(Nicht nur) für Profis

Olympus präsentiert mit der E-5 das neue E-System-Flaggschiff

2010-09-14 Nach drei Jahren wird es höchste Zeit: Olympus präsentiert mit der E-5 ein neues Flaggschiff im E-System, das sich laut Olympus an Profifotografen richtet. Dabei macht der japanische Kamerahersteller das Upgrade einfach: An das fast identische Magnesiumgehäuse (mit Spritzwasser- und Staubschutz) passt sämtliches Zubehör der E-3, darunter der Batteriegriff HLD-4. Die E-5 ist eher evolutionär als revolutionär: Etwas mehr Auflösung (12 statt 10 Megapixel), ein besserer Bildschirm (3", 920.000 Bildpunkte), verbesserter LiveView, schnellerer Prozessor (TruePic V+) und eine HD-Videofunktion zeichnen die E-5 aus. Sogar zehn Art-Filter (aber keine Motivprogramme) hat Olympus dem "Profimodell" verpasst.  (Benjamin Kirchheim)

Olympus E-5 [Foto: Olympus]Mit 12,3 Megapixeln effektiv ist die E-5 zusammen mit der Nikon D3S die am geringsten auflösende Profikamera. Der Hersteller ist aber fest davon überzeugt, trotzdem eine hohe Abbildungsleistung bieten zu können, was vor allem auch die anerkannt hervorragenden Profiobjektive gewährleisten sollen. Der Bildprozessor beherrscht eine leistungsfähige Bildaufbereitung mit einer Technologie namens "Fine Detail Processing", die feine Details noch besser hervorheben und dabei Moiréeffekte noch besser unterbinden soll. Der Sensor des Typs "High Speed Live MOS" löst physikalisch 13,1 Megapixel auf, hat einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100-6.400 (in der Automatik ab ISO 200) und schafft maximal 5 Serienbilder/s. Während man bei RAW auf 16 Aufnahmen am Stück begrenzt ist, kann man im JPEG-Format "knipsen", bis die Speicherkarte voll ist. Der Doppelkartenslot nimmt parallel eine CompactFlash-Speicherkarte des Typs I sowie eine SD/SDHC/SDXC-Speicherkarte auf. Gegenüber der Vorgängerin E-3 ist also das xD-Format weggefallen und SD hinzugekommen. Die höhere Auflösung wird von dem neuen Bildprozessor TuePic V+ rasant verarbeitet, er sorgt auch für eine schnelle Reaktionszeit und einen einigermaßen flotten Kontrastautofokus im LiveView-Betrieb. Das Livebild wird auf dem auf 3" gewachsenen, klapp- und schwenkbaren Bildschirm angezeigt, der mit 920.000 Bildpunkten eine feine Auflösung zeigt.

Olympus E-5 [Foto: Olympus]Neu in der E-5 und erstmals in einer E-System-Kamera integriert ist eine Videofunktion. Sie leistet im Prinzip dasselbe wie in der Pen-Serie. HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln bei 30 Bildern/s, integriertes Stereomikrofon und Speicherung im veralteten Format AVI Motion-JPEG. Die E-5 bietet sogar einen Stereomikrofoneingang und manuelle Belichtungszeit/Blendeneinstellung, wobei man auf den Bereich von 1/60 bis 1/250 s beschränkt ist. Die Aufnahmedauer pro Clip ist ebenfalls beschränkt und erreicht 7 Minuten bei HD- und 14 Minuten bei VGA-Auflösung. Für die Wiedergabe ist auch eine HDMI-Schnittstelle an Bord.

Olympus E-5 [Foto: Olympus]Weitere Highlights der E-5 sind etwa der Supersonic-Wave-Filter, das anerkannt beste Staubschutzsystem unter den Systemkameras und der Supersonic-Wave-Drive-Bildstabilisator, der durch den beweglich gelagerten Bildsensor bis zu 5 EV-Stufen Verwackelung ausgleichen können soll; heißt: statt mit 1/100 s kann man bspw. auch mit 1/3 s noch ein verwackelungsfreies Foto aufnehmen. Die Verschlusslebensdauer wurde auf mind. 150.000 Auslösungen erhöht und das Kameragehäuse besteht aus einer robusten Magnesiumlegierung, es ist durch mehr als 80 Dichtungen gegen Staub- und Spritzwasser geschützt. So kann man auch unter widrigen Bedingungen, etwa einem staubigen oder schlammigen Autorennen, im strömenden Regen, am Strand oder anderen Orten Fotos machen – ein entsprechend gedichteten Objektiv vorausgesetzt (Olympus bietet selbstverständlich entsprechende Objektive an). Die Mehrfachbelichtungsfunktion ist ebenso an Bord wie ISO-Belichtungsreihen oder Weißabgleichsreihenaufnahmen. Neu sind die zehn Art-Filter, von denen einer sogar "nagelneu" ist: dramatische Tönung. Diese erhöht Kontraste und Farben für einen dramatischen Bildeindruck, der Olympus E-5 mit HDL-4 [Foto: Olympus]dem HDR-Effekt nahe kommen soll (ohne aber mehrere Aufnahmen anzufertigen oder den Kontrastumfang zu erhöhen). Aber auch körniger Film, Gentle Sepia, weiches Licht, blasse Farben, Lochkamera und viele andere Effekte sind wählbar – auch bei Videoaufnahmen, wobei einige der Filter die Bildwiederholrate sichtbar herab setzen. Auch den hervorragenden optischen Sucher mit 100 % Bildfeldabdeckung, wechselbaren Mattscheiben und 1,15facher Vergrößerung sollte man nicht unerwähnt lassen.

Der Li-Ionen-Akku BLM-5 reicht für 870 Aufnahmen nach CIPA-Standard (ohne LiveView, die Hälfte der Bilder geblitzt). Mit dem Batteriegriff HLD-4 (derselbe Griff wie auch bei der E-3) lässt sich die Akkulaufzeit noch erhöhen. Das Gehäuse ist fast identisch, lediglich an der Ergonomie und dem Menü wurde gefeilt, um die Bedienbarkeit weiter zu verbessern. Der interne Blitz mit einer Leitzahl von 13 ist in der Lage, die externen Blitzgeräte FL-36R und FL-50R drahtlos zu steuern. Dabei stehen 4 Kanäle und 3 Blitzgruppen zur Verfügung. Der Autofokus bietet 11 Sensoren und arbeitet sogar noch bei einem Umgebungslicht von -2 LW. Dabei nutzt er 44 horizontale und vertikale Sensorlinien, um den Fokuspunkt zu berechnen. Die Olympus E-5 soll ab Oktober 2010 zu einem Preis von rund 1.700 EUR erhältlich sein – ohne Objektiv und nur in Schwarz, versteht sich.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.