Selbstporträt-Funktion bei der der Fotograf auf den Auslöser drückt und anschließend die Kamera etwas bewegt – sie löst dann aus, wenn der Bildausschnitt optimal ist, was auch bei zwei Gesichtern funktionieren soll. Abgeschnittene Köpfe sollten Sony Cyber-shot DSC-TX7 [Foto: Sony]damit bei Selbstporträts der Vergangenheit angehören. Die Cyber-shot DSC-HX5V soll Anfang März 2010 in den Farben Schwarz und Gold für rund 360 EUR in den Handel gelangen.

Ebenfalls neu in allen auf der CES erstmals gezeigten Cyber-shot-Kameras ist die integrierte PC-Software "Picture Motion Browser". Sie befindet sich bereits auf der Kamera und kann beim Anschluss an den PC ohne Installation direkt gestartet werden. So hat der Fotograf auch bspw. im Internetcafe seine Bildverwaltungssoftware stets dabei und kann Fotos in Google Maps anzeigen lassen oder Bilder und Videos ins Internet hochladen.

Eine ganz andere Zielgruppe verfolgt Sony mit der Cyber-shot TX7, die in einem flachen und stylischen Metallgehäuse (in Dunkelblau, Silber oder Rot) mit großem Touchscreen daher kommt. Er besitzt eine Diagonale von 3,5" (8,9 cm) und löst rund 922.000 Bildpunkte auf. Bei der 400 EUR Sony Cyber-shot DSC-S2100 [Foto: Sony]teuren Kamera muss man aber keinesfalls auf hochwertige Technik verzichten: Sie bietet einen 10 Megapixel auflösenden Exmor-R-Sensor wie die HX5V. So zeichnet auch die TX7 FullHD-Videos in AVCHD mit Stereoton auf, nimmt max. 10 Serienbilder/s auf, beherrscht Schwenk-Panoramen (in der verbesserten Version), nimmt HDR-Bilder auf und hat eine Gesichtserkennung mit Lächeldetektion und eine automatische Motivprogrammwahl. Das optisch bildstabilisierte Objektiv (mit Carl-Zeiss-Label) zoomt optisch 4fach von 25-100 mm (KB) und ist in Periskopform in das Kameragehäuse integriert. Ein mechanischer Schieber schützt es und schaltet gleichzeitig die Kamera ein und aus. Ab Anfang Februar 2010 soll die TX7 verfügbar sein, zum interessanten Zubehör gehört bspw. ein Unterwassergehäuse, das auch für andere Kameras der T-Serie passt.

Sony Cyber-shot DSC-S2100 [Foto: Sony]
Sony Cyber-shot DSC-W310 [Foto: Sony]
Sony Cyber-shot DSC-W350 [Foto: Sony]
Sony Cyber-shot DSC-W370 [Foto: Sony]
Wer nicht so tief in die Tasche greifen will, nimmt lieber ein Einsteigermodell. Sieben verschiedene bietet Sony ab Februar 2010 im Preisbereich vom 100 bis 220 EUR an – je mehr Geld man ausgibt, desto höher fällt die Ausstattung aus. Alle Kameras verfügen aber über die integrierte PC-Software und den dualen Kartenslot für SD/SDHC und MemoryStick. Die 100 EUR günstige und die nur 10 EUR teurere Cyber-shot DSC-S2000 und S2100 unterscheiden sich nur in der Auflösung, die bei 10 bzw. 12 Megapixeln liegt, und dem Bildschirm, der 2,5" (6,3 cm) bzw. 3" (7,6 cm) groß ist. Zudem gibt es die S2100 nicht nur in Silber und Schwarz wie die S2000, sondern auch noch in Orange. Zur Ausstattung beider Kameras gehören ein optisches 3fach-Zoom von 35-105 mm (KB), Stromversorgung über zwei AA-Zellen, Gesichtserkennung, Lächelerkennung sowie der iAuto-Modus, der das Motivprogramm automatisch wählen kann. Videos werden in VGA aufgezeichnet.

Die W-Serie startet erstmal mit 5 Modellen in Deutschland, die DSC-W330, W360 und W390 hingegen wird es vorerst nicht in Deutschland geben. Den Einstieg bildet die Cyber-Shot DSC-W310, die in den Farben Silber, Schwarz und Pink für 130 EUR zu haben sein wird. Dafür bekommt man 12 Megapixel Auflösung, ein optisches 4fach-Zoom von 28-112 mm (KB) und einen 2,7"- (6,9 cm) Bildschirm mit 230.000 Bildpunkten Auflösung; iAuto, Gesichts- und Lächelerkennung sowie eine VGA-Videofunktion sind ebenfalls mit an Bord. Den Strom bezieht die Kamera, wie alle W-Modelle, aus einem Li-Ion-Akku. Die Cyber-shot DSC-W320 ist mit 150 EUR etwas teurer und wird nicht nur in Schwarz, Silber und Pink, sondern auch in Grün angeboten werden. Die Mehrausstattung gegenüber der W310 beschränkt sich auf die mit 14 Megapixeln höhere Auflösung und das hochwertigere Objektiv mit Carl-Zeiss-Label, das optisch 4fach von 26-104 mm (KB) zoomt.

Die Cyber-shot DSC-W350 bietet gegenüber der W320 einen optischen Bildstabilisator und den Bionz-Bildprozessor. Sie besitzt außerdem die Sweep-Panorama-Funktion und zeichnet Videos in HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) auf und kann sie über ein optional erhältliches HD-Komponenten-Kabel auch auf HD-Fernsehern wieder geben. Dafür kostet die W350 auch 180 EUR und wird in den Farben Silber, Schwarz, Blau, Pink und Gold erhältlich sein. Die in Schwarz, Silber, Rot und Grün erhältliche Cyber-shot DSC-W370 hingegen soll 210 EUR kosten. Als Vorteile bietet sie einen digitalen HDMI-Anschluss und ein optischen 7fach-Zoom von 34-328 mm (KB) – man verzichtet also zugunsten von Telebrennweite auf echtes Weitwinkel, nicht aber auf den optischen Bildstabilisator. Außerdem hat sie mit 3" (7,6 cm) Diagonale den größten Bildschirm der neuen W-Serie.

Mit 220 EUR ist die Cyber-shot DSC-W380 die teuerste "W", sie soll in den Farben Silber, Schwarz, Rot und Gold erhältlich sein. Statt einem Carl-Zeiss- besitzt sie ein Sony-G-Objektiv mit einer Lichtstärke von F2,4 im Weitwinkel. Es zoomt optisch 5fach von 24-120 mm (KB) – bietet also ordentlich Weitwinkel. Der Bildschirm schrumpft gegenüber der W370 auf 2,7" (6,9 cm), sonst ist die Ausstattung identisch.

Für die Kameras W320, W350, W370 und W380 gibt es ein Unterwassergehäuse mit der Typenbezeichnung MPK-WF, das rund 250 EUR kosten soll.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.