Kompaktkamera-Quintett

Nikon reicht Coolpix-Neuheiten L6, L5, S10, S9 und S7c nach

2006-08-24 Hat Olympus gestern eine Vielzahl an neuen Kompaktdigitalkameramodellen vorgestellt und will seine neuen digitalen Spiegelreflexkameras später ankündigen, verhält es sich bei Nikon genau umgekehrt. So hat Nikon schon vor gut zwei Wochen seine D80 präsentiert und lässt heute die Kompaktkameras aus der Coolpix-Serie folgen. Bei Nikon sind die Kompaktdigitalkamera-Neuheiten fünf an der Zahl und teilen sich in zwei L-Modelle (die Coolpix L6 und die Coolpix L5) und in drei S-Modelle (die Coolpix S10, die Coolpix S9 und die Coolpix S7c) auf.  (Yvan Boeres)

Nikon Coolpix L6[Foto: Nikon]Am untersten Ende der Preisskala residiert bei Nikon die Coolpix L6. Sie basiert auf der im Februar dieses Jahres (2006) vorgestellten Coolpix L2 und bietet im Vergleich zu dieser einen von 2 auf 2,5" (in der Bilddiagonale) gewachsenen Bildschirm mit höherer Auflösung (115.000 statt 86.000 Pixel) und einen leistungsfähigeren Signalverarbeitungsprozessor an. Mit dem neuen Chip traut sich die Coolpix L6 an höhere Lichtempfindlichkeitsstufen heran und kann in der Automatik bis auf entspr. ISO 400 sowie in manchen Motivprogrammen sogar bis auf entspr. ISO 800 heraufgehen. Bei der Coolpix L2 war dagegen bei maximal ISO 200 Schluss. Die höhere Empfindlichkeit wirkt sich auch auf die Blitzreichweite aus, die bei der neuen Coolpix L6 leicht zunimmt. Auch im Gewicht nimmt die Coolpix-Neuheit zu: Wegen des größeren LCDs ist die L6 gut 5 Gramm schwerer als die L2; die Außenmaße bleiben mit 91,5 x 60 x 26 mm dieselben. Im Gehäuse stecken weiterhin eine 3-fach-Zoomoptik (38-116mm/F3,2-5,3 entspr. KB), ein 6-Megapixel-CCD im 1/2,5"-Formformat und 23 MByte interner Speicher (über SD-Karten erweiterbar); am Funktionsumfang (u. a. mehrsprachige Menüführung, elektronische Schattenaufhellung, elektronische Erkennung und Retusche roter Augen, gezielte automatische Scharfstellung auf die Augen des Motivs bei Personenaufnahmen, große Auswahl an Motivprogrammen) hat sich auch nicht viel geändert. Mit der Coolpix L6 will Nikon auch einen neuen Rekord in Sachen Batterielaufzeit setzen. Mit nur einem Batteriesatz (2 AA/Mignon-Zellen) sollen zirka 1.000 Aufnahmen möglich sein, wobei das aber ein bisschen "geschwindelt" ist, da sich das auf die mitgelieferten Lithium-Einwegzellen aus dem Lieferumfang bezieht. Mit normalen Alkali-Batterien oder mit NiMH-Akkus sinkt die Bildausbeute auf – immer noch beachtliche – 400 bis 540 Aufnahmen. Bekommen kann man die Nikon Coolpix L6 ab Ende September 2006 (also ziemlich zeitgleich mit der Photokina) zu einem offiziellen Listenpreis von knapp 220 EUR. Weitere Details zu Technik, Funktion und Ausstattung der Kamera können, wie gewohnt, im entsprechenden digitalkamera.de-Datenblatt nachgelesen werden.

