Kompakte 16-Megapixel-Systemkamera mit leisem Verschluss

Panasonic Lumix DMC-GX80 als kleines Schwestermodell der GX8

2016-04-05 Mit der Lumix DMC-GX80 stellt Panasonic der Lumix DMC-GX8 ein kompakteres Schwestermodell an die Seite. Im Gegensatz zum 20 Megapixel auflösenden Topmodell nutzt die GX80 den bisherigen 16-Megapixel-Sensor, wobei zur Auflösungssteigerung auf einen Tiefpassfilter verzichtet wurde. Die 4K-Foto- und Videofunktionen sind ebenfalls an Bord. Im Gegensatz zum Bildschirm ist der Sucher zwar nicht beweglich, löst aber fein auf und bietet eine ordentliche Vergrößerung. Innovativ zeigt sich der neu entwickelte, viel leisere Verschluss.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die Panasonic Lumix DMC-GX80 ist wesentlich kompakter als die Lumix DMC-GX8. Auf einen Spritzwasser- und Staubschutz verzichtet das Kunststoffgehäuse. [Foto: Panasonic]

    Die Panasonic Lumix DMC-GX80 ist wesentlich kompakter als die Lumix DMC-GX8. Auf einen Spritzwasser- und Staubschutz verzichtet das Kunststoffgehäuse. [Foto: Panasonic]

Bisher kommen in spiegellosen Systemkameras von Panasonic elektrisch gesteuerte, aber mechanisch mit starken Spannfedern, Motoren und Zahnrädern arbeitende Verschlüsse zum Einsatz, was nicht nur für eine gewisse Geräuschkulisse sorgt, sondern auch für Vibrationen. Die Verschlusseinheit der GX80 hat Panasonic völlig neu entwickelt. Der Verschluss arbeitet elektromagnetisch, wodurch er viel leiser, im Vergleich zur GX7 um 90 Prozent vibrationsärmer und zudem kompakter ausfällt. Die kürzeste Verschlusszeit liegt bei 1/4.000 Sekunde. Der lautlose elektronische Verschluss belichtet bis zu 1/16.000 Sekunde kurz, hat aber den Rolling-Shutter-Effekt als Nachteil.

  • Bild Während der neue elektromagnetisch gesteuerte Verschluss der Panasonic Lumix DMC-GX80 (links) sehr leise und vibrationsarm arbeitet, kommt beim Verschluss der GX7 noch die alte Mechanik mit starken Spannfedern und elektrischer Steuerung zum Einsatz. [Foto: MediaNord]

    Während der neue elektromagnetisch gesteuerte Verschluss der Panasonic Lumix DMC-GX80 (links) sehr leise und vibrationsarm arbeitet, kommt beim Verschluss der GX7 noch die alte Mechanik mit starken Spannfedern und elektrischer Steuerung zum Einsatz. [Foto: MediaNord]

Durch den neuen Verschluss konnte Panasonic im gegenüber der GX8 geschrumpften Gehäuse trotzdem einen Fünf-Achsen-Bildstabilisator mittels beweglich gelagerten Bildsensors unterbringen. Damit kompensiert der Stabilisator eine Achse mehr (Rotation) als in der GX8. Der Stabilisator arbeitet zudem mit den meisten optischen Zwei-Achsen-Bildstabilisatoren der Objektive von Panasonic mittels Dual-IS zusammen, sodass sich die Bildstabilisatoren ideal ergänzen (Effektivität bis zu 4 EV nach CIPA-Standard). Durch die größeren möglichen Kompensationswinkel profitieren nicht nur Teleaufnahmen (siehe Fototipp in den weiterführenden Links), sondern auch Makro- und Weitwinkelfotos. Den Einbau von beweglich gelagerten Sensoren hat Panasonic auf seiner Convention (Hausmesse) im Februar 2016 in Frankfurt, wo wir die GX80 bereits in den Händen halten durften, übrigens zur Zukunftsstrategie erklärt. Mit Ausnahme der besonders kompakten GM-Serie sollen alle Lumix-Wechselobjektivkameraserien in Zukunft damit ausgestattet werden. Auch der neue elektromagnetische Verschluss dürfte in den kommenden Neuvorstellungen zum Einsatz kommen.

