Visionär

Samsungs neue Kompaktdigitalkameramodelle NV10, NV7 OPS und NV3

2006-07-04 Wenn Kamerahersteller neue Bezeichnungen für ihre Produktlinien bzw. neue Produktlinien einführen, dann sind deren Marketingabteilungen entweder die Buchstaben für die Namensbezeichnungen innerhalb einer Serie ausgegangen, oder man will damit einen wichtigen Generationswechsel ankündigen. Bei Samsung will man gleich "neue Visionen" gehabt haben – und diesem Inspirationsschub ist die neue NV-Serie entsprungen. Die ersten Namensvertreter der blutjungen NV-Serie sind dabei die drei Kompaktdigitalkameramodelle NV10, NV3 und NV7 OPS.  (Yvan Boeres)

Samsung Digimax NV-7 [Foto: Samsung]

Noch ist man sich bei Samsung nicht einig, ob das "NV" aus der gleichnamigen Serie für "New Visions" (wie durch einen kürzlich veröffentlichten Teaser angekündigt) oder für "New View" steht, aber für das dahinter stehende Konzept – das eine revolutionäre Kombination aus hoch innovativem Kameradesign und neuartiger Benutzerführung darstellen soll – will man über zwei Jahre lang intensiv Marktforschung betrieben haben. Das Resultat ist keine Edelkompakte mit Hochleistungs-Festbrennweite und großem CCD, wie es manche Enthusiasten erwartet haben, sondern gleich drei Kompaktdigitalkameras mit mehr oder weniger beeindruckenden Features.

Gemeinsam haben die neuen Vertreter der NV-Serie das schwarz lackierte Aluminiumgehäuse (Farbbezeichnung: Royal-Black), den "nachtblauen" Ring rund ums Objektiv, die Videoaufnahme in MPEG-4-Qualität sowie die ASR-Technologie. Bei der so genannten "Advanced Shake Reduction" handelt es sich um eine weitere Variation des Themas Bildstabilisierung. Samsung hat dabei ein ganz eigenes "Hausrezept" und will verwackelten Bildern durch eine Art "Doppelbelichtung" entgegenwirken. Wie effektiv diese Methode ist, können wir mangels praktischer Erfahrungen mit dieser ganz speziellen Technik nicht sagen, aber die Kamera soll – bei gleicher ISO- und Blendeneinstellung – die verwackelte Aufnahme mit einem scharfen, aber unterbelichteten Bild kombinieren, um so zur gelungenen Aufnahme zu gelangen.

Prunkstück der neuen NV-Serie ist – unserer Meinung nach – weniger das Top-Modell NV10, sondern vielmehr das Schwestermodell NV7 OPS. Und das aus gutem Grund. Die NV7 OPS ist nämlich eine ultrakompakte Superzoom-Kamera im Stile der Panasonic Lumix DMC-TZ1 oder Ricoh Caplio R4. Zwar ragt die 7-fach-Zoomoptik (38-270 mm/F2,8-3,7 entspr. KB) mit Schneider-Kreuznach-Namenszug etwas stärker aus dem Gehäuse heraus als bei den beiden o. g. Konkurrenzmodellen, aber die NV7 OPS bleibt mit ihren Außenmaßen von nur 106 x 62,3 x 20,9 mm kompakter als eine TZ1 und nur unwesentlich größer (dafür aber auch brennweitenstärker) als eine R4. Etwas irreführend bzw. unglücklich gewählt ist das "OPS" im Produktnamen, das für "Optical Picture Stabilisation" stehen soll. Tatsächlich bringt die NV7 OPS wahlweise alternativ oder ergänzend zur ASR-Funktion einen echten Bildstabilisator mit, aber – entgegen der Nomenklatur – keinen von der optischen Sorte, sondern einen von der mechanischen Sorte, bei dem der CCD Verwacklungen durch Eigenbewegung(en) in gegenläufiger Richtung ausgleicht.

Mit der N7 OPS (und NV10) führt Samsung auch ein neues Bedienkonzept namens Touch & Click ein. Statt eines Steuerkreuzes wie bei anderen Digitalkameras besitzt die NV7 OPS zwei direkt am LC-Bildschirm (2,5") angrenzende Tastenreihen, denen keine feste Funktion zugeteilt ist. Vielmehr soll – ähnlich wie bei vielen Geldautomaten – die Taste gedrückt werden, die am nächsten zum gerade auf dem Bildschirm eingeblendeten Menüpunkt liegt. Dabei hat jede einzelne Taste zwei unterschiedliche Druckpunkte. Beim Antippen bzw. Berühren der so genannten "Smart Touch Buttons" wird der gewünschte Menüpunkt angewählt; bestätigt wird die Auswahl durch Drücken bzw. durch Klicken der Taste. Die berührungsempfindliche Fläche der Tasten kann aber auch ähnlich wie das "Trackpad" eines Notebooks benutzt werden. Durch Ziehen mit dem Finger nach Rechts oder Links kann so zum Beispiel im Wiedergabemenü schnell durch die Bildersammlung geblättert werden. Auf klassische Weise funktioniert hingegen das zentrale Modus- bzw. Programmwählrad auf der Kameraoberseite. Ob das Bedienkonzept von Samsung aber so intuitiv ist, wie es von Samsung angepriesen wird, muss sich in der Praxis erst noch herausstellen.