Nikon Coolpix L5 [Foto: Nikon]Die neue Coolpix L5 baut auf der Coolpix L1 bzw. L101 auf. Bei gleicher CCD-Größe (1/2,5") wurde die Auflösung von 6 auf 7,2 Megapixel gesteigert; neu ist auch der optische Bildstabilisator (Nikon-VR-System mit 2 Betriebsmodi), der jetzt die 5-fach-Zoomoptik (38-190mm/F2,9-5,0 entspr. KB) begleitet. Geändert wurden auch das Gehäusedesign und die Bedienung. Die Coolpix L5 wirkt trotz leicht größerer Maße (97 x 61 x 45 mm) nicht ganz so klobig wie die Coolpix L1/L101, wiegt 10 Gramm weniger (170 g) und lässt sich einfacher bedienen. So wurde zum Beispiel die grafische Benutzeroberfläche (Menüsystem usw.) neu gestaltet und die Porträt-AF-Taste zentraler platziert. Die Größe und Auflösung des LC-Bildschirms bleiben hingegen unverändert bei 2,5" und 115.000 Bildpunkten; der eingebaute Speicher (8 MBytes bei der L5) ist angesichts der höheren Auflösung mehr denn je ein Witz. Keine größeren Änderungen gibt es beim Funktionsumfang. Wie alle neueren Coolpix-Kameras kann auch die Coolpix L5 in mehreren Sprachen mit ihrem Benutzer kommunizieren, Schatten elektronisch aufhellen bzw. Kontraste elektronisch ausgleichen, rote Augen selbständig erkennen und retuschieren sowie bei Porträts gezielt auf die Augen der fotografierten Person scharf stellen. Die Coolpix L5 versorgt sich über zwei handelsübliche AA/Mignon-Zellen mit Strom (die Batterielaufzeit steigt mit den mitgelieferten Alkali-Einwegbatterien von 100 auf 150 Aufnahmen), nimmt SD-Karten (Sonderzubehör) auf und verfügt – laut Nikon – über einen reaktionsschnellen AF-Motor; der Lichtempfindlichkeitsstufenbereich reicht von ISO 50 bis ISO 400. Eine PictBridge-kompatible USB-Schnittstelle ist selbstverständlich auch dabei. Das alles gibt es ab Ende September (2006) zu einem offiziellen Listenpreis von knapp 330 EUR, und wer schon einmal vorab die kompletten technischen Daten der Nikon Coolpix L5 studieren will, kann das passende digitalkamera.de-Datenblatt am Ende dieser Meldung abrufen und studieren.

