Low-Light-Videospezialistin

Sony Alpha 7S III und neue CFexpress-Karten des Typs A vorgestellt

2020-07-28 Mit der Sony Alpha 7S III stellt der japanische Elektronikriese das lang erwartet Nachfolgemodell der Alpha 7S III vor. Mit nach wie vor lediglich 12 Megapixeln Auflösung, nun sogar mit einem rückwärtig belichteten Kleinbildsensor für eine noch höhere Lichtausbeute, soll die Alpha 7S III vor allem mit ihren Low-Light-Fähigkeiten sowie einem Dynamikumfang von über 15 Blendenstufen überzeugen. Die Videoauflösung beträgt zwar "nur" 4K, dafür werden aber 120 Bilder pro Sekunde erreicht. Neu sind auch der Bildprozessor wie das Speicherkartenformat CFexpress Typ A, passende Speicherkarten und ein Lesegerät wurden ebenfalls angekündigt.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Der zur Bildstabilisierung beweglich gelagerte Kleinbildsensor der Sony Alpha 7S III löst zwar nur zwölf Megapixel auf, bietet dafür aber eine hohe Lichtempfindlichkeit, einen großen Dynamikumfang und eine hohe Geschwindigkeit mit 4K120p-Videoauflösung. [Foto: Sony]

    Der zur Bildstabilisierung beweglich gelagerte Kleinbildsensor der Sony Alpha 7S III löst zwar nur zwölf Megapixel auf, bietet dafür aber eine hohe Lichtempfindlichkeit, einen großen Dynamikumfang und eine hohe Geschwindigkeit mit 4K120p-Videoauflösung. [Foto: Sony]

Mit Ausnahme der Sensorauflösung strotzt die Sony Alpha 7S III nur so mit Superlativen. Das trifft auch auf den Bildsensor zu. Mit lediglich zwölf Megapixel Auflösung bietet dieser zwar ohnehin schon eine hohe Lichtausbeute, aber Sony setzt nun auch noch eine rückwärtige Belichtung ein, um das Maximum an Lichtempfindlichkeit herauszukitzeln. Dabei wurde die minimale Empfindlichkeit auf ISO 80 heruntergesetzt, die maximale liegt im Standardbereich bei ISO 102.400. Bei Fotos und Videos lässt sich die Empfindlichkeit auf bis zu ISO 409.600 erweitern, nur bei Fotos ist zudem ISO 40 möglich.

Die lichtempfindlichen Pixel kommt auch dem Dynamikumfang zugute, der entsprechend bei über 15 Blendenstufen liegen soll. Auch der Rolling-Shutter-Effekt soll, nicht zuletzt aufgrund des achtmal leistungsfähigeren Bildprozessors Bionz XR, um bis zu Faktor Drei minimiert worden sein. Zudem gibt es erstmals in der S7S-Reihe 792 auf dem Sensor integrierte Phasen-AF-Sensoren, die 92 Prozent des Bildbereichs zur schnellen Fokussierung bis fast an den Bildrand abdecken. Gesichter und Augen kann die Sony ebenfalls erfassen und mit einstellbarer Reaktion verfolgen. Zudem ist der Autofokus bis -6 EV lichtempfindlich. Selbstverständlich ist der Bildsensor zur Bildstabilisierung beweglich gelagert.

Die Sony Alpha 7S III richtet sich in erster Linie an Videografen, die mit 4K-Auflösung auskommen. Diesen bietet sie dafür eine hohe Bildrate von 120 Bildern pro Sekunde und eine Raw-Videoaufzeichnung mit 10 Bit und 4:2:2 Farbsubsampling. Bei 60 Bildern pro Sekunde sollen dank optimierter Wärmeregulierung und CFexpress-Typ-A-Dual-Slot über eine Stunde lange Videoaufzeichnungen möglich sein. Für externe Aufzeichnungen steht eine HDMI-A-Schnittstelle zu Verfügung, über die bei 4K60p sogar 16 Bit Rohdatenaufnahmen möglich sind.

