Systemkamera mit großem Sensor und DSLR-Bajonett

Pentax Systemkamera K-01 und 9,2 mm flaches Objektiv angekündigt

2012-02-02 Ungewöhnlicherweise stellt Pentax anlässlich einer Fashion-Week in London eine Systemkamera mit APS-C-Sensor vor: die K-01. Das Kameradesign stammt aus der Feder des Industrie-Designers Marc Newson. Es ist einzigartig, man könnte auch sagen eigenartig. Wie auch immer, das Herausragende an der Kamera ist die Tatsache, dass Pentax seinem K-Bajonett treu bleibt, womit die K-01 auf einen Schlag die Systemkamera mit dem größten Objektivangebot ist. Allerdings ist die Kamera dadurch pummelig und kompakte Weitwinkelobjektive sind nicht möglich. Immerhin: Mit dem 9,2 Millimeter flachen Setobjektiv stellt Pentax einen Pancake-Rekord auf.  (Benjamin Kirchheim)

Pentax K-01  [Foto: Pentax]Das K-Bajonett existiert bereits seit 1975, wobei es im Laufe der Zeit durch neue Funktionen erweitert wurde. 1983 erfolgte die Erweiterung um Blendenkontakte, das so genannte KA-Bajonett. Dieses wird bereits voll von der K-01 unterstützt, ältere K- und M-Objektive hingegen können nicht näher genannten Einschränkungen unterliegen. 1987 wurde der Autofokus mit dem KAF-Bajonett eingeführt, ab 1991 gibt es das KAF2-Bajonett, bei dem Brennweite und Fokusentfernung an die Kamera übertragen werden und das KAF3-Bajonett schließlich kennzeichnet Objektive mit eingebautem Fokusmotor – all das wird voll von der K-01 unterstützt. Sie fügt sich somit hervorragend in das DSLR-System von Pentax ein, auch der TTL-Systemblitzschuh der K-01 ist voll kompatibel. Die Kamera verfügt indes auch über ein integriertes Blitzgerät mit einer Leitzahl von 12, ob es auch als Drahtlosblitzmaster dient, geht aus den Daten jedoch nicht hervor.

Das Gehäuse sowie der Einschalter und das Programmmoduswahlrad bestehen aus Aluminium, wobei das Gehäuse mit einer griffigen und farblich abgesetzten Gummibelederung versehen ist. Das Gewicht beträgt mit satten 480 Gramm etwa das Doppelte der leichtesten Systemkameras mit großem Sensor. Auch die Ausmaße entsprechen mit 121 mal 79 mal 59 Millimeter eher einer DSLR als einer kompakten Systemkamera. Der CMOS-Bildsensor in APS-C-Größe löst 16,28 Megapixel auf und ist beweglich gelagert, wodurch eine Bildstabilisierung mit allen angesetzten Objektiven erreicht wird. Außerdem ist der Sensor mit dem Staubschutzsystem DR ausgestattet, das aus einer Anti-statischen Pentax K-01 [Foto: Pentax]Antihaftbeschichtung und der Möglichkeit Staub und Dreck durch Ultraschallbewegungen abzuschütteln besteht. Die ISO-Einstellung deckt mit 100 bis 12.800 einen weiten Bereich ab, über eine Custom-Funktion ist sogar ISO 25.600 freischaltbar.

Die K-01 verfügt sowohl über einen Automatikmodus und viele Motivprogramme als auch über Kreativprogramme, bei denen der Fotograf wahlweise Blende und/oder Belichtungszeit manuell festlegen kann. Neu ist der verbesserte HDR-Modus, der nun einen eigenen Platz auf dem Programmwahlrad bekommen hat. Es werden drei Bilder aufgenommen, nun auch automatisch ausgerichtet und zu einem HDR-Bild verrechnet. Weitere kreative Möglichkeiten bieten diverse Bildeffekte wie etwa Bleach-Bypass, Cross Process, Schwarzweiß, Modellbau etc. Das Bildseitenverhältnis ist zwischen 4:3, 3:2, 16:9 und 1:1 wählbar. Auch Intervallaufnahmen sowie Mehrfachbelichtungen beherrscht die K-01. Serienbilder nimmt die Systemkamera bis zu sechs Stück pro Sekunde auf, wobei durch die spiegellose Konstruktion ein sehr leises Auslösen erfolgt, was auch in Umgebungen wie Kirchen, Museen und Aufführungen nützlich ist. Der Kontrast-Autofokus verfügt über 81 wählbare Fokusfelder.

Pentax K-01 [Foto: Pentax]Auf der Rückseite besitzt die Systemkamera einen drei Zoll (etwa 7,5 Zentimeter) großen Bildschirm mit 921.000 Bildpunken Auflösung. Der ist zwar starr verbaut, bietet aber einen großen Betrachtungswinkel. Videos nimmt die K-01 in FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln bei wahlweise 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde auf. Gespeichert wird im modernen Format H.264/MPEG-4 AVC inklusive Stereoton, der entweder über das integrierte Stereomikrofon oder über ein extern angeschlossenes aufgenommen wird. Eigens für Videos verfügt die K-01 über eine Aufnahmetaste, außerdem können Videos in der Kamera bearbeitet werden. Selbst ein HDMI-C-Anschluss ist vorhanden, um die Videos (und Fotos) auf einem Flachbildfernseher wiedergeben zu können. Im Speicherkartenfach findet wahlweise eine SD, SDHC oder SDXC Speicherkarte platz, der Standard UHS Speed Class 1 wird ebenfalls unterstützt.

Pentax smc DA 40 mm 2.8 XS [Foto: Pentax]Das mit der Pentax K-01 vorgestellte Objektiv DA 40 mm / 2,8 XS hat offensichtlich mehr mit der Fashion-Week in London beziehungsweise mit den Models dort gemeinsam als die pummelige K-01: Es ist mit 9,2 Millimeter Bautiefe extrem mager und das flachste Pancake-Objektiv am Markt. Die Konstruktion basiert auf zwei Vorgänger-Pancakes von Pentax, die ebenfalls 40 Millimeter Brennweite aufweisen und für ihre gute Abbildungsleistung bekannt sind. Durch den APS-C-Sensor wirkt die Brennweite wie 60 Millimeter an Kleinbild. Das Objektiv besitzt neuerdings abgerundete Blendenlamellen für ein weicheres Bokeh und eine SP-Vergütung der Frontlinse, die Wasser, Fett und Schmutz abweist. Das Filtergewinde ist mit 27 Millimeter indes äußerst ungewöhnlich. Der größte Teil des Objektiv jedenfalls ragt ins Kamerabajonett hinein, so dass es kaum mehr aufträgt als ein Kamerabajonettdeckel. Nur dass man eben damit fotografieren kann.

Im März 2012 soll die Pentax K-01 zusammen mit dem smc DA 40 mm / 2,8 XS auf den Markt kommen. Die Kamera wird es in den Farben Silber, Schwarz und Schwarz-Gelb geben. Das Set mit dem 40-Millimeter-XS-Pancake soll 780 EUR kosten, die Farbvarianten Silber und Schwarz werden aber auch ohne Objektiv angeboten. Zum Lieferumfang der K-01 gehört eine Pentax-Version der RAW-Entwicklungssoftware Silky Developer Studio 3.0.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.