Wie viel kompakter die GX80 im Vergleich zu ihrem größeren Schwestermodell ausfällt, zeigen die Abmessungen: Die GX80 ist 12,2 Zentimeter breit, 7,1 Zentimeter hoch und 4,4 Zentimeter tief. Damit spart der Käufer 1,1 Zentimeter in der Breite, 0,7 Zentimeter in der Höhe und sogar 1,9 Zentimeter in der Tiefe. Das Gehäuse der Panasonic Lumix DMC-GX80 besitzt das typische GX-Design ohne Blitz-/Sucherbuckel, mit kleinem Handgriff und links oben angeordnetem Sucher. Als Material kommt Kunststoff zum Einsatz, das sich aber genauso hochwertig anfühlt wie das 50 Gramm schwerere Metallgehäuse der GX8. Verzichten muss der GX80-Käufer auf die Abdichtung gegen Spritzwasser und Staub, den nach oben klappbaren Sucher und den seitlich schwenkbaren Bildschirm. Immerhin lässt sich das 7,5 Zentimeter große Display (Seitenverhältnis 3:2) der GX80 um 80 Grad nach oben und 45 Grad nach unten klappen und bleibt dabei sogar schön hinter der Kamera versteckt. Mit 1,04 Millionen Bildpunkten löst der Touchscreen zudem angemessen hoch auf. Der LCD-Sucher bringt es sogar auf 2,76 Millionen Bildpunkte (Seitenverhältnis 16:9), die Vergrößerung beträgt 0,7-fach im Kleinbildäquivalent. Die Austrittspupille von 17,5 Millimetern ist für Brillenträger allerdings definitiv zu klein. Immerhin gibt es eine große Dioptrienkorrektur von -4 bis +3 Dioptrien. Ein Sensor am Sucher sorgt nicht nur für die automatische Aktivierung des Suchers, sondern auch des Autofokus, womit die GX80 noch schneller aufnahmebereit ist.

  • Bild Der 16 Megapixel auflösende Live-MOS-Sensor der Panasonic Lumix DMC-GX80 ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. [Foto: Panasonic]

    Der 16 Megapixel auflösende Live-MOS-Sensor der Panasonic Lumix DMC-GX80 ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. [Foto: Panasonic]

  • Bild Das kompakte 12-32mm ist das Standardobjektiv der Panasonic Lumix DMC-GX80. Eigentlich wurde es für die nochmals kompaktere Lumix-GM-Serie entwickelt und wirkt daher an der GX80 etwas verloren. [Foto: Panasonic]

    Das kompakte 12-32mm ist das Standardobjektiv der Panasonic Lumix DMC-GX80. Eigentlich wurde es für die nochmals kompaktere Lumix-GM-Serie entwickelt und wirkt daher an der GX80 etwas verloren. [Foto: Panasonic]

  • Bild Auf der Rückseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 einen 7,5 Zentimeter großen, eine Million Bildpunkte auflösenden Touchscreen im 3:2-Format. Der 16:9-Sucher löst sogar 2,8 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Panasonic]

    Auf der Rückseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 einen 7,5 Zentimeter großen, eine Million Bildpunkte auflösenden Touchscreen im 3:2-Format. Der 16:9-Sucher löst sogar 2,8 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Panasonic]

