Weitwinkel-Beachkamera

Pentax Optio W60 trotzt Nässe, Staub und Sand

2008-05-23 Während Pentax Modelle wie die Optio M30 stetig durch aktuellere (M40, dann M50) ersetzte, wurde die Optio W30 zum Auslaufmodell, und einige glaubten schon, Pentax würde dieses Produktsegment Olympus´ wasserdichten mju-SW-Modellen überlassen. Doch mit der heute – 15 Monate nach der W30 – vorgestellten Optio W60 überspringt Pentax gleich zwei Generationen und hat die Kamera in weiten Teilen überarbeitet. Das betrifft nicht nur auf das Objektiv und die Auflösung, sondern auch die Ausdauer und maximale Tiefe beim Tauchen.  (Benjamin Kirchheim)

Pentax Optio W30 [Foto: Pentax]Auf den ersten Blick am auffälligsten ist die Designänderung. Die Kamera wirkt jetzt sehr viel individueller und versprüht gleichzeitig einen leichten Retro-Touch. Erreicht wird dies durch ein eckigeres Gehäuse mit abgeschrägten statt abgerundeten Ecken und einigen schwarzen Designelementen, die sich stark vom silbernen (alternativ auch "Korallen Rot" und "Ozean-Blau") Gehäuse abheben. Insbesondere der breite schwarze Ring rund um das Objektiv ist auffällig. Dieses scheint mehr an die Seite gerückt zu sein, jedoch ist die Optio W60 in Wahrheit 9 mm schmaler (nun 98 mm) als noch die Optio W30. Auch ihr Gewicht ist um ein paar Gramm gesunken. Wie schon bei der Optio W30 und allen Vorgängerinnen wird das Objektiv von einer extra Glasscheibe geschützt, nicht jedoch von einem mechanischen Schutzvorhang.

Pentax Optio W60 [Foto: Pentax]
Pentax Optio W60 [Foto: Pentax]
Pentax Optio W60 [Foto: Pentax]

Ebenfalls identisch ist die Objektivbauart. Die Lichtstrahlen werden durch ein Prisma zur Seite gelenkt, wo sich das Linsensystem verbirgt – ähnlich dem Periskop eines U-Boots. Dieses Linsensystem bzw. Objektiv wurde allerdings stark überarbeitet. So verfügt die Optio W60 jetzt über echte 28 mm Weitwinkel – und ist damit die erste Pentax-Kompaktkamera mit echtem Weitwinkel, der sich gerade für Unterwasseraufnahmen eignet. Doch nicht nur der Weitwinkel wurde erweitert, sondern auch der Telebereich, so dass man das Objektiv jetzt 5-fach bis auf umgerechnet 140 mm zoomen kann. Dieses kleine Kunststück an modernem Objektivbau erreicht Pentax durch den Einsatz von 11 Elementen in 9 Gruppen, wobei 5 davon asphärische Elemente sind. Etwas mager dagegen ist die Lichtstärke mit maximal F3,5 im Weitwinkel und F5,5 am Teleende – das ist wohl ein Tribut an die Baugröße. Durch das große Objektiv ist die Kamera allerdings gegenüber ihrer Vorgängerin knapp 2 mm dicker geworden (nun 24,5 mm).

Das Besondere an dem Kameragehäuse ist selbstverständlich die Wasserdichtigkeit gemäß JIS-8-Norm. Das bedeutet, dass man die Kamera 2 Stunden lang auf bis zu 4 m Tiefe mit auf Tauchgang nehmen kann. An einen Unterwasser-Fotomodus und sogar -Videomodus hat Pentax gedacht. Darüber hinaus ist sie nach JIS-5-Norm staubdicht. Somit steht auch einem Ausflug an den Strand oder einem nassen Segeltörn nichts im Wege. Darüber hinaus eignet sie sich dank Frostsicherheit von bis zu -10 °C zum Skifahren.

An anderen Ecken hat Pentax die Kamera gegenüber der Optio W30 ebenfalls stark verbessert. Der CCD-Bildsensor ist mit 1/2,3" leicht größer, löst aber vor allem mit 10 Megapixeln auch deutlich höher auf. Neben diversen Motivprogrammen zur Fotoaufzeichnung (auch im 16:9-Bildformat) steht dem Benutzer auch eine HDTV-Videofunktion mit 1.280 x 720 Pixeln Auflösung zur Verfügung. Leider nur 15 Bilder pro Sekunde speichert die Kamera dann mit Ton im AVI-Format (bei der W30 war es noch MOV-Quicktime). Bei 640 x 480 und 320 x 240 Bildpunkten sind es dann wie gewohnt ruckelfreie 30 Bilder pro Sekunde. Ein digitaler Bildstabilisator im Filmmodus ist auch mit an Bord.

Damit Gruppenfotos mit 28 mm auch ordentlich gelingen, verfügt die Optio W60 über die neueste Gesichtserkennungsgeneration, die bis zu 32 Gesichter innerhalb von 0,03 Sekunden erkennen und Belichtung sowie Scharfstellung entsprechend anpassen kann. Neben dem 9-Punkt-Autofokus verfügt die Kamera über einen manuellen Fokus, einen Makro-Modus, der bereits ab 10 cm über den gesamten Zoombereich (und bereits ab 1 cm bei mittlerer Zoomposition) scharf stellt, sowie eine Pan-Fokus-Funktion (Hyperfokaldistanz) und eine Unendlich-Einstellung für Landschaftsfotos. Ein Autofokus-Hilfslicht vermisst man dagegen weiterhin. Wem die 28 mm Weitwinkel nocht nicht reichen, der kann zwei Aufnahmen gleich in der Kamera zu einem Bild zusammen setzen, so dass sich der Eindruck einer 21-mm-Aufnahme ergibt. Mit der Panorama-Funktion hingegen lassen sich bis zu drei Bilder in der Kamera zu einem Panoramabild zusammen setzen.

Pentax Optio W60 [Foto: Pentax]Der etwas mickrige interne 36-MByte-Bildspeicher kann mit SD/SDHC-Karten deutlich erweitert werden, und die Empfindlichkeit lässt sich bei Fotoaufnahmen von ISO 50 bis hinauf zu sagenhaften ISO 6.400 einstellen – sagenhaft dürfte da auch das Rauschen ausfallen. Diese hohen Empfindlichkeiten werden u. a. für den Modus "digitaler SR" verwendet, der Verwackelungen verhindern soll – über einen echten, mechanischen Bildstabilisator verfügt die Optio W60 hingegen nicht. Den rückwärtigen Monitor hat Pentax ebenfalls deutlich überarbeitet. Zum Einsatz kommt nun ein 2,5" großer und 230.000 Bildpunkte (320 x 240 Pixel) auflösender Bildschirm mit Antireflexbeschichtung und 170° Blickwinkel. Die Markteinführung soll in Deutschland im Juli 2008 erfolgen – fast etwas zu spät für eine Urlaubskamera – zu einem Preis von rund 280 EUR.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.