Wiederbelebung nach acht Jahren

Olympus Pen E-P7 mit 20-Megapixel-Sensor angekündigt

2021-06-09 Acht Jahre nach der E-P5 belebt OM Digital Solutions mit der neuen Olympus Pen E-P7 die erste spiegellose Systemkameraserie des japanischen Herstellers wieder. Im Prinzip kann man die E-P7 als leicht aufgewertete E-PL10 verstehen, wobei die E-P7 ähnlich groß, aber sogar gut 40 Gramm leichter ausfällt. Nach der Pen-F, die in einer höheren Liga spielt, ist die Pen E-P7 die zweite Pen mit einem 20-Megapixel-Sensor. Statt eines eingebauten Suchers gibt es einen Pop-Up-Blitz, auch das nach unten klappbare Selfie-Display ist aus der E-PL-Serie bekannt.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die 337 Gramm leichte und sehr kompakte Olympus Pen E-P7 soll mit ihrem Retro-Design an die originale Olympus Pen von 1959 erinnern. [Foto: Olympus]

    Die 337 Gramm leichte und sehr kompakte Olympus Pen E-P7 soll mit ihrem Retro-Design an die originale Olympus Pen von 1959 erinnern. [Foto: Olympus]

Mit ihrem edlen Retro-Design erinnert die Pen E-P7 an die legendäre Olympus Pen von 1959, auch die Bedienung soll wie damals besonders einfach sein. Tatsächlich leitet sich der Name "PEN" vom englischen Wort "pen" ab, der übersetzt "Stift" bedeutet. Genauso einfach wie ein Stift soll die Kamera bedienbar sein, auch wenn das in der Praxis aufgrund der komplexeren Technik einer Digitalkamera im Vergleich zu einem Stift nicht ganz zutreffen dürfte.

Das Herzstück der Olympus Pen E-P7 ist der 20 Megapixel auflösende LiveMOS-Sensor im Four-Thirds-Format, der vom Bildprozessor TruePic VIII begleitet wird. Der Sensor ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert und soll fünf Bewegungsachsen für bis zu 4,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten kompensieren können. Auf moderne Funktionen höherwertiger Kameras wie den noch effektiveren Sync-IS zur Kombination mit einem Objektiv-Stabilisator und selbst einen Hybrid-Autofokus mit auf dem Sensor integrierten Phasen-AF-Sensoren wurde jedoch verzichtet.

  • Bild Der rückwärtige 3:2-Bildschirm der Olympus Pen E-P7 misst 7,6 Zentimeter in der Diagonale und löst 1,04 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Olympus]

    Der rückwärtige 3:2-Bildschirm der Olympus Pen E-P7 misst 7,6 Zentimeter in der Diagonale und löst 1,04 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Olympus]

  • Bild Die Olympus Pen E-P7 bietet zahlreiche Einstellräder und Knöpfe. [Foto: Olympus]

    Die Olympus Pen E-P7 bietet zahlreiche Einstellräder und Knöpfe. [Foto: Olympus]

  • Bild 20 Megapixel löst der Four-Thirds-Sensor der Olympus Pen E-P7 auf. Er ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert, bietet aber nur einen Kontrast-Autofokus. [Foto: Olympus]

    20 Megapixel löst der Four-Thirds-Sensor der Olympus Pen E-P7 auf. Er ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert, bietet aber nur einen Kontrast-Autofokus. [Foto: Olympus]

Die Pen E-P7 setzt auf einen reinen Kontrast-Autofokus, dessen Gesichts- und Augenerkennung immerhin mit den Algorithmen höherwertiger Kameras zur besseren Erkennung auch seitlicher oder leicht verdeckter Gesichter auf einen neueren Stand gebracht wurde. Insgesamt stehen 121 Autofokus-Messpunkte zur Verfügung, sogar eine Gruppensteuerung ist möglich.

Für die Belichtungssteuerung stehen neben einer Vollautomatik auch zahlreiche Motivprogramme zur Verfügung, aber auch halbautomatisch oder manuell kann belichtet werden. Innovative Belichtungsprogramme wie Live-Composite (siehe Fototipp in den weiterführenden Links) bietet die E-P7 ebenfalls, sie lassen sich im speziellen Advanced-Photo-Modus einfach abrufen.

  • Bild Der Touchscreen der Olympus Pen E-P7 lässt sich für bodennahe Aufnahmen nach oben kippen. [Foto: Olympus]

    Der Touchscreen der Olympus Pen E-P7 lässt sich für bodennahe Aufnahmen nach oben kippen. [Foto: Olympus]

  • Bild Für Selfies lässt sich der Touchscreen um 180 Grad nach unten klappen. Außerdem bietet die Olympus Pen E-P7 einen Pop-Up-Blitz. [Foto: Olympus]

    Für Selfies lässt sich der Touchscreen um 180 Grad nach unten klappen. Außerdem bietet die Olympus Pen E-P7 einen Pop-Up-Blitz. [Foto: Olympus]

Neu und als Ergänzung zu den weiterhin vorhandenen Art-Filtern bietet die Olympus Pen E-P7 eine so genannte Profilsteuerung für verschiedene farbige und monochrome Effekte. Sie lassen sich über den Drehhebel an der Kameravorderseite abrufen. Diese Funktion dürfte von der Pen-F inspiriert sein, die an der Vorderseits ebenfalls ein ähnliches Bedienelement bietet. Die Farb-Profilsteuerung erlaubt die Einstellung der Farbsättigung von zwölf verschiedenen Farbtönen in jeweils zehn Stufen und eine zusätzliche Anpassung der Lichter und Schatten. Die Monochrom-Profilsteuerung soll Simulationen verschiedene analoger Filme samt Farbfiltern und Körnungseffekt bieten.