Der Live-MOS-Sensor im Four-Thirds-Format (17,3 mal 13 Millimeter, Crop-Faktor 2) bringt es auf eine Auflösung von 16 Megapixeln. Durch den Verzicht auf einen Tiefpassfilter soll er eine rund zehn Prozent höhere Auflösung bieten. Moiréeffekte soll die neue, leistungsfähige Venus-Engine als Bildprozessor unterdrücken. Videos nimmt die GX80 in 4K-Auflösung (8,3 Megapixel je Einzelbild) auf, allerdings beim europäischen Modell maximal mit 25 Bildern pro Sekunde. In Full-HD steigt die Bildrate hingegen auf maximal 50 Bilder pro Sekunde. Die innovativen 4K-Fotofunktionen sind ebenfalls an Bord und arbeiten sogar mit 30 Bildern pro Sekunde. Dies umfasst nicht nur drei verschiedene Serienbildfunktionen, eine davon nimmt bereits vor dem Drücken des Auslösers Bilder auf, um den richtigen Moment nicht zu verpassen, sondern auch Post-Focus zum nachträglichen Fokussieren (siehe Fototipp in den weiterführenden Links). Darüber hinaus bietet die Lumix GX80 einige neue Reihenaufnahmefunktionen. Neben Belichtungs- und Weißabgleichsreihen nimmt sie nun auch Blendenreihen und Fokusreihen auf, letztere mit bis zu 999 Bildern. Bei voller Auflösung erreicht die GX80 acht Serienbilder pro Sekunde, mit Autofokus-Nachführung sind es immerhin noch sechs Serienbilder pro Sekunde. Der laut Panasonic 0,07 Sekunden schnelle DFD-Autofokus ist natürlich auch mit an Bord, zudem fokussiert der Low-Light-AF sogar noch bei -4 EV Umgebungslicht (das entspricht einer Landschaft im Mondschein).

Neben einem eingebauten Pop-Up-Blitz besitzt die Lumix GX80 einen TTL-Systemblitzschuh, auf den beispielsweise der neue kompakte Systemblitz DMW-FL200L passt (die Vorstellung ist in den weiterführenden Links zu finden). Neben einem Programmwählrad inklusive intelligenter Automatik, Kreativfilter und Kreativprogrammen bis hin zur vollen manuellen Aufnahmekontrolle bietet die GX80 zwei Einstellräder, um Blende und Belichtungszeit separat voneinander steuern zu können. Apropos Steuerung: Die GX80 ist mit WLAN ausgestattet und lässt sich mit der passenden kostenlosen App von Panasonic vom Android- oder iOS-Gerät aus inklusive Livebildübertragung fernsteuern. Selbstverständlich können auf diesem Wege auch Fotos von der Kamera auf das Smartphone oder Tablet übertragen werden. Mittels DLNA können Fotos sogar drahtlos auf entsprechende Flachbildfernseher zur Ansicht übertragen werden. Die Panasonic verfügt übrigens über eine Micro-USB-Schnittstelle, über die der wechselbare Lithium-Ionen-Akku (reicht für 290 Bilder nach CIPA-Standard) in der Kamera geladen werden kann. Das funktioniert nicht nur mit dem mitgelieferten Ladegerät, sondern auch mit einem beliebigen Smartphone-Ladegerät oder aber mit einer Power-Bank (Lithium-Ionen-Akkus mit USB-Schnittstelle zum Aufladen ohne Steckdose).

  • Bild Die Panasonic Lumix DMC-GX80 verfügt neben dem Programmwählrad über zwei Einstellräder. Der Sucher ist zwar nicht klappbar, aber ein Pop-Up-Bordblitz ist genauso wie ein TTL-Blitzschuh verbaut. [Foto: Panasonic]

    Die Panasonic Lumix DMC-GX80 verfügt neben dem Programmwählrad über zwei Einstellräder. Der Sucher ist zwar nicht klappbar, aber ein Pop-Up-Bordblitz ist genauso wie ein TTL-Blitzschuh verbaut. [Foto: Panasonic]

  • Bild Neben einem Micro-HDMI-Anschluss besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 eine Micro-USB-Schnittstelle, über die der Lithium-Ionen-Akku geladen wird. [Foto: Panasonic]

    Neben einem Micro-HDMI-Anschluss besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 eine Micro-USB-Schnittstelle, über die der Lithium-Ionen-Akku geladen wird. [Foto: Panasonic]

Im Mai 2016 soll die Panasonic Lumix DMC-GX80 auf den Markt kommen. Neben dem Gehäuse alleine wird es auch verschiedene Sets geben. Das Standard-Objektiv wird das 12-32 mm Pancake-Zoom sein, das ursprünglich für die nochmals kompaktere GM-Serie entwickelt wurde. Auch wenn Panasonic die Preise erst kurz vor der Markteinführung bekannt geben will, dürfte sich das Set mit dem 12-32 mm um die 800 Euro bewegen. Daneben soll es auch Sets mit dem 14-42, 14-140 sowie ein Doppelzoomkit mit dem 12-32 und 35-100 mm geben.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.