Nikon Coolpix S10  [Foto: Nikon]Weiter geht's mit der Coolpix S10. In ihr erkennt man augenblicklich die Coolpix S4 vom vergangenen Jahr wieder, die mit ihrer schwenkbaren 10-fach-Zoomoptik (38-380mm/F3,5 entspr. KB) bzw. ihren geteilten Gehäusehälften an das Kamerakonzept erster Coolpix-Modelle erinnert. Die Coolpix S10 behält dieses Konzept bei, trumpft aber mit einem eingebauten Bildstabilisator auf, der – und das ist eine Premiere bei Nikon – sich der Sensor-Shift-Methode bedient. Sprich: Der CCD gleicht bei aktiviertem VR-Modus (Vibration Reduction) die Zitterbewegungen des Benutzers durch gegenläufige Eigenbewegungen aus. Im Vergleich zur Coolpix S4 hat die neue Coolpix S10 ganz leicht an Volumen und Gewicht zugenommen, bekam an manchen Gehäusestellen eine Aluminiumplattierung verpasst und misst jetzt 112,5 x 74,5 x 40,5 mm bei einem Nettogewicht von 220 g. Im Zuge des "Faceliftings" hat man die Porträt-AF-Taste zentral platziert, eine Schnellwahltaste zur direkten Wahl des Aufnahmemodus (M-Taste) hinzugefügt und aus dem Batterieschacht einen Akkuschacht gemacht. So nimmt die Kamera keine AA/Mignon-Zellen mehr auf, sondern einen Lithiumionenakku vom Typ EN-EL5, der mit einer Ladung bis zu ca. 300 Aufnahmen (gemäß CIPA-Standardtestverfahren) schafft. Was die Auflösung betrifft, behält die Coolpix S10 die gleiche Sensorauflösung (6 Megapixel auf einem 1/2,5"-CCD) wie die Coolpix S4 bei, tauscht aber ihren LC-Bildschirm gegen ein doppelt so feines (230.000 Pixel) und besser ablesbares (Einblickwinkel von bis zu 170°) Modell gleicher Größe (2,5") aus. Zu den weiteren Neuerungen zählen u. a. eine zusätzliche Lichtempfindlichkeitsstufe von entspr. ISO 800, neue Autofokus-Einstellungen (das AF-Messfeld ist jetzt auf 99 Positionen frei wählbar), die PictMotion-Funktion für multimediale Dia-Shows (zusätzlich zu den vorinstallierten Hintergrundmelodien und Übergangseffekten kann man auch eigene MP3-Songs nach der Konvertierung als Hintergrundmusik verwenden), die fast schon obligatorisch gewordenen Sonderfunktionen (D-Lighting, Advanced Red-Eye Reduction, Portrait-AF) und ein leistungsfähigerer Videomodus (VGA-Videos jetzt mit 30 Bildern/s, Bildstabilisator einsetzbar). Die Nikon Coolpix S10 (weitere Details: siehe entsprechendes digitalkamera.de-Datenblatt) kommt Ende September (2006) miit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 410 EUR auf den Markt.

Nikon Coolpix S9  [Foto: Nikon]Deutlich weniger Zoompower, aber dafür ein sehr flaches Profil besitzt die Coolpix S9. Sie basiert auf der Coolpix S5 vom Februar dieses Jahres (2006), gehört wie diese der 6-Megapixel-Klasse an, ist aber mit Außenmaßen von 90,5 x 58 x 20,4 mm noch ein Stück kleiner als die S5, wiegt 5 Gramm weniger und ist mit einer UVP von knapp 270 EUR deutlich günstiger. Ein paar Modifikationen hardwaretechnischer Natur gab es schon. So sinkt die Auflösung des mit einer Bilddiagonale von 2,5" unverändert großen LC-Bildschirms von 230.000 auf 150.000 Bildpunkte/Pixel, und die Objektivdaten der innen liegenden Optik in Periskopbauweise haben sich bei gleich bleibendem Zoomfaktor (3-fach) leicht geändert (38-114 mm/F3,5-4,3 entspr. KB). Mit dem gleichen Lithiumionenakku vom Typ EN-EL8 kommt man jetzt auf 190 Aufnahmen pro Akkuladung (gemäß CIPA-Test); das sind nur 10 Bilder weniger als bei der S5. Dafür ist der Verschluss ganz schön schneller geworden (von 1/500 s auf 1/2.000 s) und der interne Speicher von 21 auf 24 MByte gewachsen. Auch hier hat man vom leichten Re-Design profitiert, um die Porträt-AF Taste (die auch die D-Lighting-Funktion und die nachträgliche Korrektur roter Augen aktiviert) zentraler zu platzieren. Von der S5 übernimmt die neue S9 den Lichtempfindlichkeitsstufenbereich (entspr. ISO 64-400), die guten Makro-Fähigkeiten (Nahgrenze von 4 cm im Supermakro-Modus) und den leistungsfähigen Videomodus (VGA mit 30 Bilder/s, Ton und Zeitraffer-Option). Ganz neu ist hingegen die so genannte Stop-Motion-Funktion, mit der man in Daumenkino-Manier kleine Animationen aus Einzelbildern erstellen kann. Vielleicht haben es manche Leser schon erahnt, dass die Kamera Ende September (2006) auf den Markt kommt. Und wir erzählen auch nichts Neues, wenn wir schreiben, dass es ein ausführliches digitalkamera.de-Datenblatt zur Nikon Coolpix S9 gibt.