Samsung Digimax NV10  [Foto: Samsung]Zu den weiteren Funktionen und Ausstattungsmerkmalen der NV7 OPS gehören u. a. eine Automakro-Funktion zum automatischen Umschalten in den Nahbereich (bis auf 10 cm herab) und zurück, eine Supermakro-Funktion zur Verkürzung der Nahgrenze auf bis zu 1 cm, ein Mehrpunkt-Autofokus, ein 7,2-Megapixel-CCD für Bilder in einer Größe von bis zu 3.072 x 2.304 Bildpunkten, eine Foto-Galerie-Funktion, ein Highspeed-Serienbildmodus, diverse digitale Effektfilter und die MPEG-4-Videoaufnahme. Gefilmt wird in einer Höchstauflösung von 640 x 480 Bildpunkten (VGA) bei einer Bildwiederholrate von bis zu 30 Bildern pro Sekunde – und das mit Ton, mit Zoom und ohne feste Begrenzung der Aufnahmezeit. Weitere Automatiken besitzt die NV7 OPS für Scharfstellung, Weißabgleich und Belichtung (Vollautomatik, Programmautomatik, 11 Motivprogramme); damit sie nicht zur "Knipskiste" verkommt, verfügt sie über eine Zeitenautomatik mit Blendenvorwahl, eine Blendenautomatik mit Zeitvorwahl, eine manuelle Belichtungssteuerung, eine Belichtungskorrekturfunktion, eine Wahlmöglichkeit für die Belichtungsmessart (Matrix/Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot), eine Belichtungsreihenfunktion, einen manuellen Weißabgleich und diverse Bildparameter-Einstellungen. Höheren Ansprüchen wird die NV7 OPS zudem noch durch eine Einflussnahme auf den Zündpunkt des eingebauten Miniaturblitzgerätes (entspr. Synchronisation auf dem 1. oder 2. Verschlussvorhand), einen ausgedehnten Lichtempfindlichkeitsstufenbereich (entspr. ISO 100-1.000), eine kurze Einschaltzeit von ca. 1,3 s sowie eine geringe Auslöseverzögerung von 0,12 s gerecht. Die Samsung NV7 OPS, die mit einer PictBridge-kompatiblen USB-2.0-Schnittstelle ausgestattet ist und mit einer Akkuladung (3,7V-Lithiumionenakku SLB-0837 mit 860 mAh) um die 200 Aufnahmen gemäß CIPA-Standardtestverfahren schaffen soll, kommt im September dieses Jahres (2006) zu einem offiziellen Listenpreis von knapp 450 EUR auf den Markt.

Das "Highlight" der rund 400 EUR teuren/günstigen NV10 ist ihrerseits der verwendete 10,1-Megapixel-CCD. Damit wäre die NV10 nach der Casio Exilim EX-Z1000 die zweite Kompaktdigitalkamera dieser Auflösungsklasse; das ist aber nur der Anfang, und bis zur nächsten Photokina werden noch zahlreiche andere Hersteller folgen. Der 1/1,8"-Sensor der NV10 liefert digitale Fotos in einer maximalen Bildgröße von 3.648 x 2.736 Bildpunkten und kann einen Lichtempfindlichkeitsstufenbereich von ISO 100 bis ISO 1.000 ansteuern. Ein OPS-System wie die NV7 besitzt die NV10 nicht und muss mit der ASR-Funktion auskommen. Gemeinsam haben die beiden Kameras hingegen das Bedienungskonzept Touch & Click. Die sich als Schneider-Kreuznach-Fabrikat ausgebende 3-fach-Zoomoptik (35-105mm/F2,8-5,1 entspr. KB) der NV10 kann mit automatischer Scharfstellung per Mehrpunkt-Autofokus im Makro-Modus bis auf 4 cm hinab fokussieren, wobei auch hier eine Auto-Makro-Funktion zum Funktionsrepertoire der Kamera gehört. Weitere Funktionen findet man u. a. in Form einer Vollautomatik, 11 Motivprogrammen, einer manuellen Belichtungsfunktion, eines MPEG-4-Videomodus, einer Sprachnotizfunktion u. v. m. vor. Eine komplette Übersicht über Funktion, Technik und Ausstattung der Samsung NV10 liefert das entsprechende digitalkamera.de-Datenblatt. Im nur 96,5 x 60 x 18,5 mm kleinen Gehäuse war zudem noch Platz für einen internen 19-MByte-Speicher, für einen Speicherkartensteckplatz (SD/MMC), einen kompakten Lithiumionenakku vom Typ SLB-0837 (gut für ca. 180 Aufnahmen nach CIPA) und einen 2,5"-Farbmonitor. Die NV10, die der NV7 OPS in Sachen Funktionsumfang kaum in etwas nachsteht – wohl aber in Punkto Ausstattung –, feiert im September (2006) ihr "Debüt" auf dem deutschen Markt.