  • Bild Mit ihrem 0,9-fach vergrößernden, 9,44 Millionen Bildpunkte auflösenden elektronischen Sucher setzt die Sony Alpha 7S III neue Maßstäbe. [Foto: Sony]

    Mit ihrem 0,9-fach vergrößernden, 9,44 Millionen Bildpunkte auflösenden elektronischen Sucher setzt die Sony Alpha 7S III neue Maßstäbe. [Foto: Sony]

Statt dem Raw-Format stehen zur internen Aufzeichnung aber auch All-Intra und MPEG-H (HEVC/H.265 XAVC HS) zur Verfügung. Zur problemlosen Kombination der Aufnahmen mit professionellen Camcordern bietet die Alpha 7S III drei Einstellungen für die Farbskala: S-Gamut, S-Gamut3 und S-Gamut3.Cine. Als Alternative zu diesen nachbearbeitungsintensiven S-Log3-Gammakurven kann auch das HLG-Bildprofil verwendet werden.

Bei Videoaufnahmen kommt nicht nur der 5-Achsen-Sensor-Shift-Bildstabilisator zum Einsatz, sondern auch ein elektronischer Stabilisator, der dank des Active-Modus auch beim Gehen besonders effektiv arbeiten soll. Der Multi-Interface-Schuh dient nicht nur der Aufnahme von Systemblitzgeräten und Videoleuchten, sondern er bietet auch eine analoge und digitale Mikrofonschnittstelle. Mit dem XLR-Adapterkit XLR-K3M ist es mögliche, digitale Tonaufnahmen auf vier Kanälen mit 24 Bit zu realisieren. Die Stromversorgung erfolgt dabei über den Multi-Interface-Schuh, so dass keine zusätzlichen Batterien notwendig sind.

Sowohl beim elektronischen Sucher als auch beim Bildschirm geht Sony neue Wege. Die Bildschirmdiagonale von 7,5 Zentimetern und die Auflösung von 1,44 Millionen Bildpunkten hauen sicherlich niemanden vom Hocker, aber immerhin lässt sich der Bildschirm erstmals in einer spiegellosen Vollformat-Alpha seitlich schwenken und drehen, so dass der Blick auf den Bildschirm nun aus allen Perspektiven gewährleistet ist. Selbstverständlich handelt es sich um einen Touchscreen, was beispielsweise das Fokussieren per Fingertipper erleichtert. Ein echter Kracher ist dagegen der elektronische OLED-Sucher. Sowohl die 0,9-fache Vergrößerung als auch die Auflösung von 9,44 Millionen Bildpunkten sind absolute Spitzenklasse.

  • Bild Die Sony Alpha 7S III bietet einen Multi-Interface-Blitzschuh, verzichtet aber sowohl auf einen integrierten Blitz als auch auf ein Status-LC-Display. [Foto: Sony]

    Die Sony Alpha 7S III bietet einen Multi-Interface-Blitzschuh, verzichtet aber sowohl auf einen integrierten Blitz als auch auf ein Status-LC-Display. [Foto: Sony]

  • Bild Der 7,5 Zentimeter große, 1,44 Millionen Bildpunkte auflösende Touchscreen der Sony Alpha 7S III lässt sich erstmals in der 7er-Serie schwenken und drehen. [Foto: Sony]

    Der 7,5 Zentimeter große, 1,44 Millionen Bildpunkte auflösende Touchscreen der Sony Alpha 7S III lässt sich erstmals in der 7er-Serie schwenken und drehen. [Foto: Sony]

  • Bild Die Sony Alpha 7S III bietet einen ausgeprägten Handgriff und einen Doppel-Speicherkartenslot, wobei beide Schächte sowohl zu CFexpress Typ A, als auch zu SD/SDHC/SDXC UHS I und UHS II kompatibel sind. [Foto: Sony]

    Die Sony Alpha 7S III bietet einen ausgeprägten Handgriff und einen Doppel-Speicherkartenslot, wobei beide Schächte sowohl zu CFexpress Typ A, als auch zu SD/SDHC/SDXC UHS I und UHS II kompatibel sind. [Foto: Sony]

Die Sony Alpha 7S III ist die erste Kamera, die die bisher nur theoretisch existierenden Speicherkarten CFexpress Typ A einsetzt. Dieses Format ist kleiner als der von anderen Herstellern verwendete Typ B, bietet aber dennoch eine hohe Robustheit und Wärmeleitfähigkeit. Da die Speicherkarten in ihrer Größe etwa dem SD-Standard entsprechen (aber andere Anschlüsse besitzen), konnten die Sony-Ingenieure sogar einen Dualslot entwickeln, der wahlweise eine CFexpress Typ A oder eine SD-Speicherkarte aufnimmt und dabei sogar UHS II unterstützt. Gleich zwei dieser Dual-Slots kommen in der Alpha 7S III zum Einsatz. Die passenden Speicherkarten und ein Lesegerät hat Sony ebenfalls angekündigt (siehe weiter unten).

