Kaum Tasten, dafür mit Touchscreen und WLAN

Samsung stellt spiegellose NX2000 alias NX2020 und NX2030 vor

2013-05-02 Bei der neuen NX2000 setzt Samsung ganz auf moderne Features: Die Rückseite ist weitgehend von Tasten befreit und wird stattdessen fast vollständig vom 3,7 Zoll (9,4 Zentimeter) großen Touchscreen mit WVGA-Auflösung (800x480 Pixel, 1,152 Millionen Bildpunkte) eingenommen. Über WLAN sowie NFC lassen sich Bilder direkt an Smartphones, Tablets, Computer oder direkt ins Internet senden. Verwirrung stiftet hingegen die Namensgebung, zumindest in Deutschland: Hier soll die NX2000 als NX2020 (mit 20-50mm-Setobjektiv) und NX2030 (mit 18-55mm-Setobjektiv) verkauft werden.  (Benjamin Kirchheim)

Bei der Bedienung setzt Samsung bei der NX2000 voll und ganz auf den Touchscreen. Auf der Rückseite sind nur ein von Smartphones bekannter Homebutton, eine Wiedergabetaste sowie die Videoaufnahmetaste zu finden, auf der Oberseite befinden sich der Einschalthebel, der Auslöser, ein WiFi-Knopf sowie ein Drehrad. Außerdem besitzen die meisten Objektive von Samsung einen iFn-Knopf und einen Einstellring, worüber sich weitere Parameter direkt wählen lassen. Vor allem für die WLAN-Funktionen dürfte der große Touchscreen von unschätzbarem Wert sein, lässt sich doch eine Bildschirmtastatur direkt bedienen, statt mit einem Cursor mühsam per Tastenbefehlen die Buchstaben für das WLAN-Passwort oder die E-Mail-Texte auszuwählen. Neben WLAN ist die NX2000 auch mit NFC ausgestattet. NFC steht für Near Field Communication, eine drahtlose Verbindung, die nur wenige Zentimeter weit reicht. Damit können Bilder auf ein an die Kamera gehaltenes Smartphone übertragen werden, ohne kompliziert eine WLAN-Verbindung mit Passwort aufzubauen. Da nur wenige Smartphones NFC besitzen und WLAN umfangreichere Möglichkeiten bietet, bleibt letzterer jedoch sicherlich der bevorzugte Vernetzungsweg. Die WLAN-Verbindung erlaubt ein Backup der Fotos auf den Computer, die direkte Übertragung ins Internet zu sozialen Netzwerken wie Facebook, zu Bilder-Communities wie Flickr, zu YouTube oder in eine Cloud. Darüber hinaus lassen sich Bilder beispielsweise per DLNA-Protokoll an Fernseher schicken oder per App auf ein Smartgerät übertragen. Eine andere App erlaubt die drahtlose Steuerung der Kamera inklusive Livebildübertragung und Fotoaufnahme.

Trotz dieser modernen Features ist die Samsung NX2000 vor allem eine leistungsfähige spiegellose Systemkamera. Zwölf verschiedene Wechselobjektive bietet Samsung derzeit an, auf dem Blitzschuh lässt sich ein Systemblitzgerät aufstecken oder etwa ein spezielles GPS-Modul. Der CMOS-Sensor in APS-C-Größe löst 20,30 Megapixel auf, der bis zu 1/4.000 Sekunde schnelle Verschluss kann acht Mal in der Sekunde Licht für ein Foto auf den Sensor lassen. Der Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis 25.600 soll auch in dunkleren Umgebungen Aufnahmen hoher Qualität ermöglichen. Videos nimmt die NX2000 selbstverständlich in Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel bei wahlweise 24 oder 30 Bildern pro Sekunde auf und speichert diese inklusive Stereoton im MP4-Format. Für Einsteiger und diejenigen, die ohne großartige Einstellungen einfach nur auf den Auslöser drücken wollen, bietet die NX2000 den so genannten Smart Modus, der Motive sowie Gesichter erkennt und die Kamera automatisch auf die entsprechende Aufnahmesituation einstellt. Der Benutzer kann aber genauso gut das Aufnahmeprogramm vorgeben, beispielsweise den Modus "Action Freeze", der Sportmotive mit kurzer Verschlusszeit knackscharf einfangen soll. Der Best-Face-Modus hingegen bietet sich für Gruppenaufnehmen an. Automatisch werden fünf Bilder aufgenommen, anschließend kann der Anwender die jeweils besten Gesichtsausdrücke wählen und in einem Foto vereinen. Wer diesen "modernen Schnickschnack" nicht mag, kann die NX2000 auch ganz klassisch mit Programmautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik oder komplett manuell bedienen. Die Bulb-Langzeitbelichtung erlaubt Aufnahmen bis maximal vier Minuten Länge, ein Kabelfernauslöser ist als Zubehör anschließbar.

Samsung legt Wert auf nützliches Zubehör, so gehört ein Ersatzakku genauso zum Lieferumfang wie eine Vollversion von Adobe Photoshop Lightroom 4, mit dem sich die Bilder nicht nur bearbeiten, sondern auch verwalten lassen. Ab Ende Mai 2013 soll die Samsung NX2000 in zwei verschiedenen Sets erhältlich sein. Das Bundle mit dem besonders kompakten Zoom NX Lens 20-50 mm 3.5-5.6 i-Function kommt unter der Namen NX2020 zu einem Preis von knapp 650 EUR in die Läden, das Set mit dem optisch bildstabilisierten NX Lens 18-55 mm 3.5-5.6 III OIS i-Function heißt NX2030 und soll knapp 700 EUR kosten.
  • Bild Samsung bringt die NX2000 hierzulande als NX2020 (mit 20-50mm-Objektiv) und NX2030 (mit 18-55mm-Objektiv) auf den Markt. [Foto: Samsung]

    Samsung bringt die NX2000 hierzulande als NX2020 (mit 20-50mm-Objektiv) und NX2030 (mit 18-55mm-Objektiv) auf den Markt. [Foto: Samsung]

  • Bild Ein 3,7 Zoll großer Touchscreen mit WVGA-Auflösung nimmt fast die ganze Rückseite der Samsung NX2000 ein. Ebenfalls voll auf der Höhe der Zeit: WLAN mit Social Sharing und NFC. [Foto: Samsung]

    Ein 3,7 Zoll großer Touchscreen mit WVGA-Auflösung nimmt fast die ganze Rückseite der Samsung NX2000 ein. Ebenfalls voll auf der Höhe der Zeit: WLAN mit Social Sharing und NFC. [Foto: Samsung]

  • Bild Neben der weißen Variante sollen die NX2020 (650 EUR) und NX2030 (700 EUR) auch in Schwarz angeboten werden. Die Verfügbarkeit peilt Samsung ab Ende Mai 2013 an. [Foto: Samsung]

    Neben der weißen Variante sollen die NX2020 (650 EUR) und NX2030 (700 EUR) auch in Schwarz angeboten werden. Die Verfügbarkeit peilt Samsung ab Ende Mai 2013 an. [Foto: Samsung]

  • Bild In Rosa soll die Samsung NX2000 hingegen hierzulande, zumindest nach den aktuellen Plänen, nicht auf den Markt kommen. [Foto: Samsung]

    In Rosa soll die Samsung NX2000 hingegen hierzulande, zumindest nach den aktuellen Plänen, nicht auf den Markt kommen. [Foto: Samsung]


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.