Samsung Digimax NV-3 [Foto: Samsung]Mit der NV3 bringt Samsung nach der Digimax i3 im September eine weitere so genannte Portable-Media-Player-Kamera auf den Markt. Die Digimax i3 PMP beherrschte schon neben dem Schießen von Fotos und der Aufzeichnung von MPEG-4-Videos das Abspielen von Musik im MP3-Format und Filmen im Xvid-Format (nach Umwandlung auf dem Rechner); die neue NV3 kann darüber hinaus noch wie ein überdimensionaler USB-Stick Dateien transportieren und – sofern man sich nicht an der für diesen Zweck etwas zu kleinen Bildschirmgröße stört – eBooks auf dem 2,5"-Farb-LCD anzeigen. Die Multimedia-Ausstattung wird abgerundet durch einen Kopfhörer-Anschluss, ein eingebautes Paar Stereo-Lautsprecher, mehrere Equalizer-Einstellungen im MP3-Player-Modus (3D, Jazz, Klassik, Dance, Live und Rock), eine elektronische Bildstabilisierung im Videomodus, eine AGC-Regelschaltung (Automatic-Gain-Control-Funktion, wie man sie bei Camcordern vorfindet), eine Diktiergerät- sowie eine Sprachnotizfunktion. Bei der synchronisierten Aufnahme können sogar Tonaufnahmen während des Selbstauslöser-Ablaufs getätigt werden.

Mit ihrem 7,2-Megapixel-CCD im 1/2,5"-Format und ihrer 3-fach-Zoomoptik (38-114mm/F3,5-4,5 entspr. KB) nimmt die 94,5 x 57 x 17,7 kleine NV3 Fotos in einer maximalen Bildgröße von 3.072 x 2.304 Bildpunkten ab einer Entfernung von 1 cm (im Supermakro-Modus) auf. Die Bildstabilisierung per intelligenter "Doppelbelichtung" (ASR-Funktion) darf auch hier nicht fehlen; genauso wenig wie die oben beschriebene Auto-Makro-Funktion. Der Lichtempfindlichkeitsstufenbereich der NV3 reicht von ISO 80 bis 1.000. Scharfstellung, Weißabgleich und Belichtung erfolgen hier automatisch, wobei mit der Wahl der Belichtungsmessart (Matrix/Mehrfeld, Spot), der Belichtungskorrekturfunktion, dem manuellen Weißabgleich, der Belichtungsreihenfunktion (AEB) und den paar Bildparametereinstellungen zumindest ein partieller Eingriff in das Bildresultat möglich ist. Die NV3 soll in weniger als 1 Sekunde eingeschaltet sein, in weniger als 0,3 Sekunden scharf gestellt haben, mit einer Verzögerung von 0,16 s auslösen und mit einer Akkuladung (SLB-0837) fit für bis zu 210 Aufnahmen sein. Sonst bliebe noch zu erwähnen, dass die Videoaufnahme (VGA mit 30 Bildern/s und ohne feste Zeitbegrenzung) jederzeit mit der Pause-Taste unterbrochen – und später auch fortgesetzt – werden kann, dass das Datum und auf Wunsch auch die Zeit der Aufnahme in das Bild mit "einbelichtet" werden kann, dass 11 Motivprogramme zur Auswahl stehen, dass rote Augen auf Wunsch schon in der Kamera elektronisch wegretuschiert werden und dass die USB-2.0-Schnittstelle der Kamera PictBridge-kompatibel ist. Der eingebaute 15-MByte-Speicher kann durch SD/MMC-Karten erweitert werden, und als optionales Zubehör gibt es ein Kameradock (SCC-NV3) mit Ladefunktion und TV-Anschluss. Alles Weitere zu Technik, Funktion und Ausstattung der Kamera erfahren interessierte Leser über das passende digitalkamera.de-Datenblatt. Die Samsung NV3 geht mit einem Preis von zirka 350 EUR (UVP) an den Start.

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