Lichtstarke Weitwinkel-Festbrennweite für L-Mount und Sony E

Sigma 20 mm F1.4 DG DN Art und Sigma 24 mm F1.4 DG DN Art vorgestellt

2022-08-08 Mit dem Sigma 20 mm F1.4 DG DN Art und Sigma 24 mm F1.4 DG DN Art stellt der japanische Objektivspezialist gleich zwei neue weitwinklige Festbrennweiten für spiegellose Vollformat-Systemkameras mit L-Mount und Sony-E-Bajonett vor. Beide Objektive ergänzen das 35 mm F1.4 und 85 mm F1.4 und bauen damit die Serie der F1,4 lichtstarken Festbrennweiten weiter aus. Sie sind deutlich kompakter und leichter als die Spiegelreflex-Versionen und bieten besondere Eigenschaften für Astro-Fotografen.  (Benjamin Kirchheim)

Beide Objektive haben sehr viel gemeinsam. Sie bieten sie etwa einen Spritzwasser- und Staubschutz sowie eine wasser- und ölabweisende Vergütung der Frontlinse. Identisch sind auch die Bedienelemente bestehend aus einem elektronischen Fokusring, einem AF-MF-Schalter, einem MFL-Schalter, einer AFL-Taste sowie einem Blendenring samt Lock- und De-Klick-Schalter. Die AFL-Taste lässt sich, sofern von der Kamera unterstützt, über diese programmieren. Eine Neuheit ist der MFL-Schalter, mit dem sich der manuelle Fokus auf den eingestellten Wert fixieren lässt. Praktisch wird damit der Fokusring deaktiviert, damit sich der Fokus nicht mehr versehentlich verstellt.

Ebenfalls beiden Objektiven gemeinsam ist die Anzahl der Linsen, nämlich 17 Stück. Auch die Anzahl der Blendenlamellen ist mit elf identisch. Der Autofokus-Schrittmotor soll leise sowie schnell arbeiten und sich auch für Videoaufnahmen eignen. Beide Objektive korrigieren sagittales Koma, was besonders für die Astrofotografie interessant ist. Eine weitere Besonderheit ist der neben dem Frontfiltergewinde vorhandene rückwärtige Filterhalter. Das ermöglicht beispielsweise die Kombination von zwei Filtern. Zudem kommt bei beiden die Super-Multi-Layer-Vergütung zur Reduzierung von Reflexionen und Geisterbildern zum Einsatz. Das 24 mm F1.4 DG DN Art verfügt zudem über die nano-poröse Vergütung zur weiteren Reduktion von Geisterbildern.

  • Bild Sigma 20 mm F1.4 DG DN Art. [Foto: Sigma]

    Sigma 20 mm F1.4 DG DN Art. [Foto: Sigma]

Das Sigma 20 mm F1.4 DG DN Art ist deutlich kleiner und leichter als das 20 mm F1.4 DG HSM Art für DSLR. Mit 635 Gramm ist es 400 Gramm leichter, zudem misst es nur 11,1 statt 15,4 Zentimeter in der Länge, aber auch der Durchmesser ist mit 8,8 statt 9,2 Zentimetern etwas kleiner. Das Front-Filtergewinde misst 82 Millimeter. Optisch soll es dank der neuen Konstruktion aus 17 Linsen in 15 Gruppen vor allem am Bildrand deutlich höher auflösen als das DSLR-Pendant. Drei asphärische Linsen sowie zwei SLD-Gläser (Special Low Dispersion, also besonders geringe Dispersion) sollen optische Fehler minimieren und für die erwähnte hohe Auflösung bis zum Bildrand sorgen.

Das 20 mm F1.4 DG DN Art ist noch mehr als das 24 mm ein Spezialist für Astrofotografie, eigentlich sich aber selbstverständlich auch für jegliche andere Art von Fotos. Es verfügt über eine spezielle Vorrichtung an der Objektivfront zur Fixierung eines Objektivwärmers, damit dieser nicht nach vorne ins Bildfeld rutschen kann. Ein solcher Wärmer ist nützlich, um das Beschlagen der Frontlinse zu verhindern. Auch außerhalb der Astrofotografie gibt es dafür sicher Anwendungsfälle. Ab Ende August 2022 soll das Sigma 20 mm F1.4 DG DN Art zu einem Preis von knapp 1.000 Euro erhältlich sein. Eine passende tulpenförmige Streulichtblende gehört zum Lieferumfang.

  • Bild Sigma 24 mm F1.4 DG DN Art. [Foto: Sigma]

    Sigma 24 mm F1.4 DG DN Art. [Foto: Sigma]

Das Sigma 24 mm F1.4 DG DN Art ist ebenfalls kleiner und leichter als sein DSLR-Pendant 24 mm F1.4 DG HSM Art, auch wenn die Unterschiede nicht ganz so groß sind wie beim 20er. Mit 520 Gramm ist es gut 235 Gramm leichter, es misst 9,6 statt 11,4 Zentimeter in der Länge sowie 7,6 statt 8,5 Zentimeter im Durchmesser. Das Filtergewinde misst 72 Millimeter. Die optische Konstruktion besteht wie beim 20er zwar aus 17 Linsen, diese sind aber in 14 Gruppen angeordnet. Auch hier soll die Auflösung vor allem am Bildrand deutlich höher sein als noch bei der DSLR-Version. Dafür sollen neben vier asphärischen Linsen auch zwei FLD-Linsen mit geringer Dispersion und eine SLD-Linse mit besonders geringer Dispersion sorgen.

Das Sigma 24 mm F1.4 DG DN Art ist eine interessante Alternative zum Sony FE 24 mm F1.4 GM, das ebenfalls spezielle Korrekturen für die Astrofotografie bietet und bis an den Bildrand sehr hoch auflöst (siehe unseren Testbericht in den weiterführenden Links). Allerdings ist das Sony-Objektiv nochmal etwas kompakter, das Filtergewinde misst beispielsweise nur 67 Millimeter, und auch das Gewicht ist nochmal rund 75 Gramm geringer. Preislich hat jedoch das Sigma 24 mm F1.4 DG DN Art mit gut 900 statt 1.600 Euro (ca. 1.450 Euro Straßenpreis) deutlich die Nase vorn. Bereits Ende August 2022 soll es erhältlich sein.

Hersteller Sigma Sigma
Modell 20 mm F1.4 DG DN Art 24 mm F1.4 DG DN Art
Unverbindliche Preisempfehlung 999,00 € 899,00 €
Bajonettanschluss Sony E, L-Mount Sony E, L-Mount
Brennweite 20,0 mm 24,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,4 F1,4
Kleinste Blendenöffnung F16 F16
KB-Vollformat ja ja
Linsensystem 17 Linsen in 15 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
17 Linsen in 14 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Anzahl Blendenlamellen 11 11
Naheinstellgrenze 230 mm 250 mm
Bildstabilisator vorhanden nein nein
Autofokus vorhanden ja ja
Wasser-/Staubschutz ja ja
Filtergewinde 82 mm 72 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 88 x 111 mm 76 x 96 mm
Objektivgewicht 635 g 520 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.