Die K-Frage

Pentax stellt K100D und K110D offiziell vor

2006-05-23 Alte Fotohasen erinnern sich noch an die "Amtszeit" der analogen SLRs K2, KX, KM und K1000 von 1975 bis 1980 (die K1000 regierte sogar bis in die späten 90er hinein), die damals – als noch auf Kleinbildfilm fotografiert wurde – ranghohe Funktionen innerhalb der Pentax-"Fraktion" bekleideten. Anno 2006 ist die Amtszeit der *istD-Serie vorbei, und Pentax stellt mit neuen Kandidaten, der K100D und K110D, wieder die so genannte "K-Frage". Auf welche der beiden Kameras die Wahl des Konsumenten fallen wird, hängt eigentlich nur von einer Frage ab.  (Yvan Boeres)

Pentax K110 [Foto: Pentax]Die Frage ist eigentlich ganz einfach: Mit oder ohne eingebauten Bildstabilisator? Denn das ist alles, was die beiden "Kandidaten" voneinander unterscheidet. Während die neue Pentax-DSLR K100D nämlich über das so genannte Shake-Reduction-System verfügt, hat man bei dem preisgünstigeren Schwestermodell K110D dieses Ausstattungsmerkmal eingespart. Interessant ist dabei die Tatsache, dass – wie schon beim Kompaktdigitalkameramodell Optio A10 aus gleichem Hause – die Kompensierung von Verwacklungen auch hier durch Bewegungen des CCD-Sensors (in entgegen gesetzter Richtung zu den Zitterbewegungen der Fotografenhand) bewirkt wird. Bisher ging man davon aus, dass (Konica-)Minolta die Patente an dieser Technik bzw. Art der Bildstabilisierung hielt und an seinen neuen Partner (und jetzt auch "Erben") Sony sowie an Ricoh lizenziert hätte. Doch Pentax will eigenen Angaben zufolge das Shake-Reduction-System selbst entwickelt haben und hat sogar in den USA diverse Patente (u. a. mit der Antragsnummer 20050265705) darauf beantragt. Das wirft die Frage auf, inwiefern sich das Shake-Reduction-System von Pentax vom Anti-Shake-System von (Konica-)Minolta unterscheidet.

Vom Rest der Ausstattung und der Technik her (das Design ist seinerseits neu) nehmen die K100D und K110D teils bei der *istDL2, teils bei der *istDS2 Anleihen. Von der *istDL2 übernehmen die K100D und K110D den Sucher (charakteristisch ist die 0,85-fache Sucherbildvergrößerung bei einer Bildfeldabdeckung von 96%), während sie von der *istDS2 die Zahl der Autofokus-Messfelder (11-Punkt-AF) übernehmen. Das ist umso interessanter, wie es die beiden *istD-Modelle nicht in Deutschland/Europa gibt (zumindest nicht unter Pentax-Namen) und es wohl auch nie hier geben wird, da die neue K-Serie (die offenbar eine Hommage an die K-Modelle aus den Jahren 1975 bis 1997 darstellt) die namenstechnisch etwas kontroverse *istD-Reihe praktisch ablöst. Wer die "Alter Egos" der *istDS2 und *istDL2, nämlich die Samsung-DSLRs GX-1L und GX-1S kennt, kennt übrigens auch die anderen Funktionen und Ausstattungsmerkmale der K100D bzw. K110D. Dazu gehören u. a. der Hochgeschwindigkeitsverschluss (1/4.000 s im Normalbetrieb und 1/180 s im Blitzbetrieb), der schnelle Serienbildmodus (max. 5 JPEG-Bilder in Folge bei einer Bildfrequenz von ca. 2,8 Bildern pro Sekunde), 8 verschiedene Motivprogramme (z. T. mit automatischer Auswahl), 19 Benutzerfunktionen, die 16-Feld-Matrixmessung, die digitale Effektfiltersammlung (S/W bzw. Monochrom, Sepia, Weichzeichner, Dehnen/Quetschen, Aufheller), die PictBridge-kompatible USB-2.0-Highspeed-Schnittstelle, die polyvalente Stromversorgung (AA/Mignon-Zellen, CR-V3-Lithiumbatterien, Netz), zwei Bild- bzw. "Farbdynamik"-Einstellungen (Natürlich/Hell), ein 2,5"-Farb-LCD mit 210.000 Bildpunkten – und nicht zuletzt auch die optische sowie elektronische Vorschaufunktion. Mit der optischen Vorschau ist übrigens nichts anderes als die Abblendtaste bzw. -funktion gemeint, während man von der elektronischen Vorschau (nicht zu verwechseln mit einer echten Live-Bildvorschau) nicht mehr als eine Art Probebild-Funktion erwarteten darf.

Pentax K100 [Foto: Pentax]In Erwartung einer potentiellen K10D mit 10 Megapixeln, wie sie den Gerüchten zufolge auf der Photokina präsentiert werden soll, bleiben die K100D und K110D bei einer Nettoauflösung von 6,1 Megapixeln. Die Größe des CCD-Bildwandlers bleibt auch unverändert bei 23,5 x 15,7 mm; dessen Signal kann (wahlweise auch unter Festlegung einer Obergrenze für die automatische Empfindlichkeitssteuerung bzw. ISO-Automatik) auf eine entsprechende Empfindlichkeit von ISO 200 bis ISO 3.200 verstärkt werden. Neu dürfte für Besitzer mancher Pentax-DSLRs die Möglichkeit sein, das Dateinamen-Format auszuwählen. Die Bilddateien (JPEG- oder RAW-Aufnahmen) werden dann entweder in der üblichen Form (d. h. mit fortlaufender Nummerierung) oder im Datumsformat (dreistellige Bildnummer + Monat + Tag wie z. B. 058-0522) auf der Speicherkarte (SD-Card) aufgezeichnet. Eine gute Übersicht über die Technik, die Funktion und die Ausstattung der K100D und K110D liefern die entsprechenden digitalkamera.de-Datenblätter sowie der digitalkamera.de-Testbericht zur Samsung GX-1L (weite Teile von deren Beschreibung treffen auch auf die K100D und K110D zu), wobei die passenden Links am Ende dieser Meldung gefunden werden können. Sehr aggressiv ist der Preis, den Pentax für die beiden K-Modelle anpeilt. Die K100D (also das besser ausgestattete Modell mit Bildstabilisator) soll Ende Juli bzw. Anfang August samt Setobjektiv/Standardzoom zu einem offiziellen Listenpreis von rund 700 EUR auf den Markt kommen; die K110D folgt Ende August mit einem Preis von knapp 650 EUR (inkl. Set-Objektiv).

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