Die Pen E-P7 verzichtet auf einen eingebauten elektronischen Sucher, womit die Pen-F nach wie vor die einzige Pen mit diesem Feature bleibt. Der nach oben und unten neigbare Touchscreen der E-P7 dürfte Pen-E-PL-Fotografen bekannt sein. Nach oben lässt sich das 7,6 Zentimeter große, 1,04 Millionen Bildpunkte auflösende Farbdisplay um 80 Grad kippen, nach unten sogar um 180 Grad. Das ermöglicht zwar Selfies, aber an der Kameraunterseite angebrachte Aufnahmehilfen wie Stative oder Selfie-Sticks sind dabei im Weg. Der Bildschirm besitzt übrigens ein Seitenverhältnis von 3:2, während der Bildsensor ein natives Seitenverhältnis von 4:3 besitzt.

  • Bild Ab Ende Juni 2021 soll die Olympus Pen E-P7 wahlweise in Silber-Weiß... [Foto: Olympus]

    Ab Ende Juni 2021 soll die Olympus Pen E-P7 wahlweise in Silber-Weiß... [Foto: Olympus]

  • Bild ... oder in Silber-Schwarz erhältlich sein. Ohne Objektiv soll die Olympus Pen E-P7 knapp 800 Euro kosten, das Set mit dem 14-42 mm F3.5-5.6 ED EZ ist 100 Euro teurer. [Foto: Olympus]

    ... oder in Silber-Schwarz erhältlich sein. Ohne Objektiv soll die Olympus Pen E-P7 knapp 800 Euro kosten, das Set mit dem 14-42 mm F3.5-5.6 ED EZ ist 100 Euro teurer. [Foto: Olympus]

Sobald man Videos aufnimmt, stellt sich der 3:2-Bildschirm aber als guter Kompromiss heraus, denn die maximal 4K auflösenden Videos haben ein Seitenverhältnis von 16:9. Gespeichert werden die Filme als MOV mit H-264-Kompression mit maximal 102 Mbps. 4K-Videos sind mit 24, 25 und 30 Bildern pro Sekunde möglich, in Full-HD (1.920x1.080) und HD (1.280x720) stehen zusätzlich 50 und 60p zur Verfügung. Highspeed-Videos mit 120p lassen sich maximal in HD-Auflösung aufnehmen. Ein externes Mikrofon kann nicht angeschlossen werden. Immerhin lässt sich der Pegel des integrierten Stereomikrofons regeln, auch der Sensor-Shift-Bildstabilisator steht für Videoaufnahmen zur Verfügung und lässt sich mit einem digitalen Bildstabilisator kombinieren.

Zusätzlich zum integrierten Pop-Up-Blitz bietet die Olympus Pen E-P7 einen TTL-Blitzschuh. Als Schnittstellen bietet die Olympus Micro-HDMI (Typ D) sowie USB. Letzteres kann zum Laden des Akkus verwendet werden. Drahtlos nimmt die Pen per WLAN und Bluetooth Verbindung zu Smartphones auf. Die Schnittstellen dienen jedoch lediglich zur Übertragung von Bildern und zur Kamerafernsteuerung sowie Fernauslösung per App. Das GPS-Signal des Smartphones kann jedoch nicht direkt per Bluetooth genutzt werden, mit der reinen Geo-Logging-Funktion hängt Olympus weiterhin hinter dem Wettbewerb zurück. Auch eine Webcam-Funktion erwähnt Olympus im Datenblatt und der Pressemitteilung mit keinem Wort.

Die Stromversorgung der E-P7 übernimmt der bekannte Lithium-Ionen-Akku BLS-50, der für 360 Aufnahmen reichen soll. Das SD-Kartenfach soll zu SDHC, SDHX, UHS I und sogar UHS II kompatibel sein. Ab Ende Juni 2021 soll die Olympus Pen E-P7 zu einem Preis von knapp 800 Euro erhältlich sein. Das Set mit dem Pancake-Motorzoom 14-42 mm F3.5-5.6 ED EZ soll knapp 900 Euro kosten. Die Kamera kommt in Silber mit wahlweise schwarzen oder weißen Lederimitat-Applikationen auf den Markt. Als Zubehör will OM Digital Solutions einen Echtleder-Taschenbody (CS-54B) sowie verschiedene Trageriemen und Taschen als "Mode-Accessoires" anbieten.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.