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Olympus E-620 ist eine kompakte DSLR für Fortgeschrittene

2009-02-24 Olympus meint es mit dem E-System sehr ernst und erweitert das Produktsortiment mit der E-620 auf nun fünf aktuelle Kameras. Die Prämisse lautet dabei: das Beste aus dem E-System in einer Kamera. Das bedeutet kompaktes, gut verarbeitetes Gehäuse (etwas größer als die E-420), 12 Megapixel Auflösung, Bildstabilisator im Gehäuse, klapp- und schwenkbarer Monitor, LiveView und eine große Vielfalt an Einstellmöglichkeiten und kreativen Funktionen.  (Benjamin Kirchheim)

Olympus E-620 [Foto: Olympus] Inspiration für die Kamera holte Olympus sich aus der eigenen Vergangenheit, nämlich beim legendären OM-System, an dessen Design die E-620 anknüpft. Das bedeutet vor allem ein kompaktes Gehäuse. Es ist nur wenig größer als das der E-420, die als kleinste DSLR der Welt gilt. Trotzdem gab es wichtige ergonomische Verbesserungen, so ist beispielsweise die linke Gurtöse vom Handgriff (wo sie bei der E-420 stört) auf die Gehäuseoberseite gewandert, überhaupt ist der Handgriff etwas ausgeprägter geformt, wenn auch nur so wenig wie möglich. Aber etwas besseren Halt hat man hier schon, wie wir an einem Vorserienmodell feststellen konnten. Um auch mit größeren Objektiven vernünftig arbeiten zu können, bietet Olympus optional einen Multifunktionsgriff (HLD-5) an, der nicht nur die Akkulaufleistung durch Verwendung von zwei Akkus erhöht, sondern auch einen Hochformatauslöser und ein zweites Einstellrad mitbringt. Bei den Akkus verwendet die E-620 übrigens dieselben wie die E-420.

Neben dem Design und der – wie von Olympus gewohnt – guten Verarbeitung kann die Kamera aber auch mit technischer Ausstattung überzeugen. Das fängt beim 12 Megapixel auflösenden LiveMOS- Olympus E-620 [Foto: Olympus] Sensor an, der auch ein Livebild erzeugen kann und beweglich aufgehängt ist, womit jedes angesetzte Objektiv (auch adaptierte OM-Objektive) mit maximal 4 LW-Stufen Gewinn bildstabilisiert wird. Weiter geht es beim 2,7" (6,9 cm) großen, 230.000 Bildpunkte auflösenden Bildschirm, der darüber hinaus mit freier Beweglichkeit (schwenk- und klappbar) sowie der HyperCrystal-III-Technologie aufwarten kann, was ihn bei Sonnenlicht noch besser ablesbar macht. Und schließlich hat die Kamera allerlei "Schnickschnack" an Bord. Dazu gehören die Gesichtserkennung oder aber die Art Filter, mit deren Hilfe sich die E-620 wahlweise in eine Lochkamera, eine mit Weichzeichner oder mit blassen und hellen Farben, eine mit leichter Tönung oder aber mit körnigem Film sowie eine Kamera mit poppigen Farben verwandelt. Diese Filter wurden von der E-30 übernommen, die auch Modell für die Mehrfachbelichtung (2 Bilder im LiveView-Modus oder 3 Bilder im Wiedergabemodus) und die flexible Wahl der Bildseitenverhältnisse (neben 4:3 z. B. 1:1, 3:2 oder 16:9) stand.

Beim Blitzsystem hat Olympus ebenfalls nicht gespart. Der aufklappbare Bordblitz mit einer Leitzahl 12 kann drahtlos externe Systemblitzgeräte fernsteuern. Als neues Blitzzubehör bietet Olympus zwei verschiedene Blitzbefestigungsarme (FL-BK04 und FL-BKM03) an, auf denen sich ein bzw. zwei Blitze befestigen lassen, um das Motiv aus einer anderen Richtung beleuchten zu können – ohne dabei an Mobilität und Flexibilität einzubüßen. Überarbeitet wurde auch das AF-System: In der E-620 kommt ein neues 7-Punk-AF-Modul zum Einsatz. Fünf der Autofokuspunke sind dabei als Doppelkreuzsensoren ausgeführt, die eine genauere Scharfstellung gegenüber Liniensensoren bieten. Im LiveView-Modus steht dagegen ein Kontrast-Autofokus zur Verfügung, der allerdings nur mit wenigen, neueren Objektiven funktioniert.

Olympus E-620 [Foto: Olympus] Olympus HLD-5 [Foto: Olympus] Olympus E-620 [Foto: Olympus]

Im Herzen der Kamera schlägt der TruePic III+ Bildprozessor, der u. a. 4 Bilder/s verarbeiten kann oder auch für die Schattenaufhellung sorgt, um mehr Details sichtbar zu machen. Darüber hinaus ist die RAW-Bildkonvertierung direkt in der Kamera möglich. Gespeichert werden die Bilder auf CompactFlash-Speicherkarten, wobei auch UDMA-Modelle unterstützt werden. Ein zweiter Einschub nimmt xD-Speicherkarten auf; zwischen den Speicherkarten können auch Bilder kopiert werden, eine simultane Aufzeichnung ist allerdings nicht möglich.

Der optische Sucher der E-620 bietet eine 0,96-fach Vergrößerung und ein Sichtfeld von 95 % – eine Dioptrienkorrektur ist ebenfalls an Bord. Auch der Supersonic Wave Filter darf selbstverständlich nicht fehlen – er schüttelt Staub vom Sensor äußerst effektiv ab, so dass eine manuelle Reinigung nur selten erforderlich wird. Das i-Tüpfelchen bei der Bedienung sind hingegen die beleuchteten Tasten – so findet man auch im Dunkeln immer den richtigen Knopf.

Olympus FL-BKM03 mit E-30 und 2x FL-36R [Foto: Olympus] Olympus PT-E06 [Foto: Olympus] Olympus FL-BK04 mit E-30/EZ-1454 und FL-50R [Foto: Olympus]

Mit der E-620 wurden sozusagen die Rufe derjenigen erhört, die zwar eine kompakte DSLR wollen, aber mit vernünftiger Ausstattung und die auch bereit sind, etwas mehr dafür zu bezahlen. Die E-620 reiht sich somit zwischen der E-520 und der E-30 ein. Ende April 2009 soll die Kamera für rund 750 EUR auf den Markt kommen. Wahlweise gibt es sie auch für rund 850 EUR mit 14-42 mm Kitobjektiv, für 950 EUR im Doublezoomkit mit 14-42 und 40-150 mm Objektiv oder im Pancake Kit mit 25 mm Objektiv für rund 950 EUR. Optional wird sogar ein Unterwassergehäuse (PT-E06) angeboten.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.