Außerdem ist die Sony Alpha 7S III die erste Sony-Digitalkamera, die das neue HEIF-Bildformat unterstützt. Bei geringem Speicherplatzverbrauch bietet es 10 Bit Farbtiefe. Via HDMI können die Fotos mit hohem Kontrast direkt auf HDR-Fernsehern ausgegeben werden.

Das Gehäuse der Sony Alpha 7S III soll sehr ergonomisch und robust sein. Es ist gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet. Neben dem HDMI-A-Anschluss bietet die Kamera zudem eine USB-Schnittstelle des Typs C samt Unterstützung von Power Delivery zur Dauerstromversorgung der Kamera. USB 3.2 wird mit einer Übertragungsrate von bis zu 5 Gigabit pro Sekunde unterstützt. Tethering (Kamerafernsteuerung) ist genauso möglich wie FTP-Datenübertragungen. Drahtlos unterstützt die Sony WLAN auf 2,4 und 5 GHz nach IEEE 802.11ac sowie MIMO für hohe Datenübertragungsraten auf parallelen Kanälen.

Ab September 2020 soll die Sony Alpha 7S III zu einem Preis von knapp 4.200 Euro erhältlich sein. Zum gleichen Zeitpunkt sollen zwei Speicherkarten im Format CFexpress Typ A sowie ein passendes Kartenlesegerät auf den Markt kommen. Die Speicherkarten gehören der Tough-Reihe von Sony an und sind besonders gegen Staub und Spritzwasser (IP57) sowie Stürze geschützt. Sie bieten eine Datenübertragungsrate von 700 MB/s beim Schreiben und 800 MB/s beim Lesen. Die dabei entstehende Wärme leiten sie über das Gehäuse ab. Die 80 GB fassende CFexpress Typ A Speicherkarte Sony CEA-G80T soll knapp 230 Euro kosten. Die mit 160 GB doppelt so große CFexpress Typ A Speicherkarte Sony CEA-G160T soll knapp 440 Euro kosten.

  • Bild Die Speicherkarte Sony CEA-G80T CFexpress Typ A bietet nicht nur hohe Datentransferraten, sondern auch eine hohe Wärmeableitfähigkeit und eine große Robustheit nach IP57.

    Die Speicherkarte Sony CEA-G80T CFexpress Typ A bietet nicht nur hohe Datentransferraten, sondern auch eine hohe Wärmeableitfähigkeit und eine große Robustheit nach IP57.

  • Bild Die Speicherkarte Sony CEA-G160T CFexpress Typ A bietet nicht nur hohe Datentransferraten, sondern auch eine hohe Wärmeableitfähigkeit und eine große Robustheit nach IP57. [Foto: Sony]

    Die Speicherkarte Sony CEA-G160T CFexpress Typ A bietet nicht nur hohe Datentransferraten, sondern auch eine hohe Wärmeableitfähigkeit und eine große Robustheit nach IP57. [Foto: Sony]

  • Bild Das Kartenlesegerät MRW-G2 bietet dank USB 3.2 Gen 2 eine hohe Datentransferrate von 10 Gigabit pro Sekunde. Sowohl CFexpress Typ A als auch SD/SDHC/SDXC UHS I und UHS II werden unterstützt. [Foto: Sony]

    Das Kartenlesegerät MRW-G2 bietet dank USB 3.2 Gen 2 eine hohe Datentransferrate von 10 Gigabit pro Sekunde. Sowohl CFexpress Typ A als auch SD/SDHC/SDXC UHS I und UHS II werden unterstützt. [Foto: Sony]

Das passende Kartenlesegerät Sony MRW-G2 soll gut 140 Euro kosten. Es wird über USB 3.2 Gen 2 und einer Datenübertragungsrate von 10 Gigabit pro Sekunde an den Computer angeschlossen und unterstützt neben CFexpress Typ A auch SD/SDHC/SDXC mit UHS I und UHS II.

Live-Vorstellung der Sony Alpha 7S III


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.