Das Smartphone in der Kamera

Samsung Galaxy Camera sendet Bilder per WLAN und UMTS

2012-08-30 Smartphones mit eingebauten Kameras sind inzwischen Alltagsgegenstände, wobei die Fotoqualität gegenüber richtigen Digitalkameras her zweifelhafter Natur ist. Mit der Galaxy Camera dreht Samsung nun den Spieß um und baut quasi ein Smartphone in eine Superzoom-Kompaktkamera ein. Ausgestattet mit einem 1/2,3" BSI-CMOS-Sensor mit 16 Megapixeln Auflösung sowie einem optischen 21-fach-Zoom von 23 bis 483 Millimeter und optischem Bildstabilisator bietet sie verbreite Kameraqualitäten. Hinzu kommen ein Vierkernprozessor, Android 4.1 Jelly Bean, ein 4,8-Zoll-Bildschirm sowie je nach Modellvariante WLAN- und UMTS- oder LTE-Fähigkeiten.  (Benjamin Kirchheim)

Samsung Galaxy [Foto: Samsung]Der 4,8 Zoll große Bildschirm (12,1 Zentimeter) im 16:9-Format ist bei Digitalkameras bisher einzigartig groß und gibt schon eine Idee davon, wie riesig die Kamera im Vergleich zu normalen Kompaktkameras ist. Auf stolze 129 x 71 x 19 Millimeter bringt es die Galaxy Camera bei satten 300 Gramm Gewicht. Dafür hat Samsung die Kamera insgesamt recht flach gehalten, nur der Objektivtubus und der Handgriff stehen aus dem stylischen Gehäuse hervor, letzterer fügt sich aber sehr gut in die Linienführung ein. Im Gegensatz zu Nikon, in dessen Coolpix S800c das alte Android 2.3 zum Einsatz kommt, setzt Samsung auf die aktuellste Version des Linux-basierten Betriebssystems, das vor allem bei Smartphones zum Einsatz kommt. Jelly Bean heißt diese Android-Version 4.1. Ebenfalls ein Vorteil gegenüber Nikon ist das eingebaute 3G-Modul, so dass die Kamera nicht nur per WLAN oder Bluetooth, sondern auch per UMTS beziehungsweise mit dem Datenturbo HSPA aufs Internet zugreifen kann. Damit ist man unabhängig von bestimmten Netzwerken und kann überall Bilder ins Internet stellen, wo es Mobilfunkempfang gibt. Außerdem gibt es eine Variante mit LTE, dem Mobilfunkdatennetz, das noch mehr Bandbreite als HSPA bietet.

Als Prozessor kommt ein aktueller 4-Kerner mit 1,4 GHz zum Einsatz, wie auch in den modernsten Smartphones wie etwa dem von uns im Labor auf Bildqualität getesteten Samsung Galaxy S3 (siehe weiterführende Links). Beim Display spricht Samsung übrigens von "HD Ultra Clear LCD", was auf eine HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel beziehungsweise 2,76 Millionen Bildpunkte in der für Kameradisplays üblichen Maßeinheit) sowie hintergrundbeleuchtete LCD-Technologie hinweist, interessanterweise also kein Samsung Galaxy [Foto: Samsung]selbstleuchtender AMOLED-Bildschirm. Detaillierte technische Informationen liegen jedenfalls derzeit noch nicht vor, wir werden aber sobald wie möglich das übliche digitalkamera.de-Datenblatt veröffentlichen, wenn die Daten von Samsung verfügbar sind.

Der 1/2,3"-BSI-CMOS-Sensor gehört bei den Digitalkameras zwar zu der kleineren Sorte, unter den Smartphones jedoch gilt er als groß, womit die aktive Fläche der Pixel steigt und somit bessere Aufnahmen in dunkleren Umgebungen möglich sind. Mit 16 Megapixeln Auflösung reiht sich der Sensor in die üblichen Sphären von kompakten Digitalkameras ein. Außerdem hebt sich die Galaxy Camera durch das Objektiv mit dem großen Zoomfaktor und Bildstabilisator von Smartphones ab. Dabei wird ein großer Bereich von 23 Millimeter Weitwinkel bis hin zu 483 Millimeter Tele abgedeckt, natürlich jeweils im Kleinbildäquivalent. Ein Brennweitenbereich für alle üblichen Fotosituationen also, die kompakten Superzoomkameras erfreuen sich seit dem ersten TZ-Modell von Panasonic großer Beliebtheit. In der Kamera sind bereits 8 GByte Speicher eingebaut, eine Erweiterung ist mit MicroSD-Karten möglich (oder auch MicroSDHC oder MicroSDXC). Videos nimmt die Galaxy Camera in FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Bei 720 x 480 Pixeln sind sogar Zeitlupenaufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde möglich.

Samsung Galaxy [Foto: Samsung]Bedient wird die Kamera über den großen Touchscreen, außerdem gibt es neben dem Auslöser noch eine ringförmige Zoomwippe und einen Einschaltknopf. Im Digitalkamerabereich ist das alles schon kalter Kaffee, die Galaxy Camera setzt aber mit ihren Sprachbefehlen noch einen drauf. Mit Befehlen wie "Zoom in" oder "Shoot" soll sich die Kamera steuern lassen. Hoffentlich funktioniert das besser als das S-Voice vom Galaxy S3, das einen oft missversteht. Des Weiteren sollen spezielle Szenarien dem Benutzer das Aufnehmen von Fotos erleichtern. Die Einstellung "Rich Tone" soll etwa dafür sorgen, Überbelichtungen in heller Umgebung zu vermeiden. "Light Trace" soll dagegen dafür sorgen, bei Nachtszenen Lichtstreifen zu erzeugen, indem die Verschlusszeit verlängert wird. Sowohl Fotos als auch Filme können über das große Display mit Hilfe des leistungsstarken Prozessors direkt in der Kamera bearbeitet werden. 35 Features zur Fotobearbeitung stehen dem Anwender zur Verfügung. Neben den vorinstallierten Apps kann man aber auch welche aus dem Google-Play-Store installieren und so mit seiner Kamera spielen, surfen, mailen etc. Über spezielle Apps können Fotos in der Samsung Cloud oder direkt mit anderen Nutzern im Internet geteilt werden, außerdem ist eine Verbindung etwa zu den Smartphones Galaxy S3 oder Note 2 möglich. Zum Preis und Markteinführungstermin gibt es noch keine Infos.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.