Nikon Coolpix S7c[Foto: Nikon]Die letzte Nikon-Kamera im (Neuheiten-)Bunde ist die Coolpix S7c. Sie ist genauso klein/schmal (100,5 x 60 x 21 mm), leicht (140 g), brennweitenstark (35-105mm entspr. KB), ausdauernd (200 Bilder pro Akkuladung) und teuer/günstig (knapp 410 EUR) wie das Vorgänger- bzw. Schwestermodell Coolpix S6, wurde aber in mehreren Punkten aufgewertet. Dazu gehören die auf 7,1 Megapixel gestiegene Auflösung, das lichtstärkere Objektiv (F2,8-F5,0 – je nach Zoomposition) und der Gewinn von zwei Lichtempfindlichkeitsstufen (ISO 800 und 1.600). Hinzu kommt noch das e-VR-System; ein Bildstabilisierungssystem, das wie bei optischen oder mechanischen Bildstabilisatoren mittels so genannter Gyro-Sensoren die ungewollten Kamerabewegungen registriert, aber die Verwacklungen danach nicht kompensiert, sondern mit den errechneten Bewegungsvektoren softwaremäßig aus dem Bild herausrechnet. Weitere Neuerungen gibt es in Form eines größeren LC-Bildschirms (3" bei 230.000 Pixel) mit großem Einblickwinkel (170°) und Antireflexionsschicht, einer Stop-Motion-Funktion (siehe voriger Meldungsabschnitt) und Feinabstimmungsmöglichkeiten für die Motivprogramme. Das kleine 'c' in der Produktbezeichnung deutet auf eine zusätzliche Neuheit hin: die Einbindung in den genannten Coolpix-Connect-Service. Konnte man schon mit der Coolpix S6 – dank eingebautem WLAN/WiFi-Modul – Bilder drahtlos übertragen und/oder drucken, kann man bei der Coolpix S7c nun auch Bilder mehr oder weniger direkt an einen oder mehrere ausgewählte(n) E-Mail-Empfänger schicken. Dazu braucht man – ähnlich wie bei der EasyShare-Funktion von Kodak-Kameras – nur den bzw. die Empfänger aus einer in der Kamera gespeicherten Adressliste heraus zu wählen und die Bilder zu markieren, die an diese Person(en) geschickt werden sollen. Sofern ein entsprechender WLAN-Hotspot in der Nähe ist, werden die selektierten Bilder (bei Bedarf samt Begleittext) auf einen dedizierten Nikon-Server hochgeladen, den die automatisch per E-Mail benachrichtigen Empfänger zum Betrachten der Bilder (in der E-Mail ist schon eine Miniaturansicht der Bilder enthalten) im Internet besuchen können. Dieser Service wird ausschließlich für die Coolpix S7c angeboten; die Bilddaten werden ab Datum der Benachrichtigung zwei Wochen kostenfrei gespeichert und danach automatisch gelöscht. Von der Coolpix S6 übernimmt die Coolpix S7c solche Ausstattungsmerkmale wie das D-Lighting, die elektronische Erkennung und Retusche roter Augen, den Porträt-AF, das praktische Multifunktionsrad (dreh- und anklickbar), die PictMotion-Funktion (audiovisuelle Präsentationen mit vorbespielter/aufspielbarer Musik und auswählbaren Übergangseffekten) sowie die Kompatibilität mit diversen Kamera- und Druckerdocks (mitgelieferte Nikon-Basisstation MV-15 oder Kamera-/Druckerdocks des herstellerübergreifenden ImageLink-Systems). Die ausführlich im digitalkamera.de-Datenblatt beschriebene Nikon Coolpix S7c kommt – wie nicht anders zu erwarten – Ende September zu einem offiziellen Listenpreis von zirka 410 EUR (UVP) in den Handel.

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